Breckerfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Breckerfeld
Breckerfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Breckerfeld hervorgehoben
51.2613888888897.465375Koordinaten: 51° 16′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Ennepe-Ruhr-Kreis
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 58,78 km²
Einwohner: 8915 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58339
Vorwahlen: 02338, 02337 (Bühren), 02333 (Holle), 02331 (Rafflenbeul), 02195 (Schiffahrt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EN, WIT
Gemeindeschlüssel: 05 9 54 004
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Frankfurter Str. 38
58339 Breckerfeld
Webpräsenz: www.breckerfeld.de
Bürgermeister: Klaus Baumann (CDU)
Lage der Stadt Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Kreis
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Über dieses Bild

Die Hansestadt Breckerfeld [brɛkɐˈfɛɫt] liegt im nordwestlichen Sauerland, im südöstlichsten Teil des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen und ist die südlichste kreisangehörige Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises. Sie hat raumordnerisch die Funktion eines gut ausgebauten Unterzentrums. Breckerfeld ist seit dem Mittelalter Hansestadt. Seit dem 24. Juli 2012 führt die Stadt Breckerfeld offiziell den Namenszusatz "Hansestadt".[2]

Geografie[Bearbeiten]

Karte von Breckerfeld

Breckerfeld liegt ungefähr 17 km südlich von Hagen. Sie ist die flächenmäßig drittgrößte, aber der Einwohnerzahl nach kleinste Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises. Sie besitzt eine weitgehend ländliche Struktur in hügeliger Landschaft (devonische Rumpfflächenlandschaft des Rheinischen Schiefergebirges). Die höchste Erhebung, der Wengeberg, erreicht 441 m ü. NN[3] und ist auch die höchste Erhebung des Ruhrgebiets. Die Luvlage am nördlichen Rand des Rheinischen Schiefergebirges sorgt für ein recht kühles, regenreiches Klima mit Jahresniederschlägen um 1200 mm.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Breckerfeld gliedert sich formal in zwei Stadtteile:

Neben den Ortskernen dieser beiden Stadtteile besteht die Gemeinde aus zahlreichen kleineren Ortsteilen, darunter Berghausen, Brenscheid, Loh, Möcking, Osenberg und Rafflenbeul.

Nachbarkommunen[Bearbeiten]

Breckerfeld grenzt an folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Hagen, Schalksmühle, Halver (beide Märkischer Kreis), Radevormwald (Oberbergischer Kreis) und Ennepetal (Ennepe-Ruhr-Kreis) Nachbarkommunen nach Himmelsrichtungen:

Hagen
Ennepetal Nachbargemeinden
Radevormwald Halver Schalksmühle

Geschichte[Bearbeiten]

Der Breckerfelder Höhenrücken könnte bereits in der Antike besiedelt gewesen sein, denn man fand 1989 in der Flur Windhagen eine römische Statuette des Mars aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Auch einige römische Münzfunde bei Bühren aus dem 1. bis 3. Jahrhundert könnten Hinweis für kleinere germanische Siedlungen in dieser Zeit sein, es könnte sich aber auch nur um Verluststücke handeln.

An den im Hochmittelalter so wichtigen Höhenwegen entstand an der Kreuzung der Handelsstraßen Dortmund–Frankfurt, bzw. Dortmund–Köln Ende des 12. Jahrhunderts der Ort Brecheruuelde.

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes geht zurück in das Jahr 1184: Der Müller Eppechinus aus dem uicus Brecheruuelde war bei Wartungsarbeiten mit seinem Arm in das Mühlradgetriebe geraten und schwer verletzt worden. Er rief den Hl. Anno (Erzbischof Anno II. von Köln 1056–1075) um seine Fürsprache an und seine Wunden fügten sich wieder zusammen. Aus Dankbarkeit pilgerte der Geheilte zum Grab Annos nach Siegburg, wo Mönche seine Geschichte in einer Klosterhandschrift festhielten.[4]

Der Ort entwickelte sich rasch als Markt- und Gewerbe- und Kirchort. Das wichtigste Handelsgut von Breckerfeld wurde der Stahl, der in den umliegenden Wäldern aus Raseneisenstein gewonnen wurde. Die vielen kleinen Erzvorkommen wurden von Bauern und Waldschmieden abgebaut und in einfachen Rennöfen verhüttet. Zahlreiche in das 11. Jahrhundert datierbare Schlackehügel in den umliegenden Wäldern zeigen bis heute die Plätze der damaligen Erzgewinnung in den Kohlenmeilern. Der Stahl wurde dann von Breckerfeld aus in Holzfässern nach Köln oder anderswohin transportiert oder (wegen der Brandgefahr) in außerhalb der Stadtmauern liegenden Schmieden zu Messern und Dolchen weiterverarbeitet.[5]

Die Stadt entwickelte sich rasch, schon bald wurde die bisherige Pfarrkirche zu klein und man begann um 1390 mit dem Bau einer Basilika, heute die einzige spätgotische Basilika Westfalens.[6] Sie wurde Jakobus dem Älteren geweiht, da die Handelsstraßen zugleich Jakobswege, Pilgerwege nach Santiago de Compostela waren. 1396 erhielt Breckerfeld aufgrund seiner grenznahen Lage von seinem Landesherrn, dem Grafen Dietrich II. von der Mark, die Stadtrechte verliehen. Der Graf versprach sich von der noch unbefestigten Stadt wohl auch strategische Vorteile, da sie an der Grenze zum Herzogtum Berg lag, mit dessen Herzog Adolf er in einer Dauerfehde lag. Dietrichs Nachfolger, die Herzöge von Kleve, befestigten die Stadt und verliehen ihr auch die Rechte, eine Schlacht-, Brau- und Mahlsteuer zu erheben, sowie das Zollrecht. Im frühen 15. Jahrhundert wurde Breckerfeld Münzstätte.[7] Mitte des 15. Jahrhunderts stand der Stahlhandel Breckerfelds in voller Blüte, die Stadt wurde Mitglied der Hanse und seine Kaufleute bereisten ganz Europa. Ihre Aufenthalte lassen sich bereits im 14. Jahrhundert in Köln, Brügge und London nachweisen, im 15. Jahrhundert hielten sie sich in Lübeck, wo ein Kort von Breckerfeld 1420 auch als Bürgermeister geführt wird, in Riga, Reval, Nowgorod oder Moskau auf. Ihre Söhne wurden als Juristen und Theologen an Universitäten wie von Köln oder Rostock ausgebildet.[8]

Begehrt und berühmt war der sogenannte „Breckerfelder“. Dabei handelte es sich vermutlich um einen Kurzdolch. Nicht selten wurden diese Messer „veredelt“ und hochstehenden Persönlichkeiten verehrt.[9]

Kartenausschnitt Le Comte de la Marck, Sanson 1692

Im 16. Jahrhundert schwand die Wirtschaftskraft der Stadt. Auch in anderen europäischen Ländern wurde nun Stahl in ähnlicher Qualität wie in Breckerfeld produziert, vor allem die Nutzung der Wasserkraft in den Flusstälern, mit der Eisen und Stahl nun andernorts weitaus billiger und besser verarbeitet werden konnte, brachte für Breckerfeld den wirtschaftlichen Niedergang.[8]

1520, 1557, 1628, 1655, 1658, 1711 und 1727 suchten auch noch verheerende Brände die Stadt heim. Im Jahr 1719 wohnten nur noch 483 Bürger und 441 Kinder in der Stadt.[10] Der letzte Brand war so zerstörerisch, dass der Landesherr, Friedrich Wilhelm I. von Preußen, am 8. September 1728 eine Generalkollekte durchführen ließ, um die Not zu lindern. Doch er musste auch noch anderweitig eingreifen: Die reformierte Gemeinde der Stadt hatte bei dem Brand ihr Gotteshaus verloren. Die lutherische Gemeinde weigerte sich aber trotz königlichen Befehls, ihre Jakobus-Kirche zur Mitnutzung zur Verfügung zu stellen. Erst der Einsatz von 264 Soldaten zwang die aufmüpfigen Christen zur Toleranz.[11] Die erste authentische Ansicht der Stadt stammt aus dem Jahre 1856, aus der Feder des Dortmunder Zeichners Joseph Lübke. Mit seiner Zeichnung hatte der Künstler auch erstmals eine (ferne) Ansicht der 1812 erbauten Windmühle geliefert.[12] Auch die Webstühle, die Mitte des 18. Jahrhunderts kurzfristig eine kleine Textilindustrie begründeten, konnten der Wirtschaftskraft der Stadt keinen Schwung mehr verleihen.[13]

Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1975

Ein wegen seiner Kurzlebigkeit kaum beachtetes Gewerbe entstand im 19. Jahrhundert: das Uhrmacherhandwerk. Gebaut wurden Standuhren von den Uhrmachern Schmirnbach und Flüß.[14]

Die Stimmung in Breckerfeld war am Ende des 19. Jahrhunderts offenbar so schlecht, dass 1896 sogar die 500-Jahr-Feier abgesagt wurde. Die Entwicklung der Stadt war hinter den Erwartungen zurückgeblieben, nicht zuletzt, da Breckerfeld nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen war. Die „Postkutschenzeit“ ging erst 1907 zu Ende, als die Kleinbahn Haspe–Voerde nach Breckerfeld verlängert wurde.

Am 1. Januar 1970 wurde die ehemals selbstständige Gemeinde Dahl in die Stadt Breckerfeld eingemeindet[15] – auch bekannt als Breckerfeld 2. Der Landtag beschloss jedoch die Umgemeindung dieses Gebiets in die kreisfreie Großstadt Hagen mit Wirkung vom 1. Januar 1975.[16]

Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Waldbauer, heute Zurstraße, eingemeindet.[16][17] In den letzten Jahrzehnten nahm die Stadt eine Aufwärtsentwicklung. So wurde Mitte der 1960er Jahre nicht nur ein Industrie- und Gewerbegebiet nördlich der Innenstadt ausgewiesen, die Zahl der Einwohner stieg stetig an und südlich der Stadt entstanden umfangreiche neue Wohngebiete.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[18][19]
Wahlbeteiligung: 61,50 % (2004: 61,55 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,53 %
20,73 %
11,14 %
10,88 %
7,73 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,26 %p
-5,48 %p
+1,43 %p
-0,50 %p
+1,30 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 30. August 2009 führte zu folgender Sitzverteilung:[20]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstadt ist Gençay (Frankreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Breckerfeld ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Die Stadt ist Durchgangsstation des Pilgerweges nach Santiago de Compostela.

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtkern[Bearbeiten]

Im historischen Ortskern Breckerfelds existieren noch heute große Teile der spätmittelalterlichen Stadtmauer (Westring/Ostring). Außerdem befinden sich im Stadtkern überdurchschnittlich viele denkmalgeschützte Gebäude. Auf dem Alten Friedhof findet sich zudem ein Kriegerdenkmal von 1870/71, das dort in den 1960er-Jahren von der Denkmalstraße hinversetzt wurde.[21] Dort bildet es zusammen mit den Ehrenmalen für die Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges und einem Friedenszeichen aus den 1990er-Jahren ein Ensemble, das die Geschichte des öffentlichen Totenkultes in Breckerfeld nachvollziehbar werden lässt.

Im Stadtkern befindet sich darüber hinaus das Heimatmuseum mit alter Hufschmiede, Schusterwerkstatt und Exponaten aus den Bereichen Flachsherstellung und Textilbearbeitung sowie vielen Wechselausstellungen.

Evangelische Jakobus-Kirche[Bearbeiten]

evangelische Jakobus-Kirche

Das historisch bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die evangelische Jakobus-Kirche, die mitten im Zentrum der Stadt bis heute von einem Kirchhof umgeben ist. Sie ist die einzige spätgotische Basilika Westfalens, mit ihrem Bau wurde bereits vor 1390 begonnen. Sie verfügt über einen Flügelschnitzaltar, der zu den herausragendsten Altarwerken des westfälischen Raums gehört. Nach dendrologischen Untersuchungen wird seine Entstehung auf die Jahre um 1510 datiert. Nur weibliche Heilige befinden sich auf den Altarflügeln. Jeweils zu sechst – drei in einer Reihe – stehen sie im linken und im rechten Flügel des dreiteiligen Altars. So umgeben sie die Mutter Gottes, die das Jesuskind im Arm hält. Maria wird eingerahmt von den einzigen männlichen Heiligen in dieser Runde: von Sankt Jakobus auf der linken und Sankt Christophorus auf der rechten Seite. Der Altarfuß trägt die drei Altarteile und zeigt das Abendmahl und die Fußwaschung von Petrus.[22] Zum weiteren historischen Inventar der Jakobus-Kirche gehören ein gotisches Kruzifixus sowie eine geschnitzte Barockkanzel.[23]

Katholische St.-Jakobus-Kirche[Bearbeiten]

katholische Kirche St. Jakobus

Die ganz in der Nähe stehende katholische St.-Jakobus-Kirche, ursprünglich erbaut als Kirche der reformierten Gemeinde nach dem großen Stadtbrand von 1727, besitzt eine möglicherweise mittelalterliche Pietà und Apostelfiguren sowie ein Taufbecken aus dem Barock.[24] Vor dem Portal der Pfarrbücherei an der Frankfurter Straße liegt eine ehemalige Mensa (Altarplatte).[25]

Talsperren[Bearbeiten]

Heilenbecker Talsperre in Breckerfeld

Auf dem Stadtgebiet liegen die Ennepetalsperre, die Glörtalsperre und die Heilenbecker Talsperre, die zur Wasserversorgung und zur Flussregulierung der Ruhr eingesetzt wurden und teilweise noch werden. Insbesondere die Glörtalsperre dient heute hauptsächlich der Erholung, nachdem sie zu Anfang des 21. Jahrhunderts nach Diskussionen um eine eventuelle Schließung renoviert wurde.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ende der 1990er-Jahre wurde auf dem Stadtgebiet der aus mehreren Gebäuden (Mühle, Backspeicher, Kornspeicher, Bienenhaus, Backhaus, Krämerladen, Kaffeestube) bestehende Mühlenhof Breckerfeld zur touristischen Nutzung errichtet.

Wintersport[Bearbeiten]

In Breckerfeld werden in jedem Winter am Rande des Wandergebietes Krägeloher Forst bei ausreichendem Schneefall Loipen mit einer Gesamtlänge von etwa zehn Kilometern gespurt. Im Ortsteil Epscheid gibt es zudem einen Schlepplift.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jakobusbrunnen in Breckerfeld

Ende April veranstaltet der Heimatverein der Stadt Breckerfeld e. V. das jährliche Aufstellen des Maibaumes auf dem Parkplatz Hochstraße. Die Tradition des Maibaumaufstellens wurde im Jahre 1988 wieder aufgenommen. Der Heimatverein hat die Organisation unter Mithilfe der ortsansässigen Geschäftsleute übernommen.

Der Bauernschützenverein von 1396 veranstaltet in seiner Heimatstadt Breckerfeld nunmehr seit mehr als 300 Jahren jährlich das traditionelle Bauernvogelschießen. Samstagmorgens formiert sich der Zug der Bauernschützen in blauen Kitteln vor der Gaststätte Flüs, um nach einem gemeinsamen Marsch zum Rathaus den Bürgermeister abzuholen.

Die gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen Junggesellen-Schützenfest und Jakobuskirmes locken jedes Jahr viele Besucher nach Breckerfeld. Das traditionelle Junggesellen-Schützenfest beginnt freitags mit einer Zeltparty im großen Festzelt am Busbahnhof. Samstags ab 11 Uhr ziehen die Junggesellen nach dem Antreten am Festzelt zur Schießwiese an der Wahnscheider Straße, wo das Pfänder- und Königsschießen stattfindet. Sonntags findet dann noch ein Frühschoppen statt.

Waren aus der Land- und Forstwirtschaft der Breckerfelder Landwirte werden Ende September auf dem Breckerfelder Bauernmarkt angeboten.

Der Breckerfelder Weihnachtsmarkt findet stets am 2. Adventswochenende auf dem Kirchplatz rund um die alte Jakobuskirche statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher war die Wirtschaft im Breckerfelder Raum gekennzeichnet vom Erzbergbau, der Eisen- und Stahlerzeugung sowie der Metallverarbeitung.

Auf dem Stadtgebiet Breckerfelds befinden sich zwei Gewerbegebiete, darunter das Gewerbegebiet Südlich Königsheide. Weitere Unternehmen sind zum Teil in den Rest des Stadtgebiets integriert.

Die REV Ritter GmbH hat ihr Logistikzentrum mit dem Hauptlager (ehemals düwi Handels- und Produktionsgesellschaft mbH) mit zirka 150 Beschäftigten in Breckerfeld.

Verkehr[Bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof von Breckerfeld

Der Bahnhof Breckerfeld war die Endstation der Kleinbahn Haspe–Voerde–Breckerfeld. Heute ist Breckerfeld mittels verschiedener Busverbindungen aus den Nachbargemeinden zu erreichen. Einen Bahn- oder Straßenbahnanschluss gibt es nicht mehr.

Bildung[Bearbeiten]

Breckerfeld besitzt eine Grund- und Hauptschule sowie eine Realschule (die evangelische St. Jacobus Realschule). Überdies befindet sich die Freie Theologische Fachschule Breckerfeld e. V. auf dem Stadtgebiet.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die Stadt Breckerfeld verfügt über kein eigenes Krankenhaus. Die medizinische Versorgung übernehmen die Krankenhäuser im angrenzenden Hagen. Die medizinische Grundversorgung übernehmen drei niedergelassene Allgemeinmediziner, ein Rettungswagen des Roten Kreuzes im 24-Stunden-Dienst, drei Zahnärzte und zwei Apotheken. Zudem gibt es im Ortsteil Waldbauer eine Fachklinik für Epilepsie der vBA Bethel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen, die in Breckerfeld geboren wurden:

  • Carl Baunscheidt (1809–1873), Lehrer, Erfinder, Begründer der Baunscheidt-Therapie
  • Peter Nicolaus Casper Egen (1793–1849), Lehrer, Schuldirektor, vortragender Rat in Berlin
  • Dieter Haak (1938–2012), ehemaliger Justizminister von Nordrhein-Westfalen (SPD)
  • Julius Löwen (1822–1907), Seidenfabrikant, Mitbegründer der Brüderbewegung und Kirchenlieddichter

Personen, die anderweitig mit der Stadt verbunden sind:

  • Nena, bürgerlich Gabriele Susanne Kerner (* 1960), Popmusikerin, verbrachte ihre Kindheit in Breckerfeld
  • Hans Reichel (1949–2011), Musiker, Instrumentenerfinder (Daxophon) und Schriftgestalter, verbrachte seine Kindheit in Breckerfeld
  • Katharina Woschek (* 1988), Schauspielerin (Marienhof, Alles was zählt u. a.), aufgewachsen in Breckerfeld

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Giersiepen, Friedrich Recker, Ottmar Scholl: Das alte Breckerfeld, Breckerfeld in Wort und Bild, Gummersbach 1981
  • Heimatverein der Stadt Breckerfeld e. V. (Hrsg.): Breckerfeld 600 Jahre Stadt, 1396–1996, Ennepetal 1996
  • Heimatverein der Stadt Breckerfeld e. V. (Hrsg.): Breckerfelder Telegraph, Jahrgang 1998ff
  • Horst Hoffmann, Hans Pfingsten, Bärbel Vondracek, Peter Weinbach: Zeitsprünge Breckerfeld, Erfurt 2008
  • Anton Meier: Geschichte und Urkundenbuch des Amtes Breckerfeld im Landkreise Hagen (Westfalen), 2 Bde., Breckerfeld 1900 (Online: ULB Münster), Nachdruck Breckerfeld 1973
  • Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Breckerfeld (Hrsg.): 1252–2002, 750 Jahre Kirche in Breckerfeld, Essen 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breckerfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt – Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012
  3. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  4. Wilfried G. Vogt, Die urkundliche Ersterwähnung der Pfarre Breckerfeld im Jahre 1252, in: 1252–2002. 750 Jahre Kirche in Breckerfeld, S. 15
  5. Wilhelm Bleicher: Zur Archäologie im Bereich von Breckerfeld, in: Breckerfeld 600 Jahre Stadt, S. 49ff
  6. Roland Pieper: Die alte Pfarrkirche zu Breckerfeld. Eine architekturgeschichtliche Bestandsaufnahme, in: 1252–2002. 750 Jahre Kirche in Breckerfeld, S. 44-74
  7. Gerhard von der Mark ließ hier vor 1417 und vermutlich auch zu einem späteren Zeitpunkt Pfennige, Hellinge und Vierlinge schlagen. Der Heimatforscher Wilfried G. Vogt berichtet über den Werdegang der Stadt auf dem Weg zur Münzstätte im „Breckerfelder Telegraph“ 2008/09, S. 5-22. In der Ausgabe 2009/10 erläutert W. G. Vogt die Pfennigschläge, in der Ausgabe 2010/11 geht Vogt auf den Seiten 17-26 auf die Vierlinge und Hellinge ein.
  8. a b Wilhelm Giersiepen unter andere: Das alte Breckerfeld, Gummersbach 1981, S. 16.
  9. Eine Zusammenfassung dazu findet sich im Aufsatz von Wilfried G. Vogt im „Breckerfelder Telegraph“ 1997. Neuerdings gibt es auch eine Fortschreibung dazu im Märkischen Jahrbuch für Geschichte, 2007.
  10. Die Stadtbrände behandelt ein Aufsatz von W. G. Vogt: Brackervelde exuritur – Breckerfeld brennt völlig aus. Chronologie Breckerfelder Stadtbrände im Spiegel der Überlieferungen. In: Märkisches Jahrbuch für Geschichte Bd. 102 (2002), S. 81ff.
  11. Helmut Dieterle: Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Breckerfeld, in: Breckerfeld 600 Jahre Stadt, S. 56
  12. Wilfried G. Vogt: Breckerfeld 1856. Teil 1. Die Stadtansicht des Zeichners Joseph Lübke als Medium stadt- und baugeschichtlicher Kulturpflege. Mit einem Exkurs zur ehemaligen Windmühle auf dem Spelbrink 'Spielbrink'. In: Breckerfelder Telegraph 2011/12, S. 9-24. Unter dem Titel 'Die Stadtarchitektur im lokalen Gedächtnis - Entstehungskontexte, Analysen und Interpretationen', liegt nunmehr in der Ausgabe 2012/2013 Teil 2 der kommentierenden Bildbetrachtung vor (S. 5-26). Die ehemaligen Repräsentationsbauten Haus Goldenberg und Voormann werden dabei vorgestellt. Ergänzt wird Vogts Untersuchung durch Exkurse der lokalen Flurnamen Baumhof, Bummert und Spelbrinck.
  13. Wilhelm Giersiepen unter andere: Das alte Breckerfeld, Gummersbach 1981, S. 17.
  14. In zwei Beiträgen stellt W. G. Vogt diesen Handwerkszweig der Stadt vor. Siehe dazu: Breckerfelder Telegraph 2004, S.19ff. und 2005 S. 18ff.
  15.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 111.
  16. a b  Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  17. Heinz Johann: Geschichte der ehemaligen Gemeinde Waldbauer, in: Breckerfeld 600 Jahre Stadt, S. 22ff
  18. http://www.breckerfeld.de/Wahlen/GM2009HTML/wahl.html
  19. http://www.breckerfeld.de/Wahlen/GM2004HTML/wahl.html
  20. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c954004kw0900.html
  21. Die Bau-Geschichte des Kriegerdenkmals von 1870/71 erforschte der Breckerfelder Heimatforscher W. G. Vogt: „… wir wollen sie ehren durch ein steinernes Denkmal. Breckerfelder Epitaphe und Kriegerdenkmäler des 19. Jahrhunderts. Mit einem Exkurs zum Trauerstab“. In: Breckerfelder Telegraph 2007/08, S. 7ff.
  22. Andrea Zupanic: Der Schnitzaltar in der evangelischen Jakobus-Kirche, in: 1252–2002. 750 Jahre Kirche in Breckerfeld, S. 120.
  23. Der Ortsforscher W. G. Vogt hat nachweisen können, dass diese nicht, wie immer wieder behauptet wird, aus einer Breckerfelder Werkstatt stammt, sondern laut Rechnungen der ev. Jakobus-Kirche im 18. Jh. von der Schwelmer Kirche angekauft wurde. Im Turm wird ferner eine funktionsfähige, schmiedeeiserne Uhr ausgestellt, die 1756 der Solinger Uhrmacher Johann Wilhelm Herder schuf. Die Geschichte dieser Uhr untersuchte der Breckerfelder Heimatforscher Wilfried G. Vogt, veröffentlicht unter dem Titel Historische Uhren in Breckerfeld, im Festbuch der ev. Kirchengemeinde (S. 199-212). Eine Zusammenfassung der Kirchen- und Stadtgeschichte befindet sich im Festbuch der ev. Kirchengemeinde: 1252–2002. 750 Jahre Kirche in Breckerfeld. Namhafte Autoren äußerten sich dort zu den unterschiedlichsten Aspekten der historischen wie neueren Stadtgeschichte.
  24. Zur steinernen Wappentafel über dem Kirchenportal liegt seit 2006 eine umfangreiche Forschungsarbeit des Ortsforschers Wilfried G. Vogt vor. „Preußische Staatsheraldik am Breckerfelder Kirchenportal. Das Große Staatswappen König Friedrich I. am Portal der katholischen, vormals reformierten Kirche“. Veröffentlicht im Breckerfelder Telegraph 2006, S. 13ff.
  25. Den Weg dieser alten Platte erforschte der Heimatforscher Wilfried G. Vogt. Unter dem Titel »SOLI DEO GLORIA« ‚Gott allein die Ehre‘, berichtet er im Breckerfelder Telegraph 2010/11 (S. 27-37) »Über das wechselvolle „Leben” einer ehemaligen Altarplatte im Kontext der Breckerfelder Stadtgeschichte«. Im Breckerfelder Telegraph 2012/2013 (S. 27-45) schildert W. G. Vogt neuerdings ausführlich die Baugeschichte dieses Gotteshauses und liefert dazu bislang nie veröffentlichte Baupläne.