Bayerischer Rundfunk

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 Landesrundfunkanstalt der ARD
Karte der einzelnen Landesrundfunkanstalten

BR-Hauptfunkhaus in München
Bayerischer Rundfunk, Standort München Freimann
Fernsehstudio Unterföhring

Der Bayerische Rundfunk (BR) ist die Landesrundfunkanstalt des Freistaats Bayern mit Sitz in München (Hörfunk und Fernsehen). Der BR ist Mitglied der ARD und hat die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Die BR-Geschäftsleitung, die Verwaltung, der Hörfunk und die Sendergremien haben ihren Sitz am Rundfunkplatz in der Münchner Innenstadt. Das Bayerische Fernsehen ist im Norden von München, in Freimann ansässig.

Geschichte[Bearbeiten]

Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen besteht der Bayerische Rundfunk offiziell seit dem 25. Januar 1949. An diesem Tag übergab der Direktor der US-Militärregierung in Bayern, Murray D. van Wagoner, die Lizenzurkunde an den BR-Intendanten Rudolf von Scholtz.[1] Vor der Gründung des Rundfunks in Bayern hatte sich im Oktober 1923 die Funk-Stunde A. G. Berlin (eine Tochterfirma der Deutschen Stunde) etabliert, mit einem aus dem Berliner Vox-Haus regelmäßig gesendeten Programm. Der Gründung der Deutschen Stunde folgten in Deutschland weitere Tochtergesellschaften, im gleichen Jahr zuerst der Mitteldeutsche Rundfunk AG in Leipzig, am 30. März 1924 die Deutsche Stunde in Bayern, am gleichen Tag die Südwestdeutsche Rundfunk AG in Frankfurt, und am 2. Mai die Nordische Rundfunk AG in Hamburg, insgesamt neun Rundfunkanstalten.[2]Siehe auch Geschichte des Hörfunks in Deutschland.

1922: Deutsche Stunde in Bayern[Bearbeiten]

Am 18. September 1922 gründeten die Geschäftsleute Herman Klöpfer, Kommerzienrat Josef Böhm, Ernst Ludwig Voss und Robert Riemerschmid in München die Deutsche Stunde in Bayern Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH. Auf seiner Homepage dokumentiert der BR die Gründungsurkunde [3] Am 21. November 1923 erteilte die Münchner Funkabteilung des Reichspostministeriums der Deutschen Stunde in Bayern die erste Sendekonzession.

Vier Monate später, am 30. März 1924, startete der Hörfunk mit der Ausstrahlung seiner ersten Sendung, der „Deutschen Stunde in Bayern“, und läutete damit das Rundfunkzeitalter in Bayern ein. Gesendet wurde aus dem Verkehrsministerium an der Arnulfstraße. Die Übertragung erfolgte drahtlos in das Auditorium Maximum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Eröffnet wurde die Feier um 17 Uhr von Staatssekretär Georg Schätzel. Das Historische Archiv des Bayerischen Rundfunks hat auf seiner Homepage das Plakat mit dem offiziellen Programm der Veranstaltung dokumentiert [4], dazu den O-Ton der Eröffnungsrede von Georg Schätzel.[5] 327 Rundfunkteilnehmer nahmen an der Feierstunde teil, der Eintrittspreis betrug 5 Reichsmark. Allerdings ging man davon aus, dass 10.000 Radiobastler und Funkamateure als „Schwarzhörer“ an ihren Empfangsgeräten saßen. Reporter war der 21-jährige Otto Freundorfer, der seit kurzem als Werkstudent beim Rundfunk tätig war.

Am 2. August 1924 nahm der Nebensender Nürnberg mit einer Sende-Leistung von 250 Watt im Postgebäude am Bahnhof seinen Betrieb auf. Der Sendeablauf aus München ähnelte dem der anderen deutschen Sender. Zu Beginn waren es hauptsächlich Zeitansagen, Nachrichten, Wetterberichte, Börsen- und Wirtschaftsnachrichten und über weite Strecken hinweg Musik, die das Programm bestimmten. „München“ sendete auf „Welle 485“.[6] Am 1. September 1927 nahm der Nebensender Augsburg seinen Betrieb auf. Die Einführung der Rundfunkgebühr erfolgte am 1. April 1924. Sie betrug monatlich zwei Reichsmark und blieb bis 1970 bei zwei Mark. Das Programmangebot des jungen Senders wurde kontinuierlich ausgeweitet. Anfangs bestand das Wortprogramm neben den Nachrichten vor allem aus Rundfunkvorträgen. Hinzu kammen Hörspiele, Konzerte und Unterhaltungsabende. Am 23. September 1926 übertrug die Deutsche Stunde in Bayern ihr Programm erstmals über den Deutschlandsender Königswusterhausen und von dort nach Amsterdam.[7] Zwischen 1925 und 1930 wurde eine Schachsendung eingeführt, Opernübertragungen und Sportsendungen fanden statt, katholische und evangelische Sendungen wurden ins Programm genommen und die ersten Schulfunksendungen wurden ausgestrahlt. Das von Richard Riemerschmid entworfene Funkhaus wurde 1929 fertiggestellt und bezogen. Es galt als das modernste Funkhaus in Deutschland.

  • Sonntag, 5. Dezember 1926, 3.30 bis 4.00 Uhr nachmittags: Technische Plauderstunde. Moderne Kraftmaschinen und ihre Leistungen.
  • Donnerstag, 9. Dezember 1926, 6.30 bis 6.45 Uhr abends: Weißt du das? Zehn Minuten aus Welt und Wissen.[8]

1931: Bayerischer Rundfunk GmbH[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1931 wurde die "Deutsche Stunde in Bayern" gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung in "Bayerischer Rundfunk GmbH" umbenannt. Am 11. Februar 1932 verkauften die privaten Gesellschafter ihre Anteile am Münchner Sender an die Reichspost und den bayerischen Staat. Von da an fand Zug um Zug sowohl organisatorisch als auch in der Programmgestaltung eine staatliche Zentralisierung des Rundfunks statt. Damit entstand eine Rundfunkstruktur, die es den Nationalsozialisten erleichterte, im Jahr darauf den Bayerischen Rundfunk gleichzuschalten und als Propagandainstrument für eigene Zwecke zu entwickeln und einzusetzen.

1933: Reichssender München[Bearbeiten]

Historischer Sender Ismaning – KW-MW-LW – Lorenz 1938 100kW
Zeichnung historischer Sendeturm Ismaning aus Holz (1933–1983)

Im März 1933 besetzten die Nationalsozialisten das Funkhaus in München und hissten die Hakenkreuzfahne. Am 15. April 1933 holte Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den ersten Intendanten Kurt von Boeckmann zum Aufbau eines Propagandaprogramms über Kurzwelle von München nach Berlin. Von Boeckmann wurde damit der erste Intendant des Deutschen Kurzwellensenders mit weitreichenden Aufgaben, auch als Leiter der Auslandsabteilung in der Reichssendeleitung.

Im Jahre 1934 trat die Bayerische Rundfunk GmbH wie alle anderen Sender des Reichsgebiets im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft bei. Der Reichssender München gehörte damit dem Großdeutschen Rundfunk an. Der Reichssender München wurde somit Teil des deutschen Einheitsrundfunks. Als Pausenzeichen fungierten von da ab die Gralsglocken aus dem "Parsifal" von Richard Wagner. "Der Rundfunk ist das modernste Massenbeeinflussungsmittel." sagte Propagandaminister Joseph Goebbels im April 1933 im Münchner Funkhaus und wies so auf den neuen Kurs der Rundfunkpolitik.[9] Am 23. April 1933 verkündete der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, im Münchner Funkhaus den "neuen Kurs" der nationalsozialistischen Rundfunkarbeit. Entscheidenden Anteil am Erfolg der Progaganda der Nationalsozialisten hatte die Verbreitung preisgünstiger Empfangsgeräte, der sogenannten Volksempfänger. Am 18. August 1933 kam der Volksempfänger VE 301 auf den Markt. Goebbels stellte ihn auf der Deutschen Rundfunkausstellung in Berlin als "Deutschen Kleinempfänger" vor. Er kostete 35 Reichsmark. Damit wurde für die neue nationalsozialistische Regierung ein Propagandainstrument und Mittel zur Gleichschaltung der Bevölkerung geschaffen. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde das Abhören von sogenannten Feindsendern unter Strafe gestellt. Ab Juni 1940 verlor der Reichssender München vollends seine eigene Programmhoheit. Er strahlte von nun an das Einheitsprogramm des Großdeutschen Rundfunks aus.[10]

1945: Radio Munich – Radio München[Bearbeiten]

Im Nachkriegsdeutschland gründete die amerikanische Militärregierung den Sender Radio München. Am 12. Mai 1945 strahlte er seine erste Sendung aus. Radio München wie die Radiowelle dann hieß, fungierte anfänglich, solange Papier und damit Zeitungen knapp waren, als Hauptnachrichtenquelle für die Bevölkerung. Die von den Nationalsozialisten verbotene Musik, insbesondere Jazz, wurde übertragen. Die Amerikaner legten großen Wert auf eine umfangreiche Berichterstattung von den Nürnberger Prozessen. Am 12. Mai 1945 begann Radio München als Sender der amerikanischen Militärregierung zu senden. "Chief of section" wurde der Deutschlandexperte Field Horine. Gesendet wurde über den Ismaninger Großsender. Die erste Sendung von Radio München erfolgte aus dem notdürftig reparierten Funkhaus in der Stadtmitte. Am 8. September 1947 begann Radio München mit dem Ausstrahlen regelmäßiger Sendungen des Schulfunks.

Alois Johannes Lippl war Präsident des Bayerischen Rundfunkrates. Am 25. Januar 1948 nahm er von der amerikanischen Militärregierung die erstmalige Lizenz für den Bayerischen Rundfunk entgegen. In dieser Position blieb er, bis er 1957 an plötzlichem Herzinfarkt verstarb.

Ab 1949: Bayerischer Rundfunk als AdöR[Bearbeiten]

Am 25. Januar 1949 wurde Radio München in deutsche Hände übergeben und als Bayerischer Rundfunk eine Anstalt des öffentlichen Rechts für das Bundesland Bayern lizenziert. Grundlage hierfür war das am 1. Oktober 1948 in Kraft getretene Rundfunkgesetz mit seinen drei Organen Intendant, Rundfunkrat und Verwaltungsrat. Im gleichen Jahr sendete der BR sein Programm erstmals über UKW. Es war der erste UKW-Sender Europas. Der Vorteil: Die Hörqualität wird um vieles besser und die Reichweite vergrößert sich. Seit 1950 bietet der Bayerische Rundfunk über UKW ein zweites Hörfunkprogramm an. Zwischen 1949 und 1952 werden nicht nur das Symphonieorchester des BR und das Münchner Rundfunkorchester gegründet, sondern auch der Sender Nürnberg eingeweiht und erste Werbefunksendungen nach dem Krieg ausgestrahlt. 1959 wird der BR Gründungsmitglied der ARD, die am 5. August 1950 in München gegründet wurde.

Struktur und Organisation[Bearbeiten]

Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten]

Als Anstalt des öffentlichen Rechts bedarf der Bayerische Rundfunk einer gesetzlichen Grundlage, in der Programmauftrag, Programmgrundsätze und interne Organisation festgelegt sind. Das Bayerische Rundfunkgesetz, das diese gesetzliche Grundlage bildet, gilt seit 1948. Zuletzt wurde es 1993 umfassend novelliert. Das Rundfunkgesetz wird ergänzt durch den Rundfunkstaatsvertrag, der das Verhältnis von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk im dualen Rundfunksystem regelt und grundlegende Bestimmungen vor allem zur Finanzierung enthält. Das Bayerische Rundfunkgesetz regelt zudem die Zusammensetzung des Rundfunkrats.

Finanzen, Rundfunkbeitrag[Bearbeiten]

Der Bayerische Rundfunk finanziert sich zu 84 Prozent aus Gebühren, zu 13 Prozent aus sonstigen Einnahmen (z. B. Einnahmen aus Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten etc., Einnahmen aus Sach- und Finanzanlagen) und zu 3 Prozent aus Werbung. Sein Anteil aus den Rundfunkgebühren betrug 2008 844,5 Millionen Euro. 60 Prozent der Rundfunkgebühren fließen in die Fernsehprogramme, 28 Prozent in die Hörfunkprogramme, acht Prozent in die Technik und vier Prozent in die Verwaltung.

Werbung, Produkt- und Themenplatzierung, Sponsoring[Bearbeiten]

Im Bayerischen Fernsehen darf – wie in allen dritten Fernsehprogrammen sowie den Programmen Arte, 3Sat, KiKA, Phoenix und ARD-alpha – keine Fernsehwerbung stattfinden. Sendungs-Sponsoring gilt in diesem Zusammenhang nicht als Werbung und ist daher auch außerhalb der Werbezeitbeschränkung zulässig. Der BR war in der Vergangenheit in mehrere Fälle von Schleichwerbung und Productplacement verwickelt. Am bekanntesten ist der Fall Marienhof. In der Vorabendserie „Marienhof“ und in der Serie „In aller Freundschaft“ gab es zwischen Januar 2002 und Mai 2005 Schleichwerbung im Wert von 1,476 Millionen Euro.[11] Sponsoring und Placement unterliegen gesetzlichen Regelungen: Im TV-Bereich untersagt der Rundfunkstaatsvertrag unter § 7 Absatz 7 Schleichwerbung, Produkt- und Themenplatzierung. Allerdings gibt es Ausnahmen für Produktplatzierungen. Auf europäischer Ebene untersagen zudem noch die "Richtlinie 2010/13/EU des Europäischen Parlaments und des Rates" und das "Europäische Übereinkommen über das grenzüberschreitende Fernsehen" Schleichwerbung und grenzen sie von Produktplatzierung ab. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt weiterhin ein Verbot bezahlter Produktplatzierung, ausgenommen Fremdproduktionen. Sogenannte Produktionshilfen sind hingegen im öffentlich-rechtlichen wie privaten Fernsehen zulässig. Einen Überblick über die aktuellen Regelungen bietet ein Aufsatz des Instituts für Public Relations Dresden Ilmenau.[12]

Mitarbeiter[Bearbeiten]

2009 beschäftigte der Bayerische Rundfunk durchschnittlich 2930 Mitarbeiter sowie 159 Auszubildende. 2012 arbeiteten für den Sender 3350 Mitarbeiter sowie 1500 "feste freie".[13]

Programmentwicklung[Bearbeiten]

Hörfunk[Bearbeiten]

Bis 1959 sendete der BR nur ein einziges Hörfunkprogramm, das spätere Bayern 1. Im gleichen Jahr startete der Sender mit seinem zweiten Hörfunkprogramm BR 2 bzw. Bayern 2, das bis 1957 aus Nürnberg sendete. 1954 sendete der BR erstmals ein eigenes Fernseh-Regionalprogramm für Bayern innerhalb des ARD-Programms.

Im Jahre 1958 übernahm der Journalist Wilhelm Sandfuchs die Abteilung Kirchenfunk des BR. Er baute ihn bis zu seiner Pensionierung 1978 immer weiter aus. Unter seiner Leitung übernahm der BR für die gesamte ARD die Berichterstattung aus dem Vatikan und über die Päpste in Rom.

1960 sendete der BR erstmals Regionalprogramme im Hörfunk für Franken, Altbayern und Schwaben. Die Regionalprogramme wurden 1973 (für Ostbayern) und 1977 (für Mainfranken) erweitert. Am 1. November 1964 startete das 3. Hörfunkprogramm Bayern 3, zunächst als Gastarbeiterprogramm, das ab 1. April 1971 jedoch zur Service- und Popwelle ausgebaut wurde.[14]

1980 startete das 4. Hörfunkprogramm Bayern 4 Klassik, das später zum Vollprogramm ausgebaut wurde. In allen vier Hörfunkprogrammen wurde 1989 das Radio Data System (RDS) eingeführt.

Als letztes UKW-Hörfunkprogramm startete am 6. Mai 1991 das Nachrichtenprogramm B5 aktuell.

Seit 1. Juli 1998 werden die Hörfunkprogramme Bayern 2 Radio, Bayern 4 Klassik, Bayern 3 und B 5 aktuell über DAB im Regelbetrieb ausgestrahlt. 2003 wurde die DAB-Abstrahlung von Bayern 2 und Bayern 3 zugunsten der neuen Angebote Das Modul, BR Traffic News, BR Info und BR Business vorerst eingestellt. 2005 wurden BR Info und BR Business wieder eingestellt. Dafür wurde Bayern 2 wieder aufgeschaltet.

Am 8. Oktober 2007 startete der Jugendsender Bavarian Open Radio mit einer Verbreitung über die vier Mittelwellensender des BR, über den DAB-Kanal „Das Modul“ sowie über Internet-Streaming. Am 5. Mai 2008 wurde er in on3radio umbenannt (Schreibweise ab März 2009: on3-radio). Seit 15. Mai 2013 hat Puls die bereits bekannten Übertragungswege von on3-radio übernommen.

Bei Bayern 1 verweilen die Zuhörer am längsten. Mit 2,92 Millionen Hörern und einem Marktanteil von 24,5 % ist Bayern 1 das meistgehörte Programm des Bayerischen Rundfunks. Bei 226 Minuten liegt die durchschnittliche Verweildauer der Hörer im Programm von Bayern 1.

Bayern 3 wird täglich von 2,65 Millionen Menschen gehört und weist eine Reichweite von 20,2 Prozent auf. 10 Prozent der Bayern hören täglich mindestens eins der BR-Kultur- und Informationsprogramme. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 8,7 Prozent. So schalten Bayern 2 täglich bundesweit 520.000 Hörer ein. Die Reichweite in Bayern liegt bei 4,1 Prozent. BR-KLASSIK verfolgen täglich 230.000 Hörer in Deutschland bei 1,5 Prozent Reichweite in Bayern. Mit B5 aktuell informieren sich 5,2 Prozent der Menschen im Freistaat. Bundesweit schalten täglich 670.000 Hörer B5 ein.

Hörfunkprogramme

  • Bayern 1 – Massenprogramm für Oldie-Fans mit Schwerpunkt auf regionaler Information
  • Bayern 2 – Kulturradio, Vollprogramm
  • Bayern 3 – Popwelle, Massenprogramm für eher jüngere Menschen
  • BR-Klassik – klassische Musik
  • B5 aktuell – Nachrichten nonstop (Nachrichten oder Infoblock alle 15 Minuten)

Über DAB, DVB-S und über Streaming ausgestrahlt werden:

  • Bayern plus – Musik- und Servicewelle für eine ältere Zielgruppe (auch über Mittelwelle)
  • Puls – das junge Programm des Bayerischen Rundfunks
  • Bayern 2+ – entspricht weitgehend Bayern 2
  • B5 plus – Ereigniskanal von B5 aktuell (liegen keine Ereignisse vor, läuft hier B5 aktuell)
  • BR Verkehr – sendet Verkehrsinfos und -meldungen

Zuschauerakzeptanz BR-Hörfunk

Die Zuhörerakzeptanz der Radioprogramme wird in Deutschland bundesweit regelmäßig von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e. V. (agma) in der Media-Analyse Radio (ma Radio) erhoben.[15] Mit seinen insgesamt fünf UKW-Hörfunkprogrammen erreicht der Bayerische Rundfunk nach der Media-Analyse 2014 mehr als sechs Millionen Hörer. Demnach beträgt die Reichweite des BR-Hörfunks 46,6 Prozent. Das sind 5,26 Millionen Hörer in Bayern. Insgesamt wird in Bayern im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet in zweierlei Hinsicht überdurchschnittlich viel Radio gehört: 1.) Der Anteil der täglichen Radiohörer in Bayern liegt mit 83,0 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 79,7 %. 2.) Die tägliche Hördauer beträgt in Bayern 214 Minuten, bundesweit beträgt sie 194 Minuten. Einbezogen in diese Gesamterhebung sind alle privaten und öffentlichen Hörfunkprogramme in Deutschland.[16]

Bayerisches Fernsehen[Bearbeiten]

Logo des Bayerischen Fernsehens
BR-Logo HD
Hoher Bogen Luft

Am 22. September 1964 startete der BR als erste Anstalt der ARD mit der Ausstrahlung eines eigenen Dritten Fernsehprogramms, zunächst als „Studienprogramm“ vornehmlich mit der Ausstrahlung von Programmen der Telekolleg-Reihe befasst, später als Bayerisches Fernsehen, das seit 1978 ein Vollprogramm ist und mittlerweile auch über Satellit in nahezu ganz Europa zu empfangen ist.

Die am 1. Oktober 1979 eingeführte Rundschau wurde schrittweise zur Hauptnachrichtenformat des Senders ausgebaut und in den Jahren 1991 und 1996 um die Formate Rundschau-Magazin und Rundschau-Nacht erweitert. Damit ist der Bayerische Rundfunk neben dem MDR der einzige Sender der ARD, der die 20-Uhr-Tagesschau nicht in seinem Dritten Fernsehprogramm übernimmt. Allerdings strahlt der BR in seinem Spartenkanal ARD-alpha seit 29. Juni 2014 die Tagesschau zeitgleich zur ARD aus.

Auf dem Unterträger des Bayerischen Fernsehens startete am 1. September 1986 der regionale Videotext-Dienst des BR unter der Bezeichnung Bayerntext.

Am 7. Januar 1998 startete der BR über Satellit seinen Fernsehbildungskanal BR-alpha, der am 29. Juni 2014 in ARD-alpha umbenannt wurde.

Anfang Mai 2012 wurde zusätzlich eine Simulcast-HD Variante eingeführt.[17]

Programme und Ausstrahlungskanäle

Eigene Kanäle:

Gemeinschaftssender:

Zuschauerakzeptanz Fernsehen

Mit einem durchschnittlichen Marktanteil in seinem Sendegebiet von 7,3 % im Jahr 2013[18] liegt das Bayerische Fernsehen in der Zuschauerakzeptanz im Einschaltquotenvergleich mit den anderen dritten Programmen der ARD an vierter Stelle. 2011 waren die Zuschauer des Bayerischen Fernsehens im Mittel 64 Jahre alt.[19] Quotenvergleich mit anderen Dritten Programmen in der ARD siehe Bayerisches Fernsehen.

BR-Klangkörper[Bearbeiten]

Der Bayerische Rundfunk verfügt über drei eigene Klangkörper:

Der BR im Internet[Bearbeiten]

Der Bayerische Rundfunk bietet seit dem 16. Oktober 1995 ein Internetangebot an. Anlass dafür waren die zu der Zeit stattfindenden Medientage in München. Als Vorreiter von Internetangeboten von Rundfunkanstalten nutzt der BR dieses Projekt zur Verbreitung von Zusatzinformationen zu seinen Hörfunk- und Fernsehsendungen. Nach dem grundsätzlichen Start der Onlineangebote wurde wenig später, im November 1995 auch als einer der ersten Hörfunksender im Internet, der Nachrichtensender B5 aktuell gestreamt. Im Jahre 1996 wurden sogar Mehrwertdienste über die Homepage des Bayerischen Rundfunks angeboten.

Im Rahmen des Projekts „CollegeR@dio“ konnten hier die Inhalte des Schulfunks im Internet für verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten aufgerufen werden. Unter dem Titel „Bayern ist Trumpf“ wurde die Onlinepräsenz des Senders 1997 überarbeitet. Konkret bedeutete dies, dass Navigationselemente und ein stetig wachsendes Informationsangebot zu Programmen und Sendungen eingearbeitet wurden. Als erster deutscher Fernsehsender wird über das Onlineangebot der Bildungskanal ARD-alpha verbreitet, ebenso erhielt das Webangebot eine erste thematische Gliederung. Etwa drei Jahre später nach der Onlinesetzung der Homepage, im Oktober 1998, wurde die BR-Online-Seite komplett erneuert, und es wurden acht Rubriken eingeführt. Unter „Wissenschaft & Bildung“, „Politik & Aktuelles“, „Wirtschaft & Geld“, „Bayern & Regionen“, „Kultur & Gesellschaft“, „Freizeit & Sport“, „Spaß und Spannung“ und „Ratgeber & Service“ erhielt der Zuschauer themengenaue Informationen.

Durch interne Strukturmaßnahmen wurde im Jahr 2000 die Hauptabteilung Multimedia für das Onlineangebot verantwortlich. Im Mai 2001 erhielt BR-Online erneut ein überarbeitetes Gesicht. Im Oktober 2002 fanden wiederum Änderungen um das Themengruppenmodell statt, welches die Themenrubriken des Internetangebots modifiziert. Nun galten folgende Themenbereiche (auch unter dem Namen Themengruppenmodell 2 bekannt): „Bayern heute“, „Land & Leute“, „Sport & Freizeit“, „Kultur & Szene“, „Umwelt & Gesundheit“, „Wissen & Bildung“. Durch die zunehmende Vernetzung hielt 2002 auch der Bayerntext, das Teletextangebot des Bayerischen Rundfunks, Einzug in die Onlinewelt, so können Zuschauer die Teletextseiten auch online rund um die Uhr abrufen. Neben Specials zum 10. Bestehen des Onlineauftritts im Jahr 2005 bot der BR online immer wieder aktuelle Features wie Papstwahl, Sportereignisse oder politische Wahlen an. Ebenso wurde in das Onlineangebot das Podcasting eingeführt.

Die nächste umfassende Überarbeitung des Internetangebotes des BR fand im März 2008 statt. Seit dem 10. März 2008 fand der Nutzer alle relevanten und sendebegleitenden Informationen zu den Fernsehprogrammen und Hörfunkwellen des Bayerischen Rundfunks in neuem Design. Dies ging einher mit der kurz zuvor erfolgten Änderung der Corporate Identity und des BR-Senderlogos. Sämtliche Inhalte wurden dem neuen BR-Design angepasst, die Inhalte systemisch besser gegliedert und die Multimedia-Angebote ausgebaut (MP3-Livestreams mit bis zu 128 kb/s). Das neue Design sollte zeitmäßiger und frischer wirken. Außerdem sollten auch Jugendliche zum Besuch von BR-Online „verleitet“ werden. Die Radio- und TV-Sender behielten ihre bisherigen Internetadressen bei, haben aber das neue Design übernommen. Auf jeder Unterseite von BR-Online konnte auf die Seiten von Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, BR-Klassik, B5 aktuell, Puls, Bayerisches Fernsehen, ARD-alpha, Bayerntext und die BR-Mediathek zugegriffen werden.

Am 27. Oktober 2011 wurde die Homepage erneut überarbeitet. Auffälligste Änderung ist die Verkürzung der URL von br-online.de zu br.de. Auch das Design hat sich erneut geändert: so entfällt die Navigationsleiste auf der linken Seite komplett; die Themenfelder werden durch große Fliesen symbolisiert. Die Bildschirmauflösung wurde an die neuen Breitbildmonitore angepasst. Ebenfalls neu ist die Kommentarfunktion, die zunächst nur an ausgewählten Stellen auf der Homepage nutzbar war. Laut BR möchte sich die Homepage dadurch „multimedialer“ präsentieren.[20]

Der BR ist an europäische Rechtsgrundlagen sowie den Mediendienste-Staatsvertrag gebunden, der Bestimmungen für das Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks enthält.

Trimediale Zukunft[Bearbeiten]

Im Mai 2014 hat der Bayerische Rundfunk mit der Informationsdirektion auf der Programmebene eine dritte Säule installiert.[21] In ihr sind aktuelle Redaktionen aus Hörfunk, Fernsehen und Online zusammengefasst. Zum Leiter der Informationsdirektion wurde Thomas Hinrichs bestellt und vom Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks bestätigt. Er ist verantwortlich für den Programmbereich 'B5-aktuell – Politik und Wirtschaft', den Programmbereich ‚Politik‘ und den Programmbereich 'Sport und Freizeit'. Auch die Redaktion Telemedien ist ihm zugeordnet. Der Informationsdirektor ist auch für das geplante multimediale Aktualitätenzentrum in Freimann verantwortlich, das im Zuge der trimedialen BR-Reform errichtet werden soll. Mit der neuen Informationsdirektion bündelt der Bayerische Rundfunk Programmbereiche aus Hörfunk, Fernsehen und Online-Angebot unter einem Dach – ein wichtiger Schritt hin zu der in anderen ARD-Anstalten bereits weitgehend vollzogenen Trimedialität im öffentlich rechtlichen Rundfunksystem.

Studios[Bearbeiten]

Der BR präsentiert sich auf den Münchner Medientagen (2011)

Der BR unterhält ein Hauptfunkhaus in München (Geokoordinaten 48° 8′ 34″ N, 11° 33′ 13″ O48.14277777777811.553611111111Koordinaten: 48° 8′ 34″ N, 11° 33′ 13″ O), Fernsehstudios in Freimann und Unterföhring, das Studio Franken sowie das Regionalstudio Ostbayern in Regensburg und das Regionalstudio Mainfranken in Würzburg. In 20 Städten unterhält der BR Korrespondentenbüros. In Augsburg, Kempten und Traunstein sind mehrere Mitarbeiter tätig, in anderen Büros wie Bayreuth, Passau oder Rosenheim arbeitet jeweils ein Korrespondent. Zusätzlich betreibt der BR Auslandsstudios, z. B. in Rom (auch für Vatikanstadt), Wien, Tel Aviv, Istanbul oder Buenos Aires. Es gibt allerdings auch noch ein Studio in Berlin am Schiffbauerdamm (Fernsehen) und gegenüber im ARD-Hauptstadtstudio (Hörfunk).

Kritik[Bearbeiten]

BR-Zentrale am Rundfunkplatz
Eingang des Fernsehstudios Unterföhring
Sender Wendelstein
Sender Grünten Antennenspitze
Sender Brotjacklriegel bei Deggendorf

Fehlende Staatsferne[Bearbeiten]

Am 6. Mai 2010 wurde der Sprecher der Bundesregierung Ulrich Wilhelm mit 40 von 44 gültigen Stimmen zum Intendanten des BR gewählt. Er trat diesen Posten am 1. Februar 2011 an. Eine derart weitreichende Verflechtung von Politik und Medien wird mit der Situation Silvio Berlusconi in Italien verglichen. Die im Grundgesetz geforderte Staatsferne der Medien werde dadurch „Lügen gestraft“.[22][23]

Vom BR zur Staatsregierung wechselte hingegen Daniela Philippi, die ab 1995 Leiterin der Abteilung Landespolitik im Hörfunk des Bayerischen Rundfunks war. Zum 1. Februar 2009 wurde sie Sprecherin der Staatsregierung und des Ministerpräsidenten.

Parteilichkeit[Bearbeiten]

Am 24. Oktober 2002 hat die Fraktion der Grünen im Bayerischen Landtag das „Bayerische Fernsehen“ und speziell die Nachrichtensendung Rundschau im Hinblick auf den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2002 als zu CSU-nah kritisiert. Der gleichzeitig gestellte Antrag der Grünen „Für mehr Staatsfreiheit und Parteiferne der Gremien der Fernsehsender“ wurde mit 13 Ja-Stimmen, 125 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung abgelehnt.[24]

Hingegen gibt es im Bayerischen Fernsehen durchaus auch kritische Sendungen, wie z. B. quer.

Bevormundung der Zuschauer[Bearbeiten]

Als die ARD am 15. Januar 1973 den Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt im Ersten Deutschen Fernsehen ausstrahlte, klinkte sich der BR aus dem gemeinsamen Programm aus, wie er es auch am 8. November 1977 bei der Ausstrahlung von Die Konsequenz sowie 1990 bei einem der ersten schwulen Fernsehküsse in der Lindenstraße praktizierte. Auch bei der Ausstrahlung der Musiksendung Formel Eins im Jahre 1983, bei der das Video zum Ixi-Song Detlef gezeigt wurde,[25] blendete sich der Bayerische Rundfunk aus dem Gemeinschaftsprogramm aus.

Am 22. Mai 1986 blendete sich der Bayerische Rundfunk für die Dauer der Ausstrahlung einer Folge der Kabarettsendung Scheibenwischer aus dem gemeinsamen Fernsehprogramm der ARD aus, nachdem sich Helmut Oeller, der Fernsehdirektor des BR, der an einigen Passagen des Manuskriptes Anstoß nahm, mit seiner Forderung nach Absetzung der Folge nicht hatte durchsetzen können. Diese Maßnahme rief bundesweite Proteste hervor.

Auch die Kindersendung Sesamstraße wurde vom Bayerischen Rundfunk zunächst nicht ausgestrahlt, weil dieser die soziale Situation in Deutschland in der Sendung nicht korrekt dargestellt sah.[26] Die Sendung wurde daher von 1973 an zunächst nur in den Dritten Programmen der anderen ARD-Anstalten ausgestrahlt, während der Bayerische Rundfunk die Eigenproduktion Das feuerrote Spielmobil sendete.

Verstoß gegen Rundfunkstaatsvertrag[Bearbeiten]

Bei privaten Radiosendern stoßen seit längerem die Pläne des Bayerischen Rundfunks, ein eigenes Jugendradio zu senden, auf Kritik. Sie befürchten, dass ihnen der BR ihre Zielgruppe streitig machen will. Außerdem weisen sie darauf hin, dass per Gesetz nur fünf Sender des Bayerischen Rundfunks zulässig sind.

„Privatfunk-Aufseher Wolf-Dieter Ring, Präsident der Medienanstalt BLM, [kritisierte] das BR-Vorhaben […]. Er war nach eigenen Angaben bisher von einer rein digitalen Jugendwelle ausgegangen. Vorlagen des BR gingen aber von ‚Hörfenstern‘ via UKW aus. Sollten UKW-Frequenzen in Ballungsräumen genutzt werden, sei schnell eine analoge technische Reichweite von 40 Prozent erreicht. Dann können wir von einem sechsten BR-Programm sprechen. Rechtlich zulässig sind aber nur fünf Radioprogramme‘, warnte Ring.“[27]

Lautstarke Kritik wurde auch an der von BR-Intendant Ulrich Wilhelm angekündigten Beendigung der Ausstrahlung von BR Klassik über UKW geübt. Anfang 2014 wurde im BR darüber diskutiert, die UKW-Ausstrahlung zu Gunsten des Jugendradios Puls Anfang 2016 einzustellen. Der Bayerische Musikrat initiierte daraufhin eine Online-Petition zur Beibehaltung der UKW-Ausstrahlung.[28][29]

Dem Vorschlag von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, BR-Klassik ab 2018 aus der angestammten UKW-Frequenz zu verbannen, hat der BR-Rundfunkrat am 10. Juli 2014 zugestimmt.[30] Kritik an der Entscheidung für einen Wechsel des Jugendradios Puls auf die bisherige UKW-Frequenz von BR Klassik, äußerten u. a. die Privatsender. Ein vom Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) in Auftrag gegebenes Gutachten [31] moniert, dass sich der BR von seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag zurückziehe, sollte er BR Klassik nicht mehr auf UKW senden. BR Klassik sei hierdurch "für den weitaus größten Teil der Hörer des BR in seinem Versorgungsgebiet terrestrisch nicht mehr empfangbar".[32]Strittig ist auch, ob der Frequenztausch rechtlich zulässig ist. Der BR beruft sich auf ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten,[33] wohingegen Prof. Dr. Christoph Degenhart den Plan bzw. Beschluss des BR in einem Rechtsgutachten als Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag und gegen den Grundversorgungsauftrag des Bayerischen Rundfunks wertet.[34] Detailliertes hierzu im Artikel BR-Klassik.

Zentralismus[Bearbeiten]

Dem Bayerischen Rundfunk wird vorgeworfen, einseitig auf Altbayern ausgerichtet zu sein. Die übrigen Landesteile tauchten nur im Regionalprogramm auf, so die Kritik. Als Beleg wird angeführt, dass nahezu alle Eigenproduktionen des Bayerischen Rundfunks in Altbayern – vor allem in Oberbayern – gedreht werden. Als einziger Fernsehsender hat der Bayerische Rundfunk beispielsweise alle Tatort-Produktionen seit Start der Serie im Jahr 1970 in einer Stadt angesiedelt, im Fall des BR in München. Auch die fränkischen und schwäbischen Regionen sowie Ostbayern werden nicht so stark ins Programm genommen wie die Region um München.

Allerdings ist der BR bemüht, diesen "Zentralismus" aufzuweichen bzw. zu beseitigen: am 11. Oktober 2012 kündigte Intendant Ulrich Wilhelm an, einige Folgen der Fernsehreihe Tatort, für die der BR zuständig ist, in Franken zu drehen. Der "Franken-Tatort" wird damit mit der über 40-jährigen Tradition der Münchener Tatorte brechen und voraussichtlich 2014 auf Sendung gehen, die Schauspieler, Spielort und Rollen stehen noch nicht fest.[35]

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Zur Versorgung des Senderstandorts Grünten besitzt der Bayerische Rundfunk die Seilbahn Grünten.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Seit 1993 gibt es die Benefizaktion Sternstunden e. V. des Bayerischen Rundfunks, die weltweit kranke, behinderte oder in Not geratene Kinder und Jugendliche unterstützt. Seitdem wurden 82 Millionen Euro für rund 1600 Projekte gespendet. Sternstunden zählt damit zu den erfolgreichsten Benefizaktionen Bayerns, ausgezeichnet mit dem Europäischen Preis für soziales Engagement 1999. 2007 wurde dafür auch der Sonderpreis des Bayerischen Fernsehpreises an den Bayerischen Rundfunk vergeben.
  • Der BR war die letzte Landesrundfunkanstalt, die einen eigenen Jugendsender gestartet hat. Seit 5. Mai 2008 sendet on3radio (ehemals Bavarian Open Radio, Sendestart 8. Oktober 2007) mit drei Stunden Moderation am Tag als Internet-Livestream, über Satellitenradio und im Kabelnetz. Die Ausstrahlung über Mittelwelle wurde zum 10. Januar 2011 eingestellt. Bis zum Start von on3radio gab es für Kinder Radio Mikro und für junge Erwachsene den Zündfunk auf Bayern 2.
  • Das Pausenzeichen des BR war das Motiv des Volkslieds Solang der alte Peter. Die Melodie ist das akustische Markenzeichen des BR und taucht zum Beispiel immer noch im Verkehrs-Jingle von Bayern 3 auf. Die namensgebende Kirche Sankt Peter wurde im Krieg schwer beschädigt. Solange die Kirche noch nicht wieder aufgebaut war, ließ der BR immer den letzten Ton der Melodie weg. Erst am 28. Oktober 1951, als die Kirche vollständig wiederhergestellt war, spielte der BR das Pausenzeichen ganz. In der ursprünglichen Fassung besingt das Lied allerdings keine Münchner Kirche, sondern den Wiener Stephansdom.
  • Die BR ist Gründungsmitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern. Der ehemalige BR-Intendant Thomas Gruber sitzt im Vorstand des eingetragenen Vereins.
  • Als einzige Rundfunkanstalt in Deutschland besitzt der Bayerische Rundfunk eine Luftseilbahn, und zwar die Seilbahn auf dem Grünten zur Versorgung der dort befindlichen Sendeanlage.
  • Der BR ist ebenfalls die einzige ARD-Anstalt, in der es eine Bergsteiger-Redaktion gibt.
  • Die Tochtergesellschaft BRmedia ist für die Vermarktung der Werbezeiten in den Radioprogrammen des BR und im ARD-Vorabendprogramm zuständig.
  • Am 6. Dezember 1989, in der Zeit der Wende (DDR), hatte der Hörfunk vier Programme. Eine typische Programmansage lautete damals:
Bayern 1 jetzt: Im Brennpunkt. Der Rücktritt des Egon Krenz. Anschließend: Traummelodie. Bayern 2: Wandel im Osten. In der neunten Sendung: Die Vergangenheit des Stalinismus in der Sowjetunion. Bayern 3: Blue night shadow, mit Bill Samson. Und Bayern 4: Musik von Clementi, Mozart und Dusík.“

Logos:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bayerischer Rundfunk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lizenzurkunde 25.Jan.1949abgerufen am 12. August 2014
  2. Chronik der BR-Rundfunkgeschichte abgerufen am 12. August 2014
  3. Gründungsurkunde vom 18.09.1922
  4. Plakat mit Veranstaltungsprogramm
  5. O-ton Eröffnungsrede 30.03.1924
  6. Gemeint ist die Mittelwellenfrequenz mit 485 m Wellenlänge
  7. BR-Chronik Übersicht abgerufen am 12. August 2014
  8. Zitiert aus Werag – Offizielles Organ der Westdeutschen Rundfunk AG Köln, Rufu-Verlag Köln, Ausgabe Nr. 1 vom 3. Dezember 1926
  9. Chronik des BR: Nationalsozialismus abgerufen am 12. August 2014
  10. Geschichte des Bayerischen Rundfunks abgerufen am 12. August 2014
  11. FAZ:Schleichwerbung im Wert von 1,476 Millionen Euro
  12. Aufsatz über Placement-Regelungen
  13. Mitarbeiter 2012, innsalzach24.de, abgerufen am 13. Oktober 2012
  14. Hansjörg Biener: 40 Jahre Ausländersendungen in Deutschland. asamnet.de. 3. April 2010. Abgerufen am 14. Juli 2014.
  15. Media-Analyse Radio abgerufen am 4. August 2014
  16. BR-Medienforschung abgerufen am 4. August 2014
  17. BR-Unternehmen Simulcast-HD abgerufen am 12. August 2014
  18. Quoten Dritte ARD-Programme, abgerufen am 12. August 2014
  19.  Hans-Peter Siebenhaar: Das große Umschalten. In: Handelsblatt. Nr. 27, 7. Februar 2013, ISSN 0017-7296, S. 1.
  20. Radio und TV multimedial und interaktiv. In: br.de. 26. Oktober 2011. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  21. Rundfunkrat beruft Informationsdirektor. Abgerufen am 12. Juli 2014
  22. Die Medienkolumne zur BR-Intendantenwahl: Angela Berlusconis Statthalter in München. stern.de. 5. Mai 2010. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  23. Ulrich Wilhelm wird neuer BR-Intendant. focus.de. 6. Mai 2010. Abgerufen am 14. Juli 2014.
  24. Auszüge aus Debatten (PDF; 781 kB)
  25. Michael Tann: "Mach mir doch kein Knutschfleck – alles nur kein Knutschfleck" – so klang es 1983 aus allen Radios, Interview mit Gaby Tiedemann, ichwillspass.de, etwa 1992
  26.  Bayerns Abfall. In: Der Spiegel. Nr. 2, 1973, S. 97 (online).
  27. Geplantes Radioprojekt könnte vom Start weg echte Konkurrenz für Lokalfunk sein. In: Der Kontakter. Hamburg 3. Juli 2006, S. 31. ISSN 0721-975X
  28. Online-Petition "BR-Klassik muss bleiben!", abgerufen am 12. August 2014
  29. Pressemitteilung des Bayerischen Rundfunks "Informationen zum Thema BR-Klassik", abgerufen am 12. April 2014
  30. radioszene.de: PULS bekommt UKW-Frequenzen von BR-Klassik 2018
  31. Radioszene: Vergleich der Gutachten von BR und von VPRT, abgerufen am 15. Juli 2014
  32. SZ-Online: Umstrittener Wellentausch abgerufen am 12. August 2014
  33. Radioszene: Rechtsgutachten von BR und von VPRT, abgerufen am 12. August 2014
  34. VPRT: Kein Automatismus für Frequenztausch,abgerufen am 15. Juli 2014
  35. nordbayern.de, aufgerufen am 24. Oktober 2012