Brahmagupta-Identität

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Die Brahmagupta-Identität, auch als Brahmagupta–Fibonacci-Identität oder Fibonacci-Identität bekannt, ist eine Identität in der elementaren Algebra. Trotz ihres Namens geht ihre erste bekannte Verwendung nicht auf Brahmagupta oder Fibonacci zurück, sondern findet sich in einem Werk des Diophantos von Alexandria (Arithmetica (III, 19)).

Identitätsgleichung[Bearbeiten]

Die Identität beschreibt, wie sich das Produkt von zwei Summen, bestehend aus je zwei Quadratzahlen, wieder als Summe von zwei anderen Quadratzahlen darstellen lässt.

 \left(a^2 + b^2\right)\left(c^2 + d^2\right) = \left(ac+bd\right)^2 + \left(ad-bc\right)^2 = \left(ac-bd\right)^2 + \left(ad+bc\right)^2

Ein Zahlenbeispiel:

(1^2 + 4^2)(2^2 + 7^2) = 30^2 + 1^2 = 26^2 + 15^2.

Als direkte Folgerung aus der Identität ergibt sich, dass die Menge der Summen zweier Quadratzahlen bezüglich der Multiplikation abgeschlossen ist.

Brahmagupta selbst hat ein allgemeineres Ergebnis bewiesen und benutzt, das Äquivalent zu

\begin{align}
\left(a^2 + nb^2\right)\left(c^2 + nd^2\right) & {}= \left(ac-nbd\right)^2 + n\left(ad+bc\right)^2  \\
                                               & {}= \left(ac+nbd\right)^2 + n\left(ad-bc\right)^2
\end{align}

ist. Als Folgerung ergibt sich, dass die Menge der Zahl von der Form x^2 + ny^2 bezüglich der Multiplikation abgeschlossen ist.

Historisches[Bearbeiten]

Die letztere Identität geht auf den indischen Mathematiker und Astronomen Brahmagupta (598–668) zurück und findet sich in seinem Werk Brahmasphutasiddhanta aus dem Jahre 628. Dieses wurde zunächst von Muhammad al-Fazari aus dem Sanskrit ins Arabische übersetzt; um 1128 entstand dann eine Übersetzung in Latein aus der arabischen Version.[1] Später wird die (frühere) Diophantos-Identität auch in Fibonaccis Liber Quadratorum von 1225 beschrieben.

Erweiterungen[Bearbeiten]

Brahmagupta–Fibonacci-Identität ist eine Zwei-Quadrate-Identität, die sich auf vier, acht, sechzehn und mehr Quadrate erweitern lässt:

  • Brahmagupta–Fibonacci-Identität:[2] (x₁²+x₂²) · (y₁²+y₂²) = z₁²+z₂²
  • Eulers Vier-Quadrate-Identität:[3] (x₁²+x₂²+x₃²+x₄²) · (y₁²+y₂²+y₃²+y₄²) = z₁²+z₂²+z₃²+z₄²
  • Degens Acht-Quadrate-Identität:[4] (x₁²+x₂²+x₃²+…+x₈²) · (y₁²+y₂²+y₃²+…+y₈²) = z₁²+z₂²+z₃²+…+z₈²
  • Pfisters Sechzehn-Quadrate-Identität:[5] (x₁²+x₂²+x₃²+…+x₁₆²) · (y₁²+y₂²+y₃²+…+y₁₆²) = (z₁²+z₂²+z₃²+…+z₁₆²)

Pfister bewies 1967, dass prinzipiell für alle Potenzen von Zwei (2ⁿ) Identitäten gefunden werden können.[4]

Die Zwei-Quadrate-Identität steht in Verbindung mit den Komplexen Zahlen, die Vier-Quadrate-Identität mit den Quaternionen, die Acht-Quadrate-Identität mit den Oktonionen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. George G. Joseph (2000). The Crest of the Peacock, S. 306. Princeton University Press. ISBN 0-691-00659-8. (engl.)
  2. Eric W. Weisstein: Fibonacci Identity. In: MathWorld (englisch).
  3. Eric W. Weisstein: Euler Four-Square Identity. In: MathWorld (englisch).
  4. a b Eric W. Weisstein: Degen's Eight-Square Identity. In: MathWorld (englisch).
  5. Tito Piezas III: Pfister's 16-Square Identity

Weblinks[Bearbeiten]