Braunschweiger Burschenschaft Alemannia

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Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschule/n: TU Braunschweig
Gründung: 1. Mai 1850
Gründungsort: Braunschweig
Verbände: verbandsfrei
Farben: schwarz-gold-rot,
schwarz-gold-blau
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: pflichtschlagend
Wahlspruch: Ehre, Freiheit, Vaterland
Feldgeschrei (Panier): Per aspera ad astra
Website: www.burschenschaft-alemannia.de

Die Braunschweiger Burschenschaft Alemannia ist eine Studentenverbindung an der TU Braunschweig. Sie wurde am 1. Mai 1850 als Progressbewegung gegründet. Sie ist eine schlagende Verbindung, in der ein reglementierter Fechtkampf mit Mitgliedern einer anderen Verbindung verpflichtend ist und als persönlichkeitsbildend aufgefasst wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung als Progreßverbindung Allemannia[Bearbeiten]

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in Braunschweig neben anderen studentischen Verbindungen auch die Progreßverbindung Allemannia. Sie wurde am 1. Mai 1850 gestiftet und wählte die Farben schwarz-gold-blau. Sie verfolgte ähnliche Ziele wie die auf dem Wartburgfest am 18. Oktober 1817 formulierten. Nach kurzer Zeit musste sich die Allemannia jedoch aufgrund von Nachwuchsmangel und behördlichen Verbots zeitweilig auflösen.

Gründung der Burschenschaft Alemannia[Bearbeiten]

Im Jahre 1871 gründeten Braunschweiger Verbindungsstudenten einen Fechtverein. Am 10. November 1873 gründete dieser Fechtverein die Burschenschaft Alemannia. Man wählte die Farben schwarz-gold-rot mit schwarzer Mütze. Dem allgemeinen burschenschaftlichen Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ fügte man noch den Wappenspruch „Per aspera ad astra“ hinzu. Ihr Ziel war es, die Moral und den Fleiß der Studierenden zu fördern und das Sittlichkeits-Prinzip durchzusetzen. Am 23. Oktober 1875 wurde die Tradition der Progreßverbindung Allemannia von den vier verbliebenen Gründern an die Burschenschaft Alemannia in feierlicher Form übergeben. Die Farben der Progreßverbindung sind seitdem, mit Unterbrechungen, die Altherrenfarben, d.h. sie werden als zweites Band von allen Alten Herren getragen.

1877 hatte die Alemannia den Vorsitz der Studentenschaft bei der Einweihung des neuen Hochschulgebäudes in der Braunschweiger Pockelsstraße. Durch den Rückgang der Immatrikulationen aufgrund harter Zulassungsbestimmungen musste die Burschenschaft Alemannia 1881 nach Hannover verlegt werden, wodurch sich neue Eintritte versprochen wurden. Sie hielt dennoch engen Kontakt zum Braunschweiger Verbindungs- und Universitätsleben. Die sich nicht bessernde Nachwuchssituation führte dazu, dass die Alemannia im Sommersemester 1882 die Aktivitäten einstellen musste.

Am 23. Oktober 1893 wurde die Burschenschaft Alemannia in Braunschweig erneuert und im selben Jahr in den Niederwald Deputierten Convent aufgenommen, der 1889 als Zusammenschluss der Burschenschaften an Technischen Hochschulen gegründet worden war.

Nach der Auflösung des Niederwald Deputierten Convents 1896 in Eisenach aufgrund von Meinungsverschiedenheiten, gelang im Jahre 1900 die Gründung des Rüdesheimer Deputierten Convents unter der Bedingung den Reifegrundsatz zu führen. In der Folgezeit sollte die Alemannia zu einer modernen Verbindung ausgebaut werden. So wurden regelmäßig Burschenschaftliche Abende abgehalten, der Trinkkomment wurde abgeschafft, und zur gesellschaftlichen Ausbildung der Bundesbrüder wurden Veranstaltungen mit Frauen eingeführt.

Beginn des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Am 10. November 1913 wurde zum 40. Stiftungsfest das Verbindungshaus am Rebenring eingeweiht. Im Ersten Weltkrieg standen die meisten Bundesbrüder unter Waffen.

Am 4. Januar 1919 wurde die TH zum ersten Nachkriegssemester geöffnet, und die durch Fronterfahrungen geprägten Bundesbrüder mussten integriert werden. Aus diesen Erfahrungen heraus fand im Januar 1919 ein außerordentlicher Burschentag statt, auf dem sich die Burschenschafter der Universitäten und der Technischen Hochschulen zur Deutschen Burschenschaft (DB) zusammenschlossen.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Im Sommersemester 1929 hatte zum ersten Mal eine NS-Studentengruppe 3 von 20 Sitzen im AStA inne. Unter wesentlicher Beteiligung des Bundesbruders Carl Mühlenpfordt wurde Reichsminister Carl Severing (SPD) Ehrendoktor der TU. In der Folge beschloss die Alemannia, dass ihre Bundesbrüder parteilos sein sollten, um politischen Konflikten aus dem Wege zu gehen. Unter einer Landesregierung mit einem nationalsozialistischen Minister sollte die Braunschweiger Studentenschaft in das Fahrwasser des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) gezogen werden. Hiergegen stellten sich der Rektor und einige Professoren, zu denen auch Carl Mühlenpfordt gehörte.

Am 18. Oktober 1935 wurde die Deutsche Burschenschaft aufgelöst, und es wurde für die aktiven Mitglieder Pflicht, der SS oder SA anzugehören. Die neu eingeführten Einheitsmützen der Braunschweiger Burschenschaften sollten ihre Geschlossenheit zum Ausdruck bringen.

Im Wintersemester 1935/36 wurde die Burschenschaft Alemannia in Kameradschaft Alemannia umbenannt. Geleitet wurde sie von nun an von einem NSDStB-Kameradschaftsführer. Dies war Ursache für Streitigkeiten, so dass die Kameradschaft gegen Ende des Wintersemesters aufgelöst wurde und das Haus an das Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps (NSKK) vermietet wurde. Trotzdem gab es weiterhin Zusammenkünfte der ehemaligen Mitglieder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Jahre 1945 nahm die Technische Hochschule den Studienbetrieb wieder auf. Das Haus wurde durch die Alliierten beschlagnahmt und geplündert. Bereits 1945 fanden sich einige Studenten und Dozenten in der Allgemeinen Studenten Vereinigung (AStV) zusammen, die burschenschaftlich orientiert war. Am 11. Dezember 1948 schlossen sich in erster Linie Alte Herren der Alemannia zum Verein der Förderer der AStV zusammen. 1959 kam es zur Übergabe der Farben und der Gründungsfahne der Burschenschaft Alemannia von 1873 an den AStV, im Februar 1951 erfolgte dann die Umbenennung in Burschenschaft Alemannia.

Inzwischen war auch die Deutsche Burschenschaft im Jahr 1950 wieder gegründet worden. In den Jahren 1951–1954 wurde innerhalb des Bundes heftig über die Mensurfrage diskutiert, was in der Wiedereinführung der umstrittenen Bestimmungsmensur endete.

1956 wurde das Freundschaftsverhältnis mit der Stuttgarter Burschenschaft Ghibellinia eingegangen.

1958 wurde das Gründungsdatum der Burschenschaft Alemannia auf den 1. Mai 1850, dem Gründungsdatum der Progreßverbindung, festgelegt und von der DB bestätigt. Daraufhin wurde 1960 das 110. Stiftungsfest auf dem renovierten Haus begangen, verbunden mit der Übergabe einer neuen Bundesfahne als Ersatz für die im Dritten Reich verlorengegangene. In den Jahren 1966/67 hatte die Alemannia den Vorsitz der Deutschen Burschenschaft. Wegen Mitgliedermangel wurde die Alemannia im Sommersemester 1977 mit Einverständnis der Altherrenschaft vertagt. Sie nahm den normalen Betrieb trotz geringer Mitgliederzahl am 1. Oktober 1978 wieder auf.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

2013 erfolgte der Austritt aus der Deutschen Burschenschaft.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Hans-Georg Balder: Die Deutsche(n) Burschenschaft(en) – Ihre Darstellung in Einzelchroniken. Hilden 2005, S. 78–80.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]