Braunellen (Pflanzengattung)

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Dieser Artikel beschreibt die Pflanzengattung Prunella; zu den ebenfalls mit dem Namen Brunellen oder Varianten desselben bezeichneten Früchten der Pflaumenunterart Prunus domestica subsp. insititia siehe Kriechen-Pflaume.
Braunellen
Blütenstand der Kleinen Braunelle (Prunella vulgaris)

Blütenstand der Kleinen Braunelle (Prunella vulgaris)

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Nepetinae
Gattung: Braunellen
Wissenschaftlicher Name
Prunella
L.
Weiße Braunelle (Prunella laciniata)
Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora)

Die Braunellen (Prunella, Syn.: Brunella Mill., Prunellopsis Kudô), auch Brunellen genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Zu beachten ist die namentliche Verwechslungsmöglichkeit mit der Vogelgattung Braunellen (Prunella), wobei die Gleichheit sowohl des deutschen als auch des wissenschaftlichen Namens einen einzigartigen Fall darstellt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bei Prunella-Arten handelt es sich um ausdauernde krautige Pflanzen, die mehr oder weniger niedrige, kriechende Matten bilden, von denen die blütentragenden Sprosse aufrecht oder aufsteigend abzweigen. Die gegenständigen Laubblätter sind breit bis länglich eiförmig, bisweilen auch gelappt.

Die in der Regel sechsblütigen Scheinquirle sind zu einer endständigen, deutlich abgesetzten, eiförmigen bis rundlich-eiförmigen, dichten Scheinähre zusammengedrängt. Die Tragblätter sind von der Form her sehr breit und überlappen sich häufig. Oft sind sie rötlich oder purpurfarben überlaufen. In jedem Fall sind sie deutlich von den normalen Laubblättern verschieden.

Der Kelch ist deutlich zweilippig, wobei die obere Lippe dreispitzig, und die untere tief zweispitzig ist. Beide Kelchlippen sind abgeflacht, so dass die Kelchröhre insgesamt ebenfalls zusammengedrückt ist. Die weiße, rosafarbene bis violette Kronröhre ist ebenfalls zweilippig. Die Unterlippe ist dreilappig, wobei der Mittellappen deutlich größer, hohl und am vorderen Rand meist gezähnelt ist.

Verbreitung und Standortansprüche[Bearbeiten]

Die Prunella-Arten kommen in Asien, Europa, Nordamerika und rund um das Mittelmeer vor.

Die meisten Arten ziehen mehr oder weniger offene Standorte wie Grasland, Waldränder oder Flussufer vor.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

Je nach Artauffassung werden der Gattung Prunella 7 oder 13 bis 15 Arten zugerechnet. Zusätzlich werden häufig Hybriden gebildet.

Arten Europas und des Mittelmeergebietes [1]

Auch in Nord- und Mitteleuropa vorkommende Arten:

Nur im Mittelmeergebiet kommen vor:

Außereuropäische Arten

Ostasien

  • Prunella asiatica Nakai, in Ostasien (wird auch als Unterart subsp. asiatica (Nakai) H. Hara zu P. vulgaris gestellt).
  • Prunella hispida Benth., in den Gebirgen des südlichen Chinas und Indiens (wird auch als Unterart subsp. hispida (Benth.) Hultén zu P. vulgaris gestellt).
  • Prunella prunelliformis (Maxim.) Makino, in Japan (Honshu)[2].

Quellen[Bearbeiten]

  • Li Hsi-wen, Ian C. Hedge: Prunella. In  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1994, ISBN 0-915279-24-X, S. 134–135. (online) (engl.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Werner Greuter, Hervé-Maurice Burdet, Guy Long (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 3 (Dicotyledones: Convolvulaceae – Labiatae). Conservatoire et Jardin Botanique, Genève 1986, ISBN 2-8277-0153-7. (online)
  2. a b c d e Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families: Prunella. Royal Botanic Gardens Kew, Zugriff am 29. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien