Braunes Schnabelried

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Braunes Schnabelried
Rhynchospora fusca.jpeg

Braunes Schnabelried (Rhynchospora fusca)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Schnabelriede (Rhynchospora)
Art: Braunes Schnabelried
Wissenschaftlicher Name
Rhynchospora fusca
(L.) W.T.Aiton

Das Braune Schnabelried (Rhynchospora fusca) ist eine Pflanzenart aus der Schnabelriede (Rhynchospora) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Braune Schnabelried wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30, selten bis zu 45 Zentimetern. Sie bildet Ausläufer. Der aufrechte Stängel ist dreikantig und im oberen Bereich rau. Die Blattspreiten sind grasgrün, sehr schmal, schwach rau und mit einer deutlichen Rinne ausgestattet, in den Blattachseln sind nie Brutzwiebeln. Die Blattscheiden sind grasgrün.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der Blütenstand besteht aus einer endständigen und ein oder zwei langgestreckten seitenständigen Spirren. Die Spirren werden meist von ein oder zwei Hüllblättern weit überragt. Die Ährchen sind dunkel- bis rotbraun. Es sind drei Staubblätter vorhanden.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Braune Schnabelried kommt in Europa und im östlichen Nordamerika vor. In Europa erstreckt sich das Areal nordwärts vereinzelt bis zum Polarkreis (vor allem im Ostseegebiet) und weiter vor allem bis in den subatlantischen Bereich; südwärts bis zu den Alpen, bis Oberitalien und nördlichen Spanien. In England, Schottland und Irland ist das Braune Schnabelried selten. In Deutschland kommt es vor allem in der Norddeutschen Tiefebene in der Pfalz und in der Oberpfalz vor.

Es besiedelt in Mitteleuropa Schlenken in Hochmooren und in Zwischenmooren, und zwar vorwiegend im nordwestlichen Teil des mitteleuropäischen Tieflandes und im Regenstau des Pfälzer Berglandes, des Südschwarzwaldes, des Alpenvorlandes und der Alpen. Im Nordwesten Mitteleuropas ist es selten, insgesamt ist es in Mitteleuropa sehr selten. Das Braune Schnabelried hat in Mitteleuropa im 20. Jahrhundert viele Standorte durch Meliorisation verloren.

Das Braune Schnabelried braucht schlammigen, sauren und mindestens zeitweise überfluteten oder sehr nassen Untergrund. Es gedeiht nur, wenn die Luftfeuchtigkeit im Jahreslauf immer hoch ist. Es gedeiht bei langer Schneebedeckung schlecht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. 2. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 8: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Commelinidae Teil 2, Arecidae, Liliidae Teil 2): Juncaceae bis Orchidaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3359-8.
  • Dietmar Aichele, Hans-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 5, Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse. 2. überarbeitete Auflage, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunes Schnabelried (Rhynchospora fusca) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien