Breda
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| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Breda (Begriffsklärung) aufgeführt. |
(Flagge von Breda) |
(Wappen von Breda) |
| Provinz | Nordbrabant |
| Bürgermeister | Peter A.C.M. van der Velden |
| Sitz der Gemeinde | Breda |
| Fläche – Land – Wasser |
129,15 km² 126,99 km² 2,16 km² |
| Einwohner – Bevölkerungsdichte |
170.491 (1. Januar 2007) 1.326 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 51° 35′ N, 4° 46′ OKoordinaten: 51° 35′ N, 4° 46′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | A16 |
| Vorwahl | 076 |
| Postleitzahlen | 4811 |
| Website | www.breda.nl |
Breda (
anhören ?/i) ist eine Stadt in der niederländischen Provinz Nordbrabant mit etwa 170.000 Einwohnern. Die Gemeinde Breda besteht nebst der Stadt Breda selber aus den Dörfern: Bavel, Prinsenbeek, Teteringen und Ulvenhout.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage und Wirtschaft
Die Stadt Breda liegt an der wichtigen Handelsstraße Rotterdam - Antwerpen. Auto- und Eisenbahnen führen von Breda weiter noch nach Tilburg, Roosendaal und Utrecht. In der Gemeinde kommen die Flüsse Mark und Aa of Weerijs zusammen, woher sich auch der Stadtname ableitet: Brede Aa, also „Breite Aa“, weil der Fluss sich um einiges verbreitert.
Breda liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
Die nächsten Flughafen sind Amsterdam-Schiphol (internationales Drehkreuz, 108 km), Eindhoven (national und Billigflieger, 58 km) und Seppe (Allgemeine Luftfahrt, 20 km). Direkt vor der Stadt liegt der Militärflughafen von Gilze en Rijen.
Die Stadt hat eine vielseitige Industrie, u.a. Nahrungsmittel und Maschinenteile. Auch die Hauptverwaltung der Royal Cosun Gruppe ist in Breda. Das Exportbier „Breda“ aus der ortsansässigen „Oranjeboom“-Brauerei (Teil des InBev-Konzerns, der auch viele bekannte belgische Biermarken führt und in Breda auch ein großes Büro hat) ist sehr beliebt. Es gibt in Breda ein Amtsgericht und auch viele Büros von Dienstleistungsunternehmen und Behörden. Die Stadt ist seit 1853 Sitz eines Bischofs der Römisch-Katholischen Kirche.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Die Stadt Breda hat eine sehenswerte Altstadt mit vielen historischen Gebäuden. Der große Marktplatz (Grote Markt) ist der zentrale Punkt der Stadt. Hier liegen neben zahlreichen Cafes und Restaurants auch das alte Rathaus (Oude Stadhuis) und die Große oder Liebfrauenkirche (Grote of Onze Lieve Vrouwekerk).
Ebenfalls sehenswert ist der Beginenhof inmitten eines schönen Stadtparks, ein kleines Viertel innerhalb der Altstadt, früher bewohnt von der Gemeinschaft der Beginen. Das aus dem 17. Jahrhundert datierende Stadtschloss(Kasteel van Breda) beherbergt die Königlich Niederländische Militärakademie (Koninklijke Militaire Academie) und ist daher nicht zu besichtigen. Das Wassertor Spanjaardsgat ist ein Rest der ehemaligen Stadtbefestigung. In einem Wald im Süden der Stadt befindet sich das Kasteel Bouvigne mit seinen öffentlichen Gärten.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Bredaer Kompromiss
Am 16. Februar 1566 unterzeichneten in Breda 16 niederländische Edelleute das sogenannte „Bredaer Kompromiss“, in dem um Abstellung der von König Philipp II. verschärften Religionsedikte und um Aufhebung der Inquisition gebeten wurde. Dieses Aktenstück unterschrieben nach und nach 400 niederländische Edelleute, und es entstand daraus der Geusenbund. Der Bredaer Kompromiss war der Beginn des niederländischen Aufstandes gegen Spanien.
[Bearbeiten] Deklaration von Breda
Karl II. von England erließ von Breda aus im April 1660 vor seiner Thronbesteigung die sogenannte „Deklaration von Breda“, in der er den Engländern unter anderem Amnestie und Gewissensfreiheit versprach.
[Bearbeiten] Friedensschlüsse
1575 zwischen Spanien und den niederländändischen Provinzen; 1746 und 1747 zwischen Frankreich, England und den Niederlanden.
Am 31. Juli 1667 fand hier nach einem mehrjährigen Seekrieg ein wichtiger Friedensschluss statt zwischen Holland und England, in dem beide Teile die gemachten Eroberungen einander zurückgaben und England eine Milderung der Navigationsakte bewilligte (→ Frieden von Breda).
[Bearbeiten] Belagerungen
Breda wurde mehrmals belagert. 1581 wurde es von den Spaniern durch Überrumpelung genommen, und erst 1590 unter Moritz von Oranien gelang die Rückeroberung durch eine List, indem 70 Soldaten, in einem Torfschiff versteckt, in die Festung gelangten.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Breda 1625 vom spanischen General Ambrosio Spinola nach neunmonatiger Belagerung, dann 1637 von dem niederländischen Statthalter Friedrich Heinrich von Oranien nach einer Belagerung von elf Wochen erobert und durch den Westfälischen Frieden den Vereinigten Niederlanden zugesichert.
Am 25. Februar 1793 wurde Breda von dem Befehlshaber Graf Bylandt fast kampflos an den französischen General Dumouriez übergeben, von den Franzosen jedoch nach ihrer Niederlage bei Neerwinden (18. März 1793) wieder geräumt. 1795 fiel die Stadt, als ganz Holland von Pichegru erobert wurde, erneut in die Hände der Franzosen. Als im Dezember 1813 bei der Annäherung der russischen Avantgarde unter Benkendorf die französische Garnison einen Ausfall machte, erhob sich die Bürgerschaft in Masse und verschloss den Franzosen die Rückkehr in die Stadt, die jene von Antwerpen aus am 20. und 21. Dezember vergeblich wiederzuerobern suchten.
[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg
Obwohl französische Truppen unter General Henri Giraud schon am 10. Mai 1940 einmarschierten um bei der Verteidigung Bredas zu helfen, fiel die Stadt schon bald in deutsche Hände. Die 1. Polnische Panzerdivision eroberte Breda wieder am 29. Oktober 1944. Dafür wurden alle Soldaten dieser Einheit zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt. Nach dem Krieg war das panoptische Gefängnis von Breda der einzige Platz in den Niederlanden, wo deutsche Kriegsverbrecher gehalten wurden, die „Vier von Breda“: Willy Paul Franz Lages (1966 entlassen wegen Krankheit), Joseph Johann Kotälla (1979 im Gefängnis verstorben), sowie Ferdinand Hugo aus der Fünten und Franz Fischer, die beide 1989 nach 40 Jahre Haft entlassen wurden.
[Bearbeiten] Weiteres
Bis 1795 waren die Bürger von Breda dem Baron von Breda untergeben, der gleichzeitig Graf von Nassau war.
[Bearbeiten] Partnerstädte
- Breslau, Polen
- Dillenburg (Hessen)
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Söhne und Töchter Bredas:
- Johannes Corputius (*1542 / †1611 in Groningen), Militär und Kartograf
- Paul Bril (*1553/1554 möglicherweise in Breda / †1626 in Rom), Maler
- Dries van Kuijk (*26. Juni 1909 / †1997), Manager von Elvis Presley
- Hubertus Ernst (*8. April 1917), Priester und Bischof des Bistums Breda
- Wim Boost (*2. Juli 1918 / †2005), Cartoonist
- Marga Minco (*31. März 1920), Autorin
- Hans van Mierlo (18. August 1931), Gründungsmitglied D'66, Politiker
- Corry Brokken (3. Dezember 1932), Schlagersängerin
- Tijs Verwest aka. Tiësto (17. Januar 1969), Trance DJ
- Jean-Paul van Gastel (28. April 1972), Fußballer
- Sylvie van der Vaart (*13. April 1978), Fotomodell
- Kristoffer Zegers (*27. Dezember 1973), Komponist
[Bearbeiten] Weblinks
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