Brahma

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brahma (Begriffsklärung) aufgeführt.
Brahma, Darstellung aus dem 19. Jahrhundert
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Brahma (Sanskrit, m., ब्रह्मा brahmā) ist der Name eines der Hauptgötter im Hinduismus. Die weiteren Hauptgötter sind Vishnu (Bewahrung) und Shiva (Zerstörung), mit diesen beiden bildet Brahma die Trimurti. Seine Gattin ist Sarasvati.

In der Trimurti stellt Brahma das Prinzip der Schöpfung dar. Die Kenner des Brahman (die Brahmanen) ließen ihm, als dem Schöpfer des Priestertums, besondere Verehrung zuteilwerden. Diese Verehrung hat gegenüber den weiteren Hauptströmungen des Hinduismus (Vishnuismus, Shivaismus, Shaktismus) heute stark an Bedeutung verloren. Auf Darstellungen ist Brahma meist mit vier Gesichtern und vier Armen sowie mit Gebetskranz und Veden (älteste indische Literatursammlung) zu sehen. Sein Symbol und Begleittier ist die mystische Gans, die ihn geistesschnell an jeden gewünschten Ort im Universum fliegen kann. Sie ist auch an seinem bedeutendsten Tempel im indischen Pushkar aus dem 14. Jahrhundert über dem Eingangstor abgebildet.

In der öffentlichen Anbetung stand Brahma gegenüber allen anderen Gottheiten historisch immer zurück, in der Mythologie dagegen spielt er noch heute eine wichtige Rolle. Brahma gilt als Begründer einer der vier klassischen Vaishnava-Guru-Linien, heute bekannt als Brahma-Gaudiya-Sampradaya, welche durch Chaitanya stark geprägt wurde.

Entstehung[Bearbeiten]

Die personale Gottheit Brahmā hat ihren existenziellen Ursprung in der Vorstellung des Brahman, einer gestaltlosen (arūpa), eigenschaftslosen (nirguna) und unerkennbaren (acintya) Entität. Die Personifizierung dieser nicht greifbaren Macht vollzog sich sprachlich lediglich durch die Verschiebung des Akzentes und durch den dadurch entstehenden Genuswechsel, inhaltlich war der Wunsch nach einem omnipotenten Schöpfergott, der über ein klar benennbares Bewusstsein und eine definierte äußere Form verfügen musste, ausschlaggebend. Da der Veda jedoch nichts über eine Gottheit mit dem Namen Brahmā überlieferte, musste dieser nun mit bereits bestehenden und durch den Veda belegten Gottheiten identifiziert werden. Hierfür bot sich ein bis dato namenloser Gott mit dem Titel "Herr der Geschöpfe"(Prajāpati) an, der fortan Brahmā zugeordnet wurde. Weitere Legitimation erfuhr die neu erschaffene Gottheit Brahmā durch die Assoziation mit der bereits bekannten Vorstellung eines goldenen und unvergänglichen Embryos (hiranyagarbha)[1], welcher sowohl über Leben als auch über den Tod herrschte und gegenüber anderen Gottheiten weisungsbefugt war. Ferner galt diese Gottheit als Schöpfer der Erde und des Himmels.[2] Diese personifizierte Schöpfergottheit findet im Rigveda vor allem unter den Namen Prajāpati und Purusha, in späterer Zeit unter den Namen Bhagavān oder Īshvara Erwähnung. In dieser Entstehungsgeschichte zeigen sich erstmals Ansätze monotheistischen Denkens, welches sich ab dieser Zeit als Gegensatz zum monistischen Denken etablierte, sowie die aufkommende Hierarchisierung der Götter, nach welcher Brahmā allen anderen Göttern übergeordnet war.

Abgrenzung[Bearbeiten]

In der Literatur finden verschiedene Wörter ihren Niederschlag, die zum Teil in der gleichen Wortform verwendet werden, mit dem hier erörterten Brahma aber nichts zu tun haben:

Brahman (Sanskrit, n., ब्रह्मन brahman „die Weltseele“) ist ein zentraler Begriff der hinduistischen Philosophie, vor allem im Vedanta und den Upanishaden. Das Brahman ist in seinem Wesen identisch mit Atman, dem inneren Kern des Menschen.

Brahmanas (Sanskrit, n., ब्राह्म brāhmaṇa) sind Ritual- und Opfertexte und Bestandteil der Veden. Die Brahmanas sind um ca. 800 v. Chr. entstanden und beschreiben Opferzeremonien, wie z. B. das Agnicayana (Feueropfer).

Brahmanen (Sanskrit, m., ब्राह्मण brāhmaṇa „der das Brahman kennt“) sind Mitglieder der obersten hinduistischen Priester- und Gelehrten-Kaste und gelten in den alten Schriften als unverletzlich. Heute üben die Brahmanen auch andere Berufe aus.

Brahmavihara (Sanskrit) ist der Titel einer grundlegenden Meditation im Buddhismus, in dem es um das Erzeugen von vier im Buddhismus als tugendhaft anerkannte Motivationen geht. Im Mahayana wird gerne der Ausdruck „die vier Unermesslichen“ (tib. tshad med pa bzhi) verwendet, im Theravada „die himmlischen Verweilzustände“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stietencron, Heinrich von: Der Hinduismus, München 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rigveda 10,121desa
  2. Rigveda 10,121desa

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brahma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Brahma und die Brahmanen. Vortrag in der öffentlichen Sitzung der k. Akademie der Wissenschaften am 28. März 1871 zur Feier ihres einhundert und zwölften Stiftungstages gehalten von Martin Haug