Flagge Bremens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bremer Flagge)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Bremer „Speckflagge“

Die Bremische Flagge ist die offizielle Flagge und Hoheitszeichen der Stadt Bremen und des Bundeslandes Freie Hansestadt Bremen. Sie ist mindestens achtmal rot und weiß gestreift und am Flaggenstock gewürfelt und wird in Bremen umgangssprachlich – allerdings auch von offiziellen Stellen – als „Speckflagge“ bezeichnet.[1]

Die Staatsflagge enthält in der Mitte das Bremer Wappen in der Form des Flaggenwappens mit Schlüssel und drei Löwen. Die Behörden greifen als Dienstflagge meist auf eine Flagge mit dem Mittleren Landeswappen zurück.

Die Flagge Bremens trägt die Farben der Hanse und vieler Hanseflaggen sowie die Reichsfarben: Rot und Weiß.

Aussehen[Bearbeiten]

Die Bremer Staatsflagge mit großem Landeswappen am Bremer Rathaus

Das Aussehen bestimmt sich aus Artikel 68 der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen:

„Die Freie Hansestadt Bremen führt ihre bisherigen Wappen und Flaggen.“[2]

Die Vorschriften dazu waren mit der Bekanntmachung, betreffend Vorschriften über das bremische Staatswappen vom 17. November 1891 (Bremische Staatswappenbekanntmachung, StaatsWBek) festgelegt worden.[3]:

§ 1 – „Das große bremische Wappen wird gebildet durch einen schräg nach rechts aufgerichteten, mit dem Barte linkshin gewandten silbernen Schlüssel gotischer Form in einem roten Schilde. Auf dem Schilde ruht eine goldene Krone, welche über dem mit Edelsteinen geschmückten Reife fünf (sichtbare) Zinken in Blattform zeigt. Der Schild ruht auf einer Konsole oder auf einem bandartigen Fußgestell und wird von zwei aufgerichteten rückwärts schauenden Löwen mit den Vorderpranken gehalten. Das mittlere Wappen wird gebildet durch den gleichen Schlüssel im roten, mit der goldenen Krone gekrönten Schilde. Das kleine Wappen wird lediglich durch den gleichen Schlüssel ohne Schild gebildet.“ […]
§ 6 – „Die Staatsflagge ist von Rot und Weiß mindestens achtmal gestreift und längs des Flaggenstocks mit der den Streifen entsprechenden Zahl abwechselnd roter und weißer Würfel in zwei Reihen gesäumt. Die Zahl der roten und die der weißen Streifen soll stets eine gerade sein. In der Mitte hat die Flagge ein viereckiges weißes Feld, in welchem, falls sie mindestens zwölfmal gestreift ist, das in § 1 geschilderte große Wappen dargestellt ist, jedoch mit der Abänderung, daß an Stelle der Krone ein gekrönter Helm mit rot und weißer Helmdecke tritt; die Helmzier bildet ein nach rechts gewandter wachsender Löwe, der mit den Pranken den Wappenschlüssel, den Bart nach links gekehrt, senkrecht hält. Wenn die Flagge nur achtmal gestreift ist, so erhält das Mittelfeld das in § 1 geschilderte mittlere Wappen.“

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hanseflaggen und Bremer Wappen

Die Schiffe der Hanse führten an den Mastspitzen (Topp) Windfähnchen – die so genannten Flügervlögel – die seit dem 13. Jahrhundert auch zur Kennzeichnung der Hansekoggen dienten. Der einfarbig roten Hanseflagge von Hamburg – „de roden vlugher“ – folgte unter anderem Lübeck mit de lübesche vloghel in whyt und rot (13. Jh.) und Bremen mit einem weißen Schlüssel auf rotem Feld (14. Jh.). Auch der Hanseatenwimpel für den Schiffsmast war im oberen Teil weiß, im unteren rot. 1566 führt die Lübecker Schiffergesellschaft am Heck der Schiffe eine siebenfach weiß-rot gestreifte Flagge mit dem Großen Adler. Die das bremische Fahnenbild kennzeichnende vielfältige weiß-rote Streifung mit der senkrechten Quadrierung am Flaggenstock soll es zuerst seit etwa 1750 bis 1800 gegeben haben.[4]

Als Wappen wurde und wird in einigen Flaggen mit mittlerem Wappen der Bremer Schlüssel gezeigt. 1366 wurde erstmals ein Großes Siegel urkundlich erwähnt mit Kaiser, Krone, Zepter und Reichsapfel sowie Petrus, Tiara, Schwert und Schlüssel und ein Kleines Siegel nur mit Petrus und Schlüssel. 1369 wurde der Schlüssel auf Bremer Münzen geprägt. Etwa 200 Jahre später erschien der Schlüssel auch auf der Hanseflagge Bremens am Heck der Schiffe. Heute wird das mittlere Wappen bei der Dienstflagge gezeigt.

Das Großes Wappen der Freien Hansestadt Bremen entwickelte sich im 16. und 17. Jahrhundert mit zwei Löwen, Krone und Helm als Wappen. Als Flaggenwappen um einen Löwen mit Schlüssel ergänzt erschien es im Deutschen Kaiserreich und es wird aktuell als Staatsflagge mit großem Wappen in der Senatsflagge geführt.

1891 wurden die Vorschriften über die bremischen Staatswappen und die Staatsflaggen erlassen (siehe oben).

Varianten[Bearbeiten]

Sofern ein Wappen geführt werden soll, ist bei acht Streifen in der Mitte das mittlere Wappen, bei zwölf Streifen das große Wappen.

Aktuelle Flaggenvarianten[Bearbeiten]

Historische Flaggenvarianten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Flaggen des Deutschen Kaiserreichs, Liste der Flaggen der Weimarer Republik, Liste der Flaggen Deutschlands (1933–1935).

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Als der SV Werder Bremen Anfang der 1970er Jahre keinen Trikotsponsor fand, half die Stadt Bremen. Von 1971 an spielte die Mannschaft fast drei Jahre in den rot-weißen Farben der Speckflagge.[5]
  • Die Schlüsseltonne (auch als Bremer Tonne bekannt) in der Außenweser trägt die Farben Rot und Weiß.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetpräsenz des Bremer Rathauses
  2. Artikel 68. der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen. Gesetzesportal Bremen, abgerufen am 6. März 2011.
  3. § 1 und § 6 Absatz 1 und 2 der Bekanntmachung, betreffend Vorschriften über das bremische Staatswappen vom 17. November 1891 (Bremische Staatswappenbekanntmachung, StaatsWBek), Brem.GBl. S. 124
  4. Ernst Grohne: Zur Geschichte der deutschen und der bremischen Hoheitszeichen, In: Bremisches Jahrbuch, Nr. 46, S. 35–38, Schünemann, Bremen 1959.
  5. Online-Artikel des SV Werder Bremen über die Trikotfarben

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Grohne: Zur Geschichte der deutschen und bremischen Hoheitszeichen, in: Bremisches Jahrbuch Band 46, S. 26–39, Schünemann, Bremen 1959.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flags of Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien