Marilyn Manson

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Dieser Artikel behandelt den Musiker Marilyn Manson. Für dessen gleichnamige Band siehe Marilyn Manson (Band).
Marilyn Manson bei den Filmfestspielen von Cannes 2006

Marilyn Manson (* 5. Januar 1969 in Canton, Ohio, Vereinigte Staaten als Brian Hugh Warner) ist ein US-amerikanischer Musiker, Künstler, Sänger und Gründer der gleichnamigen Rockband Marilyn Manson.

Biografie[Bearbeiten]

Brian Hugh Warner wurde als Sohn von Barbara (verstorben im Mai 2014) und Hugh Warner in Canton geboren. Er besuchte die Heritage Christian School, eine streng christliche Privatschule, später eine öffentliche Schule. Wie in dem Buch The Long Hard Road Out of Hell beschrieben wird, war diese Zeit sehr prägend für ihn und beeinflusste seine religiösen und politischen Ansichten beachtlich. Schon in seiner Schulzeit tauchte der Begriff des „Anti-Christen“ häufig auf und ist in seiner späteren Zeit als Musiker besonders oft wieder zu finden. Früh entwickelte Manson eine Vorliebe für Hard-Rock, sammelte Poster, besaß Trinkflaschen und andere Utensilien seiner Lieblingsband KISS. Auch Bilder zeigen den Jungen Manson geschminkt als Peter Criss.

In der Schule verdiente er sich Geld dazu, indem er unerlaubterweise mit Musikaufnahmen und Süßigkeiten handelte. Eine Reihe von Ereignissen führte letzten Endes dazu, dass der junge Warner einen Groll gegen seine streng religiöse Schule hegte und am Ende vieles tat, um die Schulleitung zu provozieren und von der Schule suspendiert zu werden. Nach eigenen Angaben fand er schon früh daran Gefallen, aufzufallen und sich in den Köpfen der Menschen einzuprägen.

Nachdem er mit seinen Eltern nach Fort Lauderdale, Florida, umgezogen war, besuchte er das Broward Community College, um dort Journalismus und Theater zu studieren. Bevor er die Band Marilyn Manson gründete, deren ursprünglicher Name Marilyn Manson and the Spooky Kids lautete, schrieb er Gedichte und Kurzgeschichten und war als Musikjournalist bei dem Magazin 25th Parallel tätig. Als Reporter interviewte er einige Bands, darunter seine Idole von KISS. Er selbst sagte, dass einige dieser Interviews sehr enttäuschend für ihn waren, da ihm klar wurde, wie unecht vieles im Musikgeschäft war.

Manson während der „Mechanical Animals“-Tour im Jahr 1998

Während Aufnahmen zum Album „Mechanical Animals“ (1998) begann Marilyn Manson auch zu malen und seine Bilder in Ausstellungen zu präsentieren.[1] Warner spielte 1999 eine Rolle in Der zuckersüße Tod, 2003 in Party Monster, 2004 in The Heart Is Deceitful Above All Things, 2005 Living in Neon Dreams und 2006 in Rise. Bereits im Jahr 2002 war er darüber hinaus in Michael Moores Dokumentarfilm Bowling for Columbine zu sehen. 2010 stellte Marilyn Manson seine Aquarelle im „project space“ der Kunsthalle Wien aus.[2]

Marilyn Manson war von 1998 bis 2001 mit Rose McGowan liiert.[3] Am 3. Dezember 2005 heiratete Warner seine langjährige Freundin Dita Von Teese auf dem irischen Anwesen von Gottfried Helnwein, jedoch reichte Von Teese am 29. Dezember 2006 die Scheidung ein.[4] Danach war Warner mit der Schauspielerin Evan Rachel Wood liiert. Das Paar trennte sich zunächst im November 2008[5] und endgültig im August 2010.

Im April 2001 verlor Jennifer Syme, die damalige Freundin von Keanu Reeves durch einen Autounfall nach einer Party bei Marilyn Manson ihr Leben. Ein Jahr nach dem Autounfall von Jennifer Syme reichte die Mutter der tödlich verunglückten am 2. April 2002 Klage in Los Angeles gegen Marilyn Manson ein. Der Musiker habe sie mit Drogen versorgt und anschließend Auto fahren lassen, so der Vorwurf. In einem ersten offiziellen Statement weist Manson die Anklage als unbegründet zurück. Seine Anwälte bereiten sogar eine Gegenklage wegen übler Nachrede vor. Über sein Label Posthuman Records Management nimmt Manson zu den Vorwürfen Stellung: "Nachdem Jennifer von einem ausgesuchten Fahrer sicher nach Hause gebracht wurde, hat sie sich später aus nur ihr bekannten Gründen hinter das Steuer ihres Wagens gesetzt. Ihr Tod ist traurig und tragisch." Er trage dafür jedoch keine Verantwortung. Die Polizei hatte im Wagen der Verstorbenen Drogen und Medikamente gefunden. Im Beipackzettel der Arzneien sei ausdrücklich auf eine mögliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit hingewiesen worden, so die Behörden. In Symes Blut wurde zudem ein hoher Gehalt an Kokain festgestellt. Zusätzlich sei die junge Frau auf der Rückfahrt zu Mansons Party nicht angeschnallt gewesen.

2007 lancierte Warner in Zusammenarbeit mit der Destillerie Matter-Luginbühl AG in der Schweiz einen Absinth, an dessen Entwicklung er maßgeblich teilnahm und dem er den Namen Mansinthe gab. An der San Francisco World Spirits Competition, einem weltweiten Wettbewerb für Schnäpse und Liköre, gewann dieser Absinth 2008 eine Goldmedaille.[6]

Ab 2008 plante Warner die Dreharbeiten für den 2010 erschienenen Film Phantasmagoria, bei dem er als Regisseur und Hauptdarsteller agierte. Der Film handelt von dem Mathematiker Lewis Carroll, der durch sein Buch Alice im Wunderland bekannt wurde.[7]

Manson berichtet immer wieder von Drogenproblemen, Depressionen und Selbstverletzungen, die wichtige Einflüsse für seine Musik darstellen. 1994 wurde er von Anton Szandor LaVey zum Ehrenmitglied der Church of Satan ernannt.[8]

Namensursprung[Bearbeiten]

Der Künstlername Marilyn Manson stellt eine Zusammensetzung aus den Namen der Schauspielerin Marilyn Monroe einerseits und des Kriminellen Charles Manson andererseits dar. Damit soll die untrennbare Zusammengehörigkeit von Gut und Böse verdeutlicht werden. Manson spricht von zwei „magischen Worten“, die die amerikanische Kultur widerspiegelten.

Diskografie[Bearbeiten]

Für eine ausführliche Diskografie von Marilyn Mansons gleichnamiger Band, siehe Marilyn Manson/Diskografie.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • The Long Hard Road Out of Hell. (1998) Hannibal, 2000, ISBN 3-85445-182-2 (Deutsche Übersetzung von Christoph Gurk)
  • Marilyn Manson und David Lynch: Genealogies of Pain. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2010, ISBN 978-3-86984-129-8. (Deutsch-/englischsprachiger Katalog zur Ausstellung in Wien mit Aquarellen von Marilyn Manson)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. APA: Marilyn Manson als Maler in Wien (29. Juni 2010). In: Relevant.at. Abgerufen am 1. Juli 2010.
  2. Ebenda. In: Relevant.at. Abgerufen am 1. Juli 2010.
  3. http://www.monstersandcritics.de/artikel/201330/article_204363.php/Rose-McGowan-ist-verlobt
  4. Focus Online: Schockrocker Manson von Frau verlassen
  5. Focus Online: Marilyn Manson liebt 19-Jährige
  6. Bieler Tagblatt, 4. April 2008, Seite 22
  7. IMDB.com (verfügbar gemacht über das Internet Archive)
  8. Melanie Aschenbrenner: Sympathie für den Teufel?. In: Metal Hammer, Dezember 2007, S. 82.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marilyn Manson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien