Bremthal

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50.1402918.358789270Koordinaten: 50° 8′ 25″ N, 8° 21′ 32″ O

Bremthal
Stadt Eppstein
Wappen der früheren Gemeinde Bremthal
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 6,53 km²
Einwohner: 3248 (1987)
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 65817
Vorwahl: 06198

Bremthal ist mit etwa 5.000 Einwohnern der größte Stadtteil von Eppstein im Main-Taunus-Kreis in Hessen und ist neben Vockenhausen das wirtschaftliche Zentrum.

Auf der höchsten Erhebung der Gemeinde, dem Judenkopf (410 m) befindet sich ein Wasserreservoir, das Bremthal und Lorsbach mit Wasser versorgt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bremthal (hinter Alt-Eppstein) vom Kaisertempel aus.

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Bremedal datiert aus dem Jahr 1204. Der Ortsname ist zurückzuführen auf mittelhochdeutsch breme für Dornstrauch. Dies lässt den Schluss zu, dass der vermutlich im 12. Jahrhundert von Eppstein aus an der Grenze gegenüber dem nassauischen Gebiet im Westen gegründete Ort in seinem Namen entweder Bezug nahm auf den hier wild wachsenden Besenginster oder auf das Gebück, die um 1700 beseitigte Grenzbefestigung.

Bremthal gehörte ursprünglich zur Herrschaft Eppstein, wurde dann ein kurmainzischer Ort und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Idstein. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 Bremthal und Niederjosbach freiwillig zur neuen Gemeinde Bremthal zusammen. Am 1. Januar 1977 wurden diese Gemeinde, die Stadt Eppstein und andere Gemeinden kraft Gesetzes zu einer Stadt mit dem Namen "Eppstein" zusammengeschlossen.[1]

Vermutlich seit dem 13. Jahrhundert, belegt seit 1393, wurden in Bremthal Eisenerze in Form von Braun- und Roteisen abgebaut. Die Förderung des Erzes erfolgte zunächst in Gruben und später in bergmännisch angelegten Schächten. Im frühen 19. Jahrhundert war der Abbau beendet.[2]

Sage der Bertha von Bremthal[Bearbeiten]

Ob es in Bremthal jemals eine Burg oder ein adeliges Geschlecht gab, ist nicht abschließend geklärt. In das Reich der Sage ist jedenfalls die Geschichte von Bertha von Bremthal zu verweisen. So soll ein gewisser Ritter Eppo, bei dem es sich um Herzog Eberhard (921–927) handeln könnte, das schöne Burgfräulein, das durch einen Riesen gefangen gehalten wurde, mit Hilfe eines Bremthaler Schmiedes befreit haben.

Wappen[Bearbeiten]

Am 4. November 1968 wurde der Gemeinde Bremthal ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In geteiltem und oben gespaltenem Schild vorne in Rot ein silbernes Rad, hinten in Silber drei rote Sparren, unten in Blau auf rotem Boden zwei schräggekreuzte silberne Lindenzweige.[3]

Kirchen in Bremthal[Bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Katholische Kirche

In Bremthal gibt es zwei Kirchen. Ab 1311 war ein sogenannter Pleban (Leutpriester) und ab 1329 ein eigener Pfarrer für die Gemeinde Bremthal seelsorgerisch zuständig.[4] Nach dem Abriss der alten Kirche wurde 1888/1889 die katholische Kirche Sankt Margareta (Grundsteinlegung 24. Juni 1888) erbaut. Sie ist ein neugotisches Bauwerk und besteht aus einem Langhaus mit Stützpfeilern und einem dreiseitigen Chor.[5]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Emmauskirche, ein moderner Zweckbau von Jutta Bechtold-Schlosser, wurde 1997 eingeweiht.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

In der Umgebung von Bremthal befinden sich Wanderwege und ein Naturlehrpfad. Außerdem hat Bremthal einen Bahnhof, mit direkter S-Bahn Verbindung nach Frankfurt am Main (S2) und Niedernhausen. Es gibt auch eine Busverbindung nach Wiesbaden, die Linie 20. An Bremthal führt die Bundesstraße 455 als Ortsumgehung vorbei. Das Gewerbegebiet Bremthal liegt unmittelbar an der A 3 (Entfernung ca. 1 km).

Kultur[Bearbeiten]

Bremthal hat unter anderem zwei Gesangsvereine (Germania und Liederkranz), einen Tennisclub (TC 71 Bremthal), die Freiwillige Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr, die Kinderfeuerwehr, Kerbeverein, einen Modelflugverein und einen Sportverein, die SG Bremthal (Fußball, Turnen und Badminton). Unter Beteiligung von Kindern, Jugendlichen, interessierten Eltern und Unternehmen ist eine Skateanlage entstanden.

In Bremthal gibt es zwei Kindergärten: den Katholischen Kindergarten Sankt Margareta im Taunusblick und die Städtische Kindertagesstätte „Am Vogelgesang“. Des Weiteren befindet sich in Bremthal die Comeniusschule (Grundschule).

Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Bremthal.

Alte Schule Bremthal[Bearbeiten]

Bremthal, Schule und Rathaus

Die Alte Schule Bremthal steht im Zentrum des Ortes in der Bornstraße. Der Backsteinbau des Architekten Carl Belz aus Langenschwalbach mit zwei zu acht Fensterachsen weist ornamentale Variationen im Ziegelmauerwerk und schmuckreiche Fenstereinfassungen auf. Das Haus, dessen Giebelseite durch einen treppenförmigen Abschluss und die Hervorhebung des Eingangs mit einem übergiebelten Risalit betont wird, wurde als Rathaus und als Schule genutzt.

Heimatmuseum[Bearbeiten]

Das heutige Heimatmuseum wurde 1903 als Nebengebäude der Schule errichtet und diente der Lagerung von Kohle und Holz. Anfang der 1950er Jahre wurde das Haus aufgestockt und nun von Heimatvertriebenen genutzt, die in der Schule untergekommen waren. Im Erdgeschoss stand der von Pferden gezogene Leichenwagen der Gemeinde, später der gemeindeeigene Unimog. Seit 2010 wird das Haus vom Bremthaler Heimat- und Geschichtsverein als Heimatmuseum betrieben.[7]

Backhaus[Bearbeiten]

Das Backhaus Bremthal neben dem Heimatmuseum ist ein Backsteinbau mit farbig abgesetzten Ziergliedern wie Türrahmungen, Gesims, Lisenen. Das Backhaus ist das besterhaltene, allerdings auch jüngste Beispiel im Kreis.[8] Ursprünglich stand das Gemeindebackhaus auf dem Kirchberg, ein späteres an der Wiesbadener Straße. Um 1900 wurde das heutige Gebäude erbaut und bis in die 1950er Jahre als Backhaus genutzt. Auch heute noch ist der Ofen erhalten. 1983 wurde das Haus saniert und wird seitdem als Veranstaltungsort genutzt.[9]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Brose et al.: Bremthal, Eine Ortsgeschichte in Bildern und Dokumenten. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt/Main 2004. ISBN 3-7829-0551-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370 und 371.
  2. http://www.ma-yo.de/alex/hugv_bremthal_gestern_erzabbau.htm
  3. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 4. November 1968 (StAnz. S. 1726) Seite 2 der tif-Datei 3,78 MB
  4. http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/gsrec/current/1/sn/ol?q=Bremthal
  5. http://www.katholisches-eppstein.de/pr_eppstein/133.html
  6. http://www2.evangelisch.de/themen/religion/kirchen-alt-und-neu-von-der-gotik-zum-glashaus19992
  7. Tafel am Heimatmuseum, siehe auch Seite des Heimatvereins
  8. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Bornstraße 14. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen
  9. Tafel am Backhaus