Bremke (Gleichen)

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51.44691510.042868249Koordinaten: 51° 26′ 49″ N, 10° 2′ 34″ O

Bremke
Einheitsgemeinde Gleichen
Höhe: 249 m
Einwohner: 887 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 37130
Vorwahl: 05592
Karte

Bremke als Ortsteil der Gemeinde Gleichen

Bremke ist ein Ortsteil der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen und hat 887 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2012).[1] Ortsbürgermeister ist Bernd Casper.

Geographie[Bearbeiten]

Teilansicht auf Bremke aus Richtung Osten

Bremke ist ein Straßendorf, das an der Deutschen Märchenstraße ungefähr 9 Kilometer südöstlich von Göttingen liegt. Unmittelbar südlich verlief die ehemalige Innerdeutsche Grenze und heutige niedersächsisch-thüringische Landesgrenze. Der Ort am Rande des Reinhäuser Waldes und im engen Tal des Wendebaches wird von steilen offenen Buntsandsteinfelsen geprägt. Höchste Erhebungen in der Umgebung sind der Eschenberg (403,9 m) und Die Gleichen (430 m) nördlich der Ortslage.

Zur Gemarkung von Bremke gehören noch die Gutshöfe bzw. Siedlungen Appenrode, Elbickerode, Sennickerode und Vogelsang. Verkehrsmäßig ist der Ort über die Landesstraßen L 568 und L567 angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung ist in einer auf das Jahr 1022 datierten Urkunde überliefert, die Anfang des 12. Jahrhunderts gefälscht wurde und Heinrich II. als Aussteller angibt. Der Ortsname ist dort als Bredenbiche angegeben. Frühere Erwähnungen eines Ortes Bredanbiki und Bredanbeke in den Corveyer Traditionen können sich auch auf Bremke im Landkreis Holzminden beziehen[2]. Im 19. Jahrhundert gehörte Bremke zur einen Hälfte zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, während die andere Hälfte der Herrschaft der Landgrafschaft Hessen-Kassel unterstand. Die Besonderheit, welche daraus resultierte war, dass ein Wohnhaus auf dem Territorium Hannovers, ein anderes auf dem Gebiet Hessens sich befand[3].

Am 1. Januar 1973 wurde Bremke in die neue Gemeinde Gleichen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Ortsratswahl[5]
Wahlbeteiligung: 73,76 %
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70
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40
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10
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68,65 %
31,35 %

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich aus fünf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Etymologie[Bearbeiten]

Die ersten Erwähnungen des Ortsnamens zeigen, dass er auf eine im Dativ stehende Konstruktion zurückzuführen ist: (tom) brēden beke (am breiten Bach). Die Endung -beke (-bach) wurde mit dem Bestimmungswort im 16. Jahrhundert zu Bremke kontrahiert.[2][6] Möglich ist ein Bezug auf den Wendebach, dem in Bremke noch ein von Süden kommender Bach zuströmt und dessen Tal sich unmittelbar westlich des Ortes beim Durchfluss durch den Reinhäuser Wald deutlich verengt.

Religionen[Bearbeiten]

Die Protestanten in Bremke gehören zur ev.-luth. Kirchengemeinde St. Matthias in Bremke.[7]

In Bremke bestand neben der protestantischen Mehrheit eine jüdische Synagogengemeinde. Bereits seit dem 18. Jahrhundert gab es einen jüdischen Friedhof, 1828 wurde eine Synagoge im Ort erbaut und 1838 eine jüdische Elementarschule eingerichtet. Mitte des 19. Jahrhunderts waren 17 Prozent der Einwohner jüdisch, zur Synagogengemeinde gehörten zumindest kurzzeitig auch die jüdischen Bewohner aus Gelliehausen, Reinhausen und Wöllmarshausen. Anfang 1933 gab es 26 jüdische Einwohner in Bremke, von denen die letzten das Dorf Ende 1939 verlassen mussten. Durch die Novemberpogrome 1938 wurde die Bremker Synagoge zerstört.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seit vielen Jahren werden auf der Waldbühne mit ihren etwa 1000 Sitzplätzen in der Zeit von Mai bis September regelmäßig sonntags Märchenspiele aufgeführt.

Mehrere Vereine prägen das Leben im Dorf: der TSV 1904 Bremke-Ischenrode e.V.[9], Schützenverein Altengleichen Bremke[10], die Ortsfeuerwehr Bremke[11], sowie die Reitgemeinschaft Bremke e.V.[12].

Bauwerke[Bearbeiten]

Ev.-luth. Kirche St. Matthias
  • Die evangelische Kirche St. Matthias ist ein im Kern wahrscheinlich mittelalterlicher Bau aus rotem Buntsandstein. Im unregelmäßigen Mauerwerk sind noch Reste zugesetzter Spitzbogenfenster erkennbar. Über der Tür befindet sich die Jahresangabe „1772“, die offenbar auf eine spätere Baumaßnahme hinweist. Das einzigartige äußere Erscheinungsbild wird durch den gedrungen wirkenden Turmunterbau im Westen bestimmt, der geringfügig breiter ist als das Schiff und über einem im Osten abgewalmten Mansarddach einen oktogonalen schieferbehängten Turm trägt. Im Inneren befindet sich ein Altar aus der Zeit um 1770.[13]
  • Das Gasthaus Jütte, auch “Mutter Jütte” genannt, ist ein Traditionsgasthof, der seit 1883 existiert.
  • Fachwerkhäuser prägen den Ort, der als eines der schönsten Dörfer im Kreis Göttingen gilt und beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet wurde
  • der jüdische Friedhof am Eschenberg

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Kinder im Grundschulalter besuchen die Grundschule im Ort.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hermann Hirsch (1861–1934), Maler und Bildhauer, lebte von 1918 bis 1933 in Bremke
  • Wilhelm Thomas (1896–1978), Theologe, von 1930 bis 1934 Pfarrer in Bremke

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bremke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Einwohner der Gemeinde Gleichen (Stand 31. Dezember 2012), abgerufen am 22. Juni 2014
  2. a b  Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamensbuch (NOB). Teil IV, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-494-X, S. 76f.
  3.  Christoph Meiners: Kurze Geschichte und Beschreibung der Stadt Göttingen, und der umliegenden Gegend. Haude und Spener, Berlin 1801, S. 427.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 208.
  5. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152011_000053/index.html
  6.  Edward Schröder: Bachnamen und Siedlungsnamen in ihrem Verhältnis zu einander. In: Nachrichten von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge • Band III • Nr.1, Vandenhoeck & Rupprecht, Göttingen 1940, S. 15, DNB 253D118761838.
  7. [1]
  8. Gleichen. Jüdisches Leben und Verfolgung. In: Topografie der Erinnerung – Gedenken und Erinnern in Südniedersachsen. Abgerufen am 7. Mai 2012.
  9. [2]
  10. Homepage des Schützenvereins Altengleichen Bremke, abgerufen am 4. Februar 2013
  11. [3]
  12. [4]
  13. Peter Ferdinand Lufen: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen, Bd. 5.3: Landkreis Göttingen, Teil 2. Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen. Herausgegeben vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege –. CW Niemeyer, Hameln 1997, ISBN 3-8271-8257-3, S. 258
  14. Website der Grundschule Bremke