Brenner Autobahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den österreichischen Teil der Autobahn über den Brenner. Zur gesamten Straße siehe Brennerautobahn.
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-A
Autobahn A13 in Österreich
Brenner Autobahn
 Brenner Autobahn
Karte
Verlauf der A 13
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Gesamtlänge: 35 km

Bundesland:

Tirol

Die Europabrücke der Brenner Autobahn
Die Europabrücke der Brenner Autobahn

Die Brenner Autobahn A13 ist eine Autobahn in Tirol und Teil der Europastraße 45. Sie bildet den österreichischen Teil der Brennerautobahn. – Der italienische Abschnitt wird als A22, Brennerautobahn/Autostrada del Brennero oder auch kurz Autobrennero bezeichnet. Sie wurde in den 1960er Jahren gebaut und war eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt. Am 5. April 1971 wurde der Verkehr zwischen Österreich und Italien aufgenommen. Die A13 führt vom Knoten Innsbruck (Inntal Autobahn A12) durch das Wipptal bis zur Staatsgrenze am Brennerpass.

Allgemeines[Bearbeiten]

Beginn der Autobahn in Innsbruck

Das wichtigste und vom geologischen Aufbau her am schwierigsten zu konstruierende Teilstück der europäischen Autobahn von München nach Modena beginnt beim Knoten Innsbruck und führt zum Brennerpass (eigentlich „Brenner“), der mit einer Seehöhe von etwa 1350 m der niedrigste und schon von den Römern vielbenutzte Pass über den Alpenhauptkamm ist. Er bildet heute die Grenze zwischen Nordtirol/Österreich und Südtirol/Italien, deren Verlauf großteils den Wasserscheiden auf den Kämmen der Tiroler Hochgebirge folgt.

Die Brenner Autobahn ist auf dem Großteil der Strecke Innsbruck – Brenner mit Langsamfahrstreifen (Kriechspuren) ausgestattet, wenn die Steigung über 3 % beträgt. Vergleichbare Strecken z.B. in der Schweiz haben diesen als optimal angesehenen Grenzwert erst später aufgegriffen.

Herzstück der A13 ist die 815 m lange Europabrücke. Mit einer Höhe von 190 Metern ist sie die vierthöchste Brücke Europas. Sie wurde zwischen 1960 und 1963 als erstes Teilstück der Autobahn errichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1939 gab es Pläne für eine Reichsautobahn von Kufstein über Innsbruck nach Matrei am Brenner. Der Bau einer Autobahn über die Passhöhe erschien damals technisch nicht machbar, der Abschnitt von Matrei bis Sterzing war daher als Reichsstraße vorgesehen. Als Teil der Verbindung von Berlin nach Rom wurde die Strecke für den alpenquerenden Verkehr ohne Rücksicht auf die lokalen Bedürfnisse ausgelegt. Mit dem Bau wurde allerdings nie begonnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah man in Tirol zunächst keinen Bedarf an einer Autobahn. Da der Verkehr über den Brenner in den 1950er Jahren jedoch stark zunahm, gab es ab 1956 Vorstudien für einen Autobahnbau, die 1958 abgeschlossen waren. Als vordringlich wurde dabei der Abschnitt Innsbruck–Schönberg angesehen, um die Fremdenverkehrsgebiete Igls, Patsch und das Stubaital anzubinden. Dafür wurden drei Trassenvarianten untersucht: Eine Osttrasse von Hall in Tirol über Vill und Ellbögen, eine Westtrasse über Natters und Kreith mit einer Schleife ins Stubaital und eine mittlere Trasse nahe der Sill von Amras nach Schönberg. Da letztere den besten Anschluss Innsbrucks ermöglichte, wurde sie verwirklicht, erforderlich dafür war aber der Bau der Europabrücke über das tief eingeschnittene Tal der Sill.

1959 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau der Europabrücke. 1962 stand die Finanzierung für die Weiterführung von Schönberg zum Brenner in Frage. Die Lösung wurde in der Bemautung der Autobahn gesehen, was anfangs in der Tiroler Bevölkerung und Politik auf Widerstand stieß. Da ansonsten jahrelange Verzögerungen drohten, beschloss der Nationalrat 1964 ein Gesetz zur Finanzierung der Brennerautobahn. Wenige Wochen später wurde die Brenner Autobahn Aktiengesellschaft gegründet, deren Anteile zu 65 % dem Bund und zu 35 % dem Land Tirol gehörten. Der Gesellschaft, die mittlerweile in der ASFINAG aufgegangen ist, wurde die weitere Finanzierung und der Bau übertragen.

Im November 1963 eröffnete Bundeskanzler Alfons Gorbach die Teilstrecke Innsbruck–Schönberg mit der Europabrücke. 1968 war die Autobahn bis zur Anschlussstelle Brennersee befahrbar, 1971 war auch das letzte Teilstück bis zur Staatsgrenze am Brenner fertiggestellt.

Verkehrsfreigaben[Bearbeiten]

Datum Autobahnabschnitt Länge (km)
17. Nov. 1963 ASt Innsbruck Süd – ASt Stubaital 07,030
03. Dez. 1967 ASt Knoten Innsbruck-Amras – ASt Innsbruck Süd 03,050
03. Dez. 1967 ASt Stubaital – ASt Matrei-Steinach 09,150
22. Dez. 1968 ASt Matrei-Steinach – ASt Brennersee 13,965
05. April 1971 ASt Brennersee – Staatsgrenze Brenner 01,306
26. Juni 1975 Knoten Innsbruck-Wilten – Knoten Innsbruck-Bergisel 01,505

Maut[Bearbeiten]

Videomaut Schönberg

Die gesamte Strecke der A13 ist eine sogenannte Sondermautstrecke. In diesem Bereich entfällt für die Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen die Vignettenpflicht, anstelle deren eine Streckenmaut zu entrichten ist. Für die einfache Fahrt über den Brenner wird eine Maut von 8,50 Euro (Stand Mai 2013) berechnet.[1] Diese kann entweder in bar oder per Kreditkarte an der Mautstelle bezahlt werden. Alternativ kann die Mautgebühr auch über das Videomaut-System bezahlt werden. Für Vielfahrer besteht außerdem die Möglichkeit, eine Jahreskarte zu erwerben (90,50  Euro regulär bzw. mit einem Vignetten-Abschnitt 50,50 Euro (Stand Mai 2013))[2]. Die Hauptmautstelle der A13 befindet sich südlich der Anschlussstelle Schönberg, weitere Mautstellen sind an allen Ein- und Ausfahrten.

Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen zahlen die Maut über die GO-Box des österreichischen Lkw-Maut-Systems.

Kontrollstelle Brenner-Ost[Bearbeiten]

Aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit seit der Inbetriebnahme der ersten Kontrollstelle auf der Inntal Autobahn A12 in Kundl hat sich der Tiroler Landtag 2003 zur Umsetzung des Tiroler Kontrollstellenkonzeptes entschlossen und 2008 mit der ASFINAG einen Vertrag zur Errichtung der KOST Brenner-Ost auf dem Gelände des ehemaligen Autobahnzollamtes abgeschlossen. Aus logistischer und wirtschaftlicher Sicht musste vor dem Abbruch der Zollanlagen eine Brücke als Umkehrmöglichkeit auf österreichischem Staatsgebiet für Betriebs- und Einsatzfahrzeuge gebaut werden. Im September 2009 wurde mit dem Bau für das 11,17 Mio. Euro teure Projekt begonnen und im Dezember 2010 vollendet.

Zu den Aufgaben der Kontrollstelle gehören hauptsächlich die Kontrolle von LKWs und Bussen bezüglich der Einhaltung der zulässigen Höchstgewichte, der sozialrechtlichen und straßenrechtlichen Vorschriften, des technischen Zustands der Fahrzeuge und der richtigen Deklaration und Kennzeichnung von Gefahrguttransporten. Bei Kontrollen des Schwerverkehrs, aber auch des Personenverkehrs, finden zusätzlich Alkoholkontrollen und Kontrollen der Sicherheitseinrichtungen (Gurtpflicht, Kindersicherung) statt.[3]

Zusätzlich wurden in Gebäude der Kontrollstelle Funktionen der RoLa (Rollende Landstraße) wie beispielsweise ein Ticketschalter eingerichtet, der von einer Spedition betrieben wird, aber auch Möglichkeiten zur Höhenkontrolle und zum Vorwiegen.[4] Die Verkehrsflächen der Kontrollstelle ist großteils mit Park- und Halteverbot ausgeschildert, nur für den Erwerb des RoLa-Tickets oder für die GO-Box kann in der Kurzparkzone gehalten werden. Ein längeres Parken, wie auf dem gegenüberliegenden Lkw-Parkplatz, ist nicht gestattet und dies wird von dem ständig vorhandenen Wachdienst kontrolliert.

Gegenüber der Kontrollstelle wurde eine Raststation mit Tankstelle errichtet, die Fertigstellung war im Sommer 2011.[5]

Transit[Bearbeiten]

Die Brennerautobahn ist die vom alpenquerenden LKW-Verkehr am stärksten betroffene Autobahn. Jährlich fahren rund 2 Millionen LKWs über den Brennerpass, der Transitanteil beträgt 83%. Seit dem Jahr der Wirtschaftskrise 2009 steigt die Zahl der LKW-Fahrten wieder kontinuierlich an.[6] Bekannteste Bürgerbewegung gegen die Belastung von Anrainern und Umwelt (Lärm und Schadstoffe) ist das Transitforum Austria-Tirol.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brenner-Autobahn AG (Hg.), Die Brenner-Autobahn. Die erste alpenüberquerende Vollautobahn, Innsbruck 1972.
  • Bernd Kreuzer: Der Bau der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich. In: Das Autobahnnetz in Österreich. 30 Jahre ASFINAG. Wien 2012, S. 11–120. (PDF; 7,6 MB)
  • Wolfgang Meixner, „Brücken nach dem Süden“. 50 Jahre Debatten über den Brennerverkehr, in: Klaus Brandstätter/ Julia Hörmann (Hg.), Tirol – Österreich – Italien. Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag, Innsbruck 2005, S. 469–482.
  • Wittfrida Mitterer: Gebaute Landschaft in Bewegung. Die Brenner-Autobahn. Ein Jahrhundertbauwerk wird 50. Weger, Brixen 2014, ISBN 978-88-6563-111-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brenner Autobahn A13 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mautgebühren in Österreich. Automobilclub von Deutschland, abgerufen am 29. August 2011.
  2. Bezahlung im Voraus mittels Videomaut. Abgerufen am 29. August 2011.
  3. Aufgaben von Kontrollstellen. Abgerufen am 30. August 2011.
  4. [1]
  5. A 13: Raststation Brennerpass eröffnet. ASFINAG, abgerufen am 30. August 2011.
  6. Wachsende Transit-Belastung. Abgerufen am 8. März 2014.
  7. Der Brenner als Umwegtransitkaiser. Abgerufen am 8. März 2014.