Brabus

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Brabus GmbH
Logo der Brabus GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1977
Sitz Bottrop, Deutschland
Leitung Bodo Buschmann, Geschäftsführer
Mitarbeiter 178 (31. Dezember 2007) [1]
Umsatz 119,3 Mio. EUR (2007) [1]
Branche Tuningbranche
Website www.brabus.com
Der Brabus CLS V12 S Rocket

Die Brabus GmbH ist ein Unternehmen in Bottrop, das hauptsächlich im Bereich Fahrzeugtuning vor allem für Mercedes-Benz-Modelle tätig ist. Darüber hinaus ist Brabus ein eingetragener Fahrzeughersteller.

Geschichte

Brabus wurde 1977 zu Beginn des Höhepunktes der Tuningbranche in den 1970er und 1980er Jahren von dem Automobilkaufmann Bodo Buschmann in Bottrop zusammen mit seinem Studienkollegen Klaus Brackmann gegründet. Der Name BRABUS ist die Zusammensetzung von BRAckmann und BUSchmann. Ursprünglicher Unternehmenszweck war die Auslagerung von Randaktivitäten aus der Mercedes-Vertretung des Vaters von Bodo Buschmann. Buschmann erweiterte die ursprünglichen Aktivitäten um das Tuning. Brackmann schied später aus dem Unternehmen aus und arbeitet seither als Rechtsanwalt in Oberhausen. Bekannt wurde Brabus vor allem durch Umbauten des Mercedes-Benz W 126.

Später machte Brabus immer wieder durch exklusive Fahrzeuge auf sich aufmerksam. So stellte Brabus mit dem Modell Brabus E V12 auf Basis des Mercedes-Benz W 210 seinerzeit die schnellste Serienlimousine der Welt (330 km/h) vor. Der E V12 auf Basis des Mercedes-Benz W 211 setzt diesen Weltrekord mit 350,2 km/h fort. In diese Variante wurde ein 6,3-Liter-V12-Biturbo mit 471 kW (640 PS) und 1024 Nm Drehmoment eingebaut. Die 2005er Evolutionsstufe des V12-Biturbo-Motors (SV 12 S) hat 537 kW (730 PS) und ein Drehmoment von 1320 Nm, welches elektronisch auf 1100 Nm begrenzt wird, um Reifen und Getriebe nicht zu überlasten. Dieser Motor wird im Brabus Rocket eingesetzt (Basis CLS) und neuerdings auch in der aktuellen C-Klasse. Dort heißt er Brabus Bullit. Seine Höchstgeschwindigkeit laut Hersteller beträgt über 360 km/h. Die 2009er Evolutionsstufe mit dem nochmals leistungsgesteigerten V12-Biturbo-Motor mit 552 kW (750 PS) wird in der aktuellen SL- und GLK-Klasse sowie im Maybach 57S und 62S verbaut.

Die neueste Version des Biturbo-Motors (Stand Mitte 2014) hat 625 kW (850 PS) und ein auf 1150 Nm begrenztes Drehmoment. Originär (auf dem Prüfstand, ohne Rücksicht auf das Getriebe) kann diese Motorversion auf einem Drehzahlplateau von 2500 bis 4500 U/min ein Drehmoment von 1450 Nm entwickeln. Sie wird in den aktuellen C-, CLS-, E-, S- und G-Klassen angeboten.

Ebenfalls ist Brabus für die sogenannte „Mastik-Leder“-Ausstattung bekannt, die preislich den Wert eines Mittelklasse-PKW erreichen kann.

Brabus galt als größter Konkurrent von AMG, bis AMG von DaimlerChrysler aufgekauft wurde. 1994 wurde Brabus Werkstuner von Bugatti. Ende der 1990er Jahre wurde das Betriebsgelände erheblich vergrößert. Mit 350 Mitarbeitern ist Brabus 2007 der größte unabhängige Fahrzeugtuner der Welt. Die Brabus-Allee in Bottrop, an der die Firma ihren Sitz hat, wurde nach ihr benannt.

Mit der Übernahme der Micro Compact Car smart GmbH (2002 umbenannt in smart GmbH) durch die Daimler-Benz AG hat Brabus mit der smart GmbH im Jahr 2002 das Joint-Venture smart-Brabus GmbH mit Sitz in Bottrop gegründet. 2004 folgte die Gründung der Brabus Service GmbH.

Etwa 30 % des Umsatzes entfielen 2008 auf den deutschen Markt.[2]

Im Herbst 2012 wurde bekannt, dass Brabus einen dritten Werkteil am Stammsitz in Bottrop-Eigen errichtet, der vor allem der Kapazitätsausweitung dient.[3]

Tätigkeitsfeld

Brabus gilt heute offiziell als Fahrzeughersteller. Das Angebot umfasst alle Modelle von smart, Mercedes-Benz und Maybach. Brabus-Fahrzeuge zeichnen sich im Vergleich zu den Pendants der Hersteller dadurch aus, dass sie in der Regel leistungsgesteigert sind. Ebenfalls ist die Innenausstattung in der Regel in Bezug auf die verwendeten Materialien verfeinert und technisch aufgewertet. Geänderte Fahrwerke, Rad-/Reifenkombinationen sowie veränderte Karosserieteile runden das Angebot ab.

Weiterhin bietet Brabus auch einzelne Komponenten an. Dazu gehören z. B. geänderte Motorsteuergeräte mit Chiptuning und Felgen aus eigener Entwicklung.

Startech ist dagegen ein Unternehmensbereich der CRD (Car Research and Development), die wiederum eine Tochter von Brabus ist. Die Firma Startech tunt Fahrzeuge amerikanischer Herkunft des ehemaligen DaimlerChrysler-Konzerns wie Chrysler, Dodge und Jeep.

CRD beschäftigt sich mit dem Umbau einiger Kia-Modelle, ebenfalls im Brabus-Look.

Brabus Supercars

Neben den „normalen“ Tuningvarianten von Motor, Fahrwerk und Optikkomponenten bietet Brabus auch seit einiger Zeit komplette Umbauten an, die dank sehr hoher Motor- und Fahrleistungen den Namen „Supercars“ erhalten. Hierzu gehören neben den bekannten Brabus Bullit, E V12 und Rocket auch folgende Modelle:

  • G V12 800 Widestar auf Basis der G-Klasse mit 588 kW (800 PS) starkem V12-Biturbo
  • Viano V8 auf Basis des Viano mit 313 kW (426 PS) starkem V8
  • S-V12S-Modelle mit 537 kW (730 PS) starkem V12-Biturbo auf Basis des S/CL/SL 600
  • T13-Modelle mit 463 kW (630 PS) starkem V12-Biturbo auf Basis des S/CL/SL 600
  • S-V12R Biturbo S-Klasse & SL mit 800 PS und elektronisch begrenzten 1100 Nm
  • S-V12R Biturbo iBusiness S-Klasse Langversion mit 800 PS
  • EV12 Coupé E-Klasse Coupé mit einem doppelt aufgeladenen 6,2 Liter V12 und 800 PS
  • SLS 700 BiTurbo auf Basis des SLS AMG mit 514 kW (700 PS) starkem V8-BiTurbo

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Brabus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Elektronischer Bundesanzeiger, 26. Februar 2009, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  3. der Westen.de vom 16. Oktober 2012 abgerufen am 13. November 2012