Brenngas

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Dieser Artikel behandelt Brenngas, ein Edukt (Eingangsstoff) der Verbrennung. Zu Gas, welches als Produkt (Ausgangsstoff) entsteht, siehe Abgas.
Typische Flammen eines Brenngases

Brenngas ist brennbares Gas, das hauptsächlich oder häufig als Brennstoff verwendet wird. Das bekannteste Brenngas ist heutzutage das Erdgas. Brenngase, die hauptsächlich als Kraftstoff verwendet werden, werden manchmal auch "Kraftgas" genannt.

Brenngasarten[Bearbeiten]

Die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches teilt Brenngase in die folgenden Gasfamilien ein:

DVGW
-Gasfamilie
Brenngase Herkunft / Anmerkungen
N
(Erd-, Erdöl- und Naturgase)
Erd- und Erdölgase fossiler Brennstoff aus natürlichen Lagerstätten.
Wasserstoff i. d. R. durch Synthese gewonnen; gewinnt als Energiespeicher, als CO2-neutraler Brennstoff, und als emissionsarmer Treibstoff für Autos in Städten an Bedeutung
Naturgas Bio-/Kompogas (als Faulgas aus Biogasanlagen oder Kompostanlagen oder als Deponiegas oder Klärgas), gewinnt als regenerativer Brennstoff an Bedeutung
F
(Flüssiggase)
Flüssiggase (insbes. Propan und Butan) Raffineriegase, Nebenprodukte der Erdölraffinierung
S
(Stadt- und Ferngase)
Stadtgase (Kohlegase) Kohlegase (wie Kokereigas / Mondgas, Hochofengas/ Gichtgas, Grubengas, Wassergas / Synthesegas, Generatorgas, Holzgas, etc.) wurden früher, als Erdgas noch nicht verbreitet war, in größeren Mengen in Vergasern erzeugt bzw. fielen in der Kohlen-(bergbau-) und Stahlindustrie als Nebenprodukte an. Diese Gase enthalten oft in erheblicher Menge giftiges CO und sind daher unerwünscht. Sie verlieren mit dem Niedergang der vorgenannten Industriezweige und wegen der Gesundheitsgefahr zunehmend an Bedeutung und werden heute nicht mehr in öffentliche Netze eingespeist.
L
(Luftgase)
Luft-Gas-Gemische heute ohne Relevanz

Eigenschaften[Bearbeiten]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Die meisten Brenngase bestehen aus den folgenden Hauptkomponenten in unterschiedlicher Zusammensetzung:

Bestandteile Brennbare Bestandteile
Anmerkung: Jeder dieser Bestandteile ist auch einzeln für sich ein Brenngas.
Nicht-brennbare Bestandteile
Haupt-
bestandteile
Neben-
bestandteile

Physikalisch-thermische Eigenschaften[Bearbeiten]

Der wohl wichtigste Kennwert eines Brenngases ist - wie bei jedem Brennstoff - der Heizwert, bzw. Brennwert. Darüber hinaus sind bei einem Brenngas aber noch eine Vielzahl von anderen Größen sehr wichtig, die bei festen oder flüssigen Brennstoffen kaum eine Rolle spielen: Dichte, Wobbeindex, Taupunkt, Explosionsgrenzen, etc.

Anwendung[Bearbeiten]

Transport und Speicherung[Bearbeiten]

Ein moderner Gasspeicher

Brenngas wird im großen Maßstab über Pipelines und Rohrleitungsnetze verteilt, sind also leitungsgebundene Energieträger. Die öffentlichen Netze stehen unter der Kontrolle der Gasversorger.

Eine Speicherung erfolgt in Gasometern oder unterirdischen Kavernen. In kleineren Mengen, vor allem für Spezialanwendungen und für den mobilen Gebrauch, wird verflüssigtes Brenngas (insbes. LNG) verwendet, welches in Drucktanks gelagert und transportiert werden kann.

Verbrennung[Bearbeiten]

Brenngase werden üblicherweise in Gasbrennern verfeuert, die eine konstruktiv vorgegebene Mischung mit Luft ermöglichen und dadurch rückstandsarme Verbrennung ermöglicht.

Schädliche Inhaltsstoffe, insbesondere Schwefelwasserstoffe, werden bereits durch den Versorger entfernt.

Unter üblichen Umständen entstehen in Summe entstehen aus bei der Verbrennung weniger Luftschadstoffe und Asche als bei festen oder flüssigen Brennstoffen. Dies macht Brenngase zu besonders wertvollen Brennstoffen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Wegen der erheblichen Explosionsgefahr gelten im Umgang mit Brenngasen besondere Sicherheitsvorschriften. In Deutschland sind dies vor allem die einschlägigen Technischen Regeln und die Regeln des DVGW, insbesondere die Technischen Regeln für Gas-Installation und die Technische Regeln Flüssiggas.