Braun (Elektrogeräte)

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Braun GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1921
Sitz Kronberg im Taunus, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Constantin Loebus
  • Gerhard Ritter
  • Stefan Schamberg

Aufsichtsratsvorsitzender:

  • Heinz-Joachim Schultner
Mitarbeiter 3.813 (2011/2012)[1]
Umsatz 499,160 Mio. Euro (2011/2012)[1]
Gewinn 53,524 Mio. Euro (2011/2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 435,549 Mio. Euro (30. Juni 2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Elektrogeräte
Website www.braun.com

Die Braun GmbH ist ein in Kronberg im Taunus ansässiger Hersteller elektrischer Kleingeräte. Das Unternehmen ist besonders wegen der Produktgestaltung bekannt geworden, mit der es einen bedeutenden Platz in der Geschichte des Industriedesigns einnimmt und international eine Pionierfunktion innehatte.[2]

Die Braun AG wurde 1967 an das US-amerikanische Unternehmen The Gillette Company verkauft, das seinerseits im Jahr 2005 vom US-Konzern Procter & Gamble übernommen wurde, zu dem die Braun GmbH seither gehört.

Das Unternehmen hat seine Geschäftsaktivitäten verstärkt auf Produkte der Körperpflege gelegt und bietet Geräte für die Herrenrasur, Haarpflege und -entfernung an.

Gründung des Unternehmens 1921[Bearbeiten]

Vorkriegszeit[Bearbeiten]

Treibriemenverbinder der Marke Trumpf – der Anfang des Unternehmens

Das Unternehmen wurde 1921 von dem aus Ostpreußen stammenden Ingenieur Max Braun in Frankfurt am Main als Apparatebauwerkstatt (Max Braun oHG) gegründet. Als erstes Produkt wurde ein patentierter Treibriemenverbinder mit dem Namen Trumpf hergestellt. 1923 konstruierte Max Braun seinen ersten Rundfunkempfänger, den Trumpf Walzendetektor, so genannt nach seinem zylinderförmigen Detektor. Die Verkaufserfolge des Walzendetektors ermutigten ihn, Mitglied des Verbandes der Funkindustrie zu werden. Ab etwa 1925 produzierte er für die expandierende Branche Röhrensockel und Kunststoffteile.

1926 bezog Max Braun mit seiner Belegschaft die ersten eigenen Fabrikräume in Frankfurt am Main, in der Kiesstraße wurden unter anderem Röhrensockel, Transformatoren, Kondensatoren sowie Steckverbinder produziert. Bereits 1928 erfolgte der Umzug in ein neues Fabrikgebäude in der Idsteiner Straße. Als erstes komplettes Gerät wurde ein Kraftverstärker gebaut. Ende der 1920er Jahre übernahm Braun die Radioproduktion des Unternehmens Carl Sevecke und wurde dadurch „Bauerlaubnisnehmer“. Eigene Rundfunkempfänger die mit Elektronenröhren arbeiteten, wurden jedoch erst ab 1933 hergestellt. 1934 entwarf Max Braun das Firmenlogo mit dem hochgezogenen „A“ im Namen Braun, das in modernisierter Form heute immer noch prägnante Markenzeichen aller Braun-Produkte.

Die ersten eigenen Radiogeräte erschienen 1933, es waren unter anderem das Modell „Mozart“ und das Modell „Edelsuper“ oder 1934 der „Super 4W“. Max Braun kombinierte als einer der Ersten ein Radio und einen Plattenspieler in einem Gehäuse und schuf so eine neue Art Musiktruhe, beispielsweise den „Phono-Super 637 GW“ von 1936. Ein großer Erfolg waren die von 1936 bis 1939 produzierten Kofferradios, wie der 1936 gebaute „BKS 36“ oder der moderne „239 D“, der einen Kofferbezug mit Krokodilleder-Prägung hatte.

Im Zweiten Weltkrieg musste das Unternehmen Rüstungsaufträge übernehmen, und es wurden insbesondere Funkgeräte und Funksteuergeräte gefertigt. 1944 wurden beide Frankfurter Werke durch Luftangriffe zerstört.

Wiederaufbau[Bearbeiten]

Werk II etwa 1960, von der Frankenallee aus gesehen

Die im Krieg nahezu vollständig zerstörten Werksanlagen erlaubten nur die Produktion von Taschenlampen und Plattenspielerchassis. 1945 begann die Herstellung der Dynamotaschenlampen „Manulux“ und ab 1947 wurde mit einer bescheidenen Produktion von Radiogeräten begonnen.

Den Grundstein für den späteren Erfolg des Unternehmens legte Max Braun durch die Entwicklung des elektrischen Trockenrasierers Modell „S 50“. Bereits 1949 wurde das Patent für die von Max Braun entwickelten Scherfolien-Trockenrasierer erteilt und 1950 mit der Produktion und dem Verkauf begonnen. Für den deutschen Markt war die Standardverpackung eine dunkelbraune Bakelitdose mit transparentem Deckel und erhabenem Logo. Zubehör war ein Stromkabel in Rasiererfarbe mit Halterung, eine Bedienungsanleitung und eine Reinigungsbürste. Den „S 50“ gab es unter anderen in den Farben Elfenbein und Schwarz. Max Braun begann auch mit der Entwicklung von neuen Küchenmaschinen, bereits 1950 wurde das Küchengerät „Multimix“ vorgestellt.

Die Söhne vom Max Braun, Artur (1925-2013) und Erwin (1921-1992), übernahmen 1950 technische und kaufmännische Funktionen im Unternehmen. Neben dem Wiederaufbau von Werk I in der Idsteiner Straße im Frankfurter Stadtteil Gallus wurde 1951, nur wenige hundert Meter entfernt, Werk II bezogen, wo ausreichend Platz für Produktionsbänder, Entwicklungslabors, Werkstätten, Sozialräume und eine Ausbildungswerkstatt zur Verfügung stand. 1954 wurde in Walldürn ein Zweigwerk für die Produktion von Elektrorasierern eröffnet und kontinuierlich ausgebaut. 1961 kam das Werk Marktheidenfeld hinzu (für die Produktion von Haushaltsgeräten) und in Kronberg im Taunus begann der Bau der späteren Firmenzentrale, der heutige Technische Hauptsitz der Braun GmbH.

Die Neuausrichtung des Unternehmens 1951[Bearbeiten]

Küchenmaschine von 1964 Modell „KM 32“

Nach dem plötzlichen Tod des 61-jährigen Max Braun am 5. November 1951 übernahmen dessen Söhne Artur und Erwin Braun das Unternehmen, wobei vor allem Erwin Braun eine neue, umfassende Unternehmenskultur initiierte, wie es ähnlich vorher bereits bei AEG oder Olivetti versucht worden war. Erwin Braun sah das Unternehmen nicht nur als betriebswirtschaftliches, sondern auch als kulturelles Projekt und knüpfte Freundschaften zu Gleichgesinnten wie etwa dem Unternehmer Philip Rosenthal. Zu der neuen Unternehmenskultur gehörte neben einer „Balance“ der Abteilungen, gesundem Kantinenessen und einem einheitlichen, rationalen Erscheinungsbild auch ein radikal verändertes Produktsortiment. Für das neue Gesamterscheinungsbild des Unternehmens wurde 1952 unter anderem der deutsche Grafiker und Werbefachmann Wolfgang Schmittel eingestellt. Er prägte entscheidend das damals neue Gestaltungskonzept im Bereich Kommunikation mit und überarbeitete das von Max Braun entworfene Firmen-Logo. 1953 wurde Fritz Eichler, ein Kriegskamerad von Erwin Braun, als Verantwortlicher für die Gesamtgestaltung des Unternehmens eingestellt sowie Albrecht Schultz, der für den Geschäftsbereich Vertrieb und den „Artikelbereich Rasierer“ zuständig war und ab 1962 Vorstandsmitglied wurde. Seit 1974 war er für den Geschäftsbereich Marketing zuständig, das Vorstandsmitglied Alfred M. Zeien übernahm von ihm den Artikelbereich Haustechnik. Die Artikelbereiche Haushalt und Rasierer wurden 1971 in dem „Artikelbereich Haustechnik“ zusammengefasst.

Am 1. Januar 1962 wurde aus der „Max Braun oHG“ die „Braun AG“, eine Aktiengesellschaft mit 12 Millionen DM Stammkapital. Der Aufsichtsrat bestand aus Artur und Erwin Braun, Fritz Eichler, Werner Greutert, Anneliese Ginkel und Edmund Hubert.

Formgestaltung – Entstehung des Braun-Designs[Bearbeiten]

Das neue Gestaltungskonzept des Unternehmens sah auch eine Änderung des Erscheinungsbildes für das Produktsortiment vor. Daraufhin entstand die Abteilung für Formgestaltung, später Abteilung für Produktgestaltung. Deren Aufgabe war es, den Braun-Produkten eine neue Form zu geben, die schlicht und funktionell sein sollte. So wurde der Grundstein für das neue Produktdesign des Unternehmens gelegt. Einen entscheidenden Anteil an der Entstehung dessen, was seit den 1980er Jahren Braun Design genannt wird, hatte Fritz Eichler als Leiter der Abteilungen Form- und Werbegestaltung. Er stellte auch den Kontakt zur Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG-Ulm) her. An diese wurden von Braun zahlreiche Gestaltungsaufträge vergeben, die im Wesentlichen von dem Dozenten Hans Gugelot realisiert wurden. Von ihm wurden auch grundlegende Gestaltungsprinzipien wie System und Klarheit auf die Braun-Produkte übertragen. Weitere Gestalter der Frühzeit waren unter anderem Herbert Hirche und Wilhelm Wagenfeld, beide ehemalige Studenten des Bauhauses.[3] 1955 wurde der Innenarchitekt Dieter Rams eingestellt, der die Gestaltungsabteilung ab 1961 leitete und schließlich vom Marketing als Mr. Braun in den Vordergrund gestellt wurde, was Konflikte bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen hervorrief und paradoxerweise dazu führte, dass nun auch alle anderen Gestalter ihre Urheberschaft betonten. Bis dahin wurden alle Entwürfe als „Werksdesign“ gekennzeichnet. Tatsächlich war das Projekt der besonderen Produktgestaltung bei Braun immer eine Team-Leistung.

Ein Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte war der Auftritt mit dem neuen Unterhaltungselektronik-Sortiment auf der Düsseldorfer Funkausstellung 1955. Der dort aufgebaute modulare Messestand wurde von dem Studenten Hans G. Conrad und dem Dozenten für Visuelle Kommunikation Otl Aicher, beide von der Hochschule für Gestaltung Ulm, entworfen und beruht auf der Grundidee, dass die Braun-Geräte in neuzeitlicher Einrichtung präsentiert werden.

Das Braun-Design der Anfangszeit wurde von der ersten Generation an Mitarbeitern erschaffen und wegweisend für die nachfolgende Produktgestaltung. Während Braun anfangs noch eine Mischung aus eigenen Mitarbeitern und externen Beratern und Gestaltern hatte, änderte sich dies Ende der 1960er Jahre, und es wurden verstärkt Mitarbeiter fest angestellt, die das Braun-Design zeitgemäß fortführten.

Braun-Wanduhr Modell ABW 41 „domodisque“

Die ersten Produkte im neuen Stil[Bearbeiten]

Braun-Röhrenradio Modell „SK 2“

Als frühe wegweisende Produkte gelten beispielsweise das kleine Röhrenradio SK 1, die Radio-Plattenspieler-Kombinationen „PK-G“, die Küchenmaschine „KM 3/32“ oder das Kompaktgerät „studio 1“. Die Reaktionen auf den spartanischen Stil, der nicht nur das neue Tischradio, sondern die gesamte Gestaltung der Industrieprodukte im Sinne der „Guten Form“ revolutionieren sollte, waren teilweise extrem. Max Grundig, ein Mitbewerber, befand, dass die Braun-Söhne das Erbe ihres Vaters verspielen würden. Bis 1960 hatte nahezu die gesamte Branche nachgezogen. Die Geräte sollten, ähnlich einem Butler, stets zu Diensten sein, aber ansonsten im Hintergrund bleiben,[5] auch sprachlich. Die neuen Modellbezeichnungen bestanden zumeist aus einer schlichten Kombination von Buchstaben und Zahlen.

Die Innovationen aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik, wie etwa die Radio-Plattenspieler-Kombination SK 4, die tragbare Radio-Plattenspieler-Kombination „combi“ oder der Weltempfänger T 1000, brachten dem Unternehmen einen gewaltigen Imagegewinn ein, aber keinen wirtschaftlichen Erfolg. Der wirtschaftliche Erfolg wurde hauptsächlich mit Rasierern, Blitzgeräten oder Diaprojektoren erzielt.[5] Im Laufe der Unternehmensgeschichte zeigte sich, dass von den vielen Braun-Produkten der „Artikelbereich Rasierer“ der umsatzstärkste war und zur tragenden Säule des Unternehmens wurde.

[Bearbeiten]

1935 entstand bereits ein Firmenlogo mit dem hochgezogenen „A“, welches Wolfgang Schmittel 1952 in die weltbekannte Form mit exakten Viertelkreisbögen brachte. An dieser Form hielt man zunächst auch nach der Übernahme 1967 durch die Gillette-Company fest, ging aber in den 1990er Jahren zur heutigen gerundeten Form über.

Der Verkauf 1967[Bearbeiten]

Die Gillette-Company übernimmt Braun[Bearbeiten]

Technischer Hauptsitz von Braun in Kronberg

Durch den großen Erfolg der Braun-Elektrorasierer wurde 1966 die Gillette-Company auf das Unternehmen aufmerksam. Das amerikanische Unternehmen betätigte sich auf dem Gebiet der Nassrasur und sah in den Braun-Rasierern eine ideale Ergänzung, um in den Markt der Trockenrasur einsteigen zu können. Daher unterbreitete die Gillette-Company Artur und Erwin Braun, den beiden Hauptaktionären, 1967 ein Übernahmeangebot, das Anfang Dezember 1967 angenommen wurde. Die von den Braun-Hauptaktionären gehaltenen 18 Millionen Stammaktien und 4,5 Millionen Vorzugsaktien gingen an die Gillette-Company, dafür erhielten die Hauptaktionäre Gillette-Aktien sowie Barbeträge im Gesamtwert von etwa 200 Millionen DM. Am 19. Dezember 1967 erhielt die Gillette-Company die Aktienmehrheit an der Braun AG.

Artur und Erwin Braun entschlossen sich, die Braun AG zu verkaufen, um das Wachstum des Unternehmens sicherzustellen und um weiterhin auf dem Markt bestehen zu können. Die Braun AG besaß erhebliche Marktanteile in Deutschland sowie in Europa, aber nicht weltweit. Da ihnen zu einer Expansion die finanziellen Mittel fehlten, sahen sie nur die Möglichkeit durch den Verkauf an die Gillette-Company, wodurch Braun-Produkte besser auf dem Weltmarkt etabliert werden sollten. Die 1961 in der Schweiz gegründete Maxon Motor AG blieb im Familienbesitz. Diese fertigte galvanisch hergestellte Scherfolien für die Braun-Rasierer und später vor allem Elektromotoren. Der Firmenname Maxon spielt als Kurzform von Max-Sohn auf den Firmengründer an.

Braun nach 1970[Bearbeiten]

Die Produktpalette der Braun GmbH umfasst unter anderem Elektrorasierer, Body Groomer, Barttrimmer, Epilierer & Lady Shaver, Stabmixer und Haarpflegegeräte (Stand 2013). Im Bereich von Scherfolienrasierern, Epiliergeräten und Stabmixern ist Braun Weltmarktführer (Stand 2010).[6]

Artikelbereich Foto[Bearbeiten]

Bis 1970 gehörten die Blitzgeräte zum „Artikelbereich Elektronik“, wurden aber nach der Neuorganisation des Unternehmens dem „Artikelbereich Foto“ zugeordnet. Blitzgeräte wurde bis 1970 von der Braun Electronic GmbH in Waldkirch produziert, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Braun AG. 1971 übernahm Braun die Produktion selbst; die „Braun Electronic GmbH“ übernahm den Vertrieb der Mess- und Regelgeräte. Die Blitzgeräteproduktion wurde in das Werk München-Allach verlagert, wo schon seit 1969 die Produktion von Filmkameras und Projektoren erfolgte. Das Vorstandsmitglied Ernst Krull war von 1962 bis 1971 für den Bereich verantwortlich und auch Geschäftsführer der Niezoldi & Krämer GmbH. Am 1. Januar 1972 wurde er technischer Direktor bei Minox. Danach übernahm Vorstandsmitglied Gotthard Mahlich den Bereich bis 1974, ihm folgte Gösta Widtskiöld.

1980 wird die Niezoldi & Krämer GmbH sowie die Braun-Blitzgeräteproduktion an die Eugen Bauer GmbH in Stuttgart verkauft, eine Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH. Der Artikelbereich Foto wurde somit 1980 vollständig verkauft.

Artikelbereich Elektronik[Bearbeiten]

Im Mai 1990 wurde beschlossen, das Unterhaltungselektronik-Geschäft einzustellen, der „Artikelbereich Elektronik“ wurde aufgelöst. Das Vorstandsmitglied Karl Buresch war von 1962 bis 1970 für den Geschäftsbereich Technik sowie für den Artikelbereich Elektronik verantwortlich, danach übernahm Vorstandsmitglied Gotthard Mahlich den Bereich.

Seit Ende 2011 werden Wecker und Armbanduhren der Marke Braun unter Lizenz von dem Unternehmen Zeon Ltd. in London vertrieben.[7]

Artikelbereich Haustechnik[Bearbeiten]

Die Artikelbereiche Haushalt und Rasierer wurden 1971 in dem Artikelbereich Haustechnik zusammengefasst. Im April 2012 erwarb der italienische Elektrogerätehersteller De’Longhi von Procter & Gamble die Nutzungsrechte der Marke sowie die der zugehörigen Patente für kleine „Braun-Haushaltsgeräte“.[8] Bei Procter & Gamble verbleibt die Fertigung von Rasierern, Epiliergeräten und Haarpflegeprodukten[9]

Das Ende von Braun-HiFi[Bearbeiten]

HiFi-Anlage von Braun
Modell „atelier“

1981 wurde der Artikelbereich Unterhaltungselektronik aus der Braun AG ausgegliedert und an die „Braun Elektronic GmbH“ (BEL) in Kronberg übertragen, deren Gesellschafter die Gillette-Company und das amerikanische Unternehmen „Analog & Digital Systems Incorporation“ wurden. Analog & Digital Systems war ein Im- und Exporteur von Unterhaltungselektronik, der aber auch eigene HiFi-Produkte entwickelte, wie beispielsweise Auto-HiFi-Anlagen. Seit 1974 war es Lizenznehmer für Braun-Lautsprecher und führte 1975 die Marke „ADS“ in den amerikanischen Markt ein. Der Gründer des Unternehmens, Godehard Günther, wurde geschäftsführender Gesellschafter von „BEL“. Im Programm waren Auto-HiFi-Komponenten wie Lautsprecher und Verstärker (Endstufen); die Braun-Atelier-Serie sowie Braun-Lautsprecherboxen. Die Produkte wurden von 1981 bis etwa 1987 in Deutschland mit dem Braun-Logo verkauft.

Die „Braun Elektronic GmbH“ wurde am 22. September 1987 aufgelöst und firmierte anschließend weiterhin mit Firmensitz in Kronberg und den gleichen Gesellschaftern unter dem Namen „a/d/s/ Analog und Digital Systeme GmbH“, da der Lizenzvertrag mit der Braun AG ausgelaufen war. Bei der Funkausstellung 1989 wurden die neuen Produkte aus der atelier-Reihe nicht unter der Marke Braun, sondern der Marke a/d/s/ präsentiert, aber mit dem Hinweis auf „Design by Braun“.

1989 kaufte die Gillette-Company die Gesellschafteranteile von Godehard Günther zurück, wodurch die „a/d/s/ Analog und Digital Systeme GmbH“ ein 100%iges Tochterunternehmen der Gillette-Company wurde. Neuer Geschäftsführer wurde Ernst Ortmann und die Produkte wurden wieder unter der Marke Braun vermarktet. Im Mai 1990 wurde beschlossen, das Unterhaltungselektronik-Geschäft einzustellen. Im März 1991 wurde die „a/d/s/ Analog und Digital Systeme GmbH“ aufgelöst, wodurch die Ära des Braun-Designs für Audio- und Phonogeräte endete.

Von 1981 bis 1990 blieb der wirtschaftliche Erfolg der Unterhaltungselektronik-Produkte aus, was zum einen daran lag, dass nur ein bestimmter Kundenkreis bereit war, für Design und Konzept der Braun-Geräte den geforderten Preis zu bezahlen, und zum anderen daran, dass die Atelier-Geräte kaum mit anderen HiFi-Produkten kombiniert werden konnten. Die Geräte wurden größtenteils auf dem deutschen Markt verkauft und konnten auf ausländischen Märkten nur schlecht abgesetzt werden. Da der Umsatz weiter zurückging, wurde 1990 das Produktionsende der Unterhaltungselektronik mit ganzseitigen Anzeigen in Fachzeitschriften angekündigt.[10] Braun investierte 2,5 Millionen DM in eine Werbekampagne für eine „Last Edition“ unter dem Namen Braun Atelier.[11]

Die Produktbereiche[Bearbeiten]

Artikelbereich Haushalt[Bearbeiten]

Die Artikelbereiche Haushalt und Rasierer wurden 1971 in dem Artikelbereich Haustechnik zusammengefasst.

Haushaltsgeräte[Bearbeiten]

Entsafter mit zylindrischer Zentrifuge
Modell „Multipress MP 31“

Seit den 1950er-Jahren erbringen die Haushaltsgeräte einen Teil des Gewinns des Unternehmens, während die Geräte aus dem Unterhaltungsbereich betriebswirtschaftlich gesehen ein Verlustgeschäft waren. Trotzdem wurde bis 1991 daran festgehalten, da diese den größten Anteil an der Verbreitung des Braun-Design hatten. Auch die Haushaltsgeräte wurden von der Abteilung für Produktgestaltung entworfen und erhielten dort zeitlose Braun-Designs.

Küchenmaschinen
Bereits 1950 entwarf Max Braun die Multimix-Küchengeräte-Serie, diese bestand aus einem Standmixer und einer Küchenmaschine. Gerd Albrecht Müller entwarf bereits 1952 den Standmixer Multimix M 2 und den Entsafter Multipress MP 2, beide aus rotem Bakelit. Erst 1958 folgte ein neuer Standmixer von Braun, der Multimixer MX 3/31. 1960 erschien der erste Handrührer von Braun, der „M 1“, der auch einer der ersten auf dem deutschen Markt war. Das Braun-Design wird vor allen durch die „Küchenmaschine KM 3“ (KM 3/31) von 1957 wiedergegeben; diese von Gerd Alfred Müller entworfene Maschine wurde in fast unveränderter Form bis 1993 hergestellt.
Wasserkocher
1961 erschien der von Reinhold Weiss entworfene Expresskocher (Wasserkocher) „HE 1“. Der Topf besteht aus Messing, das außen hochglanzverchromt wurde und innen verzinnt ist. Über die Einstellungen Baby bis Kochen auf einer schwarzen Skala erfolgt die Konstanthaltung der Temperatur durch einen Thermostat. Der HE 1 war bis 1985 der einzige Wasserkocher, den Braun im Programm hatte.

Haushaltstechnik[Bearbeiten]

Kosmetikgeräte
Das Braun Kosmetikgerät „Smoothy“ war 1955 ein neuartiges Elektro-Massagegerät zur Gesichtspflege. Bei diesem Massagegerät aus weißem Kunststoff kommen Infrarot, Vibration und Kontaktwärme zum Einsatz. Der „Smoothy“ wurde in einem roten Reiseetui aus echtem Leder mit separatem Netzteil für 44,50 DM verkauft.
Heizlüfter
Der „Heizlüfter H 1“, von Dieter Rams 1959 entworfen, war damals eine technische Neuheit, weil dieses kleine und kompakte Gerät über eine Leistung von 2000 Watt verfügte. Es ist nur 9 cm hoch, 27,5 cm breit und 13,6 cm tief und wurde mit einem Tangentialgebläse ausgestattet.
1982 erschien der letzte von insgesamt sieben Heizlüftermodellen von Braun, das Modell „H 10“.
Taschenlampen
Bereits 1947 produzierte Max Braun die Dynamo-Taschenlampen „Manulux“, 1964 griffen Hans Gugelot und Hans Sukopp Braun auf die Handdynamolampe zurück und entwarfen die „Manulux DT 1“. Sie hat einen großen Reflektor mit 5 cm Durchmesser und enthält einen achtpoligen Hochleistungsdynamo, der über einen Alubügel angetrieben wird. Der Alubügel ist versenkbar und lässt sich arretieren. Als Zubehör für die olivfarbene Taschenlampe gab es auswechselbare Filtervorsätze in verschiedenen Farben. 1970 erschien die letzte Manulux-Taschenlampe, die „Manulux NC“, eine 70 Gramm leichte, wiederaufladbare Taschenlampe im schwarzen Kunststoffgehäuse, entworfen von Reinhold Weiss und Dieter Rams. Hans Gugelot entwarf bereits 1964 eine Taschenlampe in der Form eines Diskus, das Modell „Diskus“. Diese kreisrunde Taschenlampe hat einen Durchmesser von etwa 6,5 cm und eine Höhe von etwa 3 cm, es gab sie in den Gehäusefarben schwarz, gelb und rot. Die Batterietaschenlampe wurde von Braun erst 1970 ins Programm aufgenommen.
Geschirrspülmaschine
1961 wurden von Braun die Geschirrspülmaschinen „HGS 10“ und „HGS 20“ angeboten. Es waren aber keine eigenen Braun-Produkte, sondern sie wurden unter amerikanischer Lizenz in Deutschland vertrieben. Von diesen beim amerikanischen Ling-Temco-Vought-Konzern gefertigten Geräten rostete jedes dritte der ersten 2000 produzierten Maschinen. Die Fronttürgeschirrmaschine hatte die Abmessungen von 76 x 46 x 43 cm, ein Gewicht von etwa 35 kg und war auch für Wandmontage geeignet.

Artikelbereich Rasierer[Bearbeiten]

Braun S 50 Elektrorasierer in Originalverpackung

Seit Max Braun den Elektrorasierer „S 50“ entwickelt hatte und diesen weltweit erfolgreich vermarkten konnte, erhielt der Artikelbereich Rasierer eine bedeutende Rolle im Unternehmen. 1965 waren an der Umsatzsteigerung des Unternehmens die Rasierer besonders stark beteiligt. In Deutschland hatten in diesem Jahr Braun-Rasierer den größten Marktanteil, und die Anteile konnten auch im Ausland gesteigert werden. Albrecht Schultz war als Vorstandsmitglied bis 1974 für den Artikelbereich Rasierer zuständig, der der profitabelste des Unternehmens war.

Der Elektrotrockenrasierer „S 50“ war der erste serienmäßig gebaute Elektrorasierer von Braun, er arbeitete bereits mit einem schwingenden Messerkopf unter einer an Kunststofffederelementen aufgeknöpften galvanisch hergestellten Scherfolie; der Messerkopf wurde durch einen elektromagnetischen Schwinganker mit der Netzfrequenz bewegt. Der 1950 vorgestellte S 50 Rasierer wurde von Artur Braun, Sohn von Max Braun, entworfen und hatte als Standardverpackung eine dunkelbraune Bakelitdose mit transparentem Deckel.

Bis zur Einführung der kombinierten Netz-Akku-Modelle gab es die sogenannten Netzrasierer immer mit diesem Schwinganker. Daneben wurde in den 1960er Jahren bereits Batteriemodelle mit Gleichstrommotoren produziert. Ab den 1980er Jahren werden für Netzbetrieb hauptsächlich Kombimodelle (Netz/Akku) mit solchen Motoren produziert. Das Prinzip – mit sowohl federnder Scherfolie als auch federnd gelagertem Messerblock – wird bis heute, außer bei Stabrasierern, beibehalten.

Artikelbereich Foto[Bearbeiten]

Kleinbild-Diaprojektor mit Rodenstock Objektiv
Modell „D40“

Blitzgeräte[Bearbeiten]

Bereits 1952 wurde von Erwin Braun und Gerhard Lander der erste Elektronenblitz der Hobby-Reihe entwickelt, der „hobby de Luxe“, er erschien aber erst 1953 auf dem Markt. 1956 folgte das zweite Modell, der „hobby standard“. Dieses Stabblitzgerät war das erste Braun-Blitzgerät mit stabilem Kunststoffgehäuse und im Vergleich zu damals anderen erhältlichen Elektronenblitzgeräten recht preiswert. Die Stromversorgung erfolgt über 220 Volt Wechselspannung oder mit drei Monozellen, für den Batteriebetrieb wird ein elektromechanischer Kako-Zerhacker verwendet. Der Perlreflektor kann um 180° gedreht werden, wodurch von Normal- auf Weitwinkel-Ausleuchtung umgeschaltet wird.

Ab 1958 wurde die Blitzgeräte-Reihe hobby von Dieter Rams entworfen, die neue Reihe beginnt mit dem Modell „EF1“, hobby standard, gefolgt von dem Modell „EF2/NC“, hobby spezial, beide in hellgrau. Die Blitzgeräteproduktion endete 1989 mit dem Modell „SCA1“, vario control. Alle Modelle der Vario-Reihe wurden von Robert Oberheim entworfen, der bereits zuvor zahlreiche Diaprojektoren, Nizo-Filmkameras, Filmprojektoren und Filmzubehör-Artikel für Braun entworfen hatte.

Diaprojektoren[Bearbeiten]

Eine wichtige kommerzielle Stütze des Unternehmens waren Kleinbild-Diaprojektoren. Besondere Erwähnung verdient die im funktionalistischen Stil gehaltene D-Serie (D20, D25, D35, D40, D46) mit Kabelfernbedienung und ausklappbarer Magazinhalterung (Design: Dieter Rams). Die Projektionsobjektive wurden nicht selbst hergestellt, sondern von Firmen wie Wilhelm Will (Wetzlar) („Maginon“) oder Rodenstock („Splendar“) bezogen.

Filmkameras[Bearbeiten]

Siehe: Braun Nizo

Artikelbereich Elektronik[Bearbeiten]

Blitzgeräte
Bis 1970 gehörten die Blitzgeräte zum Artikelbereich Elektronik, wurden dann aber dem Artikelbereich Foto zugeordnet.

Musiktruhen/Musikschränke[Bearbeiten]

Musikschrank von 1958
Modell „HM 6-81“

Der Bereich der Musikschränke wurde vor allem von Herbert Hirche, von der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, von Hans Gugelot, den Werkstätten Thun und der Werkkunstschule Krefeld geprägt. Die von Herbert Hirche entworfenen Braun-Musikschränke gehörten zu den Braun-Spitzenprodukten. Sie gehörten unter anderem zur Ausstattung der Musterwohnungen auf der Berliner Interbau 1957 und des Jazzkellers Frankfurt. Die Musikschränke fanden aber auch unter Audiophilen Zuspruch, der britische Komponist Benjamin Britten besaß auch einen Braun-Musikschrank.

HM 6
1957 entwarf Herbert Hirche den Musikschrank „HM 6“, er besteht aus dem Röhrenradio „RC 62“, 1958 aus dem Stereo-Röhrenradio „RC 7“ oder „RC 8“ und dem Plattenwechsler Telefunken „TW 501 Ron 2“. Das Gehäuse aus Teak oder Nußbaum Natur hat ein passendes Holzuntergestell und kein Stahlgestell erhalten. Der Stereo-Verstärker leistet 2x6 Watt, das Empfangsteil ist für die Wellenbereiche Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle und UKW ausgelegt. Er ist mit zwei Konzert-Lautsprechern und einem Mittel-Hochton-Lautsprecher bestückt. 1958 kostete der HM 6-81 1.030.- DM.
PK-G 3
Hans Gugelot entwarf 1956 den Musikschrank „PK-G 3“, der aus einem Holzgehäuse aus Ahorn besteht und mit dem Röhreradio „RC 61“ und dem Plattenspieler „PC 3“ bestückt ist. Der Plattenspieler wird durch eine verschiebbare Glasplatte vor Staub geschützt.

In den 1960er-Jahren wurde der Wandel vom Designmöbel zum designorientierten HiFi-Gerät vollzogen, somit verließ Braun den Tonmöbelbereich. Die in Ahorn, Palisander oder Nussbaum furnierten Gehäuse wurden im Laufe der Jahre durch kompakte Aluminiumgehäuse und später Kunststoffgehäuse ersetzt.

Radio-Phono-Kombination[Bearbeiten]

Eine Kombination von Radio und Plattenspieler, Modell „Phonosuper SK 61
von 1962
Phonosuper SK 4
Hauptartikel: Braun SK 4
Der „Phonosuper SK 4“ von 1956 besteht aus einem Röhrenradio und einem Plattenspieler in einem ganzseitig geschlossenen Gehäuse aus Metall und Holz mit einem Acrylglasdeckel, deswegen umgangssprachlich „Schneewittchensarg“ genannt. Entworfen wurde diese Radio-Phono-Kombination von Hans Gugelot und Dieter Rams.
PK 1
Radio-Phono-Kombination, Modell PK 1 von 1956
combi
Radio-Phono-Kombination/Kofferempfänger von 1955, entworfen von Wilhelm Wagenfeld.

Kompaktgeräte[Bearbeiten]

Skala und Tasten der Radio-Plattenspieler-Kombination „Studio 1“ von 1957
Studio 1 (Typ 62/5)
Entworfen von Hans Gugelot und Herbert Lindinger, erschien 1957.
Atelier
Stereo Gerät, entworfen von Dieter Rams, erschien 1959.
TC 20
Entworfen von Dieter Rams, erschien 1963.

Tischradios[Bearbeiten]

SK 1
Hauptartikel: Braun SK 1
Der SK 1 oder auch Kleinsuper SK 1 ist ein Röhrenradio, das von Fritz Eichler und Arthur Braun entwickelt wurde.
TS-G
War in Ahorn oder Nußbaum natur erhältlich. Entworfen von Hans Gugelot.
G 11
Entworfen von Hans Gugelot, erschien 1955.
TS 1
War in Nußbaum natur oder Rüster erhältlich. Entwurf von den Werkstätten Thun, 1955.
RT 20
War erhältlich mit weißer Metallfront, Gehäuse buchefurniert oder graphitfarbene Front mit einem Furnier aus Birnenholz. Erschien 1961, entworfen von Dieter Rams.

HiFi-Geräte[Bearbeiten]

1962 begann Braun mit seinem High-Fidelity-Programm und erklärte in einem gut gestalteten Prospekt, was es mit dem „Stereo“ und der „Hi-Fi“ auf sich hat. Bereits 1962 erfolgte der langsame Übergang von der Elektroröhrentechnik zur Transistortechnik sowie die Umstellung von Holz- und Metallkomponenten auf Kunststoffteile. Mit diesen Veränderungen begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Braun-Unterhaltungselektronik. So änderte sich nicht nur die Technik, sondern auch das Design. Radio-Phono-Kombinationen verschwanden, aus Kompaktgeräten wurden Kompaktanlagen und Stand-Alone-Geräte wurden zum Standard. (Anmerkung: Phonogeräte sind unter anderem Plattenspieler, Tonbandgeräte oder Kassettendecks)

Studio 2
1959 wurde unter dem Namen „studio 2“ eine aus Einzelkomponenten bestehende HiFi-Stereo-Anlage auf den Markt gebracht. Die einzelnen Audiogeräte basierten noch auf der Röhrentechnik und wurden von Braun in den Hi-Fi-Bereich eingeordnet. Diese Produktlinie besteht aus dem Modell „CS 11“, ein Steuergerät mit Plattenspieler, dem Röhrenverstärker „CV 11“ und dem Radioempfänger „CE 11“. Weitere Modelle waren 1961 die Röhrenverstärker „CSV 13“ und „CSV 60“, die Plattenspieler „PCS 4“, „PCS 5“ und „PC 5“ sowie der Röhren-Rundfunkempfänger „CET 16“, der von den Verstärkern CSV 13 und CSV 60 mit Strom versorgt wurde. 1962 folgte der Plattenspieler „PCS 45“ und 1965 das erste Hifi-Stereo-Tonbandgerät das „TG 60“. Passend dazu wurden die Lautsprecherboxen „L 40“, „L 45“, „L 60“ sowie die Lautsprechereinheit „LE 1“ angeboten.
Audio-Reihe
1962 erschien das erste Modell aus der Audio-Reihe, die „audio 1“, die erste Braun-HiFi-Kompaktanlage in Transistortechnik. Diese Stereoanlage besteht aus dem Steuergerät (Receiver) „TC 40“ und dem Plattenspieler „PC 45“ und hat keinen eingebauten Lautsprecher, damaliger Preis 1.090,00 DM. 1964 erschien die „audio 2“, die aus dem Steuergerät „TS 45“ und dem Plattenspieler „PS 400“ bestand, beide in einem Chassis mit Plexiglasabdeckung. Die Kompaktanlage wurde 1965 von Braun dem Fachhandel unter dem Namen HiFi-Steuereinheit audio 2 präsentiert. 1968 erschien dessen Nachfolger das Modell „audio 250“.
Das Steuergerät „TS 40“ sowie „TS 45“, daher der Receiver aus dem Kompaktgerät „audio 1“ beziehungsweise „audio 2“, wurde auch als einzelne Komponente angeboten und kann mit den Lautsprechern „L 450“, dem Tonbandgerät „TG 60“, den Plattenspieler „PS 400“ und dem Fernseher „FS 600“ zu einer HiFi-Stereo-Komplettanlage ergänzt werden. Die Komponenten „TS 45“, „TG 60“ und „L 450“ sind auch für Wandmontage vorgesehen.
Braun-Kompaktanlage
Modell „audio 310“ von 1971
Die Braun-„audio“-Modelle
Modell Typ Plattenspieler Erscheinungsjahr
audio 1 M TC40 PC45 1962
audio 1 TC40 PC45 1963
audio 2 TC45 PS400 1964
audio 2 TC45/1 PS400 1965
audio 2 TC45/2 PS400 1966
audio 2 TC45/3 PS410 1967
audio 250 TC45/4 PS410 1968
audio 300 PS410 1969
audio 308 PS350 1973, 8° Neigung
audio 308S PS450 1975
audio 310 PS430 1971
audio 400 PS450 1973
audio 400S PS450 1975
cockpit-Reihe
Kompaktanlage cockpit 250S von 1970, cockpit 250SK, cockpit 250W von 1970, cockpit 250WK, cockpit 260S von 1972
Audio-System
1977 erschienen die Kompaktanlagen „Audio-System C4000“, „Audio-System P4000“, „Audio-System PC4000“.
CSV und CE
1963 bracht Braun den ersten Transistorverstärker als Einzelkomponente auf den Markt, das Modell „CSV 10“ und leitete damit eine neue Generation von HiFi-Stereoverstärkern ein, aber auch die Umstellung von den klassischen Steuergeräten oder Radio-Phono-Kombinationen hin zu Einzelbausteinen und Kompaktanlagen. Weiter HiFi-Bausteine, die auf der Transistortechnik basieren, waren der Stereoverstärker „CSV 250“ von 1966, sowie das Modell „CSV 300“ von 1970. Auch neue Rundfunkempfänger (Tuner) in Transistortechnik wurden als Einzelkomponenten angeboten, 1966 erschien das Modell „CE 500“ und 1967 der Tuner „CE 250“.
Studio 1000
Unter dem Namen „Studio 1000“ wurde 1965 die neue Braun-HiFi-Produktlinie vorgestellt, die aus den Komponenten Rundfunkempfänger „CE 1000“, Verstärker „CSV 1000“, Plattenspieler „PS 1000“ und Lautsprecher „L 1000“ besteht; sie kann durch das Tonbandgerät „TG 1000“ und dem Weltempfänger „T 1000“ ergänzt werden. 1970 wurde die Produktion eingestellt. Die Komponenten des sogenannten System 1000 waren damals die einzigen Spitzenprodukte von Braun auf dem HiFi-Markt, es wurde aber kein Nachfolgesystem entwickelt, was zum Verlust von Marktanteilen im Unterhaltungsbereich führte.
Der Plattenspieler „PS 1000“ war eine sehr aufwendige Subchassis-Konstruktion, das innere Gehäuse (Sub-Chassis), das mittels Federn oder Gummidämpfern in dem äußeren Gehäuse beweglich eingebaut ist, trägt dabei den Plattenteller mit Lager und den Tonarm. Wie bei professionellen Tonstudio-Geräten wird der schwere riemengetriebene Plattenteller bei Abschaltung abgebremst. Der 10-Zoll-Tonarm erinnert an die Produkte des führenden englischen Anbieters SME und wurde 1969 mit einer Anti-Skating-Einrichtung versehen.
Etwa gleichzeitig erschien der „PS 500“ mit 9-Zoll-Tonarm, der allerdings über gewisse Raffinessen seines großen Bruders nicht mehr verfügte. Er wurde wesentlich günstiger angeboten, obwohl die Federung des Subchassis nun eine hochwirksame hydraulische Dämpfung erhielt. Das Tonbandgerät „TG 1000“, das in einer Zweispur- und einer Vierspur-Version erhältlich war, verfügte über ein 3-Motoren-Laufwerk, Tipptasten-Bedienung für die Relais, fotoelektrische Bandzugregelung und über Schmetterlings-Tonköpfe. 1971 wechselte die Tonbandgeräte-Entwicklermannschaft von Braun zur ASC Electronic-Autenrieth KG, worauf die Produktion des „TG 1000“ für kurze Zeit an das Unternehmen Uher in München ging.
Regie-Reihe
Studio 250
1969 wurde von Braun unter dem Namen „Studio 250“ der Verstärker „CSV 250/1“ und der Tuner „CE 251“ angeboten. Mit im Programm waren unter anderem die Plattenspieler „PS 420“ und „PS 600“.
Studio 500
Zum „Studio 500“ gehörten 1969 der Tuner „CE 501“, der Plattenspieler „PS 500“ sowie der Verstärker „CSV 500“, dieser hat kanalgetrennte Klangregler und eine stufenlos verstellbare gehörrichtige Lautstärken Regelung (Loudness).
Studio 1020 – Quadrofonie
Die 1972 herausgebrachte Produktlinie „Studio 1020“ führte zu starkem Interesse beim Fachhandel sowie bei Endverbrauchern, da die Bausteine dieser Anlage für Vierkanal-Wiedergabe nach den Quadrofonie-Verfahren CD4 (diskrete Quadrofonie) oder SQ (Matrix-Quadrofonie) ausgelegt ist.
Für die Wiedergabe von CD-4-Schallplatten ist der Plattenspieler „PSQ 500“ mit dem „CD-4-Demodulator“ vorgesehen. Durch diese Kombination wird die Wiedergabe von diskreter oder auch echter Quadrofonie möglich.
Durch den SQ-Decoder im „CSQ 1020“ wird die Wiedergabe von Quadrofonie-Aufnahmen auf sogenannten „Quadroschallplatten“, die auf dem SQ-System beruhen, möglich. Das SQ-System gehört zum technischen Verfahren der Matrix-Quadrofonie, wurde aber von Braun auch als echte Quadrofonie vermarktet.

Die Audio-Komponenten der „Studio 1020“:

  • Tuner-Vorverstärker „CES 1020“
  • Tuner „CE 1020“
  • Quadro-Vorverstärker „CSQ 1020“ mit SQ-Decoder
  • „CD-4 Quadro-Demodulator“
  • Plattenspieler „PSQ 500“
  • Aktivlautsprecher „LV 720“ oder „LV 1020“
  • Quadro-Kabel-Fernbedienung „QF 1020“
Studio System
Das „Studio System“ ist eine 1978 erschienene Produktlinie, die dem damaligen Trend zu superflachen HiFi-Bausteinen entsprach, sie wird auch als „studio integral“ bezeichnet.
Das Studio System mit drei Integral-Bausteinen besteht aus dem Receiver RA 1 (RA 1 analog), Receiver RS 1 (RS 1 synthesizer) sowie dem „PC1 integral“, ein Kassettendeck mit Plattenspieler. Wobei der Receiver RA 1 analog eine Kombination aus dem Tuner „T 301“ und dem Verstärker „A 301“ ist. 1979 folgten der „PC1A integral“.
Studio-Linie
Die Modellreihe von 1979 bestand aus einzelnen Hifi-Komponenten wie Verstärker, Plattenspieler, Radioempfänger und Cassettenrecorder. Diese Geräteserie, Studio 301, 501 und 701, wird auch als slimline-Reihe bezeichnet. Die als „Studio 301“ bezeichneten Modellreihe besteht aus dem Verstärker (Amplifier) A 301, dem Cassettendeck „C 301“ und dem Tuner „T 301“. Das „Studio 501“ aus „A 501“, „T 501“ (TS 501 von 1980) und „P 501“.
Atelier-Linie
Hauptartikel: Braun Atelier
Die Braun-Atelier-Serie, nicht zu verwechseln mit den Kompaktgerät Modell „Atelier“, wurde 1979 zum ersten Mal vorgestellt und ist eine im damaligen typischen schlichten Design gehaltenen HiFi-Anlage, die aus einzelnen Elementen besteht. 1990 wurden die Produktion eingestellt und die Letzte Edition der Geräteserie herausgebracht.
Lautsprecher
Außer dem elektrostatischen Lautsprecher Braun LE 1, ein Lizenznachbau der englischen Firma Quad im Rams-Design, wurde eine ganze Palette konventioneller Lautsprecherboxen mit dynamischen Lautsprechern entwickelt. Von dem Fläschenstrahler Braun LE 1 konnten allerdings wegen der 500 gekauften Lizenzen auch nur 500 Lautsprecherpaare herstellt werden.
Mit jeder neuen Lautsprechereinheit gelang es, mehr Bass aus kleineren Boxen zu erhalten. Ein großer Fortschritt war die Einführung der Kalotten- Hoch- und Mitteltöner, wodurch es erschwinglich war, einigermaßen frequenzlineare Lautsprecherboxen zu entwickeln. Diese Kalottenlautsprecher wurden dann in alle Braun-Boxen eingebaut und führten diese zu einen neuen Klangbild. Andere Hersteller wie Heco, Canton und Acron folgten diesem Trend, was zum so genannten „Taunussound“ führte, kräftige Bässe und sauberen Höhen.

Bilder – Audio- und Phonogeräte von Braun[Bearbeiten]

Neue Produkte[Bearbeiten]

Braun Taschenrechner

1962 wurden von Braun die Aktivitäten zur Einfügung neuer Produkte verstärkt, das Unternehmen wollte sein Produktangebot erweitern und das bestehende Sortiment in allen vier Artikelbereichen verbreitern. Für diesen Zweck wurde ein eignes Ressort eingeführt, Aufgabe war es, dem Vorstand neues Entwicklungspotential aufzuzeigen sowie die dafür notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um neue Produkte in die bestehende Prozesse einzubinden. So wurden nicht nur artverwandte Produkte, sondern auch völlig neue Produkte wie Beispielsweise Heizlüfter, Geschirrspülmaschinen, Wanduhren oder ein elektrostatischer Luftfilter (Air-Control) ins Programm aufgenommen. Verantwortlich für den Geschäftsbereich „Neue Produkte“ war das Vorstandsmitglied Hagen Gross, der auch bis 1967 für den „Artikelbereich Haushalt“ zuständig war.

Feuerzeuge[Bearbeiten]

Tischfeuerzeug[Bearbeiten]

Tischfeuerzeug T3

Ein neues Braun-Produkt war 1966 das Tischfeuerzeug TFG 1 permanent, das nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern verkauft wurde. Das elektromagnetisch gezündete Tischfeuerzeug „permanet“ wurde von Reinhold Weiss entworfen und begründete eine neue Produktlinie im Braun-Programm. Das TFG 1 (Tischfeuerzeug Gas) ist ein 7,5 x 3,3 x 11,5 cm kleines Tischfeuerzeug aus Edelstahl mit Lederbezug auf den Seitenteilen.

1969 erschien das zweite Braun-Tischfeuerzeug, das TFG 2, T2 „Cylindric“. Das Tischfeuerzeug in Rundform mit Magnet- oder Piezozündung ist 8,6 cm hoch und hat einen Durchmesser von 5,4 cm. 1968 wurde dafür von der Braun AG das Patent angemeldet. Entwickler waren Claus Christian Cobarg, H.Schindler und Dieter Rams.

Weitere Tischfeuerzeuge waren die Modelle „T3“ von 1970, das T4 „Studio“ von 1974, das „domino“ von 1976 sowie das „domino set“, ein Tischfeuerzeug mit drei Aschenbechern. Das „domino“ war der Nachfolger des T3 und wurde unter anderem in dem 1975 neu errichteten Braun-Werk in Carlow, Irland produziert.

Das Tischfeuerzeug „energetic“ von Braun ist nicht nur das seltenste Feuerzeug des Unternehmens, sondern auch das technisch innovativste. Das 1974 in einer Kleinserie von etwa 25 Stück hergestellte runde Tischfeuerzeug mit Solarzellen auf der Oberseite ist eine Modellvariante des „Cylindric“.

Taschenfeuerzeug[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1971 erwarb die Braun AG das Unternehmen Gebrüder Köllisch AG aus Nürnberg mit der Marke „Consul“, einem Hersteller von kosmetischen Verpackungsmaterialien und Feuerzeugen, die ab 1952 unter dem Namen Consul vertrieben wurden. Aus der Gebrüder Köllisch AG wurde so das eigenständige Unternehmen „Consul GmbH“, ein Teil des Braun-Konzerns.

Bereits 1971 wurde das erste elektromagnetische Taschenfeuerzeug F1 „Mactron“ (MKF) herausgebracht und von der Consul GmbH produziert. Erfinder waren Gerhard Steuernagel, Claus Christian Cobarg und Dieter Rams. Das metallische Gehäuse mit zwei seitlichen, schwarzen Auflageflächen mit Noppenstruktur hat die Abmessung 70 × 33 × 14 mm. Die Auffülldüse befindet sich an der Seite des Feuerzeuges und nicht wie sonst üblich auf der Unterseite. 1971 wurde auch das vollautomatische Taschenfeuerzeug „mach 2“ herausgebracht, entworfen wurde es von Dieter Rams und Florian Seiffert. Es hat eine Piezozündung und ein Edelstahlgehäuse.

Weitere Gasfeuerzeuge mit Piezozündung waren das „electric“ von 1972, das „weekend“ und „centric“ von 1974, das „dino“ von 1975 allerdings mit Reibrad. Das „linear“ von 1976 ist Baugleich mit dem F1, hat aber eine Piezozündung, und die Auffülldüse befindet sich am Boden des Feuerzeuges. 1976 erschien das „duo“ , 1977 das „contour“ und 1980 das „Dymatic“.

Lectron[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lectron
Beispielhafter Aufbau des Elektronik-Experimentiersystems „Lectron“

Ende 1967 übernahm Braun das Elektronik-Experimentiersystem „Egger Lectron“ von der Egger-Bahn GmbH aus München und bot es in neuer Aufmachung unter dem Namen „Braun Lectron“ an. Mit diesem ungewöhnlichen Produkt wollten Erwin Braun und der damalige Vertriebsdirektor Georg Hohm bereits Kinder und Jugendliche an die Marke „Braun“ heranführen. Nach der Übernahme wurden die Experimentierkästen sowie Verpackungen und Anleitungsbücher von Dieter Rams an Brauns damaliges Design angepasst. Das Angebot solcher Kästen wurden in den folgenden Jahren stark ausgeweitet und auch auf spezielle Fachgebiete zugeschnitten.

Der aufwendigen Verarbeitung der Bauteile entsprach ein hoher Preis des Systems, so dass es in privaten Haushalten kaum Verbreitung fand. Für Schulen und Ausbildungsstätten war die einfache Handhabung sowie die Möglichkeit, das Schaltbild direkt von den aneinandergesetzten Bausteinen ablesen zu können, jedoch von großem Vorteil. Während dieser Zeit wurde u. a. das ‚Buchlabor‘ Was ist Elektronik (Schönstes deutsches Jugendbuch 1969) sowie ein Ausbaukasten „Computertechnik“ auf den Markt gebracht. Das “Lectron Buchlabor” ist ein mit Illustrationen des Zeichners Jules Stauber zwecks optischen Nachvollzugs der Experimente versehenes Anleitungsbuch sowie der dazugehörige Baukasten.

Die Produktion aller Elemente und Kästen (ohne Manuale und Karton) erfolgte bis 1972 für alle Lizenznehmer bei der Deutschen Lectron GmbH in München. Die Lectron-Abteilung von Braun wird 1972 unter Leitung des Braun-Ingenieurs Manfred Walter in eine eigenständigen Firma, Lectron GmbH, ausgelagert, die auch die Produktion von der Deutschen Lectron GmbH übernimmt und nach Frankfurt verlagert. Die Produktbezeichnung lautet nun Lectron.

Braun Nizo[Bearbeiten]

Super-8-Filmkamera
Modell „Braun Nizo 800“

Braun stellte, wie auch andere Rundfunkgeräte-Hersteller, Elektronenblitzgeräte her und bereits 1952 erschien das Modell Hobby. So lag es nahe, den Bereich Fotogeräte mit dem Kauf des Münchner Unternehmens „Niezoldi & Krämer“ (gegründet 1925) im Jahre 1962 auszudehnen. Niezoldi & Krämer produzierten hochwertige Schmalfilm-Kameras, die aber in reiner Handarbeit hergestellt wurden, was zum Konkurs des Unternehmens führte. Somit wurde die Braun AG Hauptgesellschafter und das Unternehmen Niezoldi & Krämer GmbH als Tochtergesellschaft in die Braun-Gruppe eingebunden, wodurch die Marke „Nizo“ erhalten blieb.

Das Design-Team mit Dieter Rams als Chefdesigner, Richard Fischer und Robert Oberheimhatte hatte durch die Übernahme auch die Gelegenheit, den Nizo-Kameras ein unverwechselbares Äußeres zu geben, was sich schon 1963 am Modell „Nizo FA3“ bemerkbar macht. Die Markteinführung der 1965 von Kodak entwickelten Super-8-Filmkassette bestimmte die Entwicklung der Nizo-Filmkameras. Ab 1966 erzielte man zum ersten Mal durch die Super-8-Kameras einen Umsatzzuwachs.

Allerdings hatten die Braun-Nizo-Kameras, die nur in geringen Stückzahlen produziert wurden, nur im Segment der Super-8-Oberklasse einen nennenswerten Marktanteil. Schon 1976 stagnierte der Super-8-Kamera-Markt und es folgte ein Umsatzeinbruch. 1980 wird die Niezoldi & Krämer GmbH sowie die Braun-Blitzgeräteproduktion an die Eugen Bauer GmbH in Stuttgart verkauft, eine Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH. Bosch-Bauer war Marktführer in Deutschland bei Super-8-Filmkameras und Filmprojektoren. Im selben Jahr erschienen die letzten Nizo-Super-8-Kameras. Sie gehörten zur Integral-Serie, die sich durch eine vollelektronische Steuerung auszeichneten.

1982 wurde die Produktion eingestellt, das Werk in München geschlossen und rund 500 Mitarbeiter entlassen.

Eine Übersicht[12] führt insgesamt 64 verschiedene Modelle auf, deren Produktionszeiträume von 1965 bis 1985 reichen. Dabei sind unterschiedliche Bezeichnungen verwendet worden, ausgehend von S8, S1 über S36, S480 bis hin zu Modellnamen wie „Nizo Professional“ (Typ: 800P) oder „Nizo Spezial 136“. Kameras mit Tonaufzeichnung wurden anfangs vierziffrig mit dem Zusatz „Sound“ (Nizo 2056 sound) versehen, die letzte Modellreihe „Integral“ wurde nur mit Zahlen ergänzt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1957: Preis Gran Premio für das Gesamtprogramm, 11. Triennale, Mailand; Preis auf der Interbau in Berlin
  • 1958: Das New Yorker Museum of Modern Art nimmt Braun-Geräte in seine ständige Sammlung auf und es werden 16 Apparate auf der Weltausstellung in Brüssel als hervorragende Beispiele deutscher Produktion zur Schau gestellt
  • 1960: Preis Gran Premio für das Gesamtprogramm, 12. Triennale, Mailand
  • 1962: Auszeichnung Compasso d’Oro in Mailand
  • 1963: eine Ausstellung im Pariser Louvre
  • 1964: eine Ausstellung auf der documenta 3, Kassel und die Goldmedaille für audio 1 (Stereo-Kompaktanlage) auf der 13. Triennale, Mailand
  • 1965: eine Wanderausstellung des Gesamtprogramms in Tokio
  • 1967: Ausstellung auf der Weltausstellung, Montreal
  • 1968: Ausstellung auf der Interbytmash, Moskau – Braun-Messestand, für seine vorbildliche Gestaltung
  • 1968: Ausstellungen auf jugoslawischen Biennale in Ljubljana. Goldmedaille für das Braun Lectron
  • 1969: Das Musée des Arts décoratifs (Paris) zeigt Braun-Design
  • 1974: Auszeichnungen für audio 400 (Stereo-Kompaktanlage), regie 308 (Receiver), L 308 (Lautsprecher) auf der Wiener Hifi-Messe; Zwei Designpreise für audio 400, Hifi-Messe Mailand
  • 1976: Form – nicht konform. eine Ausstellung im Institut für Neue Technische Form, Darmstadt

Braun-Preis[Bearbeiten]

1967 wurde der „Braun-Preis für technisches Design“ als Deutschlands erster internationaler Designförderpreis ins Leben gerufen. Der von Braun gestiftete Preis in Höhe von damals 25.000 DM wurde 1968 erstmals vergeben. Ihn erhielten Masanori Umeda für ein System beweglicher Wohnelemente und Florian Seiffert für den Entwurf einer 16-mm-Filmkamera.

Der Braun-Preis soll die Arbeit von Produktdesignern und die Produktideen für technische Gebrauchsgüter fördern und die Kompetenz und die Kreativität angehender Industriedesigner der Öffentlichkeit bekannt machen und den Kontakt zu Unternehmen oder potenziellen Auftraggebern herstellen. Der Braun-Preis wird alle zwei Jahre verliehen.

Braun-Sammlung[Bearbeiten]

In Kronberg werden in einer Dauerausstellung die Produkte aus der Firmengeschichte seit 1921 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Braun-Sammlung umfasst etwa 300 Exponate und zeigt die Entwicklung des Braun-Design von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zeitschrift Der Braunsammler. später Design+Design (Hrsg. Jo Klatt und Günter Staeffler), Hamburg.
  • Wolfgang Schmittel: Design, concept, realisation: Braun, Citroen, Miller, Olivetti, Sony, Swissair. Zürich 1975.
  • Mehr oder weniger. Braun – Design im Vergleich. Ausstellungskatalog. Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg 1990.
  • Regine Scourtelis: Manche mögen’s pur. In: ZEITmagazin. 42, 1990, S. 80–88.
  • Jo Klatt, Günter Staeffler: Braun+Design Collection. 40 Jahre Braun Design von 1955 bis 1995. Hamburg 1995, ISBN 3-9803485-3-9.
  • Hans Wichmann: Mut zum Aufbruch. Erwin Braun 1921 bis 1992. München 1998, ISBN 3-7913-2023-8.
  • Bernd Polster: Braun. 50 Jahre Produktinnovationen. Dumont, Köln 2005, ISBN 3-8321-7364-1. (englische Ausgabe 2009)
  • Less and More. The Design Ethos of Dieter Rams. Ausstellungskatalog.Design Museum, London 2009 (deutsche Ausgabe 2010).
  • Bernd Polster: Kronberg Meets Cupertino. Was Braun und Apple wirklich gemeinsam haben. In: Apple Design. Ausstellungskatalog. Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg 2011, S. 64–75.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d [Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger].
  2. Bernd Polster: Braun. 50 Jahre Produktinnovationen, Köln 2005, ISBN 3-8321-7364-1.
  3. Bernd Polster: Wohndesign Deutschland. Die Klassiker, Köln 2008, S. 461 u. 555.
  4. Jürgen Greubel – Vom Produkt zum Möbeldesign. VS-Möbel. Abgerufen am 8. Februar 2013.
  5. a b Interview mit Dieter Rams: Stern Nr. 19, 30. April 2008.
  6. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  7. Braun Clocks
  8. Pressemitteilung vom 16. April 2012 (PDF; 159 kB)
  9. Artikel auf echo-online.de
  10. 1991 über die Last Edition
  11. „Stilvoller Abgang“, auf spiegel.de, 18. Juni 1991
  12. Übersicht der Nizo-Kameras auf www.super8data.com

50.1708333333338.5291666666667Koordinaten: 50° 10′ 15″ N, 8° 31′ 45″ O