Braunschweiger Zeitung

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Braunschweiger Zeitung
Braunschweiger Zeitung Logo.svg
Beschreibung Deutsche Tageszeitung
Verlag BZV Medienhaus GmbH
Erstausgabe 8. Januar 1946
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
122.361 Exemplare
Chefredakteur Armin Maus
Weblink www.braunschweiger-zeitung.de
Die Braunschweiger Zeitung, Ausgabe vom 21. Oktober 2006

Die Braunschweiger Zeitung ist eine regionale Tageszeitung, die in Braunschweig erscheint und auch unter anderen Titeln im östlichen Niedersachsen verbreitet ist. Sie wird in der BZV Medienhaus GmbH verlegt, bis 1. Februar 2013 die Braunschweiger Zeitungsverlag GmbH und Co. KG, welche seit Ende Januar 2007 zur WAZ-Gruppe, heute Funke Mediengruppe, gehört.

Die Braunschweiger Zeitung erscheint montags bis samstags morgens im Berliner Format.

Auflage[Bearbeiten]

Die Neue Westfälische hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 25,7 Prozent gesunken.[1] Sie beträgt gegenwärtig 122.361 Exemplare.[2] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 87,9 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[3]


Lokal erscheinende Ausgaben der Braunschweiger Zeitung[Bearbeiten]

Die Goslarsche Zeitung in Goslar übernimmt den Mantel der Braunschweiger Zeitung, produziert aber einen eigenen Lokalteil und ist ein eigenständiges Unternehmen, das zum Verlag Medienhaus Krause gehört.

Angehörige Zeitungen[Bearbeiten]

  • HarzKurier
  • neue Braunschweiger
  • Echo zum Sonntag (HarzKurier Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG)
  • Harzer WochenSpiegel (HarzKurier Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG)

Digitale Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Verlag engagiert sich zunehmend auch in den digitalen Medien. Neben den Nachrichtenportalen der Tageszeitungstitel wie braunschweiger-zeitung.de, die Anfang 2012 das bisherige Nachrichtenportal newsclick.de abgelöst hatten, harzkurier.de und Anzeigenblättern wie nb-online.de, betreibt die BZV Medienhaus GmbH immo38.de (Immobilienmarkt-Portal), auto38.de (Automarkt-Portal), job38.de (Stellenmarkt-Portal), flohmarkt38.de (Kleinanzeigen-Portal), deal38.de (Couponing-Portal), prospekt38.de (digitales Beilagen-Portal), flirt38.de (Dating-Portal), szene38.de (Szeneportal), mein38.de (Branchen- und Telefonbuch-Portal), studi38.de (Studentenmagazin-Portal), sozial38.de (Engagements-Portal) sowie konzertkasse.de (Ticketing-Portal). Laut IVW liegt die Gesamteichweite der digitalen Aktivitäten der BZV Medienhaus GmbH bei rund 1,8 Mio. Visits und über 14 Mio. Page Impressions. Die AGOF weist eine Reichweite von 500.000 Unique Usern aus.




Seit Dezember 2012 erscheint die E-Paper-Ausgabe der Tageszeitung auch als App für Android und iOS. Zeitgleich führte die BZV Medienhaus GmbH als eine der ersten großen Regionalzeitungsverlage in Deutschland eine Metered Freemium Paywall für ihre Nachrichtenportale ein. Seitdem konnten Nutzer monatlich 15 Artikel kostenfrei nutzen; eine darüberhinausgehende Nutzung war kostenpflichtig. Am 1. Juli 2014 führte die Zeitung eine "harte Bezahlschranke" ein. Seitdem ist die Anzahl freier Artikel auf Null begrenzt, mit Ausnahme von Party-Fotostrecken. Für Nutzer bietet der Verlag Tages-, Wochen- und Monatspässe an. Abonnenten der Print-Ausgabe und des E-Papers müssen seitdem für die Nutzung der Inhalte zahlen. Parallel launchte der Verlag eine mobile Version seiner Seite. Für Abonnenten wurde zusätzlich eine abgespeckte Mobilversion eingeführt, bei der jeweils die ersten vier aktuellsten Artikel jedes Ressorts verfügbar sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1945 wurde im Verlagshaus der ehemaligen Braunschweiger Landeszeitung die Braunschweiger Neue Presse, „herausgegeben von der britischen Militärregierung“, gegründet. Chefredakteur wurde Fritz Sänger, der spätere dpa-Chefredakteur. Die erste Ausgabe – vier Seiten Text ohne Anzeigen – erschien am 12. Oktober 1945. Die erste Ausgabe der Braunschweiger Zeitung war am 8. Januar 1946 erhältlich. Der Verleger Hans Eckensberger bekam die dafür notwendige Zeitungslizenz am 6. Januar 1946 als zweiter Verleger in der Britischen Besatzungszone. Sänger wurde übernommen und war somit auch der erste Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. Er behielt diese Position bis zum 1. Oktober 1946, die nach ihm unter anderem der Braunschweiger Heraldiker Arnold Rabbow bekleidete.[4]

Anfangs erschien die Braunschweiger Zeitung aufgrund des herrschenden Papiermangels nur zweimal wöchentlich, ab November 1947 dreimal wöchentlich und seit September 1949 täglich. Bis Juni 1981 wurde die Braunschweiger Zeitung am Hutfiltern in der Innenstadt Braunschweigs gedruckt. Heute sind alle Abteilungen im Pressehaus zwischen Hamburger Straße und Mittelweg im Norden Braunschweigs ansässig. Das alte Pressehaus wurde in das Einkaufszentrum Burgpassage umgewandelt. In der Innenstadt ist weiterhin eine BZ-Geschäftsstelle am Packhof ansässig, in den Schloss Arkaden die BZ-Konzert-Kasse. Seit Februar 2013 ist die neue Druckerei an der Hansestraße im Norden Braunschweigs in Betrieb, die Druckerei zwischen Hamburger Straße und Mittelweg soll somit ebenso weichen wie das dortige Verlagsgebäude inklusive angeschlossener Kantine. Auf dem Grundstück der Ende 2010 abgerissenen ehemaligen „Öffentlichen Bücherei“ an der Langen Straße in der Braunschweiger Innenstadt entsteht derzeit das neue Verlagsgebäude der BZV Medienhaus GmbH, welches voraussichtlich im Sommer 2014 bezugsfertig sein wird.

Seit Ende Januar 2007 gehört der Braunschweiger Zeitungsverlag zur WAZ-Gruppe, heute Funke Mediengruppe, nachdem alle Gesellschafter, hauptsächlich die Hamburger Verlegerfamilie Voigt, ihre Anteile verkauft hatten. Mit den noch nicht übertragenen 25 Prozent der Norddeutschen Landesbank wird der gesamte Kaufpreis auf 210 Millionen Euro geschätzt. Im Jahr 2008 erhielt die Zeitung den „Lokaljournalistenpreis“ der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Vorläufer[Bearbeiten]

Als Vorläufer der Braunschweiger Zeitung gelten mehrere vom Druckhaus Limbach herausgegebene Zeitungen: die zweimal in der Woche herausgegebene Braunschweiger Reform (1867 bis ?), die 1880–1936 erschienene Braunschweigische Landeszeitung und der 1886–1941 herausgegebene Braunschweiger Stadtanzeiger, der 1906 in Braunschweiger Allgemeiner Anzeiger umbenannt wurde.

Weitere Braunschweiger Zeitungen[Bearbeiten]

Bereits im 17. Jahrhundert wurde in Braunschweig von Andreas Duncker eine wöchentlich erscheinende Zeitung verlegt. Sie bestand unter wechselnden Titeln bis 1785.

1745 gründete Herzog Karl I. die Zeitung Braunschweigische Anzeigen, die 1923 in Braunschweigische Staatszeitung umbenannt wurde und 1934 unter politischem Druck in die nationalsozialistische, von 1931 bis April 1945 erscheinende Braunschweiger Tageszeitung überging.

1848–1866 erschien in Braunschweig die Deutsche Reichs-Zeitung des Verlegers Eduard Vieweg, der von 1831 bis 1840 die Deutsche Nationalzeitung aus Braunschweig und Hannover vorausgegangen war.

1865–1897 gab es das Braunschweiger Tageblatt.

1871 gründete Wilhelm Bracke als SPD-Organ den Braunschweiger Volksfreund. Die Zeitung wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten. Im selben Jahr verboten wurde auch die seit 1920 erscheinende Neue Arbeiter-Zeitung. Nach dem Kriegsende 1945 erschien anstelle des Braunschweiger Volksfreunds als SPD-nahe Tageszeitung für das Land Braunschweig die Braunschweiger Presse. Redaktion, Druckerei und Verlag befanden sich im Braunschweiger Volksfreundhaus der SPD, dem sogenannten Roten Schloß. Am 30. Juni 1972 wurde sie eingestellt.[5]

Beschwerden beim Presserat[Bearbeiten]

Für ihre Berichterstattung im Zusammenhang mit der teilweisen Wiederherstellung des Braunschweiger Schlosses hat die Braunschweiger Zeitung am 3. März 2005 vom Deutschen Presserat eine Rüge erteilt bekommen:[6]

„Die Braunschweiger Zeitung verstieß mit der Berichterstattung über den Neubau eines Einkaufszentrums gegen die journalistische Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 [des Pressekodex]. Sie hatte über einen längeren Zeitraum über die geplante Wiederherstellung der Fassade des abgerissenen Braunschweiger Schlosses vor einem dahinter geplanten Einkaufszentrum berichtet. Dabei hatte sie immer wieder von einer Rekonstruktion und einer Kopie des Schlosses gesprochen. Dies ist aus Sicht des Presserats falsch und für die Leser irreführend, weil die geplante Wiederherstellung eines eher zweidimensionalen Bauobjekts tatsachenwidrig als dreidimensionaler historischer Baukörper dargestellt wird.“

Im selben Zusammenhang sprach der Presserat zwei Missbilligungen aus für die beiden Artikel „Schloss-Pläne sind fertig“ vom 10. April 2004 und „Rechtsstreit über Schloss-Arkaden“ vom 20. September 2004, in denen tatsachenwidrig behauptet wurde: „Mit dem Einkaufszentrum soll auch das 1960 abgerissene Braunschweiger Residenzschloss zu großen Teilen rekonstruiert werden“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918), in: Braunschweiger Werkstücke, Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek, Reihe A, Band 40, Der ganzen Reihe Band 93, Braunschweig 1995, ISBN 3-930459-08-6
  • Fritz Sänger: Verborgene Fäden – Erinnerungen und Bemerkungen eines Journalisten, Verlag neue Gesellschaft, 1. Auflage, Bonn 1978
  • Braunschweiger Zeitung, Spezial zum Aviso, Braunschweig 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNeues Braunschweigisches Wappenbuch. In: Newsclick – Braunschweiger Zeitung. Braunschweiger Zeitungsverlag, abgerufen am 28. November 2009: „Dr. Arnold Rabbow, ehemaliger Chefredakteur unserer Zeitung, […]“
  5. Stadtchronik Braunschweig – Einträge für das Jahr 1972
  6. Deutscher Presserat: Chronik der Rügen (1997-2005), abgerufen am 2. Dezember 2010