Brausetablette

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Brausetablette

Eine Brausetablette ist eine Darreichungsform, überwiegend von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, die in Wasser aufgelöst und getrunken wird. Es gibt auch Brausetabletten ohne Wirkstoffe, als Variante von Brausepulver.

Das Sprudeln[Bearbeiten]

Bis in die 1960er Jahre war es üblich und auch notwendig, eine Tablette in einem Glas Wasser so lange umzurühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hatte. Mit der Einführung der Brausetablette hat sich dies erübrigt.

Das Sprudeln kommt daher, dass ein Salz der Kohlensäure durch Reaktion mit einer Säure in Gegenwart von Wasser Kohlendioxid (CO2) abspaltet.[1] Dadurch wird der Lösungsvorgang der Tablette sehr stark beschleunigt. Die chemische Reaktion ist prinzipiell dieselbe wie bei Backpulver.

Als CO2-liefernde Komponente kommen Natriumcarbonate (Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat) oder Kaliumcarbonate in Frage, die freisetzende Komponente ist eine Säure wie Citronensäure, Weinsäure oder Äpfelsäure.

Sind in der Tablette Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) und Citronensäure (C6H8O7) enthalten, so kommt es bei der Zugabe von Wasser zu folgender Reaktion:

3 NaHCO3 + C6H8O7 → Na3C6H5O7+ 3 H2CO3

Verwendung[Bearbeiten]

Brausetabletten werden u. a. zur Medikamenteneinnahme von Schmerzmitteln und Hustenstillern angeboten.

Häufiger sind sie als Nahrungsergänzung gedacht - als Multivitaminpräparat oder zur Einnahme von Mineralstoffen. Es gibt auch Kombinationspräparate aus Vitamin C und Calcium oder Magnesium u. a.

Auch werden Brausetabletten zu anderen Zwecken, wie z.B. zur Reinigung bei Zahnprothesen, verwendet.

Vorteile[Bearbeiten]

Der auffälligste Vorteil ist, dass das früher übliche und notwendige Umrühren, bis sich die Tablette aufgelöst hatte, völlig entfällt.

Durch die Auflösung der Brausetablette im Wasser und die Konvektionsströmung durch das Sprudeln der Gasblasen wird eine recht gute Vermischung der Inhaltsstoffe im Wasserglas bewirkt. Damit ist sichergestellt, dass der Patient den Tabletteninhalt gelöst in ausreichend Wasser zu sich nimmt.

Das ist schonend für den Magen, da keine punktuell hohe Wirkstoffkonzentration auftritt. Schon gelöst getrunken können viele Substanzen schneller in die Blutbahn aufgenommen werden und damit rascher wirken. Bei Schluckbeschwerden (Halsschmerzen) oder Abneigung/Skepsis (etwa von Kindern) ist das Trinken einer Lösung angenehmer und damit erfolgreicher.

Nachteile[Bearbeiten]

Viele Arzneistoffe und auch einige Vitamine sind nicht wasserlöslich und/oder in wässriger Lösung nicht oder zumindest nicht lange stabil. Deshalb kann man nicht alle Arzneistoffe als Brausetablette geben. Auch findet sich aus diesem Grund häufig der Hinweis auf Vitaminpräparaten und Medikamenten, die Flüssigkeit unmittelbar nach dem Auflösen der Tablette zu trinken.

Bedingt durch die Zusammensetzung enthalten Brausetabletten häufig eine gewisse Menge Natrium. Dies ist laut neuen Studien nicht nur für Patienten mit Nierenerkrankungen, Bluthochdruck oder ähnlichem bedenklich, sondern kann auch beim gesunden Patienten das Risiko für Hypertonie und Schlaganfall erhöhen[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Langguth und Joachim Seydel: Überarbeitetes Glossar zu Begriffen der Pharmazeutik, Angewandte Chemie 123 (2011) 3635−3651.
  2. J. .. George, W. .. Majeed, I. S. Mackenzie, T. M. MacDonald, L. .. Wei: Association between cardiovascular events and sodium-containing effervescent, dispersible, and soluble drugs: nested case-control study. In: BMJ. 347, 2013, S. f6954–f6954, doi:10.1136/bmj.f6954.
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