Breidenstein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Breidenstein (Begriffsklärung) aufgeführt.

50.9161111111118.4666666666667304Koordinaten: 50° 54′ 58″ N, 8° 28′ 0″ O

Breidenstein
Wappen von Breidenstein
Höhe: 304 m
Einwohner: 1455
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35216
Vorwahl: 06461

Breidenstein ist ein Ortsteil von Biedenkopf mit rund 1500 Einwohnern an der Perf (Bärenfluss). Es liegt im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.

Breidenstein, im Vordergrund der Perfstausee, im Hintergrund die Sackpfeife

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1227. 1398 bekam Breidenstein von König Wenzel die Stadtrechte verliehen. Im Jahre 1395 wurde eine Burg errichtet, von der heute nur noch Grundmauern zu sehen sind.

Von 1712 bis 1714 wurde das heutige Schloss Breidenstein erbaut. Der stattliche, langgestreckte Bau mit Fachwerkobergeschoss und zwei Zwerchgiebeln hat innen eine schwere Balustertreppe und außen mittelalterliche Befestigungsanlagen von 1394 und ist in Privatbesitz.

Ende des 19. Jahrhunderts bekam Breidenstein Marktrechte, der Breidensteiner Markt konnte sich allerdings nicht gegen die älteren und größeren Märkte in Biedenkopf und Bad Laasphe durchsetzen. Am 1. Juli 1974 wurde Breidenstein nach Biedenkopf eingemeindet.[1]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. Juni 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Im gespaltenen Schild vorn in schwarzem Feld drei goldene Kleeblätter untereinander und hinten im goldenen Feld eine schwarze Wolfsangel, die sich der Gestalt eines großen B annähert.“[2]

Bedeutung:
„Ein Wappen der Gemeinde Breidenstein ist nicht überliefert, obwohl der Ort 1398 von König Wenzel Stadtrechte erhielt, die es bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts beibehalten hat. Da sich mit dem Stadtrecht jedoch in der Regel das Recht auf Wappenführung verband, ist anzunehmen, dass der Ort in früherer Zeit ein solches Wappen geführt hat, wenn es uns auch nicht mehr bekannt ist, so dass der Wunsch der Gemeinde nach einem eigenen Wappen durchaus begründet ist. Die Stadtgeschichte ist aufs engste mit der Geschichte des ortsadeligen Geschlechts der Freiherren von Breidenbach zu Breidenstein verbunden und infolgedessen war das Anliegen der Gemeinde berechtigt, ihr eigenes Wappen mit dem Wappen der Herren von Breidenbach zu Breidenstein in bildlichen Zusammenhang zu bringen. Auf dieser Grundlage hat das Staatsarchiv den im beiliegenden Muster ausgeführten Vorschlag gemacht, der vorn drei Kleeblätter und hinten eine Wolfsangel zeigt, die sich der Gestalt eines großen B annähert. Auf diese Weise erhält die Gemeinde ein Wappen, das nicht nur die Farben des Wappens der Herren von Breidenbach zu Breidenstein verwendet, sondern auch die beiden Bildzeichen, die Kleeblätter wie die Wolfsangel, daraus übernimmt, zugleich aber so verändert, dass das Wappen der Herren von Breidenbach zu Breidenstein nicht damit identifiziert werden kann. Durch die B-förmig gestaltete Wolfsangel besitzt die Gemeinde zugleich ein redendes Bild in Form eines Gemerkes, das den Anfangsbuchstaben des Ortswappens darstellt. Das auf diese Weise gebildete charakteristische Wappenzeichen ist von dem Heraldiker des Staatsarchivs unter dessen Aufsicht hergestellt worden und bildmäßig einwandfrei.“[3]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 23. Dezember 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

In einem von Gelb und Schwarz geteilten Flaggenfeld das städtische Wappen, das vorne in Schwarz drei goldene Kleeblätter untereinander und hinten in Gold eine schwarze Wolfsangel, die sich der Gestalt eines großen B annähert, darstellt.

Sehenswürdigkeiten und Sonstiges[Bearbeiten]

→ siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Breidenstein

  • Schloss Breidenstein
  • Historische Altstadt
  • Breidensteiner Perfstausee
  • Historischer Brunnen (Komp genannt)
  • seit 1915 gibt es einen Fußballverein, der nach dem Aufstieg 2013 in der Kreisliga A Biedenkopf spielt. Die Heimspielstätte ist das Hammerstadion (Naturrasen).
  • es gibt einen Frauenchor (Frauenchor 1981 Breidenstein e. V.), einen Männerchor (MGV Eintracht 1869 Breidenstein) und die Rockband „Silent Seven
  • im Ort gibt es eine Kindertagesstätte. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde.
  • durch den Ort führt die Bundesstraße 253.
  • in Breidenstein gibt es für die Sportler zwei Rasenplätze 68×105 Meter mit Umkleidehaus.
  • alljährlich findet in Breidenstein die traditionelle Zeltkirmes statt, die von der Burschenschaft „Schmidt 1910“ Stadt Breidenstein veranstaltet wird.
  • Breidenstein ist durch den Sturm „Kyrill“ wirtschaftlich wieder mehr in den Vordergrund getreten. Um den Windbruch leichter abtransportieren zu können, wurden die Bahngleise auf dem letzten verbliebenen Teilstück der Scheldetalbahn wieder für die Industrie geöffnet. In Höhe des oberen Endes des Perfstausees; nahe dem Abzweig der Bundesstraße B 253 nach Wiesenbach wurde eine Holzverladestelle eingerichtet. Von dort wird das Holz in großen Mengen per Güterzug – ab Wallau auf der Oberen Lahntalbahn – zu Verarbeitungsbetrieben (Sägewerken) transportiert.

Kirchen und Gemeinden[Bearbeiten]

  • Ev.-luth. Kirchengemeinde Breidenstein
  • Freie evangelische Gemeinde Breidenstein

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Töchter und Söhne von Breidenstein[Bearbeiten]

In Breidenstein haben gewirkt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Karl Huth, Magistrat der Stadt Breidenstein (Hrsg.): Breidenstein: eine historische Stadt. 1972, DNB 970655835.
  •  Günter Bäumner, Trachtentanz- und Brauchtumsgruppe der Stadt Breidenstein e. V. (Hrsg.): Stadt Breidenstein: Chronik und Ortsbuch. Bearb. von Günther Bäumner und einer Arbeitsgruppe von Vereinschronisten unter der Leitung von Thomas Henkel. Trachtentanz- und Brauchtumsgruppe, Breidenstein 2010, ISBN 978-3-00-032219-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) vom 12. März 1974 GVBl. I S. 154; GVBl. II Nr. 330-27
  2. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1954 Amtsblatt Nr. 25 Seite 610
  3. Gutachten vom 22. April 1954, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden