Braunes Haus

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Dieser Artikel befasst sich mit der NSDAP-Reichsparteizentrale von 1930 bis 1945 in München. Auch in anderen Städten war die Bezeichnung Braunes Haus für die örtliche NSDAP-Zentrale üblich, siehe dazu Braunes Haus (Begriffsklärung).
Braunes Haus, 1935

Braunes Haus war der Name des Gebäudes der von 1930 bis 1945 bestehenden Parteizentrale der NSDAP in München, Brienner Straße 45.

Geschichte[Bearbeiten]

Einweihung des Braunen Hauses 1930
Ruine 1945

Das zwischen Karolinenplatz und Königsplatz gelegene Haus wurde 1828 von Jean Baptiste Métivier im Biedermeierstil errichtet. Es gelangte 1877 in das Eigentum des britischen Industriellen Willy Barlow. Dessen Witwe verkaufte die Liegenschaft für 805.864 Goldmark am 26. Mai 1930 an die NSDAP, nachdem deren Räume in der Schellingstraße 50 zu klein geworden waren. Bis zur Übernahme durch die NSDAP war das Gebäude als „Palais Barlow“ oder „Adelspalais” bekannt. „Braunes Haus” war die parteioffizielle Bezeichnung des Hauses. Das Geld für den Kauf durch die NSDAP stammte von dem Industriellen Fritz Thyssen.

Nach größeren Umbauarbeiten, mit denen der Münchner Architekt Paul Ludwig Troost beauftragt wurde, und deren Entwürfe von Adolf Hitler selbst bearbeitet wurden, wurde die gesamte Reichsleitung der NSDAP zu Beginn des Jahres 1931 dorthin verlegt.

Im „Braunen Haus” ließ Hitler, in Anerkennung der Unterstützung durch den US-amerikanischen Industriellen Henry Ford, hinter seinem Schreibtisch ein großes Porträt dieses Firmenpatriarchen an der Wand aufhängen.

Das Gebäude wurde 1945 weitgehend zerstört und seine Ruine 1947 endgültig abgerissen. Das Grundstück blieb bis 2012 unbebaut.

Dokumentationszentrum[Bearbeiten]

Die Fundamente im Sommer 2007
Hauptartikel: NS-Dokumentationszentrum

Am 6. Dezember 2005 beschloss das Bayerische Kabinett, auf dem Areal ein NS-Dokumentationszentrum zum Thema Nationalsozialismus zu errichten. Die Grundsteinlegung sollte 2008 erfolgen. Die Finanzierung verzögerte sich jedoch. Zudem gab es unterschiedliche Auffassungen über inhaltliche Fragen. Im Juni 2009 wurde eine Vereinbarung zwischen der Stadt München, dem Freistaat Bayern und dem Bund geschlossen, die die Kostenübernahme in Höhe von 28,2 Millionen Euro zu gleichen Teilen vorsieht. 2011 begannen die Bauarbeiten; die Grundsteinlegung erfolgte am 9. März 2012[1], das Dokumentationszentrum soll 2014 fertiggestellt werden.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. muenchen.de: Grundsteinlegung für das NS-Dokumentationszentrum München; Abgerufen am 23. März 2012
  2. Alfred Dürr: Ein Ort zur Aufarbeitung der Geschichte In: Süddeutsche Zeitung vom 30. Juni 2009.

48.14527777777811.5675Koordinaten: 48° 8′ 43″ N, 11° 34′ 3″ O