Breitenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breitenburg
Breitenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breitenburg hervorgehoben
53.9056759.57188333333336Koordinaten: 53° 54′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Amt: Breitenburg
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 10,49 km²
Einwohner: 947 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25524
Vorwahlen: 04821, 04828
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 017
Adresse der Amtsverwaltung: Osterholz 5
25524 Breitenburg
Webpräsenz: www.amt-breitenburg.de
Bürgermeister: Ingo Köhne (KWG)
Lage der Gemeinde Breitenburg im Kreis Steinburg
Karte

Breitenburg ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Das Schloss Breitenburg und der Tempel von Nordoe befinden sich auf dem Gemeindegebiet.

Blick in den Hof von Schloss Breitenburg
Breitenburger Kapelle um 1895

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Breitenburg liegt etwa vier Kilometer südöstlich von Itzehoe an der Stör; der Ortsteil Nordoe liegt südlich von Itzehoe. An der Breitenburger Fähre führt die Landesstraße 116 über die Stör. Südlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 23 von Hamburg nach Itzehoe.

Geschichte[Bearbeiten]

1526 erwarb Johann Rantzau die Geesthöhe, indem er die Ländereien des Klosters Bordesholm im Kirchspiel Breitenberg an der Stör, die durch eine Überschwemmung verödet waren, ankaufte. Hier befindet sich heute die Gemeinde. Johann Rantzau ließ hier im Jahr 1531 sein festes Schloss Breitenburg bauen, welches sich seit dem fast ununterbrochen im Besitz der Grafen Rantzau befand. Die Herrschaft Breitenburg vererbte sich auf seinen Sohn, den Statthalter Heinrich, während das Gut Bothkamp dem jüngeren Sohn Paul zufiel.

Schloss Breitenburg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schloss Breitenburg

Im 16. Jahrhundert war das Schloss Breitenburg eines der Zentren des Humanismus in Norddeutschland. 1627 wurde es von Wallenstein gestürmt und die umfangreiche Bibliothek gestohlen. Teile des Schlossanlagen wurden von Wallensteins Truppen niedergebrannt bzw. verwüstet.

Das Herrenhaus erhielt seine heutige Gestalt bei umfangreichen Umgestaltungen im 19. Jahrhundert und beherbergt die Thorvaldsen-Galerie mit Werken von Bertel Thorvaldsen und eine Bibliothek.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1973 wurde ein Teil der Nachbargemeinde Münsterdorf mit damals mehr als 100 Einwohnern eingegliedert.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Kreidegrube Saturn, in der nicht mehr abgebaut wird, die aber für die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks im Gespräch ist, liegt teilweise im Gemeindegebiet.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWG seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze und die SPD drei.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot auf grünem Balken, der dem von zwei blauen Wellenfäden durchzogenen silbernen Schildfuß aufliegt, ein silbernes Renaissanceschloß, bestehend aus vier aneinander gebauten, mit zwei Reihen rundbogiger Fenster versehenen Giebelhäusern (die beiden äußeren mit Spitzgiebeln und je einem Firstschornstein, die beiden inneren mit Treppengiebeln) und aus einem auf trapezförmiger Rampe vorspringenden, runden Mittelturm mit offener, rundbogiger Tür und schwarzer Zwiebelhaube.“[3]

Es wird angenommen, dass der Kern der im Wappen dargestellten Anlage, die vier aneinandergebauten dreigeschossigen Häuser, aus dem Jahre 1530 stammt und der Bautätigkeit des Feldmarschalls Johann Rantzau zuzuschreiben ist. Der Ausbau des Schlosses im Renaissancestil geht auf Heinrich Rantzau zurück, den Sohn Johanns, der Statthalter des dänischen Königs in den Herzogtümern war. In dieser endgültigen Form ist die Breitenburg auf einer Zeichnung von 1590 erhalten und so in das heutige Wappen übernommen worden. Der grüne Balken und der silberne Schildfuß symbolisieren den Wall und den Burggraben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Mönch, Gemeinde Breitenburg (Hrsg.): Chronik Breitenburg. Itzehoe 2000.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breitenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein