Bredow (Adelsgeschlecht)

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Das Wappen der von Bredow

Bredow ist der Name eines alten mittelmärkischen Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus Bredow (heute Ortsteil von Brieselang, Landkreis Havelland, Brandenburg), das im Jahr 1251 mit Arnoldus de Bredow, miles und Gutsherr auf Bredow, urkundlich erstmals genannt ist und mit dem auch die direkte Stammreihe beginnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

„Aus den Niederlanden kam dasselbe Geschlecht in früher Zeit in die Marken, nach Einigen zur Zeit des K. Heinrich I., der die Familie zur Bezwingung der Wenden um 929 in die Marken zog, nach Angelus aber erst 1150, wo es sich Bredau, auch Bredow schrieb. Markgraf Albrecht der Bär gab, als er die Wenden um die Elbe vertrieben, das Städtchen Friesack in der Mittelmark der Familie, und dieselbe erbaute sich das Schloss Bredau, Bredow, welches schon 1208 in der Hand derselben sich befand.“[1]

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Joachim von Bredow (1441–1507), Bischof von Brandenburg, Holzschnitt im Meßbuch des Bistums Brandenburg um 1480

Im Jahre 1335 wurden die von Bredow mit dem Erwerb des Ländchens Friesack zu einer der einflussreichsten und vornehmsten Adelsfamilien der Mark Brandenburg und dies, obwohl sie wahrscheinlich nur gewöhnlichen ritterlichen Ursprungs waren.

Um die mit dem Umbau der Burg Ziesar entstandenen Aufwendungen finanzieren zu können, veräußerte der Bischof Dietrich IV. von Stechow an Hans von Bredow zu Friesack im April 1460 für 4.000 Gulden das Land Löwenberg.[2]

Nach einem Vertrag von 1522 verfügten die von Bredows über Löwenberg, Bergsdorf, Grüneberg, Großmutz, Hoppenrade, Schrabsdorf, Badingen, Mildenberg und Zabelsdorf sowie die wüsten Feldmarken Osterne, Lanke, Kerkow und Neuendorf. 1529 kam Liebenberg zum Besitz hinzu. Veräußert wurden 1536 Zabelsdorf und Osterne an Kurfürst Joachim II., ein Jahr später auch Badingen.[2]

Im Stargardischen Land saßen die von Bredow auf Eichenhorst, Prillwiz, Markau und Schwanebeck. Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich fünf Eintragungen von Töchtern der Familien von Bredow aus Eichhorst und Prilwitz aus den Jahren 1749-1794 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Wilhelmine von Bredow aus Eichhorst war als Nr. 720 seit 1848 Konventualin im Kloster Dobbertin, wo sie am 20. August 1864 starb. Ihr Wappenschild mit Ordensstern befindet sich auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

Familienzweige[Bearbeiten]

„Im Laufe der Zeit schied sich die Familie in zwei Hauptlinien: Bredow-Friesack und Bredow-Bredow. Die erstere beginnt mit Hasso um 1369 und zweigte sich in mehrere Nebenlinien ab: jetzt besteht dieselbe aus der gräflichen Linie in Preußen und den Häusern Wagenitz und Landin. Die Hauptlinie Bredow-Bredow fing mit Joachim zu Ende des 16. Jahrh. an und aus der selben wendeten sich Glieder nach Böhmen, von welchen die Grafen von Breda entstanden. Diese Linie schied sich in die Häuser Bredow, Senzke mit den Nebenzweigen Hage und in die Häuser Cremmen und Rheinsberg.“[1]

Bredow-Bredow[Bearbeiten]

Der Ort Bredow (Ortsteil von Brieselang) wurde 1208 erstmals erwähnt. 1309 verlieh Markgraf Woldemar dem Vogt Matthias von Bredow (zu Rathenow) für 206 Mark Silber das Dorf Bredow, bis auf sechs Hufen die einem Herrn von Broesigke gehörten.[3]

Die Güter Bredow, Senzke und Haage (das dortige Herrenhaus wurde 1987 abgerissen) blieben bis 1945 im Besitz der jeweiligen Zweige.

Senzke[Bearbeiten]

Herrenhaus Senzke

Senzkes Wurzeln als Lehen der Burg Friesack reichen bis ins Jahr 1250 zurück. 1331 fand Senzke erstmalige Erwähnung. Die Herren von Jerichow waren die ersten Besitzer von Senzke als Bestandteil des Ländchens Friesack. 1335 wurden die Bredows Lehnsherren der Burg und des Ländchens Friesack. 1399 verloren die Bredows das Ländchen jedoch schon wieder. 1427 wurde Hasso II. von Bredow neuer Lehnsherr im Ländchen Friesack. 1587 bekam Lippold von Bredow Senzke zugesprochen.

Grafen von Breda[Bearbeiten]

Reichsfreiherrnstand am 18. Februar 1634 in Wien und böhmisches Inkolat im Herrenstand am 17. November 1636 für Johann Rudolf von Breda (auch Johann Ludolf und Bredaw), kaiserlicher Kämmerer und Oberst über 1.000 Kürassiere. Reichsgrafenstand am 4. Mai 1674 in Wien mit böhmischer Grafenstandbestätigung am 29. August 1674 in Wien für dessen Sohn, den kaiserlichen Oberstleutnant Christoph Rudolph Freiherr von Bredaw.

Grafen von Bredau[Bearbeiten]

Reichsgrafenstand am 1. Juli 1744, preußische Grafenstandbestätigung am 22. Januar 1746 und Reichsgrafenstandbestätigung am 18. Oktober 1746 für Ernst Wilhelm Freiherr von Bredau, kaiserlicher Wirklicher Reichshofrat, königlich preußischer Staatsminister und Garderobemeister des Königlichen Hauses.

Bredow-Friesack[Bearbeiten]

„Die von Bredow, Friesacksche Linie, besaßen im 19. Jahrhundert noch nachfolgende Güter:

  1. die gräfliche Linie: Friesack, Vorwerk Däm, Wutzetz, Antheil Vietznitz, Carolinenhof, Kleessen, Görne, Diete, Antheil Lochow und Liepe.
  2. Das Wagnitzsche Haus: Wagnitz, Vietznitz, Briesen, Braedikow, Bernhardinenhof, Mankmus, und Zubehörungen, Grimme in Anhaltschen und Antheil Friesack.
  3. Das Landinsche Haus.: Landin, Kriele, Stechow, Lochow, Zapel, Lasslich, Rambow und Zubehör.“[4]

Unterlinien der Friesacker Linie[Bearbeiten]

Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredow hatte mit seiner Frau siebzehn Kinder, neun Jungen und acht Mädchen, von denen einige noch als Kinder verstarben. Der Werdegang einiger sei hier kurz dargestellt, die anderen nur genannt. Mit dem Tod von Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredow verzweigt sich die Friesacker Linie derer von Bredow ein weiteres Mal.

Görner Grafen[Bearbeiten]
Herrenhaus Görne

Der zweite Sohn Friedrich Gebhard Heinrich Ludwig von Bredow (* 27. Juli 1789 in Kleßen; † 20. September 1864 in Görne) ging in Bredowscher Tradition zum Militär zum Leib Kürassier Regiment Großer Kurfürst (Schles.) Nr. 1 und nahm am den Befreiungskriegen unter anderen 1813 an der Schlacht bei Großgörschen teil. Er war der Erbe von Gut Görne mit seinem Vorwerken Lochow und Dikte. Am 16. September 1823 ehelichte er in Parey Louise Sophie Auguste Wilhelmine Krug von Nidda (* 5. September 1804 in Parey; † 7. März 1827 in Görne). Aus dieser Beziehung gingen zwei Söhne hervor: Der jüngste Sohn Oskar Friedrich Wilhelm von Bredow (* 3. April 1826 in Görne; † 5. Januar 1895 in Dikte) lebte zurückgezogen in Dikte. Der älteste Sohn Appellationsgerichtsrat Otto Friedrich Ludwig Karl Ferdinand August von Bredow (* 30. September 1824 in Görne; † 20. April 1894 in Görne) der das Erbe seines Vaters antrat heiratete am 8. August 1852 in Görne Adele Elise von Gansauge (* 12. Dezember 1830 in Posen; † 24. Oktober 1885 in Görne) aus dieser Ehe gingen eine Tochter und drei Söhne hervor, darunter Wilkin Friedrich Otto von Bredow (* 8. Januar 1855 in Görne). Wilkin Friedrich Otto von Bredow ehelichte am 7. Oktober 1886 in Schönebeck Margaretha Henriette Klara von Vangerow (* 27. Juli 1866 in Schönebeck) und hatte mit ihr drei Kinder (eine Tochter und zwei Söhne). Der Erstgeborene war Joachim von Bredow (* 1889; † 1947). Er musste 1945 Görne verlassen. Der zweitgeborene Sohn war Sigismund Friedrich Wilkin Otto von Bredow (* 4. Juli 1890 in Magdeburg) der Vater der Schriftstellerin Ilse Gräfin von Bredow (* 5. Juli 1922 in Teichenau, Schlesien) und ihrer Schwester Freifrau Josepha von Zedlitz, geborene von Bredow (* 1920) die 1944 Christoph von Zedlitz ehelichte und nach der Wende auf das Bredower Görner Vorwerk Lochow zurückkehrte.[5]

Somit wäre der von Theodor Fontane beschrieben und von Murat beraubte Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredow der Ur-Ur-Ur-Großvater der Schriftstellerin Ilse Gräfin von Bredow.

Lieper Grafen[Bearbeiten]

Der dritte Sohn Oberbergrat Ludwig Friedrich Wilhelm von Bredow (* 24. November 1790 in Klessen; † 14. Juli 1852 in Wettin) gilt als Gründer des Lieper Zweig derer von Bredow. Er wurde entgegen aller Tradition nicht Soldat sondern Bergassessor. Während der Befreiungskriege war er Freiwilliger Jäger und kam 1814 verletzt nach Nancy ins Lazarett. Nach dem Kriege kehrt er gerettet in seine Heimat zurück. Am 2. April 1818 ehelichte er in Eisleben seine Frau Louise Erdmann (* 21. Juni 1792 in Eisleben; † 22. März 1860 in Liepe). Nach dem Tode seines Vater 1820 erbte er Kleßen, tauschte es aber gegen Liepe. 1836 wurde er zum Bergrat und Berghauptmann und 1847 zum Oberbergrat ernannt und preußischer Oberberghauptmann. Sein ältester Sohn (* 25. Februar 1819 in Weittin; † 20. Oktober 1886 in Berlin, Kaiserin-Augusta-Hospital), der den Namen seine Großvaters Friedrich Ludwig Wilhelm trug, war ein Portenser der nach der Schule eine Juristische Ausbildung begann. Diese brach er nach dem Tode seines Vaters ab und Übernahme das Gut Liepe. Mit seinem jüngeren Bruder Ludwig Friedrich Otto von Bredow (* 11. April 1825 in Wettin; † 9. Mai 1877 in Rathenow), einem späteren Landrat des westhavelländischen Kreises, erbaute er zwischen 1854 und 1855 das Bredowsche Wohnhaus in Liepe, das er ab 1855 mit seiner Mutter und einer Schwester Louise Wilhelmine Charlotte von Bredow (* 24. Oktober 1827 in Wettin; † 16. Oktober 1865 in Liepe) bewohnte. 1872 gab es im Liepe ein großes Feuer, das auch an den Mauern der Kirche und des Wohnhauses kratzte. Friedrich Ludwig Wilhelm galt als Junggeselle (starb zumindest kinderlos), Verfasser der Familiengeschichte und Erbauer der heutigen Lieper Kirche mit deren Bau um 1880 begonnen wurde.[6]

Friesacker Grafen[Bearbeiten]

Die Burg Friesack soll schon existiert haben, als Albrecht der Bär 1150 in die Mark kam. Markgraf Ludwig der Ältere schuldete den Bredows, die seit 1250 in der Nauener Gegend lebten, nach heutigem Geldwert ungefähr 300.000 Euro. Diese Schuld tilgte er 1335, indem er die Bredows mit Burg, Städtchen und Ländchen Friesack sowie mit dem Zootzen (einem ausgedehnten, höher gelegenen fruchtbaren Flurstück nördlich Friesack) belehnte. 1399 eroberte Markgraf Jobst von Mähren die Burg, da die Bredows für den Erzbischof von Magdeburg, einen Gegner des Kurfürsten, Partei ergriffen hatten. 1409 erwarb Dietrich von Quitzow die Burg, die in der Folge zum Raubnest verkam. Als Belohnung für die Niederwerfung der Raubritter in der Gegend, darunter mancher Bredows, wurde Friedrich von Hohenzollern-Nürnberg mit der Mark Brandenburg belehnt und somit als Friedrich I. der erste Hohenzoller in der Mark. Nach der Quitzow'schen Zeit gingen die Burg, die Stadt und das Ländchen wieder in den Besitz der Familie von Bredow über, die es für geratener hielt, zum Markgrafen zu halten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wohnten zwölf selbständige Familienmitglieder der Bredows dort. Durch die vielen Erbteilungen entstanden dabei immer kompliziertere Verhältnisse. Die Bredows bewohnten das Burggelände bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis 1808 war Friesack dabei der Grundherrschaft unterworfen. Die Burg ist im Laufe der Zeit mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Anstelle der Burg errichteten die Bredows dann Herrenhäuser, genannt Friesack I und Friesack II, die zu DDR-Zeiten entweder abgerissen oder durch Feuer zerstört wurden.

Karl Georg Gebhard von Bredow (* 28. November 1791 in Kleßen; † 12. Juli 1864), der Erbe von Friesack, war der jüngste Sohn von Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredow. Bevor er jedoch sein Erbe antrat, trat er 1811 dem Militär bei und zwar der Garde-Artillerie. 1812 wechselte er zum Brandenburgischen Kürassier-Regiment (Kaiser Nikolaus) Nr. 6 in Rathenow, mit dem er am Befreiungskriege teilnahm. 1821, ein Jahr nach dm Tod des Vater nahm er als Rittmeister seinen Abschied um sein väterliches Erbe anzutreten, er ehelichte noch im selben Jahr am 7. Oktober 1821 in Rathenow Elisabeth Johanne Emilie von Kaphengst (* 16. Juni 1797 in Rathenow; † 26. September 1857 in Rathenow). Nach dem letzten Friesacker Großbrand von 1841, bei dem neben 15 Friesacker Wohnhäuser und den dazugehörige Stallung und Scheunen, der Kirche im Burgbereich auch der Wirtschaftshof des gräflichen Ritterguts zerstört wurden, ließ Karl Georg Gebhard von Bredow das Burggelände räumen und verlegte den gesamten Gutsbetrieb vor die Stadt an die Straße nach Kleßen und Görne. Dort ließ er auch ein neues Herrenhaus erbauen; es brannte 1948 ab. Die Maßnahmen traf er, obwohl das alte Herrenhaus I vom Feuer verschont blieb, es wurde nach und nach zum Wirtschaftsgebäude umfunktioniert. Unter der zerstörten Kirche auf dem Burggelände befand sich die seit langer Zeit unbenutzte bredowsche Gruft die das Feuer überstand, Karl Georg Gebhard von Bredow ließ sie nunmehr öffnen und die Gebeine des Hauptmann der Mark Brandenburg Hasso von Bredow gefunden. Anschließend wurde die Gruft endgültig zugeschüttet.

Theodor Fontane schrieb dazu: „Seine sterblichen Reste wurden in der Burgkirche zu Friesack beigesetzt. Hier fanden sie sich vor, als 1841 infolge des damals stattgehabten Brandes die alte Kirche abgetragen und bei der Gelegenheit auch die unversehrt gebliebene Gruft unter der Kirche geöffnet wurde Eine Steinplatte mit der Umschrift Hasso von Bredow und der Jahreszahl 1438 deckte das Grab. Außer der Umschrift befand sich auch der Umriss einer Rittergestalt auf der Steinplatte. Das Grab selbst eng und überwölbt. In ihm lag ein Mann von über sechs Fuß Größe, neben ihm ein zweihändiges Ritterschwert. Dies zweihändige Ritterschwert kam in die Waffensammlung nach Wagenitz, der Grabstein ging verloren, die Gruft selbst wurde zugeschüttet. An jenem Tage sprach noch einmal ein märkisch Ritterantlitz zur Welt, das die Quitzowtage mitgesehen und während derselben eine politische Rolle gespielt hatte.“[7]

Karl Georg Gebhard von Bredow hatte einen Sohn und eine Tochter. Beide waren mit Kindern von Karl Georg Gebhard von Bredows Bruder dem Erben von Kleßen Ferdinand Friedrich Karl von Bredow und seiner Gattin Karoline Charlotte Louise Sophie von Bredow verheiratet. Als derer von Bredow blieb man zu dieser Zeit wohl gern unter seines Gleichen, schließlich heiratet Karl Friedrich Emil Ferdinand Hermann von Bredow (* 12. September 1822 in Friesack; † 7. Februar 1893 in Friesack) nach dem Tode seiner Gattin und Cousine Karoline Auguste Mathilde Wilhelmine von Bredow (* 23. Oktober 1826 in Kleßen; † 8. Oktober 1856 in Friesack; ∞ 1. Juni 1845 in Kleßen) nochmals eine von Bredow. Diese stammte jedoch aus dem Landiner Zweig derer von Bredow. Aus der zweiten Ehe (∞ 25. Oktober 1866 in Stechow) mit Bertha Wilhelmine Augusta von Bredow (* 1. April 1844 in Brandenburg a. d. Havel) ging ein Sohn hervor, aus der ersten Ehe hatte Karl Friedrich Emil Ferdinand Hermann von Bredow bereits 8 Kinder. Ein weiteres Kind namens Otto zeugte er während des Dahinsiechens seiner ersten Frau mit der Magd Caroline Sidow, die kurz vor der zweiten Heirat - für damalige Zeiten ungewöhnlich - finanziell abgefunden wurde und mit ihrem Sohn nach Brandenburg an der Havel übersiedelte.
Sein ältester Sohn Karl Hasso Ferdinand Emil von Bredow (* 10. April 1846 in Rathenow) war neben dem Generalmajor Friedrich Wilhelm Adalbert von Bredow ein weiterer Bredow, der an der Schlacht bei Vionville teilnahm und dabei am 16. August 1870 fiel.
Karl Georg Gebhard von Bredows Tochter Emilie Karoline Wilhelmine Louise Klara von Bredow (* 30. Januar 1824 in Friesack; † 25. Februar 1875 in Friesack) heiratete am 24. Mai 1848 in Friesack ihren Cousin Karl Friedrich Wilhelm August Hasso von Bredow (* 28. April 1824 in Kleßen; † 1. Juni 1885 in Friesack,) sie hatten eine Tochter.

Kleßener Grafen[Bearbeiten]
Herrenhaus Kleßen

Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredows Sohn Ferdinand Friedrich Karl von Bredow (* 3. November 1795 in Kleßen; † 14. Mai 1857 in Kleßen) trat das Erbe auf Gut Kleßen an[8] welches er mit seinem Bruder den Oberbergrat Ludwig Friedrich Wilhelm von Bredow getauscht hatte. Ferdinand Friedrich Karl von Bredow ehelichte am 10. April 1823 in Wagenitz Karoline Charlotte Louise von Bredow (* 10. April 1802 in Grimme; † 4. Dezember 1844 in Berlin) aus dem Hause Wagenitz. Das derer von Bredow unter sich blieben und einander heirateten, scheint eine Tradition gewesen zu sein, die die Kinder beider fortsetzten. Schließlich heiraten zwei ihrer Kinder Bredows aus dem Friesacker Zweig. Bevor Ferdinand Friedrich Karl von Bredow heiratete und Kinder zeugte nahm er wie sein Bruder Karl Georg Gebhard von Bredow mit dem Brandenburgischen Kürassier-Regiment (Kaiser Nikolaus) Nr. 6 an den Befreiungskriegen teil. Ferdinand Friedrich Karl von Bredow galt als guter Landwirt, der das Gut in die Höh gebracht hat. Ferdinand Friedrich Karl von Bredow und Karoline Charlotte Louise von Bredow hatten neun Kinder, der jüngste Sohn Alfred Georg Hans von Bredow (* 9. September 1836 in Kleßen; † 26. April 1895 in Kleßen) wurde Erbe von Gut Kleßen und führte das Werk seines Vaters als Landwirt fort und verbesserte viel – er hatte 9 Kinder. Eigentlicher Erbe sollte jedoch der älteste Sohn Karl Friedrich Wilhelm August Hasso von Bredow werden, der seine Friesacker Cousine zu ehelichte.

Am 23. November 1846 in Berlin heiratete Ferdinand Friedrich Karl von Bredow seine zweite Frau Mathilde Karoline Sophie von Wenckstern (* 22. Dezember 1810 in Berlin; † 8. Juli 1894 in Bethesda), aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Diese ehelichte einen Herrn von Jagow vom 3. Garde-Ulanenregiment.

Wagenitz[Bearbeiten]
Schloss Wagenitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Wagenitz kam 1335 mit dem Ländchen Friesack an die Bredows; sie blieben bis 1945 dort Gutsherren. Das Schloss, eines der prächtigsten des Havellandes, brannte bei Kriegsende 1945 aus ungeklärter Ursache bis auf die Grundmauern ab.

Landin[Bearbeiten]

1353 wird der heutige Ortsteil Landin der Gemeinde Kotzen (Havelland) als Besitz der Familie von Bredow erstmals urkundlich erwähnt.

Weitere Nachkommen[Bearbeiten]

Jungen
  • Der älteste Sohn Philipp Friedrich Karl Wilhelm von Bredow (* 3. März 1787 in Kleßen; † 7. Januar 1851 in Sandau) war verheiratet mit Maria Dorothea Felchow (* 1799; † 14. Januar 1864 in Sandau) und nahm bei den 3. Husaren an den Befreiungskrieg teil.
  • Gebhard Friedrich Wilhelm von Bredow (* 23. Januar 1793 in Kleßen; † 26. Mai 1866 in Potsdam)
  • August Friedrich Karl von Bredow (* 22. November 1799 in Berlin; † 20. Juli 1873 in Damm)
  • Theodor Ludwig Julius von Bredow (* 8. Oktober 1805 in Kleßen; † 10. Mai 1821 in Brandenburg an der Havel)
  • Wilhelm Friedrich Heinrich Edmund von Bredow (* 28. Februar 1801 in Kleßen; † 27. März 1813 in Kleßen)
Mädchen
  • Florine Karoline Philippine von Bredow (* 29. Januar 1786 in Kleßen; † 2. Juli 1836 in Berlin)
  • Friedericke Christiane Louise von Bredow (* 16. Juli 1788 in Kleßen; † 10. September 1788 in Kleßen)
  • Karoline Juliane Friedericke von Bredow (* 16. Mai 1794 in Kleßen; † 11. September 1846 in Görne) ∞ 26. Dezember 1822 in Kleßen: „Friedrich Karl Rudolf von Pannwitz“ (†8. September 1863 in Potsdam)
  • Amalie Friedericke Karoline von Bredow (* 5. Januar 1797 in Berlin; † 16. Dezember 1871 in Görne)
  • Adelhaid Friedericke Sophie von Bredow (* 10. Januar 1800 in Kleßen; † 27. Dezember 1800 in Kleßen)
  • Friedericke Albertine Juliane von Bredow (* 13. März 1802 in Kleßen; † 24. November 1802 in Kleßen)
  • Charlotte Dorothea Wilhelmine von Bredow (* 13. März 1802 in Kleßen; † 3. Oktober 1868)
  • „Tochter von Bredow“ (* 15. März 1803; † 1803 in Kleßen)

Der Familie wurde am 7. Juli 1855 das Präsentationsrecht für das Preußische Herrenhaus verliehen.

Die heute zu Berlin gehörenden ehemaligen Dörfer Buch und Französisch Buchholz waren zeitweise ganz oder zum Teil im Besitz dieses Geschlechts.[9]


Ein bekannter Spottvers über einige der wichtigsten märkischen Adelsfamilien lautete:

Die Putlitz die Öllsten.

Die Rochows die Stölzsten.

Die Itzenplitz die Schwersten.

Die Bredows die Mehrsten.[10]

Namensträger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung des Stammwappens: „In Silber ein roter Steighaken mit drei goldenen Quersprossen. – Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit ebensolchen Decken ein wachsenden goldbewehrten silbernen Steinbock.“

Das Wappenbild mit der roten Steigleiter ist identisch mit dem der von Ramin. Laut Kneschke besteht auch eine Stammesverwandtschaft der beiden Geschlechter.[12]

Wappengalerie[Bearbeiten]

„Das Geschlecht führte einen roten Steighaken in seinem Wappen, der gleichsam als Sinnbild für seinen Aufstieg in die erste Reihe des brandenburgischen Adels steht.“[9]

Das heraldische Bild der dreisprossigen Sturmleiter ist noch heute Bestandteil von Wappen im Havelland und in Tschechien. So von folgenden Gemeinden und Ortsteilen:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Votivgemälde des Johann Wilhelm von Bredow mit seiner Frau Barbara von Görne und ihren Kindern (1667)
 Commons: Bredow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 2, Seite 38; Leipzig: Friedrich Voigt, 1860.
  2. a b Jörn Lehmann: An den Adel verkauft. In: Oranienburger Generalanzeiger, 4. Oktober 2007
  3. Gerd Heinrich: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 10, Berlin und Brandenburg, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, Seite 146, ISBN 978-3-520-31103-0
  4. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 1, Seite 307; Leipzig: Gebrüder Reichenbach
  5. Bericht über die Rückkehr derer von Bredow in die Mark. Blog der taz, 29. August 2006
  6. Theodor Fontane: Das Ländchen Friesack und die Bredows. In: Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Erweiterung). Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-5707-5, S. 224–229
  7. Theodor Fontane: Das Ländchen Friesack und die Bredows. In: Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Erweiterung). Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-5707-5, S. 200–201
  8. Neues Preussisches Adels-Lexicon, Erster Band, S. 304, von Freiherr Leopold von Zedlitz-Neukirch, 1836 bei Gebrüder Reichenbach in Leipzig
  9. a b Karla Lindt: Roter Steighaken im Wappen. In: Berliner Zeitung, 15. Oktober 1994
  10. Die Gemeinde Haage (Website Amt Friesack)
  11. Theodor Fontane: Das Ländchen Friesack und die Bredows. In: Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Erweiterung). Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-5707-5, Seite 292
  12. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 7, Seite 332
  13. GHdA-Adelslexikon Band 2, Seite 85, Band 58 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1974. - Wappenbeschreibung: In Silber ein roter Steighaken mit drei goldenen Quersprossen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender gold-bewehrter silberner Steinbock.
  14. Wappenbeschreibung: Das Wappen enthält im silbernen Felde einen einfachen roten linksgewandten Steigbaum und zu beiden Seiten drei gelbe oder goldfarbene Sprossen. Auf dem goldgekrönten Helm ist ein linksgewendeter weißer wachsender Steinbock mit roter ausgeschlagener Zunge, goldenen Klauen und Gehörn zu sehen. Die Helmdecke ist Rot-Silber.
  15. Wappenbeschreibung Löwenberger Land: „Im goldenen, mit schwarzen Sternen bestreuten Schild aus rotem Dreiberg wachsend ein rot-bewehrter, -gezungter und -gekrönter doppeltgeschwänzter schwarzer Löwe mit einer roten Steigleiter mit drei Quersprossen zwischen den Vorderpranken.“ Hauptsatzung, § 3 Abs.2 (PDF; 78 kB)
  16. Wappenbeschreibung Brieselang: „Das Brieselanger Wappen zeigt auf einem blauen Wellenschildfuß, belegt mit dem Wappen von Bredow -in Silber ein roter Steigbaum mit drei Quersprossen, in Silber zwei Birken mit natürlichem Stamm, grüner Krone und grünen Kätzchen.“ Hauptsatzung, § 2, Abs.1 (PDF)