Brick (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Brick
Originaltitel Brick
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Rian Johnson
Drehbuch Rian Johnson
Produktion Ram Bergman,
Mark G. Mathis
Musik Nathan Johnson
Kamera Steve Yedlin
Schnitt Rian Johnson
Besetzung

Brick ist ein Thriller im Stile eines Film noir, aber mit Protagonisten und Schauplätzen eines typischen Teeniefilms. Der Film erhielt den Spezialpreis der Jury für Originalität des Sundance Film Festival 2005. Premiere war in Deutschland am 21. September 2006.

Handlung[Bearbeiten]

Brendan Frye, ein Einzelgänger an der San Clemente High School im kalifornischen Küstenort San Clemente, erhält einen verstörten Anruf seiner Ex-Freundin Emily, in dem sie eine „Brick“, „Tug“ und den „Pin“ erwähnt. Als ein Auto an ihrer Telefonzelle vorbeirast, aus dem eine Zigarettenkippe mit einem charakteristischen Markenzeichen (ein Pfeil) geworfen wird, beendet sie hastig das Gespräch.

Fest überzeugt, dass Emily seine Hilfe braucht, sucht er ein Gespräch mit ihr. Da sie ihn jedoch abweist, forscht er selbst nach und findet sie einen Tag später – tot. Noch immer nicht über sie hinweg, versteckt er Emilys Leiche, um die Polizei zunächst außen vor zu lassen, und begibt sich mit Hilfe seines Freundes Brain auf einen gefährlichen Pfad. Verbissen will er die Schuldigen an Emilys Tod finden und sie rächen.

Er mischt sich ein in die örtliche Drogenszene (Jugendliche aus der Oberschicht) und nutzt dabei sein Wissen um die Gewohnheiten dieser, in die er allem Anschein nach früher einmal tiefer verstrickt war. Er legt es dabei auf ein Treffen mit dem Unterweltboss an, der nur als „Pin“ bekannt ist. Dabei lernt er den gewalttätigen Tug (der, wie sich herausstellt, für Pin arbeitet), den drogenabhängigen Dode und die manipulative Laura kennen, die intensiv um Brendan wirbt.

Als Doppelagent beginnt er, sowohl seinem Schuldirektor als Gegenleistung für Rückendeckung, als auch dem Pin seine Dienste anzubieten, die beide auch darauf eingehen. Ersterer setzt Brendan unter Druck, ihn als Prügelknaben der Polizei zu liefern, falls er keine Schuldigen bringt. Bei seinen Untersuchungen stößt er auf Verstrickungen um in Ziegelsteinform gepresstes Heroin, „Brick“ genannt. Einer dieser Bricks wurde Pin gestohlen, tauchte später jedoch, mit giftigen Chemikalien gestreckt, wieder auf.

Aus Rache versucht Dode, der selbst in Emily verliebt gewesen war und der Brendan beim Verstecken der Leiche beobachtet hatte, diesen zu erpressen und droht, ihn als Mörder zu verraten. Als Brendan ihn vor einem Treffen mit Pin und Tug abfängt, offenbart Dode, dass Emily schwanger gewesen war, worin er Brendans vermeintliches Mordmotiv sieht, da er sich selbst für den Vater hält und glaubt, Brendan habe dies nicht ertragen können. Beim anschließenden Treffen stellt sich jedoch Tug -- ebenfalls in dem Glauben, der Vater zu sein -- als wahrer Mörder Emilys heraus und erschießt Dode in der Überzeugung, dass dieser ihn verraten wolle.

Pin und Tug trennen sich daraufhin voneinander und werden zu Kontrahenten in einem drohenden Bandenkrieg. Unter dem Vorwand der Schlichtung, jedoch mit dem Plan, beide zu verraten, organisiert Brendan ein Treffen. Laura, die eine Nacht mit Brendan verbringt, versucht, ihn von diesem Treffen fernzuhalten. Dabei hinterlässt sie eine Zigarette in seinem Aschenbecher, auf die ein Pfeil gedruckt ist. Er erkennt Laura als Drahtzieherin der ganzen Sache, schweigt jedoch zunächst.

Als Tug bei dem Treffen von Pin beschuldigt wird, den Brick gestohlen zu haben, eskaliert die Situation. Tug und Pin sowie weitere Menschen kommen dabei ums Leben, Brendan kann flüchten.

Am nächsten Tag trifft er sich mit Laura und konfrontiert sie mit der Wahrheit, die er bereits in einem Brief dem Schuldirektor und der Polizei übermittelt hat. Diese geht verbittert von ihm, nicht jedoch ohne ihm zu verraten, dass Emily bereits im vierten Monat schwanger gewesen sei, was auf Brendan als Vater hindeutet. Dieser bleibt erschüttert zurück und verschweigt ihre letzten Worte gegenüber dem hinzustoßenden Brain, während er der sich entfernenden Laura nachblickt.

Kritiken[Bearbeiten]

Carsten Baumgardt schrieb auf Filmstarts.de: „‚Brick‘ ist der erfreuliche Beweis dafür, wie toll Kino im Urzustand sein kann – ohne ein ängstliches, profitgeiles Studio im Nacken, das jede noch so kleine Ecke und Kante abschleift, bis sich keiner von 8 bis 88 Jahre mehr am filmischen Gourmetmahl verschlucken kann. Der zynische, lakonische Hardboiled-Thriller ist hervorragend inszeniert, ein kühnes Wagnis, das beileibe nicht jedem gefallen mag, aber wer darauf einsteigt, wird mit einem der außergewöhnlichsten, coolsten, unterhaltsamsten… und nicht zuletzt originellsten Filme der Saison belohnt.“ [1]

Daniel Bickerman auf Schnitt.de ist ähnlicher Meinung: „Kurz und gut: Hier stimmt alles. Dachten sich wohl auch die Herren vom Sundance-Festival, die Brick mit dem Spezialpreis der Jury dekorierten und damit noch mal offiziell machten, was hier ganz subjektiv gesagt werden soll: Brick ist einer der besten Filme des Jahres, und der Film noir lebt und erfreut sich bester Gesundheit.“ [2]

Der filmdienst hingegen meint, eine Diskrepanz zwischen Form und Inhalt des Films zu erkennen: "Ein Film im Stil einer Dashiell-Hammett-Adaption, die alle Versatzstücke, Klischees und Handlungselemente eines klassischen Film noir aufweist, zugleich aber wie dessen unbefriedigende Travestie wirkt, weil die vorgeführten Gefühlswelten und Posen nicht recht zu den jugendlichen Protagonisten passen wollen."[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt folgenden Auszeichnungen:

Außerdem wurde er nominiert für den Grand Jury Prize des Sundance Film Festivals 2005, den Satellite Award 2005 für beste Originalnoten, den Online Film Critics Society Award 2007, dem British Independent Film Award für den besten ausländischen Independent-Film sowie einige weitere.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film wurde ausschließlich im kalifornischen San Clemente, einer Stadt an der Küste des Pazifischen Ozeans gedreht. Die High School, an welcher der Film spielt, ist die ehemalige Schule von Rian Johnson.[4]
  • Rian Johnson schrieb das zugrundeliegende Drehbuch 1997. Es dauerte sechs Jahre, um das Projekt zu finanzieren. Den Film schnitt er Zuhause am eigenen PC.
  • Die Filmmusik wurde von Rian Johnsons Bruder Nathan Johnson, mit musikalischer Unterstützung von The Cinematic Underground, komponiert. Der Soundtrack erinnert stark an die klassische Film-noir-Atmosphäre.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carsten Baumgardt: Brick. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 20. August 2008.
  2. Daniel Bickermann: Ein Held der alten Schule. In: Schnitt. Abgerufen am 20. August 2008.
  3. Brick im Lexikon des Internationalen Films
  4. Brick (2005). Internet Movie Database, abgerufen am 14. Oktober 2009 (englisch).