Breidenbach zu Breidenstein (Adelsgeschlecht)

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Neues Schloss (links) und Unteres Schloss Breidenstein (rechts)

Die Breidenbach zu Breidenstein sind ein hessisches Uradelsgeschlecht, das 1146 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die sichere Stammreihe beginnt 1213 mit Gerlach von Breidenstein. Die Familie Breidenbach zu Breidenstein gehörte der mittelrheinischen Reichsritterschaft des Kantons Wetterau und der fränkischen Reichsritterschaft des Ritterkantons Rhön-Werra an. Sie ist heute noch Mitglied der Althessischen Ritterschaft.

Die Familie besaß die Grundherrschaften Breidenbach und Breidenstein. Während der Auseinandersetzungen zwischen Kurmainz und der Landgrafschaft Hessen im späten 13. Jahrhundert versuchte sie eine unabhängige Herrschaft zu errichten. Zu deren Sicherung erbaute sie die heute abgegangene Burg Breidenbach sowie Burgen in Breidenstein und beim Hof Rossebach (bei Breidenbach). 1304 wurden die Herren von Breidenbach hessische Burgmannen auf der Burg Biedenkopf. 1353 war die Familie Pfandnehmer der Hessischen Ämter Marburg und Biedenkopf. Die heute nur noch als Ruine erhaltene Burg Breidenstein wurde zwischen 1387 und 1394 erbaut. In den Jahren 1712 bis 1714 erbaute die Familie das heutige Schloss Breidenstein und 1910 das Obere oder Neue Schloss.

Seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert war der Freiherrentitel gebräuchlich, der durch Großherzoglich-Hessisches Ministerialreskript von 11. September 1913 bestätigt wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Gold eine doppelte schwarze (oder rote) runde Wolfsangel. Die ältere Hauptlinie mit dem Namen von Breidenbach zu Breidenstein führte das Stammwappen des Geschlechtes, das ein schwarzes Wolfseisen in Gold zeigt. Der Schild mit dem roten Wolfseisen ist das Wappen der jüngeren Hauptlinie, den von Breidenbach genannt Breidenstein.

Später ist das Wappen zum Teil auch geviert und zeigt in 1 und 4 das Stammwappen, in 2 und 3 in Gold einen mit drei Kleeblättern belegten, blauen Mauerhaken (evtl. auch als vertikale Wolfsangel anzusehen). Auf dem Helm mit rechts blau-silbernen und links schwarz-goldenen Decken ein sitzender natürlicher Wolf zwischen offenem, geteiltem Flug, dessen vier Teile wie die Teile des Schildes bezeichnet sind.

Bekannte Vertreter[Bearbeiten]

Grabplatte des Bernhard von Breidenbach (1440–1497), Domherr zu Mainz

Literatur[Bearbeiten]

  •  Volker Bratfisch, Wolfhard Vahl, Arbeitsgemeinschaft der familienkundlichen Gesellschaften in Hessen (Hrsg.): Die Familie von Breidenbach von ihren Anfängen bis 1500, Eine genealogische Skizze, Forschungsstand und Überlieferungssituation (= Hessische Familienkunde. Band 34, Heft 4). Degener & Co., Insingen 2011, S. 313–376.