Bretagne (1913)

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French Navy Ensign
Cuirassé Bretagne 03-07-1940 jpg.jpg
Die Bretagne unter britischem Beschuss bei Mers-el-Kebir
Bau und Dienstzeit
Bestellung:
Bauwerft: Arsenal de Brest
Kiellegung: 1. Juli 1912
Stapellauf: 21. April 1913
Indienststellung: September 1915
Verbleib: Durch Artilleriebeschuss von HMS Hood, HMS Valiant und HMS Resolution am 3. Juli 1940 in Mers-el-Kébir versenkt.
Technische Daten
Verdrängung: 22.200 t (Konstruktion)
Maximal: 25 000 t
Länge: KWL: 164,9 m
über alles: 166 m
Tiefgang: 9,80 m
Breite: 27 m
Antrieb:
  • 24 Niclaussee-Dampfkessel
    (kohle- u. ölgefeuert)
    ab Umbau 1932-34:
    6 Indret-Dampfkessel mit Ölfeuerung
  • 2 Parsons-Dampfturbinen auf 4 dreiflügelige Schrauben
Leistung: Neubau: 29.000 WPS
1940: 43.000 PS
Geschwindigkeit: 21,5 kn
Reichweite: 4700 sm bei 10 kn
Besatzung: 1133
Bewaffnung:
  • 10 x 34 cm in Zwillingstürmen
  • 14 x 13,8 cm
  • 8 x 10 cm
  • 12 Flugabwehr-MG
Panzerung
  • 180 bis 260 mm (Seitengürtel)
  • 60 mm (Deck)
  • 400 mm (Türme)
Motto:

Die im September 1915 in Dienst gestellte Bretagne war ein Schlachtschiff der französischen Marine und Typschiff ihrer Klasse. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg am 3. Juli 1940 in Mers-el-Kébir durch Artilleriebeschuss von HMS Hood, HMS Valiant und HMS Resolution versenkt. 977 französische Seeleute kamen beim Angriff des ehemaligen Verbündeten ums Leben.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Kiellegung erfolgte am 1. Juli 1912, der Stapellauf am 21. April 1913. Sie wurde im September 1915 in Dienst gestellt und trug 10 der neuen 340 mm L45 Modèle 1912-Geschütze, die ursprünglich für die gestrichenen Schlachtschiffe der Normandie-Klasse vorgesehen waren.

Die Dampfkessel der Bretagne wurde zwischen den Jahren 1921 bis 1925 teilweise auf Ölfeuerung umgebaut; weitere Umbauten erfolgten zwischen 1932 bis 1934. Der um 14.000 PS leistungsstärkere Antrieb (die Originalkonstruktion hatte 29.000 PS) brachte allerdings nur einen Geschwindigkeitszuwachs auf 21,5 Koten.

Die Bretagne hatte zwei Schwesterschiffe:

Einsätze und Geschichte[Bearbeiten]

Die Bretagne wurde in beiden Weltkriegen im Mittelmeer eingesetzt. 1940 nach dem Waffenstillstand von Compiègne befand sich das Schiff in Mers-el-Kébir.

Wegen der britischen Befürchtungen, dass die dort liegende Flotte in deutsche Befehlsgewalt geraten könnte, wurde die Operation Catapult gestartet. Teil der Gesamtoperation war die Zerstörung der im Hafen liegenden Schiffe, falls diese sich nicht der Royal Navy anschließen. Nach Ablauf eines entsprechenden Ultimatums eröffneten die britischen Schiffe das Feuer.

Während des Beschusses der Ankerplätze durch die britischen Kräfte erhielt die Bretagne unter anderem vier Treffer von 38,1-cm-Granaten, die Explosionen an Bord auslösten und zum Kentern und Sinken des Schiffes führten. 977 französische Seeleute kamen beim Untergang ums Leben oder erlitten durch brennende Öllachen tödliche Verletzungen.[E 1]

Das Wrack der Bretagne wurde 1952 gehoben und verschrottet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. J. F. Lehmanns Verlag, München 1970, S. 446

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. J. F. Lehmanns Verlag, München 1970, ISBN 3-88199-474-2.
  • Anthony Preston: An Illustrated History of the Navies of World War II. Bison Books Ltd., London 1976; ISBN 0-600-36569-7.

Weblinks[Bearbeiten]