Breda

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Breda (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Breda
Flagge der Gemeinde Breda
Flagge
Wappen der Gemeinde Breda
Wappen
Provinz Nordbrabant Nordbrabant
Bürgermeister Peter A.C.M. van der Velden
Sitz der Gemeinde Breda
Fläche
 – Land
 – Wasser
129,15 km²
126,99 km²
2,16 km²
CBS-Code 0758
Einwohner 179.937 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 1393 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 35′ N, 4° 46′ O51.5902777777784.7725Koordinaten: 51° 35′ N, 4° 46′ O
Bedeutender Verkehrsweg A16 E19 A27 E311 A58 E312
Vorwahl 076
Postleitzahlen 4811
Website www.breda.nl
Lage von Breda in den Niederlanden

Breda ( anhören?/i) ist eine Gemeinde der niederländischen Provinz Nordbrabant mit 179.937 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014). Sie besteht aus der Stadt Breda und den Dörfern Bavel, Prinsenbeek, Teteringen, Ulvenhout und Hazeldonk.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt Breda liegt an der wichtigen Handelsstraße RotterdamAntwerpen. Auto- und Eisenbahnen führen von Breda nach Tilburg, Roosendaal und Utrecht. In der Gemeinde kommen die Flüsse Mark und Aa of Weerijs zusammen, davon leitet sich der Name der Stadt ab: Brede Aa, also „Breite Aa“, weil der Fluss sich verbreitert.

Breda liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Die nächsten Flughafen sind Amsterdam-Schiphol (internationales Drehkreuz, 108 km), Eindhoven (national und Billigflieger, 58 km) und Seppe (Allgemeine Luftfahrt, 20 km). Direkt vor der Stadt liegt der Militärflugplatz von Gilze en Rijen.

Die Stadt hat eine vielseitige Industrie, u. a. Nahrungsmittel und Maschinenteile. Die Royal Cosun-Gruppe hat hier ihren Sitz. Das Exportbier „Breda“ aus der ortsansässigen „Oranjeboom“-Brauerei (Teil des InBev-Konzerns, der auch viele bekannte belgische Biermarken führt und in Breda ein großes Büro hat) ist sehr beliebt. Es gibt in Breda ein Amtsgericht und viele Büros von Dienstleistungsunternehmen und Behörden. Die Stadt ist seit 1853 Sitz eines Bischofs der Römisch-Katholischen Kirche.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Grote Kerk in Breda
Bouvigne
Hafen
Kastell
Wappen am Eingang zum Kastell
kleiner Wanderweg in Mastbos
Princenhage
Die Übergabe von Breda (Las Lanzas)Diego Velázquez, um 1635; Prado, Madrid

Breda hat eine Altstadt mit vielen historischen Gebäuden. Der große Marktplatz (Grote Markt) ist der Mittelpunkt der Stadt. Hier liegen neben zahlreichen Cafés und Restaurants auch das alte Rathaus (Oude Stadhuis) und die Große oder Liebfrauenkirche (Grote of Onze Lieve Vrouwekerk). Im Südosten des historischen Stadtkerns liegt die katholische St.-Antonius-Kathedrale.

Ebenfalls sehenswert ist der Beginenhof inmitten eines Stadtparks, ein kleines Viertel innerhalb der Altstadt, früher bewohnt von der Gemeinschaft der Beginen. Das aus dem 17. Jahrhundert datierende Stadtschloss (Kasteel van Breda) beherbergt die Königlich Niederländische Militärakademie (Koninklijke Militaire Academie) und ist nicht zu besichtigen. Das Wassertor Spanjaardsgat ist ein Rest der ehemaligen Stadtbefestigung. Im Wald Mastbos im Süden der Stadt liegt das Kasteel Bouvigne mit seinen öffentlichen Gärten.

Geschichte[Bearbeiten]

Bredaer Kompromiss[Bearbeiten]

Am 16. Februar 1566 unterzeichneten in Breda 16 niederländische Edelleute den sogenannten „Bredaer Kompromiss“, in dem sie um Abschaffung der von Philipp II. verschärften Religionsedikte und um Aufhebung der Inquisition baten. Dieses Aktenstück unterschrieben nach und nach 400 niederländische Edelleute, und es entstand daraus der Geusenbund. Der Bredaer Kompromiss war der Beginn des niederländischen Aufstandes gegen Spanien.

Deklaration von Breda[Bearbeiten]

Karl II. von England erließ von Breda aus im April 1660 vor seiner Thronbesteigung die sogenannte „Deklaration von Breda“, in der er den Engländern unter anderem Amnestie und Gewissensfreiheit versprach.

Friedensschlüsse[Bearbeiten]

Breda war Vertragsort für mehrere Friedensverträge:

  • 1575 schloss Spanien mit den niederländischen Provinzen Frieden; das hinderte die Spanier aber nicht daran, sechs Jahre später die Stadt Breda zu belagern (siehe unten).
  • Am 31. Juli 1667 fand hier nach einem mehrjährigen Seekrieg ein wichtiger Friedensschluss zwischen Holland und England statt. Beide Parteien gaben einander ihre Eroberungen zurück und England bewilligte eine Milderung der Navigationsakte (→ Frieden von Breda).
  • 1746 und 1747 kam es in Breda zum Friedensschluss zwischen Frankreich, England und den Niederlanden.

Belagerungen[Bearbeiten]

Breda wurde mehrmals belagert:

  • 1581 wurde es von den Spaniern durch Überrumpelung eingenommen; erst 1590 unter Moritz von Oranien gelang die Rückeroberung durch eine List, indem 70 Soldaten, in einem Torfschiff versteckt, in die Festung gelangten.[2]
  • Im Achtzigjährigen Krieg wurde Breda am 2. Juni 1625 vom spanischen General Ambrosio Spinola nach neunmonatiger Belagerung eingenommen. Die Übergabe der Stadt wurde 1635 auf einem Bild von Diego Velázquez (Originaltitel Las Lanzas oder gewöhnlich Die Übergabe von Breda) festgehalten. 1637 wurde die Stadt dann vom niederländischen Statthalter Friedrich Heinrich von Oranien nach einer Belagerung von elf Wochen zurückerobert und durch den Westfälischen Frieden den Vereinigten Niederlanden zugesichert.
  • Am 25. Februar 1793 wurde Breda von dem Befehlshaber Graf Bylandt fast kampflos an den französischen General Dumouriez übergeben, von den Franzosen jedoch nach ihrer Niederlage bei Neerwinden (18. März 1793) wieder geräumt. 1795 fiel die Stadt, als ganz Holland von Pichegru erobert wurde, erneut in die Hände der Franzosen.
  • Als im Dezember 1813 bei der Annäherung der russischen Vorhut unter Alexander von Benckendorff die französische Garnison einen Ausfall machte, erhob sich die Bürgerschaft und verwehrte den Franzosen die Rückkehr in die Stadt, die diese von Antwerpen aus am 20. und 21. Dezember vergeblich wiederzuerobern suchten.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Obwohl französische Truppen unter General Henri Giraud schon am 10. Mai 1940 (erster Tag Westfeldzug) einmarschierten, um bei der Verteidigung Bredas zu helfen, fiel die Stadt schon bald in deutsche Hände. Die 1. Polnische Panzerdivision eroberte Breda am 29. Oktober 1944 zurück. Dafür wurden alle Soldaten dieser Einheit zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das panoptische Gefängnis von Breda der einzige Gefängnisort für deutsche Kriegsverbrecher in den Niederlanden, die „Vier von Breda“: Willy Lages (1966 entlassen wegen Krankheit), Joseph Johann Kotälla (1979 im Gefängnis verstorben), sowie Ferdinand Hugo aus der Fünten und Franz Fischer, die beide 1989 nach 40 Jahren Haft entlassen wurden.

Weiteres[Bearbeiten]

Bis 1795 waren die Bürger von Breda dem Baron von Breda untergeben, der gleichzeitig Graf von Nassau war.

Kultur[Bearbeiten]

Seit 1971 findet in der gesamten Altstadt an vier Tagen im Mai das Breda Jazz Festival statt, das traditionellem Jazz gewidmet ist.

Trivia[Bearbeiten]

Seit 2007 findet in Breda auf Initiative der Künstler Bart Rouwenhorst und Jos Vogelpoel am jeweils ersten Wochenende des Septembers der Tag der Rothaarigen statt. Laut des Veranstalters kam man im Jahre 2009 auf 4000 Anmeldungen, so waren es im Jahre 2012 bereits 14000 aus über 70 Ländern der ganzen Welt.[3]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Breda unterhält Städtepartnerschaften mit dem polnischen Breslau sowie mit Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis, Hessen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breda – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Illustration von Frans Hogenberg von 1590: Breda. Troien ist eingenomen durchs Listig hultzen pferdt, Gleich so ist Breda durch ein Torfschiff von geringer Werdt (Digitalisat)
  3. http://www.redheaddays.nl/de/wer-was-wo-und-wann