Breyten Breytenbach

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Breytenbach auf dem Brooklyn Book Festival, 2009

Breyten Breytenbach (* 16. September 1939 in Bonnievale, Südafrika) ist ein Schriftsteller, Maler und Anti-Apartheid-Aktivist.

Breyten Breytenbach gilt seit den 1960er Jahren als einer der bedeutendsten Lyriker Südafrikas und ist seit 1982 französischer Staatsbürger. Er ist Ritter der Ehrenlegion und hat mehrfach den wichtigsten Literaturpreis seiner südafrikanischen Heimat erhalten. In seinen literarischen Werken, die in Übersetzungen weltweit vorliegen, engagiert er sich gegen Rassismus und für die soziale Integration und Verständigung der Menschen. Er schrieb seine Gedichte, Romane und Essays ursprünglich in Afrikaans. Es gibt aber auch viele Veröffentlichungen, die im Original auf Englisch herausgegeben wurden. Seit 1989 erschienen auf Deutsch Essays, Reportagen und Gedichte von ihm in der Kulturzeitschrift Lettre International, deren Ausgabe Nr. 69 er auch künstlerisch gestaltete. Breytenbach ist auch als Kunstmaler international anerkannt. Seine assoziativ-surrealen Bilder und Drucke wurden unter anderem in Ausstellungen in Johannesburg, Kapstadt, Hongkong, Amsterdam, Stockholm, Paris, Brüssel, Edinburgh und New York gezeigt.

Leben[Bearbeiten]

Breyten Breytenbach wuchs in einer gut situierten Burenfamilie in Bonnievale auf. Sein Heimatort liegt in einer der landschaftlich schönsten Gegenden des Kaplandes (heute Westkap), ungefähr 180 km von Kapstadt und 100 km vom Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas entfernt. Sein Bruder Jan Breytenbach schlug eine Offizierslaufbahn ein und gilt als Begründer der südafrikanischen Spezialeinheiten. Breyten Breytenbach begann 1958 ein Kunst- und Literaturstudium an der Universität Kapstadt. 1959 verließ er Südafrika zu einer längeren Europareise, setzte 1960 sein Studium in Paris fort und wurde ein engagierter Gegner der Apartheidpolitik. Nach der Heirat mit einer Französin vietnamesischer Abstammung war ihm die freie Rückkehr in seine Heimat verboten. Die Apartheidgesetze stellten sexuelle Beziehungen zwischen Weißen und Angehörigen anderer Rassen unter Strafe und ließen eine solche Ehe nicht zu.

In Frankreich war er Gründungsmitglied der Exil-Widerstandsgruppe Okhela, die die Apartheidspolitik der Buren-Regierung bekämpfte. 1975 besuchte er Südafrika mit gefälschtem Reisepass, wurde verraten und bei der Ausreise am Flughafen verhaftet. Wegen seiner aktiven Rolle in der Antiapartheidbewegung und angeblicher Verbindungen zum African National Congress (ANC) wurde er wegen Hochverrats zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt. Auf Grund anhaltender internationaler Proteste und nach Interventionen der französischen Regierung auf höchster politischer Ebene wurde er nach sieben Jahren aus der Haft nach Frankreich entlassen. Er kehrte 1982 nach Paris zurück und nahm die französische Staatsbürgerschaft an.

Als französischer Staatsbürger ist er heute Wanderer zwischen den Welten, der seine Zeit in Europa, Afrika und in den USA verbringt. Seit 1992 wirkt er maßgebend am Aufbau und der Entwicklung des Kulturzentrums Gorée Institute auf der ehemaligen Sklaveninsel Gorée vor Senegals Hauptstadt Dakar mit. Außerdem arbeitet er als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten, zum Beispiel in Kapstadt und in New York.

Bücher in deutscher Sprache[Bearbeiten]

  • Kreuz des Südens, schwarzer Brand, Berlin 1984, Gedichte und Prosa
  • Wahre Bekenntnisse eines Albino-Terroristen, 1984, Roman
  • Poesiealbum, Berlin 1985
  • Augenblicke im Paradies, Düsseldorf 1987, Roman (Autobiographie)
  • Alles ein Pferd, Köln 1989, Texte und Bilder
  • Schlussakte Südafrika Frankfurt a. M. 1991, Gedichte und Prosa
  • Erinnerung an Schnee und Staub Köln 1992, Roman
  • Mouroir: Spiegelung eines Romans, Frankfurt a. M., 1993
  • Spiegel in Flammen: Was können wir der Zukunft bieten? Hamburg 1995, Essay
  • Rückkehr ins Paradies. Ein afrikanisches Journal Frankfurt a. M. 1995, Roman
  • Die Erinnerung von Vögeln in Zeiten der Revolution Frankfurt a. M. 1997, Roman
  • Mischlingsherz: Eine Rückkehr nach Afrika, München 1999

Weitere Veröffentlichungen in deutscher Sprache[Bearbeiten]

  • Afrikanische Visionen. Heisere Beschwörungen zur Neuerfindung eines Kontinents. In: Lettre International 29, Sommer 1995.
  • Notizen aus der Mittelwelt. In: Lettre International 34, Herbst 1996.
  • Träume vom bunten Vogel. Bericht von der Neuerfindung des afrikanischen Kontinents. In: Lettre International 56, Frühjahr 2002.

Weblinks[Bearbeiten]