Brevier (Liturgie)

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Das Stundenbuch Maria Stuarts, das sie bei ihrer Hinrichtung bei sich trug

Das Brevier (lat. brevis ‚kurz‘), auch Stundenbuch genannt, enthält die Texte für die Feier des Stundengebets der römisch-katholischen Kirche. Die Bezeichnung leitet sich davon ab, dass die Texte im Brevier früher im Vergleich zu den Texten, die beim feierlichen gemeinsamen Chorgebet der Klöster gebetet wurden, kürzer waren. Daher benutzten früher nur diejenigen Kleriker ein Brevier, die nicht am gemeinsamen Chorgebet teilnehmen konnten. Heute unterscheiden sich die Texte im Brevier nicht mehr von denen des Chorgebetes, weil letztere in ihrem Umfang verringert wurden. Daher werden heute die Begriffe Brevier und Stundenbuch synonym verwendet.

Breviarium Romanum[Bearbeiten]

Die Erstausgabe des Breviarium Romanum gemäß Beschluss des Konzils von Trient erfolgte 1568 in Rom unter Papst Pius V. Neubearbeitungen besorgten 1602 Papst Clemens VIII., 1632 Papst Urban VIII., 1914 Papst Pius X., 1956 Papst Pius XII. sowie 1962 Papst Johannes XXIII.

Stundenbuch[Bearbeiten]

Die heute in der katholischen Kirche gebräuchliche Ausgabe des Stundenbuches (lat. Liturgia horarum) approbierte Papst Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution Laudis Canticum vom 1. November 1970. Diese liturgische Erneuerung war die Folge der Beschlüsse der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium).

Im Vergleich zur bis dahin gültigen Ausgabe wurden in der Neubearbeitung die Gebetszeiten vor allem im Hinblick auf die Zahl der wöchentlich zu betenden Psalmen erheblich verringert. Das Stundenbuch enthält die Gebetszeiten Matutin (bzw. Lesehore), Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet.

War früher der auch Brevierbeten genannte Vollzug des Stundengebets in Latein verpflichtend, konnten nun die regionalen Bischofskonferenzen landessprachliche Übersetzungen des Breviers herausgeben. Die Ausgabe für den deutschen Sprachraum besteht aus insgesamt drei Bänden, je einem für Advents- und Weihnachtszeit (Band 1), Fasten- und Osterzeit (Band 2) sowie die Zeit im Jahreskreis (Band 3). Daneben gibt es 16 Lektionare mit Texten für die Matutin oder Lesehore. Manche Ordensgemeinschaften haben eigene Brevierausgaben.

Jene, die nicht alle Tagzeiten (Horen) des Stundengebets beten, können auch das „kleine Stundenbuch“ verwenden, das die Texte für Laudes, Vesper, Komplet und eine vereinfachte Version der kleinen Horen enthält. Das kleine Stundenbuch wurde in vier Bänden herausgegeben: je einem für Advents- und Weihnachtszeit (Band 1), Fasten- und Osterzeit (Band 2), die Zeit im Jahreskreis (Band 3) sowie einem für die Gedenktage der Heiligen (Band 4).

Seit dem am 7. Juli 2007 erschienenen Motu proprio Summorum pontificum von Papst Benedikt XVI. kann auch das frühere lateinische Brevier wieder verwendet werden. Es handelt sich aber hierbei um eine außerordentliche Form der Tagzeitenliturgie.

Textausgaben[Bearbeiten]

  • Stundenbuch. Die Feier des Stundengebetes für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch.
    • Bd. 1. Advent und Weihnachtszeit.
    • Bd. 2. Fastenzeit und Osterzeit.
    • Bd. 3. Im Jahreskreis.
  • Salzburger Äbtekonferenz (Hrsg.): Monastisches Stundenbuch. Die Feier des Stundengebetes für die Benediktiner des deutschen Sprachgebietes. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Sankt Ottilien, EOS-Verlag.
    • Bd. 1. Advent und Weihnachtszeit.
    • Bd. 2. Fastenzeit und Osterzeit.
    • Bd. 3. Im Jahreskreis.
  • Breviarium Romanum. Das Breviergebet der Kirche von 1962 (lateinisch), mit Lederhülle, Verlag Nova et vetera.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breviaries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien