Breitbeil

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Verschiedene Breitbeile

Das Breitbeil wird als Beil zum Behauen von Rundholz zu Balken verwendet und gehörte zur Grundausstattung der Zimmerleute. Heute hat es keine Bedeutung mehr, da Sägewerke seine Aufgabe komplett übernommen haben.

Das Breitbeil ist etwa 50 bis 70 cm lang und unterscheidet sich von anderen Äxten und Beilen dadurch, dass eine Seite des Kopfes abgeflacht ist und der Stiel schräg zum Kopf läuft. Dabei gibt es rechte und linke Ausführungen. Außerdem ist der Kopf größer als der anderer Äxte. Die Schneide ist einseitig angeschliffen auf der Seite, nach der der Stiel weist. Der Keilwinkel soll etwa 17° betragen.[1] Es gibt noch Zimmerleute, die den Umgang mit dem Breitbeil beherrschen. Mit der Rekonstruktion ganzer Fachwerkbauten wird diese Arbeitsweise wieder gefördert.

Geschichte[Bearbeiten]

Richental Chronik: Behauen eines Balkens

Das Behauen von Baumstämmen geht zurück bis zum Erstellen fester Behausung. Zuerst allerdings fanden Steinwerkzeuge und später Bronzewerkzeuge zur Verwendung. Auch die Römer hatten bereits spezielle Beile zur Holzbearbeitung. Mit der Massenherstellung von Eisen für Waffen und Werkzeug wurden diese mit der Zeit immer mehr spezialisiert und verfeinert, bis im Mittelalter das noch heute verwendete Breitbeil zum Einsatz kam.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Pesch: Altes Handwerksgerät. Ausstellung im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern vom 17. November 1981 bis 4. April 1982. Herausgegeben im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland. Rheinland Verlag, Köln 1981
  • Hans Tewes Schadwinkel und Günther Heine: Das Werkzeug des Zimmermanns Mit einer Einführung: Das Zimmerhandwerk von Manfred Gerner, Verlag Th. Schäfer, Hannover 1986

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Krämer: Grundwissen des Zimmerers, Bruderverlag, Karlsruhe 1982, ISBN 3-87104-052-5