Brehna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.557512.21222222222295Koordinaten: 51° 33′ 27″ N, 12° 12′ 44″ O

Brehna
Wappen von Brehna
Höhe: 95 m ü. NN
Fläche: 19,14 km²
Einwohner: 2938 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 06796
Vorwahl: 034954
Brehna (Sachsen-Anhalt)
Brehna
Brehna
Lage von Brehna in Sachsen-Anhalt

Brehna ist ein Ortsteil der Stadt Sandersdorf-Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Die Stadt Brehna war bis zur Eingemeindung nach Sandersdorf am 1. Juli 2009 eine selbständige Gemeinde.[1] Die Stadtrechte Brehnas wurden an die nach Sandersdorf-Brehna umbenannte neue Kommune übertragen. Letzter Bürgermeister von Brehna war Leopold Böhm.

Geografie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 495 mm und ist damit extrem niedrig, da er in das untere Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 3% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen zweimal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An 31 Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Paltrockwindmühle mit der Stadtkirche im Hintergrund
Kursächsische Postdistanzsäule am Markt unweit vom alten Rathaus

Ein eindeutiges Datum zur Stadtgründung ist urkundlich nicht belegt, doch wird davon ausgegangen, dass der Ort vor dem Jahre 1050 entstanden ist. Der erste schriftliche Nachweis datiert aus dem Jahre 1053. Der Name des Ortes gab der Grafschaft Brehna seinen Namen.

Das Stadtrecht wurde nicht 1274, sondern vor 1220 verliehen, wie in der 2. Urkunde der Urkundensammlung (Diplomatarium Brenense) in der Geschichte der Stadt und Grafschaft Brehna des Pastors Johann Jakob Köhler aus dem 18. Jahrhundert nachzulesen ist. Danach kann 1274 als Stadtrechtsverleihung nicht mehr aufrechterhalten werden, wobei es sowieso nicht das Jahr der Verleihung des Stadtrechts an Brehna sein konnte, sondern in der Vergangenheit als das Jahr der Ersterwähnung eines Stadtrechts für die Stadt Brehna gehalten wurde. Diese „Geschichte“ Köhlers, Pastor in Brehna von 1754 bis zu seinem Tode 1771, wurde erstmals in Brehna 2003 gedruckt, das Manuskript liegt in der Sächsischen Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) unter der Signatur Mscr. J 265, es ist von der Geschichtsschreibung in der Vergangenheit so gut wie nicht beachtet worden. Erst bei der Vorbereitung des Drucks wurde man auf die Urkunde von 1220 aufmerksam, mit der die beiden gräflichen Brüder Otto II. und Dietrich I. dem Kloster/Chorfrauenstift „einen etlichen Garten in der Stadt Bren gegeben“ haben. 1201, bei der Gründung des Augustiner-Chorfrauenstifts Brehna, spricht die darüber berichtende Quelle Chronica Montis sereni (Chronik vom Lauterberg, wie der Petersberg damals hieß) davon, dass dieses Chorfrauenstift in dem Dorf Brehna gegründet wurde. Sowohl die Urkunde von 1220 als auch die von 1274 sind im lateinischen Original nicht mehr vorhanden, es existieren nur deutsche Übersetzungen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1970 3.843
2005 2.995

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber drei (2:1) rote Seeblätter.“

Das Wappen ist mit dem der Grafen von Brehna identisch, die Ende des 13. Jahrhunderts ausstarben, deren Wappen aber in das große kursächsische Wappen aufgenommen wurde. Es erscheint im Stadtsiegel erstmals im 15. Jahrhundert. Es symbolisiert drei Herzen.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1995 pflegt Brehna eine Städtepartnerschaft mit Semoy nahe Orléans in Frankreich (Region Centre).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der heute als Stadtkirche fungierende romanische Bau ist das letzte Zeugnis des ehemaligen Brehnaer Klosters, in dem – so wurde es überliefert – auch einst Katharina von Bora für kurze Zeit gelebt hat. Die Kirche ist als Teil der Straße der Romanik und des Lutherweges zugleich auch ausgewiesene Autobahnkirche. Allerdings gehört die Kirche nur teilweise zum romanischen Baustil, speziell im Bereich des Turmes, während das Kirchenschiff gotisch ist. Auch die erneuerte Kursächsische Postmeilensäule und das alte Rathaus aus dem 18. Jh. am Markt, sowie eine Bockwindmühle (Stadtbesitz) und eine Paltrockwindmühle (privat) aus dem 19. Jh. am Stadtrand gehören zum historischen Stadtbild.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die seit 2004 zur Dermapharm-Gruppe gehörende mibe GmbH Arzneimittel beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter. Seit 2003 wurden 50 Millionen EUR in die Errichtung eines neuen Pharmawerkes investiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste

Weblinks[Bearbeiten]