Brewster SB2A

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Brewster SB2A Buccaneer
Brewster SB2A-4 Buccaneer in flight 1942.jpg
Eine SB2A-4 der U.S. Navy, 1942
Typ: Sturzbomber
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Brewster Aeronautical Corporation
Erstflug: 17. Juni 1941
Indienststellung: 1942
Produktionszeit: 1942 bis 1944
Stückzahl: 771

Die Brewster SB2A Buccaneer war ein einmotoriges Kampfflugzeug der Zeit des Zweiten Weltkrieges aus US-amerikanischer Produktion, das vor allem bei der US Navy zum Einsatz kam. Sie stellte den Versuch des Herstellers Brewster Aeronautical Corporation dar, aus dem Vorgängermuster Brewster SBA einen wirkungsvolleren Aufklärer/Bomber zu entwickeln. Das neue Flugzeug sollte leistungsfähiger und schwerer bewaffnet sein. Trotz zahlreicher Produktionsaufträge aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden konnte die Brewster SB2A Buccaneer die in sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Brewster SB2A Buccaneer wurde als zweisitziger Aufklärer/Bomber für den Land- und Flugzeugträgereinsatz entworfen. Generell folgte die Konstruktion der Konstruktionsweise der Brewster SBA. Die Zielsetzung des neuen Entwurfs erforderte jedoch ein größeres Flugwerk und einen stärkeren Motor. Des Weiteren wurde der Bombenschacht vergrößert und das Hauptfahrwerk wurde so verlagert, dass es in die Tragflächenunterseite und nicht mehr in den Rumpf eingezogen werden konnte.

Der Erstflug des Prototyps fand am 17. Juni 1941 statt. Zur gleichen Zeit lagen schon Bestellungen über 140 Exemplare für die U.S. Navy, 162 für die Niederlande und 750 für die Royal Air Force vor. Auch die United States Army Air Forces (USAAF) bestellten 468 als A-34 bezeichnete SB2A-2, diese wurden jedoch im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes an Großbritannien geliefert. Bei der RAF wurden die Maschinen als Bermuda Mk.1 bezeichnet.

Einsatz[Bearbeiten]

Eine Bermuda der Royal Air Force

Im Einsatz zeigte die Brewster SB2A Buccaneer nicht die erhofften Leistungen. Besonders nach Einbau einer schwereren Bewaffnung fehlte dem Muster die gewünschte Manövrierfähigkeit. Allgemein wurde von den Betreibern die Leistung als völlig unzureichend für Kampfeinsätze bewertet.

Dennoch bestellte die U.S. Navy weiterhin geringe Stückzahlen verschiedener Varianten für den Einsatz in der zweiten Linie und für Schulungsaufgaben.

Bei der britischen Royal Air Force wurde der als Bermuda bezeichnete Typ mehrheitlich zum Ziel-Schleppflugzeug umgebaut. Soweit bekannt ist, wurde keines der Flugzeuge an der Front eingesetzt.

Varianten[Bearbeiten]

Der XSB2A-1 Prototyp 1941
Die einzige erhaltene SB2A im National Museum of Naval Aviation
XSB2A-1
Prototyp, einer wurde gebaut.
SB2A-1
Serienversion mit Rückenturm (nicht gebaut).
SB2A-2
Variante ohne faltbare Flügel mit geänderter Bewaffnung, 80 Exemplare wurden gebaut.
SB2A-3
Variante für den Trägereinsatz mit Faltflügeln und Fanghaken, 60 Exemplare wurden gebaut.
SB2A-4
Ursprünglich für die Niederlande vorgesehene Variante, die Maschinen wurden an die U.S. Navy und das U.S. Marine Corps als Schulflugzeuge abgegeben. 162 Exemplare wurden gebaut.
A-34
Bezeichnung der USAAF für die für Großbritannien im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes gebauten SB2A-2. 468 Flugzeuge wurden gebaut.
Bermuda Mk.1
Bezeichnung der Royal Air Force für die SB2A-2/A-34.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Typ: zweisitziger Aufklärer/Bomber
  • Triebwerk: 1.700 PS (1.268 kW) Wright R-2600-8 Cyclone Sternmotor
  • Höchstgeschwindigkeit: 441 km/h in 3.660 m Höhe
  • Dienstgipfelhöhe: 7.590 m
  • Reichweite: 2.696 km
  • Leergewicht: 4.501 kg
  • max. Startgewicht: 6.481 kg
  • Spannweite: 14,33 m
  • Länge: 11,94 m
  • Höhe: 4,70 m
  • Bewaffnung: 2 x 12,7 mm Maschinengewehre, 4 x 7,62 mm Maschinengewehre, maximal 454 kg Bomben (Variante SB2A-2)

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Gemeinhardt, J. Lucabaugh, R. Martin: The Bellicose Brewster, Aeroplane Monthly, Januar 1990, S. 18-23
  • Bowers, Peter M.: United States Navy Aircraft since 1911. Naval Institute Press, Annapolis (Maryland) 1990. S. 88 f. ISBN 0-87021-792-5
  • AERO Heft 40. Verlag Marshall Cavendish International Ltd., London 1984.

Weblinks[Bearbeiten]