Bremer Straßenbahn AG

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Dieser Artikel stellt das amtlich wie umgangssprachlich mit dem Kürzel „BSAG“ bezeichnete Nahverkehrsunternehmen dar. Zur ebenso bezeichneten militärischen Formation in Mittelamerika siehe Belize Special Assignment Group
Bremer Straßenbahn AG
Bsag-logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Bremen
Webpräsenz www.bsag.de
Bezugsjahr 2011 (2005)
Vorstand Michael Hünig
Hajo Müller
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen
Mitarbeiter 1912 (2005: 2089)
Umsatz 87.630.000 Eurodep1
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Straßenbahn 7, dazu 3 Schnellbahnlinien und 3 Nachtlinien
Bus 44, dazu 1 Schnellbuslinie und 6 Nachtlinien[1]
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 77 Niederflurwagen GT8N
43 Niederflurwagen GT8N-1
3 (8) Hochflur-Züge
7 Museumszüge
15 Arbeitswagen (Stand 2011)
Omnibusse 49 Niederflur-Zweiachser
163 Niederflur-Gelenkbusse
2 Midibusse
1 Reisebus
2 Museumsbusse
3 Kleinfahrzeuge für Rundfahrten[2] (Stand 2014)
Statistik
Fahrgäste 102,662 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 22,31 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 1195
Einzugsgebiet 424,56 km²dep1
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,607 Mio.
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 120,5 kmdep1
Buslinien 527.0 km (550 km)dep1
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 5 (Neustadt, Neue Vahr, Gröpelingen, Rönnebeck (Ermlandstr.), Sebaldsbrück)

Die Bremer Straßenbahn AG, abgekürzt BSAG, ist ein kommunales Verkehrsunternehmen mit Sitz in Bremen. Die Aktiengesellschaft betreibt einen Großteil des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt, darunter die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bestehende Straßenbahn Bremen und den Stadtbusverkehr in der Hansestadt. Außerdem war das Unternehmen auch für den von 1949 bis 1961 verkehrenden Oberleitungsbus zuständig. Die Stadt Bremen besitzt über die stadteigene Bremer Verkehrsgesellschaft mbH mittelbar 99,03 % der Anteile an der Bremer Straßenbahn AG.

Streckennetz, Fahrzeugbestand[Bearbeiten]

Straßenbahnwagen der BSAG
Gelenkbus der BSAG vor dem Bremer Hauptbahnhof
Linien- und Streckenplan der Straßenbahn (2014)
→ annähernd maßstabsgerechter Gleisplan 2013

Streckennetz[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet wird außer im Bereich Bremen-Nord in seiner an der Weser entlanggezogenen Gestalt sowie in einigen Siedlungsschwerpunkten nördlich und südlich der Innenstadt von Straßenbahnlinien erschlossen. Seit den späten 1990er Jahren werden Schritte zur Anbindung von weiter außerhalb des Stadtgebietes gelegenen Siedlungen und Vorstädten unternommen. Die Buslinien ergänzen die übrigen Gebiete und verbinden die Straßenbahnstrecken miteinander. Zentrale Knotenpunkte sind der Hauptbahnhof, die Brill-Kreuzung und die Domsheide.

Das Liniennetz der Bremer Straßenbahn AG umfasst 620 km, davon 505,4 km als Busnetz und 114,6 km als Bahnnetz. Sie beförderte 2012 rund 103,1 Mio. Fahrgäste, also durchschnittlich 282.000 täglich.[3]

Die Linienübersichten sind unter Nahverkehr in Bremen zu finden.
Zum Streckennetz siehe auch bei Straßenbahn Bremen bei Streckennetz und Geschichte.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

2013 hatte die BSAG 122 Straßenbahnen-Fahrzeuge und 212 Busse im Bestand, dazu rund 1000 Fahrer. Die neuen Gelenktriebwagen GT8N-1 mit 44 Tonnen Leergewicht haben 134 Sitzplätze und 134 Stehplätze. Die Züge und Busse fahren täglich durchschnittlich 70.000 km.[4]

Beteiligungen[Bearbeiten]

Die Bremer Straßenbahn AG ist direkt oder mittelbar über ihr Tochterunternehmen Weserbahn GmbH an mehreren Verkehrsunternehmen im nordwestdeutschen Raum beteiligt. Dazu zählen der Delmenhorster Nahverkehrsbetrieb Delbus (51 %), das Eisenbahnverkehrsunternehmen metronom (fünf Prozent) sowie das Regionalbus- und Eisenbahnunternehmen Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (25,1 %). Neben ihrem Engagement im Personenverkehr ist die BSAG auch an den Güterverkehrsbetrieben Bremen-Thedinghauser Eisenbahn und Jade-Weser-Bahn mit jeweils 10 % beteiligt.[5]

Wirtschaftliche Lage[Bearbeiten]

Zur Förderung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs werden die Verluste aus dem Betrieb von der Stadtgemeinde Bremen getragen. Dieser Verlustausgleich belief sich im Jahr 2007 auf 41,2 und im Jahr 2008 auf rund 57,7 Millionen Euro. Die BSAG trägt allerdings gleichzeitig zur Entlastung der Straßen vom Individualverkehrs bei. Für diese Entlastungseffekte, die zum Beispiel auch in einer geringeren Abnutzung der Fahrbahnoberflächen bestehen, gibt es allerdings bisher keine entsprechenden Berechnungen. Bekannt sind nur die Kosten für den laufenden Betrieb, die Unterhaltung und den Ausbau des Straßenbahnnetzes, die Instandhaltung der Straßen und die Anschaffung neuer Fahrzeuge. So wurden für 30 Busse, die zum 31. März 2012 in Betrieb genommen wurden, insgesamt 9,45 Millionen Euro ausgegeben.[6]

Am 1. August 2014 fuhr die erste Straßenbahn nach Falkenberg/Lillenthal. Die Strecke ist 5,5 km lang.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bremer Zivilingenieur Carl Westenfeld, der jahrelang in den Vereinigten Staaten gelebt hatte und Erfahrungen mit Pferdebahnen in Chicago hatte, beantragte am 12. April 1875 beim Senat die Konzession für eine Pferdebahn vom Bremer Herdenthor nach Oberneuland.[7]

Am 28. März 1876 wurde von Julius Brabant und anderen die Actiengesellschaft Bremer Pferdebahn gegründet. Westenfeld übertrug die Konzession, die ihm am 7. April 1876 auf 20 Jahre erteilt wurde, auf die neue Gesellschaft, am 4. Juni 1876 ging die erste Strecke in Betrieb.[8]

Das Konkurrenzunternehmen Große Bremer Pferdebahn eröffnete mit britischem Kapital am 3. November 1879 seine erste eigene Strecke von Hastedt nach Walle.

Beide Gesellschaften bauten in den folgenden Jahren ihre Netze aus und bereiteten die Elektrifizierung vor. In diesem Zusammenhang benannte sich die Bremer Pferdebahn 1891 in Bremer Straßenbahn um und nahm 1892 die erste reguläre elektrische Linie in Betrieb. Die Große Bremer Pferdebahn fuhr dagegen weiter mit Pferden und wurde 1899 von der Bremer Straßenbahn übernommen.

Für den Omnibusbetrieb gründete die Bremer Straßenbahn das Tochterunternehmen Bremer Vorortbahn Gesellschaft (BVG), das ab 1924 den Omnibusbetrieb auf den Außenlinien durchführte, zunächst nach Oberneuland und später nach Blumenthal.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bremer Straßenbahn AG (Hrsg.): Bremen und seine Straßenbahn. Eine illustrierte Zeitreise. Bremen 2001, ISBN 3-927155-47-0
  • Bremer Straßenbahn AG 1876–1976. Jubiläumsbuch zum 100-jährigen Bestehen

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bsag.de/10348.php
  2. Kleinfahrzeuge für Rundfahrten
  3. Swantje Friedrich: Moderne Mobilität. In: Weser-Kurier vom 21. Oktober 2013, S. 3
  4. dito
  5. http://www.bsag.de/pdf/Konzernstruktur.pdf Beteiligungen der BSAG
  6. Weser-Kurier, 6. März 2012: BSAG bekommt 38 neue Busse und Bahnen
  7. Straßenbahn-Magazin Nummer 21, August 1976
  8. Die erste Pferdebahn in Bremen (Seite der BSAG)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bremer Straßenbahn AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien