Braunau am Inn

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Wappen Karte
Wappen von Braunau am Inn
Braunau am Inn (Österreich)
DEC
Braunau am Inn
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Oberösterreich
Politischer Bezirk Braunau am Inn (BR)
Fläche 24,8 km²
Koordinaten 48° 15′ N, 13° 2′ O48.25833333333313.033333333333351Koordinaten: 48° 15′ 30″ N, 13° 2′ 0″ O
Höhe 351 m ü. A.
Einwohner 16.351 (1. Apr. 2009)
Bevölkerungsdichte 659 Einwohner je km²
Postleitzahl 5280
Vorwahl 07722
Gemeindekennziffer 4 04 04
AT311
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Stadtplatz 38
5280 Braunau am Inn
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Gerhard Skiba (SPÖ)
Gemeinderat (2009)
(37 Mitglieder)
16 SPÖ, 6 ÖVP, 6 Grüne, 7 FPÖ 2 BZÖ
Lage der Stadt Braunau am Inn
Karte
Braunauer Stadtkern, von der Innbrücke aus gesehen
Braunauer Stadtkern, von der Innbrücke aus gesehen

Braunau am Inn ist eine Stadt in Österreich im oberösterreichischen Innviertel. Der Inn bildet die Grenze zum benachbarten Freistaat Bayern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Stadtplatz

Braunau am Inn liegt im Innviertel auf 352 m Höhe, etwa 15 km östlich des Zusammenflusses von Inn und Salzach. Gegenüber, auf der deutschen Seite des Inns, liegt das niederbayerische Simbach am Inn. Die geografische Ausdehnung beträgt 9,1 km von Nord nach Süd, sowie 7,8 km von West nach Ost. Das Stadtgebiet umfasst 24,7 km² Fläche, von denen 16,2 % bewaldet sind und 53,0 % landwirtschaftlich genutzt werden.

[Bearbeiten] Gliederung des Stadtgebiets

Die Stadt ist in die drei Katastralgemeinden Braunau am Inn, Osternberg und Ranshofen gegliedert. Weitere Ortsteile der Gemeinde sind: Aching, Au, Blankenbach, Braunau Neustadt, Gasteig, Höft, Haiden, Haselbach, Himmellindach, Laab, Lach, Lindach, Maierhof, Neue Heimat, Oberrothenbuch, Roith, Scheuhub, Tal, Unterrothenbuch.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Mittelalter und frühe Neuzeit

788 
erste urkundliche Erwähnung von Rantesdorf (Ranshofen)
1120 
wurde Braunau zum ersten Mal urkundlich unter dem Namen Prounaw erwähnt.
1260 
Verleihung des Stadtrechts
1380 
Großer Stadtbrand, die hölzerne Stadt der Gründerzeit samt Innbrücke wird durch einen Großbrand völlig zerstört.
1439–66 
Bau der Stadtpfarrkirche Sankt Stephan
1492 
Grundsteinlegung für den 87 Meter hohen Turm der Stephanskirche
1504 
Beschießung der Stadt Braunau durch die Pfälzer, kurzzeitige Besetzung.

[Bearbeiten] 18. Jahrhundert

1705 
Während des Oberländer Bauernaufstandes ist Braunau für einige Zeit in der Hand der Rebellen, siehe: Braunauer Parlament und Sendlinger Mordweihnacht
1705–06 
Während des bayerischen Volksaufstandes Sendlinger Mordweihnacht 1705 und 1706 tagte in Braunau der Landesdefensionskongress (Braunauer Parlament).
1743 
Belagerung der Stadt im Erbfolgekrieg
1779 
Im Friedensvertrag von Teschen wird das bisher zu Bayern gehörende Innviertel den Habsburgern zugesprochen.

[Bearbeiten] 19. Jahrhundert

Hinrichtung Palms am 26. August 1806 (Zeitgenössische Darstellung)
1806 
Hinrichtung des Nürnberger Buchhändlers Johann Philipp Palm in Braunau auf Befehl Napoleons wegen Hochverrats
1810–16 
Das Innviertel kommt wieder zu Bayern.
1816 
Das Innviertel wechselt wieder zu Österreich.
1866 
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Braunau
1874 
Großer Stadtbrand
1889 
Adolf Hitler wird in Braunau geboren

[Bearbeiten] 20. Jahrhundert

Pontonbrücke über den Inn (1945)
1914 
In Braunau garnisoniert das K.u.K. Galizische Feldjäger Bataillon Nr. 4
1915 
Die k.u.k. Marine-Akademie wird von Pula in die Salzburgertor-Kaserne (heute Bucheder) verlegt.
1938 
Adolf Hitler lässt die Wehrmacht über seine Geburtsstadt Braunau in Österreich einmarschieren; am 15. Oktober wird die bisher selbstständige Gemeinde Ranshofen der Stadtgemeinde Braunau am Inn angeschlossen
1939 
Baubeginn des Aluminiumwerkes Ranshofen (heute AMAG)
1945 
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehört Braunau zur Amerikanischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich. Von der amerikanischen Militärverwaltung wird ein DP-Lager eingerichtet.
1954 
Großes Hochwasser
1989 
Bürgermeister Gerhard Skiba errichtet einen Mahnstein gegen Krieg und Faschismus vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers.
1992 
1. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Unerwünschtes Erbe“

[Bearbeiten] 21. Jahrhundert

2000 
Unterschriftenaktion der Braunauer Rundschau „Haus der Verantwortung|Braunau setzt ein Zeichen“. Andreas Maislinger erstellt im Auftrag der Stadt Braunau am Inn ein Konzept „Haus der Verantwortung“ im Geburtshaus von Adolf Hitler.
2001 
Erste Beobachtung des Asiatischen Laubholzbockkäfers, eines gefürchteten Neozoons, in Europa[1][2][3].
2006 
Am 8. August 2006 wurde der Park des Krankenhauses mit dem Namen des prominenten Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter umbenannt.
2006 
Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte am 11. August 2006 Stolpersteine für die NS-Opfer Franz Amberger, Michael Nimmerfahl, Anna Sax und Adolf Wenger.
2007 
Die Stadtgemeinde Braunau am Inn vergibt gemeinsam mit dem Verein fuer Zeitgeschichte im Rahmen der Braunauer Zeitgeschichte Tage erstmals den Egon Ranshofen-Wertheimer Preis.

[Bearbeiten] Politik

Rathaus

[Bearbeiten] Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Silber oben nebeneinander zwei freischwebende Schildchen, im rechten in Schwarz ein goldener, rot bekrönter und gewaffneter, aufgerichteter Löwe, das linke von Silber und Blau schrägrechts gerautet; unten zwei grüne, doppelt verschlungene Zweige, der rechte mit Lindenblättern, der linke mit Dolden besetzt. Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß.

Der gerautete silber-blaue Teil und der Pfälzische Löwe sollen die lange Verbundenheit mit Bayern symbolisieren.

[Bearbeiten] Wirtschaft

In der Wirtschaft dominieren Industrie und Gewerbe, wo rund 58 % der Beschäftigten tätig sind.

In Braunau befindet sich der Hauptsitz des Techno-Z Innviertel

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Bahn

Braunau ist per Eisenbahn aus drei Richtungen erreichbar:

[Bearbeiten] Straße

Braunau ist über verschiedene Bundesstraßen erreichbar:

Die Innkreis Autobahn A 8/E 56 (Abfahrt Ort) ist 34 km, die West Autobahn A 1/E 60 (Abfahrt Wallersee) 53 km, die Tauern Autobahn A 10/E 55 (Knoten Salzburg) 68 km und die Bundesautobahn 8 A 8/E 52 (Abfahrt Piding) 65 km entfernt. Seit über 20 Jahren wird in Bayern an der A 94 gebaut, die nach Fertigstellung eine Direktverbindung zwischen Braunau, München und Passau ermöglichen wird.

[Bearbeiten] Flughafen

Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind:

[Bearbeiten] Sportflugplatz

[Bearbeiten] Öffentlicher Verkehr

Der innerstädtische öffentliche Nahverkehr wird mit fünf Buslinien (Citybus) bedient.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Ämter und Behörden

  • Bezirkshauptmannschaft
  • Bezirksgericht
  • Finanzamt für Braunau, Ried und Schärding (FA41)
  • Vermessungsamt
  • Polizeiinspektion
  • Arbeitsmarktservice
  • Arbeiterkammer, Bezirksbauernkammer, Kammer der gewerblichen Wirtschaft
  • BFI Berufsförderungsinstitut

[Bearbeiten] Bildung

Braunau hat mehrere Volks- und Hauptschulen, ein Bundesgymnasium und -realgymnasium, eine Handelsakademie (BHAK Braunau), eine Höhere Technische Lehranstalt (HTL Braunau), eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe und eine Berufsschule.

Derzeit wird der Aufbau einer Fachhochschule diskutiert, als möglicher Standort wurde das ehemalige Augustiner Chorherrenstift Ranshofen genannt[4].

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Mahnstein vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers
Stadtpfarrkirche St. Stephan

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

Ehrenbürger:

  • Eduard Kriechbaum († 1958), Braunauer Heimatforscher und Hausarzt, Ehrenbürger der Stadt Braunau

[Bearbeiten] Vergangenheitsbewältigung

Braunau am Inn ist als Geburtsstadt von Adolf Hitler bekannt. Aus diesem Grund wurden Projekte ins Leben gerufen, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Mahnstein gegen Krieg und Faschismus

Gerhard Skiba, Andreas Maislinger (Gründer des Österreichischen Gedenkdienstes) und Gedenkdiener stehen bei Hitlers Geburtshaus, vor dem der Mahnstein errichtet wurde.

Im April 1989 - zwei Wochen vor dem 100. Geburtstag Hitlers - wurde auf die Veranlassung von Bürgermeister Gerhard Skiba hin auf öffentlichem Grund direkt vor dem „Hitler-Haus“ ein Mahnstein aufgestellt.[5] Die Aufschrift auf dem Stein, der aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen stammt, trägt die Inschrift:

Für Frieden, Freiheit

und Demokratie

Nie wieder Faschismus

Millionen Tote mahnen

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Joseph Kyselak (* 1799 Wien–1831 ebenda) beschreibt Braunau in den 1829 veröffentlichten Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien – nebst einer romantisch pittoresken Darstellung mehrerer Ritterburgen und ihrer Volkssagen, Gebirgsgegenden und Eisglätscher auf dieser Wanderung, unternommen im Jahre 1825 von Joseph Kyselak, Bd. 2, S. 201f.
  • Konrad Meindl: Geschichte der Stadt Braunau am Inn. Braunau 1882.
  • Sebastian Hiereth: Geschichte der Stadt Braunau am Inn. 1. Teil. Herausgeber Stadtgemeinde Braunau am Inn 1960
  • Sebastian Hiereth: Geschichte der Stadt Braunau am Inn. 2. Teil. Herausgeber Stadtgemeinde Braunau am Inn 1973
  • Hans von Hammerstein-Equord: Im Anfang war der Mord. Erlebnisse als Bezirkshauptmann von Braunau am Inn und als Sicherheitsdirektor von Oberösterreich in den Jahren 1933 und 1934. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1981.
  • Max Eitzlmayr: Braunauer Album. Braunau am Inn 1985.
  • Max Eitzlmayr: Braunau - die historische Handelsstadt. Braunau 2. Aufl. 1997 (Kurzführer durch die Stadt)
  • Florian Schwanninger: Im Heimatkreis des Führers. Nationalsozialismus, Widerstand und Verfolgung im Bezirk Braunau 1938-1945. Edition Geschichte der Heimat. Buchverlag Franz Steinmaßl, Grünbach 2005.

[Bearbeiten] Trivia

Der Geschützturm B des Schweren Kreuzers Prinz Eugen, der in der deutschen Kriegsmarine dazu ausersehen war, die Tradition der ehemaligen österreichisch-ungarischen Kriegsmarine fortzuführen und zu pflegen, war nach der Stadt Braunau am Inn benannt. Die übrigen Türme waren Graz, Innsbruck und Wien gewidmet.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Braunau am Inn – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.waldwissen.net/themen/waldschutz/invasive_neue_arten/bfw_alb_bekaempfung_2009_DE
  2. http://www.waldwissen.net/themen/waldschutz/invasive_neue_arten/lwf_asiatischer_laubholzbock_braunau_2004_DE
  3. http://bfw.ac.at/400/pdf/fsaktuell_38_1.pdf
  4. Braunauer Rundschau, Nr. 29 vom 20. Juli 2006, Seite: 6
  5. Nicht totzuschweigen - Offener Umgang mit unerwünschtem Erbe (Frankfurter Rundschau Online, 2001)
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