Bragança (Portugal)

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Bragança
Wappen Karte
Wappen von Bragança
Bragança (Portugal)
Bragança
Basisdaten
Region: Norte
Unterregion: Alto Trás-os-Montes
Distrikt: Bragança
Concelho: Bragança
Koordinaten: 41° 48′ N, 6° 46′ W41.806988888889-6.7588230555556Koordinaten: 41° 48′ N, 6° 46′ W
Einwohner: 35.319 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 1173,57 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner pro km²
Kreis Bragança
Flagge Karte
Flagge von Bragança Position des Kreises Bragança
Einwohner: 35.319 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 1173,57 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 49
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Bragança
Forte S. João de Deus
5301-902 Bragança
Präsident der Câmara Municipal: António Jorge Nunes (PSD)[3]
Webpräsenz: www.cm-braganca.pt


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Bragança [bɾɐˈɡɐ̃sɐ] ist eine Stadt (Cidade) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 35.319 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011). Es ist Hauptstadt des Distrikt Braganças. Das Haus Braganza ist ein von hier stammendes Adelsgeschlecht und stellte von 1640 bis 1853 die Könige Portugals, und von 1822 bis 1889 auch die Kaiser Brasiliens.

Blick von der Burg auf Bragança

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zur Unabhängigkeit Portugals (1139)[Bearbeiten]

In der Burganlage, Blick auf den Turm

Funde und Ausgrabungen belegen eine Besiedlung seit der späten Altsteinzeit. Etwa seit dem Ende der Bronzezeit 700 bis 1000 v. Chr. siedelten hier verstärkt Menschen. Die Castrokultur der hier lebenden, asturisch-keltischen Zoelae- und Baniense-Etnien hielt sich in groben Zügen bis zum Erscheinen der Römer ab etwa dem 2. Jahrhundert v. Chr., deren Einfluss sich nur langsam, aber stetig bemerkbar machte. Überall im heutigen Kreisgebiet fand man römisch-lusitanische Grabmale, Keramiken und teils bronzene Münzen aus der Zeit, insbesondere in Castro de Avelãs, das vermutlich die bedeutendste Siedlung an der hier passierenden Römerstraße nach Astorga war. Der Atlas des Justus Perthes zeigt nur drei bekannte Orte in dieser Gegend, namentlich Aquae Flaviae (heute Chaves), Veniatia (heute Vinhais), und Zoelae (heute Castro de Avelãs), dem Hauptort des gleichnamigen keltischen Stammes. Die Region gehörte zur Provinz Gallaecia und unterstand der Verwaltung in Asturica Augusta (heute Astorga). Als ein damals existierender Ort, von dem sich das heutige Bragança direkt ableiten ließe, gilt Brigantia, jedoch gibt es wenig Informationen darüber. Den Römern folgten Westgoten, und Sueben, die diese Region ihrem Reich anschlossen und den Weizenanbau einführten, eine der wenigen Hinterlassenschaften der Westgoten und Sueben, neben einigen hiesigen Ortsnamen wie Guadramil, Gimonde oder Samil. Die erste dokumentierte Erwähnung der Siedlung (Pagus), aus der sich das heutige Bragança entwickelte, fand sich in den Akten des Konzils von Lugo im Jahr 569 n. Chr., unter der Ortsbezeichnung Vergancia. Unter der Verwaltung des Königs Wamba war der Ort im Jahr 666 als Bregancia verzeichnet. Da jedoch die Unterlagen nicht im Original, sondern lediglich als spätere Abschriften existieren, bei denen Eigeninterpretationen der Schreiber nicht ausgeschlossen sind, gelten diese Daten nicht als uneingeschränkt gesichert.

Ab 711 wurden die Westgoten und Sueben von den Mauren vertrieben, die zumindest in den Gebieten oberhalb des Douro ebenfalls kaum Spuren hinterließen, im Gegensatz zu ihrem vielfältigen Erbe in ihren südlicheren Herrschaftsbereichen. Nur in überlieferten Sagen und in Ortsnamen wie Alfaião, Babe, Baçal, Bagueixe oder Mogadouro findet sich auch hier ein wenig dieses arabischen Erbes. Vermutlich war das Gebiet nur wenig bevölkert, als die Reconquista aufkam und die Mauren nach Süden drängte. Die einsetzende Besiedlung danach stand daher unter dem Einfluss Asturiens (später León), was sich noch heute in den Asturleonesischen Sprachen zeigt, die hier mit dem Mirandés und dem Guadramilés zwei überlebende Varianten haben. In einem Dokument des Königs Ramiro III. von León (Amtszeit 966-984) wird Bragança dann bereits als eine Gemeinde des Bistums Astorga offiziell erwähnt.

Von 1139 bis heute[Bearbeiten]

Das Domus Municipalis aus dem 13. Jahrhundert, daneben die Burgkirche

Durch seine erhöhte Lage an strategischen Verkehrswegen gewann Bragança zunehmend an Bedeutung, insbesondere nach der ungesicherten Unabhängigkeit des Königreich Portugals ab 1139. König D.Sancho I. baute den in der Reconquista stark zerstörten Ort wieder auf, befestigte ihn neu, und erteilte ihm 1187 Stadtrechte (Foral). 1199 befreite D.Sancho I. die Stadt aus der Belagerung durch Alfons IX. (León) und legte den heutigen, portugiesischen Ortsnamen fest. König D.Afonso III. bestätigte die Stadtrechte 1253 und gab Bragança 1272 zudem Marktrechte. Der Ort blühte in der Folge auf.

Im Verlauf der Revolution von 1383 und dem Versuch des erbberechtigten Kastiliens, Portugal zu vereinnahmen, fiel Bragança an den Nachbarn. Seit 1401 ist es wieder portugiesisch. 1464 wurde die bisherige Vila (Kleinstadt) zur Stadt (Cidade) erhoben. König Manuel I. erneuerte die Stadtrechte mit einem neuen Foral 1514. Im Jahr 1770 wurde Bragança zudem Bischofssitz. [4][5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Stadttheater (Teatro Municipal)

Bragança hat ein mittelalterliches ummauertes Stadtgebiet, die Oberstadt, die auch Cidadela genannt wird. Symbol der Gemeindehoheit ist der Pelourinho (dt.: „Schandpfahl“), eine kapitellgekrönte Säule. Sie steht hier im eigens dafür durchbohrten „Porca da Vila“, der Skulptur eines Schweines, das ein in Nordportugal und den angrenzenden Regionen Spaniens verbreitetes Relikt aus keltischer Zeit darstellt. Dahinter steht der 33 Meter hohe Burgturm, in dem ein kleines Militärmuseum eingerichtet ist. Die zwei gut erhaltenen Mauerringe der Burganlage stammen aus der ursprünglichen Bauphase (1187-1189) und der zweiten Phase (14. Jahrhundert). Das romanische Domus Municipalis war ein Versammlungshaus, auf deren langen Steinbänken sich die Stände der Stadt trafen oder sich mit dem König besprachen. Es gilt als ältester und am besten erhaltener Profanbau des Landes.

Das Museu Ibérico da Máscara e do Traje zeigt Masken und Trachten der Region, einschließlich verwandter Traditionen auf spanischer Seite. Das Kunstmuseum Centro de Arte Contemporânea Graça Morais widmet sich der modernen Kunst.

In der Unterstadt ist besonders die Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert zu nennen, mit vergoldetem Holzschnitzwerk (Talha dourada), der Kreuzgang, und die mit 39 Bildern aus dem Leben des Ignatius von Loyola ausgestattete Sakristei. Im früheren Bischofspalast befindet sich das Heimatmuseum Museu Abade de Baçal, in der u.a. umfangreiche archäologische Sammlungen der Region zu sehen sind. [6] Zahlreiche Bürgerhäuser, historische öffentliche Gebäude, Brücken, Parks, Sakralbauten und Brunnen stehen unter Denkmalschutz. Auch der frühere Bahnhof (Estação Ferroviária de Bragança) aus dem späten 19. Jahrhundert zählt dazu. Er ist Teil des Zentralen Busbahnhofs der Stadt, und ist zu einem Teil ein Transportmuseum.[7]

Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Bragança ist Sitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend: Spanien, Vimioso, Macedo de Cavaleiros sowie Vinhais.

Eingang der Distriktverwaltung (Governo Civil)

Die folgenden Gemeinden liegen im Kreis Bragança:

Das Kloster Convento de São Francisco

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen im Kreis Bragança (1801–2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
27.961 16.929 30.513 29.750 37.553 35.380 33.055 34.750 35.341

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn und Fernbus[Bearbeiten]

Die Stadt war Endstation der Eisenbahnstrecke Linha do Tua, bis das Teilstück von Mirandela bis Bragança 1991 eingestellt wurde. Der Bahnhof wurde zu einem kleinen Bahnmuseum umgebaut, und der Busbahnhof in seiner Nähe ausgebaut. Verschiedene regionale Buslinien verkehren nun hier, insbesondere nach Porto bestehen regelmäßige Busverbindungen. Bragança ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden.

Fernstraßen[Bearbeiten]

Die nordöstlichste Stadt des Landes war neben Portalegre und Beja eine der drei Distrikthauptstädte ohne Autobahnanschluss, jedoch war die IP4 (Teil der Europastraße 82) streckenweise bereits mehrspurig ausgebaut worden. Der weitere Ausbau der IP4 zur Autobahn A4 bis zur portugiesisch-spanischen Grenze in Quintanilha sollte bis Mitte 2013 abgeschlossen werden, jedoch sind angesichts der angespannten Staatsfinanzen infolge der internationalen Bankenkrise keine aktuellen Angaben gemacht worden. Einige Teilstücke sind bereits eröffnet worden, so im Dezember 2012 die Verbindung von Bragança zur Grenze.[9]

Flughafen[Bearbeiten]

Mit dem etwa zehn Kilometer nördlich gelegenen Flughafen Bragança unterhält die Stadtverwaltung einen Regionalflughafen. Bis zum 27. November 2012 flog die AeroVip werktäglich nach Lissabon über Vila Real. Die Linie wurde ausgesetzt, und es verblieben die Charterflüge, touristischen Rundflüge u. ä. Saisonal landen hier Charterflüge aus Frankreich.[10]

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Die städtischen Verkehrsbetriebe (STUB - Serviços de Transportes Urbanos de Bragança) decken das Stadtgebiet mit vier farblich unterschiedenen Buslinien im halbstündlichen Takt ab, den Linhas Urbanas (dt.: städtische Linien), mit der gelben, grünen, roten und blauen Linie. Eine Besonderheit ist die Linha Azul (dt.: Blaue Linie), die mit Elektrobussen ohne feste Haltestellen eine Route durch den Ortskern im 15-Minuten-Takt befährt und auf Zuruf anhält. Von 8:00 bis 19:00 Uhr verkehrt die Linie, zu der jedes Ticket der STUB zur Mitfahrt berechtigt.

Zusätzlich unterhalten die STUB zwölf Linhas Rurais (dt.: ländliche Linien), die die Gemeinden des Ortes im Stundentakt befahren und mit Bragança verbinden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bragança (Portugal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. Webseite des Presidente da C. M.
  4. Geschichtsseite der Website der Stadt (port.), abgerufen am 12. februar 2013
  5. www.verportugal.net, abgerufen am 12. Februar 2013
  6. Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Portugal. 2.Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2009, S.308f
  7. www.monumentos.pt, abgerufen am 12. Februar 2013
  8. www.anmp.pt, abgerufen am 11. Februar 2013
  9. Artikel vom 14. Dezember 2012 in der Tageszeitung Jornal de Notícias, abgerufen am 12. Februar 2013
  10. www.aerovip.pt, abgerufen am 12. Februar 2013