Briesen (Mark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Briesen (Mark)
Briesen (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Briesen (Mark) hervorgehoben
52.33305555555614.28305555555643Koordinaten: 52° 20′ N, 14° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Odervorland
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 110,83 km²
Einwohner: 2870 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15518
Vorwahlen: 033607, 033635 (Wilmersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 072
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 3
15518 Briesen (Mark)
Webpräsenz: www.briesen-mark.de
Bürgermeister: Gerd Schindler (WG Bauern)
Lage der Gemeinde Briesen (Mark) im Landkreis Oder-Spree
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Briesen (Mark) ist eine amtsangehörige Gemeinde südöstlich von Berlin im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Sie wird vom Amt Odervorland verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

"Briesen" ist in etwa die slawisch-sprachliche Entsprechung von "Birkendorf".

Geografische Lage[Bearbeiten]

Briesen liegt innerhalb des Berliner Urstromtales, welches im Gebiet der Gemeinde von einer Glazialen Rinne gequert wird. Innerhalb der Rinne gab es zahlreiche Seen, die aber weitgehend verlandet sind. Nur einige Restseen sind erhalten. Heute befinden sich in der Rinne vor allem Moore. Die etwas höheren Urstromtalflächen werden von Sanden aufgebaut.

Am nördlichen Ortsausgang erstreckt sich ein 10 Kilometer langes Landschaftsschutzgebiet. Südöstlich von Briesen, etwa 4 Kilometer vom Ortsausgang entfernt, liegt die Schleuse Kersdorf. 1888 erbaut, verbindet sie die Spree in Richtung Berlin mit dem Oder-Spree-Kanal, einer wichtigen Ader zu den Binnenwasserstraßen Osteuropas. Sie besteht aus 2 Schleusenkammern von 57 und 67 Metern Länge. Die Nordkammer wird seit dem 22. April 2010 für ca. 14 Millionen Euro auf 115 Meter verlängert. [2]

Der Ort liegt an der alten Handelsstraße zwischen Berlin und Frankfurt (Oder), was die Entwicklung von Handwerk und Industrie begünstigte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Briesen (Mark) gehören die Ortsteile Alt Madlitz, Biegen, Briesen, Falkenberg und Wilmersdorf. Sonstige Wohnplätze sind[3]:

  • Bunterschütz
  • Buschhaus
  • Dorismühle
  • Emilienhof
  • Fischerhaus
  • Freiheitsloose
  • Karolinenhof
  • Kersdorf
  • Kersdorf[4]
  • Kersdorfer Schleuse
  • Madlitzer Mühle
  • Neu Madlitz
  • Vorwerk Briesen
  • Vorwerk Madlitz
  • Vorwerk Wilmersdorf
  • Waldhof
  • Waldschlößchen

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1809 erste nachweisliche Dorfschule
  • 1838 Einweihung der neuen Kirche auf dem Dorfanger
  • 1842 Fertigstellung der Eisenbahnlinie Berlin-Frankfurt
  • 1880 Dampfsägewerk Jeske entsteht
  • 1887 Oder-Spree-Kanal mit Kersdorfer Schleuse
  • 1908 Feuerwehrgebäude wird eingeweiht
  • 1982 Braunkohleschutzgebiet (Umsiedlung bis 1994 geplant, später aufgehoben)
  • 1994 umfangreiche Orts- und Straßensanierungen

Urgeschichte[Bearbeiten]

Schon im Jahre 600 sollen Slawen das Gebiet um Briesen besiedelt haben – beim Bau der heutigen Bundesautobahn A 12 wurde eine Dorfanlage aus dieser Zeit entdeckt. Mehrere Fundstätten im umliegenden Waldgebiet sind als Bodendenkmale registriert.

Mittelalter[Bearbeiten]

Die älteste Erwähnung von Briesen stammt von 1403. 1495 verkauften die ansässigen Ritter das Dorf mitsamt seinen Bewohnern an das wohlhabende Kartäuserkloster Frankfurt (Oder). Kurfürst Joachim II. von Brandenburg nutzte die Einkünfte des Dorfes für den Unterhalt seiner 1506 gegründeten Universität von Frankfurt, nachdem er dem Kloster eine Reihe von Ländereien abgenommen hatte.

Neuzeit[Bearbeiten]

Eisenbahnstation Briesen (Mark)

1842 wurde die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) eröffnet, Briesen war fortan für die umliegenden Orte ein wichtiger Mittelpunkt. Hier ereignete sich am 1. November 1918 ein schwerer Eisenbahnunfall, als ein Militärzug in die stehen gebliebenen Wagen eines Güterzugs fuhr.

Hauptartikel: Eisenbahnunfall von Briesen

Nach 1945 prägte sich die ländliche Atmosphäre wieder stärker aus, besannen sich die Einwohner ihrer landschaftlichen Umgebung.

Unweit der Kersdorfer Schleuse, im heutigen "Forsthaus an der Spree", betrieb ab 1969 das Ministerium für Staatssicherheit (MFS) in dem damaligen "Forsthaus An der Flut" eine Immobilie, das "Objekt 74". Nach der Recherche von Tobias Wunschik von der Gauck-Behörde, sollen Stasi-Offiziere im Forsthaus die RAF Terroristen Henning Beer und Christian Klar an Panzerfäusten trainiert haben. Zudem sollen zehn Aussteiger der RAF und der Bewegung 2. Juni, die sich mit Hilfe des MfS von 1980 an in die DDR absetzten, wie die RAF-Aktivistin Silke Maier-Witt und Susanne Albrecht, im Forsthaus auf ihr Leben in der DDR vorbereitet worden sein.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Biegen wurde am 31. Dezember 2002 eingemeindet.[6] Madlitz-Wilmersdorf wurde am 1. Januar 2014 eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Briesen (Mark):
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[7]
Jahr Einwohner
1875 1 605
1890 2 096
1910 2 091
1925 2 432
1933 2 495
1939 2 510
1946 2 761
1950 3 020
1964 2 658
1971 2 675
Jahr Einwohner
1981 2 462
1985 2 383
1989 2 311
1990 2 279
1991 2 266
1992 2 234
1993 2 202
1994 2 165
1995 2 193
1996 2 180
Jahr Einwohner
1997 2 214
1998 2 247
1999 2 275
2000 2 333
2001 2 319
2002 2 333
2003 2 354
2004 2 341
2005 2 334
2006 2 303
Jahr Einwohner
2007 2 301
2008 2 256
2009 2 212
2010 2 206
2011 2 181
2012 2 192

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[8].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung der Gemeinde besteht aus 12 Gemeindevertreterinnen und -vertretern sowie dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • WG Bauern 7 Sitze
  • CDU 4 Sitze
  • WG Berg/Wählisch 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Januar 2000 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt durch einen Winkel zum Schildfuß; oben in Silber ein roter hersehender Hirschkopf, dessen Geweih ein grünes Birkenblatt umschließt; unten blau gewellt.“[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Briesen (Mark) und in der Liste der Bodendenkmale in Briesen (Mark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Die Martin-Andersen-Nexö-Schule wurde am 21. Oktober 1956 eingeweiht, der Unterricht hatte aber bereits im Monat zuvor begonnen. An der Stelle der Schule befand sich zuvor eine Gartensparte. Im Schuljahr 2006/2007 betreuten 21 Lehrer 258 Schüler. Benannt ist die Schule nach dem dänischen Dichter Martin Andersen Nexø[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Briesen (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Märkische Oderzeitung Ebbe in der Kersdorfer Schleuse vom 16. Juli 2010
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Briesen (Mark)
  4. Chronik von R. Kramarczyk
  5. Susanne Rost: Wo RAF-Aussteiger zu DDR-Bürgern wurden. Berliner Zeitung vom 21. September 2013
  6. Eingliederung der Gemeinde Biegen in die Gemeinde Briesen (Mark). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 15. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 22, Potsdam, 29. Mai 2002, S.562 PDF
  7. Gebietsstand Januar 2013
  8. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 13. Okt. 2006, S. 16