Breitwegerich

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Breitwegerich
Breitwegerich (Plantago major)

Breitwegerich (Plantago major)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Gattung: Wegeriche (Plantago)
Art: Breitwegerich
Wissenschaftlicher Name
Plantago major
L.

Der Breitwegerich (Plantago major), oder Breit-Wegerich geschrieben, bzw. Große Wegerich ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört. Er ist eine inzwischen weltweit verbreitete Pflanzenart und wächst an Straßen, Wegen, Plätzen, Weiden, Wiesen und Äckern. Andere Trivialnamen für diese Pflanzenart sind: Breitblättriger Wegerich, Großer Wegerich, Wegebreit, Wegeblatt, Wegtritt, Wegetrene, Rippenblatt, Saurüssel, Mausöhrle, Arnoglosse, Ackerkraut.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration von Otto Wilhelm Thomé, 1885.

Breit-Wegerich wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe zwischen 3 und 25 cm. Sie bildet ein Rhizom als Überdauerungsorgan. Die in einer grundständigen Blattrosette angeordneten Laubblättern sind löffelförmig und handtellergroß. Die einfache Blattspreite ist eiförmig bis elliptisch und kahl bis dicht, kurz behaart.[1]

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Endständig auf einem blattlosen Blütenstandsschaft, der etwa so lang oder kürzer als die Laubblätter und höchstens zweimal so lang wie der Fruchtstand ist, steht aufrecht ein ähriger Blütenstand.[1] Die Blüten sind geruchlos.[1] Die grünlichen bis weißlichen Staubfäden sind etwa 2 mm lang und die verkehrt-herzförmigen Staubbeutel sind etwa so lang wie breit.[1] Der Pollen wird durch Windbestäubung verbreitet.

Die Frucht enthält meist 6 bis 30, selten bis zu 46 Samen.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Der Breitwegerich ist ein sommergrüner Hemikryptophyt und eine Rosettenpflanze mit blattachselständigen Blütensprossen und Zugwurzeln. Er ist ein Tiefwurzler mit einer wenig dauerhaften Primärwurzel; daher erfolgt die Bewurzelung hauptsächlich aus der kurzen Rosettenachse.

Die ausgeprägt vorweiblichen Blüten sind windblütig vom „Langstaubfädigen Typ“. Der Pollen besitzt Kittreste. Die Narben sind lang und fast fiederig behaart. Die Pollensäcke bleiben bei feuchtem Wetter geschlossen. Je Blütenstand werden etwa 2 bis 3 Millionen Pollenkörner produziert. Durch die Windausbreitung und die große Anzahl sind Breitwegerich-Pollen wichtige Auslöser von Heuschnupfen. Selbstbestäubung ist möglich. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

Die Früchte sind sechs- bis zwölfsamige Deckkapseln. Der Breitwegerich ist ein Wind- und Tierstreuer; hauptsächlich erfolgt die Ausbreitung der Diasporen aber über die klebrigen Samen, die an Tierpfoten, Schuhen und Rädern haften. Daneben erfolgt Bearbeitungsverbreitung beispielsweise durch Körnerfresser. Die Fruchtreife liegt zwischen Juli und September. Die Samen sind Licht- und Kältekeimer.

Salzwiesen-Wegerich (Plantago major subsp. winteri)
Plantago major subsp. intermedia (DC.) Arcang., auch Plantago uliginosa genannt

Vorkommen[Bearbeiten]

Ursprünglich in Europa heimisch, hat sich diese Pflanzenart inzwischen weltweit verbreitet. Da der Breitwegerich (ebenso wie der Spitzwegerich) zu den „trittfesten“ Pflanzen gehört, ist er ein Anzeiger für häufig begangene Stellen. Er kam einst mit den europäischen Siedlern nach Nordamerika und wurde von den Indianern als „Fußstapfen des weißen Mannes“ bezeichnet. Diese Pflanzenart ist sehr widerstandsfähig. Sie wächst auch in Pflasterritzen und auf häufig betretenen Rasenflächen. Der Breitwegerich ist wenig empfindlich gegen Salze und kann Dank seiner bis zu 80 cm langen Wurzel auch auf verdichteten Böden wachsen.

Unterarten[Bearbeiten]

Es gibt drei Unterarten.

Der gewöhnliche Breit-Wegerich, auch großer Wegerich genannt (Plantago major, subsp. major) ist die Unterart mit den größten Blättern und 5 bis 9 Blattnerven.[2][3]

Auf Salzwiesen und an Kalisalzgruben wächst der Salzwiesen-Breit-Wegerich (Plantago major subsp. winteri) mit einer 3- nervigen Spreite.[2]

Der Vielsamige Breit- Wegerich (Plantago major subsp. intermedia (DC.) Arcang.), auch Plantago uliginosa oder Kleiner Wegerich genannt, ist eine Unterart mit schmaleren Blättern und 3 bis 5 Blattnerven und größerer Samenzahl, die in Finnland indigen ist. Sie gedeiht dort an Lehm-, Schluff- und Sandufern.[4][5][2] Plantago major, subsp. intermedia wird jedoch von manchen Forschern als eigenständige Art Plantago intermedia angesehen.[6]

Medizinische Wirkung[Bearbeiten]

Der Breitwegerich ist ein verbreitetes Volksheilmittel. Er enthält Schleimstoffe[7] (Polysaccharide), Iridoid-Glykoside, besonders Aucubin[8], Bitterstoffe, Gerbstoffe, Polyphenole, und andere Wirkstoffe.[9] Der Saft, bzw. Brei aus den Blättern wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung [10]. Neuere Studien verweisen auch auf eine mögliche antivirale und immunmodulatorische [11] Wirkung von Plantago major. Der Saft wurde volkstümlich eingesetzt bei Magenschleimhautentzündung, Magen- und Darmgeschwüren, Durchfall, Reizdarm, Blutungen der Harnwege, Atemwegskatarrh und Insektenstichen aller Art.[12] Eine Wirksamkeit in diesen Anwendungsgebieten ist nicht ausreichend belegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, 20. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3.
  •  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7. Auflage, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  2. a b c Breitwegerich bei Blumen in Schwaben
  3. Breitwegerich auf der Internetseite von Langenbach, Flora - Einheimische Pflanzen.
  4. Reallexikon der germanischen Altertumskunde: Vulgarrecht, Seite 335 Online
  5. Flora Europaea: Plantago major, Breitwegerich bei NaturGate
  6. Peter M. Hollingsworth, Richard M. Bateman, Richard J. Gornall: Molecular Systematics and Plant Evolution, S. 61 ff.Online
  7. Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, S. 85 Online
  8. Medicinal Plants, S. 463 Online
  9. Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege, S. 450 schleimstoffe&f=false Online
  10. Zubair M, Ekholm A, Nybom H, Renvert S, Widen C, Rumpunen K.: Effects of Plantago major L. leaf extracts on oral epithelial cells in a scratch assay. J Ethnopharmacol, 14. Juni 2012, abgerufen am 23. Februar 2014 (Wissenschaftliche Studie).
  11. Chiang LC, Chiang W, Chang MY, Lin CC.: In vitro cytotoxic, antiviral and immunomodulatory effects of Plantago major and Plantago asiatica. Am J Chin Med., 2003, abgerufen am 23. Februar 2014 (Wissenschaftliche Studie).
  12. Kräuterbuch der Klostermedizin: der "Macer Floridus" ; Medizin des Mittelalters , S. 184 Online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breitwegerich – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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