Brandenburg Hauptbahnhof

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Brandenburg Hauptbahnhof
Zug der Linie RB 52 in Brandenburg Hbf
Zug der Linie RB 52 in Brandenburg Hbf
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung LB
IBNR 8010060
Eröffnung 1846
Lage
Stadt Brandenburg an der Havel
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 24′ 2,8″ N, 12° 33′ 58,8″ O52.40076916666712.566320833333Koordinaten: 52° 24′ 2,8″ N, 12° 33′ 58,8″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
i7i12i13i15i16i16i17i20

Brandenburg Hauptbahnhof (bahnamtlich Brandenburg Hbf) ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Brandenburg an der Havel. Er liegt an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg, die dort mit der Brandenburgischen Städtebahn verbunden ist. Seine frühere bedeutende Rolle im Fern- und Güterverkehr hat er weitgehend eingebüßt, geblieben sind die Aufgaben im Regionalverkehr. Ein Wasserturm auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs und eine Gedenktafel für französische Zwangsarbeiter am Bahnhofsgebäude stehen unter Denkmalschutz. Den Namenszusatz Hauptbahnhof bekam der Bahnhof erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs, davor hieß er Brandenburg Rb (Rb steht für Reichsbahn).[1]

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt am Streckenkilometer 61,3 der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg (gezählt vom früheren Potsdamer Bahnhof in Berlin), die etwa in Ost-West-Richtung verläuft. Westliche des Bahnhofs überquert die Trasse der Brandenburgischen Städtebahn die Hauptbahn und führt über Verbindungsbögen zum Hauptbahnhof. Der Bahnhof liegt südlich der Brandenburger Innenstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Brandenburg wurde erstmals im Jahr 1846 mit Eröffnung der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn am 7. August 1846 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Jahr 1904 ging die Brandenburgischen Städtebahn von Treuenbrietzen über Brandenburg nach Neustadt (Dosse) in Betrieb. Heute wird lediglich der Abschnitt zwischen Brandenburg und Rathenow noch genutzt. Die Städtebahn hatte einen eigenen Bahnhof Brandenburg Neustadt, der neben dem Hauptbahnhof lag und später zum Bahnhofsteil des Hauptbahnhofs wurde. Die Strecke der 1901 eröffneten und in den 1960ern stillgelegten Westhavelländischen Kreisbahnen Röthehof–Roskow–Brandenburg berührte den Brandenburger Hauptbahnhof nicht. Endstation der Strecke in der Stadt Brandenburg war der Bahnhof Krakauer Tor im Nordosten der Stadt, eine Zweigstrecke führte zum Bahnhof Brandenburg Altstadt an der Städtebahn.

1995 wurde die Strecke von Berlin nach Magdeburg und damit auch der Brandenburger Hauptbahnhof elektrifiziert.

Personenverkehr[Bearbeiten]

Brandenburg war lange Zeit Halt vieler Fernzüge von Berlin über Magdeburg und weiter nach West- und Süddeutschland. Mit der deutschen Teilung nach 1945 und dem Bau der Berliner Mauer änderten sich die Verkehrsströme. Im Fernverkehr wurde der Bahnhof von den Zügen zwischen Berlin und Magdeburg, teilweise auch weiter bis Halberstadt bedient, hinzu kam ein Interzonenzug von Görlitz über Brandenburg nach Köln. Im Nahverkehr gab es eine Reihe von Zügen von Brandenburg in Richtung Potsdam, einige im Volksmund „Sputnik“ genannte Züge von Berlin über den Berliner Außenring nach Potsdam fuhren bis Brandenburg weiter. Die Transitzüge vom Westteil Berlins in die Bundesrepublik fuhren auch über Brandenburg, hielten dort aber nicht.

Nach dem Fall der Berliner Mauer hielten wieder Züge in Richtung West- und Süddeutschland in Brandenburg. Auch internationale Züge, darunter Nachtzüge nach Paris und Amsterdam bedienten den Bahnhof. Nach der Elektrifizierung 1995 fuhren auch einige ICE-Züge den Bahnhof an. Mit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin verlagerte sich der Fernverkehr überwiegend auf diese Strecke und fuhr nicht mehr über Brandenburg. In den ersten Jahren gab es noch einige ICE-Züge über Brandenburg und Magdeburg, die jedoch bald eingestellt wurden.

Der Regionalverkehr wurde Mitte der 1990er Jahre schrittweise vertaktet und in der Folge auf der Hauptstrecke sowie in Richtung Rathenow auf einen Stundentakt verdichtet, in Richtung Berlin verkehren sogar zwei Züge pro Stunde.

Im Fahrplanjahr 2014 halten in Brandenburg, der im Gebiet des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg liegt, neben zwei Zugpaaren im Fernverkehr, folgende Linien:

Linie Linienverlauf EVU
IC 56 EmdenBremenHannoverMagdeburgBrandenburgPotsdamBerlinLübben (Spreewald)Cottbus DB Fernverkehr
CNL Berlin-LichtenbergBerlin Zoologischer Garten – Potsdam – BrandenburgMünchenMünchen Ost DB Fernverkehr
RE 1 Magdeburg – Brandenburg – Potsdam – Berlin – Fürstenwalde (Spree)Frankfurt (Oder)Eisenhüttenstadt – Cottbus DB Regio Nordost
RB 51 Brandenburg – Brandenburg-Altstadt – PritzerbeRathenow Ostdeutsche Eisenbahn

Die Linie RE 1 verkehrt zwischen Brandenburg und Magdeburg im Stundentakt, weiter nach Berlin und Frankfurt wird ein annähernder Halbstundentakt angeboten, der in der Hauptverkehrszeit durch einzelne Verstärkerzüge bis Potsdam verdichtet wird. Die RB 51 verkehrt nach Rathenow im Stundentakt.

Anlagen[Bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt über einen Hausbahnsteig und früher zwei Inselbahnsteige an den Durchgangsgleisen der Hauptbahn. Das äußerste Gleis wurde ebenso wie die anschließenden Nebengleise zurückgebaut, sodass der südliche der beiden Inselbahnsteige zu einem Außenbahnsteig wurde. Die Bahnsteige sind über einen Tunnel miteinander und mit dem Bahnhofsvorplatz auf der Nordseite der Gleisanlagen verbunden, einen direkten Zugang von Süden gibt es nicht.

Das Empfangsgebäude liegt nördlich der Gleise. Westlich davon gibt es zwei Bahnsteige mit Kopfgleisen für die Züge zur Städtebahn.

Im Westteil des Bahnhofs liegen die Übergabegleise für den Verkehrs zur Städtebahn, im Ostteil des Bahnhofs die Anlagen des Güterbahnhofs, der heute nicht mehr genutzt wird. Ein Großteil des Güteraufkommens der Stadt wurde und wird im Bahnhof Brandenburg Altstadt an der Städtebahn umgeschlagen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brandenburg Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. diverse Kursbücher