Bregenzerwaldgebirge

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Bregenzerwaldgebirge
Höchster Gipfel Glatthorn (2133 m ü. A.)
Lage Vorarlberg, Österreich
Teil der Nordalpen
Einteilung nach AVE 1
Bregenzerwaldgebirge (Vorarlberg)
Bregenzerwaldgebirge
Koordinaten 47° 16′ N, 9° 53′ O47.2652777777789.87972222222222133Koordinaten: 47° 16′ N, 9° 53′ O
Blick vom Fusse des Zafernhornes in Fontanella - Faschina auf den höchsten Berg des Bregenzerwaldgebirges, dem Glatthorn (2.133 m)

Blick vom Fusse des Zafernhornes in Fontanella - Faschina auf den höchsten Berg des Bregenzerwaldgebirges, dem Glatthorn (2.133 m)

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Das Bregenzerwaldgebirge ist eine Gebirgsgruppe der Nordalpen, die den Ostalpen in ihrer ganzen Länge vorgelagert sind. Das Bregenzerwaldgebirge befindet sich vollumfänglich in Österreich (Bundesland Vorarlberg).

Zum Begriff des Bregenzerwaldgebirges[Bearbeiten]

Der Begriff Bregenzerwaldgebirge bezieht sich auf eine Gebirgsgruppe der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE), der Begriff Bregenzerwald hingegen auf eine Landschaft. Daher sind Bregenzerwaldgebirge und Bregenzerwald nicht deckungsgleich. Der Bregenzerwald umfasst auch Teile der Allgäuer Alpen.

Umgekehrt greift das Bregenzerwaldgebirge etwas in die Landschaften des Rheintals, des Walgaus und des Großen Walsertals aus. Es stellt sich als geologisch uneinheitlich dar, auch ist der Name in der Vorarlberger Landesgeografie und Raumplanung nicht verwurzelt. Er wird außerhalb der Literatur des Alpinismus nur selten verwendet und gehört zu den strittigsten Gruppen der AVE. Nach der orografisch-hydrologisch orientierten Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel gehören die Berge zur Gruppe Rheintal–Walgau–Bregenzer Wald.

Landschaft und Geologie[Bearbeiten]

Das Bregenzerwaldgebirge liegt in einer in stufenförmigen Wellen von Westnordwesten Richtung Ostsüdosten ansteigenden Landschaft. Es dominieren mittelgebirgige, mit Wiesen und Wäldern bedeckte Berge, Hochgebirgscharakter ist nur am äußersten Südrand beim Übergang zum Lechquellengebirge zu finden.

Geologisch stellt sich die Gebirgsgruppe komplex dar, es finden sich morphologisch recht unterschiedlich ausgeprägte Gesteinszonen wie jene der Molasse (Vorderwald), des Helvetikums (Mittelwald, größere Teile des Hinterwaldes) und des Flysch. Im Osten und Südosten endet die Gruppe dort, wo die Flyschvoralpen sich landschaftlich (orografisch) mit den Nördlichen Kalkalpen verzahnen.

Umgrenzung[Bearbeiten]

Die Umgrenzung des Bregenzerwaldgebirges wird nach der AVE, wo sie die Gruppen Nr. 1 darstellt, folgendermaßen gebildet:[1]

Das Faschinajoch verbindet das Bregenzerwaldgebirge mit dem Lechquellengebirge. Der Stogger Sattel stellt die Verbindung zu den Allgäuer Alpen her.

Der Pfänder bei Bregenz gehört entsprechend dieser Einteilung nicht zum Bregenzerwaldgebirge, sondern zu den Allgäuer Alpen. Andererseits ist durch die etwas komplizierte Grenzziehung zwischen Au und der Subersach erreicht, dass Berge wie die Winterstaude oder der Hirschberg bei Bizau, die vollumfänglich von Bregenzerwälder Tälern umgeben sind, auch zum Bregenzerwaldgebirge gehören.

Benachbarte Gebirgsgruppen[Bearbeiten]

Das Bregenzerwaldgebirge grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:

Untergruppen[Bearbeiten]

Der vergriffene Alpenvereinsführer Bregenzerwaldgebirge[2] teilt die Gebirgsgruppe in die folgenden Untergruppen auf:

Blick zum Dornbirner First
  • Mittagfluh und Bizauer Hirschberg
  • Hinteregger Grat und Winterstaudenkamm
  • Schneiderkopf und Lorenaberge
  • Hochälpelekopf und Weißenfluh
  • Dornbirner First
  • Schuttannen und Ebniter Berge
  • Kugelkamm und Hörnlegrat
  • Freschengruppe und Matonagrat
  • Walserkamm und Falbengrat
  • Damülser Berge und Kanisfluh
  • Glatthorngruppe am Faschinajoch (beinhaltet den höchsten Berg des Bregenzerwaldgebirges)

Gipfel[Bearbeiten]

Klippern

Die zehn höchsten Gipfel des Bregenzerwaldgebirges:

Gipfel Höhe m ü. A. Untergruppe
Glatthorn 2133 Glatthorngruppe
Türtschhorn 2096 Glatthorngruppe
Damülser Mittagsspitze 2095 Damülser Berge
Hochblanken 2068 Damülser Berge
Klippern 2066 Damülser Berge
Sünser Spitze 2061 Damülser Berge
Gungern 2053 Damülser Berge
Ragazer Blanken 2051 Damülser Berge
Holenke 2044 Kanisfluh
Hübscher Bühel 2032 Damülser Berge

Weitere wichtige und bekannte Gipfel des Bregenzerwaldgebirges (geordnet nach der Höhe):

Tourismus[Bearbeiten]

Hütten[Bearbeiten]

Im Bregenzerwaldgebirge gibt es vergleichsweise wenige Hütten der Alpenvereine mit Übernachtungsgelegenheit. Dies hat seine Ursache darin, dass der größere Teil der Bergtouren als Tagestouren von den Talorten aus unternommen werden kann.

  • Freschenhaus: Höhe: 1846 m, bewirtschaftet sommers von Mitte Juni bis Mitte Oktober, 26 Betten und 40 Matratzenlager, Winterraum mit 18 Lagern, offen, Talort: Laterns, Gehzeit von Bad Laterns: 2,5 Stunden
  • Hochälpelehütte: Höhe: 1460 m, bewirtschaftet sommers von Juni bis Oktober, 25 Matratzenlager, Talort: Schwarzenberg, Gehzeit von Schwarzenberg: 1,75 Stunden
  • Lustenauer Hütte: Höhe: 1250 m, bewirtschaftet sommers von Mitte Mai bis Mitte November und winters von Weihnachten bis Ostern, 40 Matratzenlager, Talort: Schwarzenberg, Gehzeit von Schwarzenberg: 2 Stunden

Es ist ratsam, sich über die genauen Öffnungszeiten und die Zugänglichkeit der Hütten beim Alpenverein oder in den Talorten zu erkundigen.

Fern-/ Weitwanderwege[Bearbeiten]

Der nordalpine Weitwanderweg 01 (Kalkalpenweg) verläuft durch den zentralen Teil des Bregenzerwaldgebirges mit den folgenden Teilstrecken:

  • Teilstrecke 17 verläuft von Zürs nach Damüls

Der größere Teil dieser Teilstrecke befindet sich noch im Lechquellengebirge. Erst am Faschinajoch wird das Bregenzerwaldgebirge betreten.

  • Teilstrecke 18 verläuft von Damüls nach Bregenz über Alpe Portla, Hoher Freschen, Mörzelspitze, Bödele, Dornbirn.

Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft am Rand des Bregenzerwaldgebirges.

Der Rote Weg der Via Alpina verläuft mit zwei Etappen durch das Bregenzerwaldgebirge wie folgt:

  • Etappe R54 verläuft von Buchboden nach St. Gerold (nur die zweite Hälfte dieser Etappe befindet sich im Bregenzerwaldgebirge)
  • Etappe R55 verläuft von St. Gerold nach Feldkirch über Röns, Schnifis und Satteins

Klettersteige[Bearbeiten]

Geologie und Geografie des Bregenzerwaldgebirges sind für die Anlage von Klettersteigen nicht gerade förderlich. Als Klettersteige der einfachsten Stufe können gerade noch gelten:

  • Binnelgrat (Nordgrat) am Hohen Freschen
  • Valüragrat (Westgrat) am Hohen Freschen

Literatur / Karten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Franz Graßler: Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE). Alpenvereins-Jahrbuch. In: DAV, OeAV, AVS (Hrsg.): Berg '84. Band 108, 1984, S. 215–224. Zitiert nach Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMathias Zehring: Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. In: bergalbum.de. Abgerufen am 26. August 2009.
  2. Walther Flaig: Alpenvereinsführer Bregenzerwaldgebirge. 1. Auflage, Bergverlag Rudolf Rother, München 1977, ISBN 3-7633-1203-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bregenzerwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien