Brigitte Hamann

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Astrologin siehe Brigitte Hamann (Astrologin).

Brigitte Hamann, geborene Deitert (* 26. Juli 1940 in Essen) ist eine in Wien lebende deutsch-österreichische Historikerin und Autorin.

Leben[Bearbeiten]

Brigitte Hamann studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Münster und Wien. 1963 legte sie in Münster das Realschullehrer-Examen ab, absolvierte ein Volontariat bei der Deutschen Presse-Agentur in Essen und wurde 1964 Redakteurin der Neuen Ruhr Zeitung. 1965 heiratete sie den Wiener Historiker und Universitätsprofessor Günther Hamann (1924–1994), erhielt neben[1] ihrer deutschen Staatsangehörigkeit 1966 auch die österreichische Staatsbürgerschaft[2] und war als Assistentin für ihren Mann tätig. 1978 promovierte sie über den österreichischen Kronprinzen Rudolf. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie seine Biografie unter dem Titel Rudolf. Kronprinz und Rebell. Das Buch wurde ein großer Erfolg. Seitdem arbeitet Brigitte Hamann als freie Historikerin.

Brigitte Hamann ist Mutter von drei erwachsenen Kindern.

Werk[Bearbeiten]

Hamann hat vorzugsweise an Werken zur österreichischen Geschichte gearbeitet und sich dabei einem biographischen Zugang verschrieben. Ihr besonderer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Habsburger und der Geschichte des Nationalsozialismus. Über ihren persönlichen Ausgangspunkt sagte sie: „Ich hatte (von Deutschland kommend) einen anderen Blick auf Österreich und begann, mit einer gewissen Distanz zu schreiben“.[2]

Ihre Veröffentlichung Hitlers Wien (vgl. dazu Hitlers Jahre in Wien) überzeugte durch akribische Ermittlung neuer Quellen und eindringliche Darstellung der völkisch-antisemitisch dominierten politischen Kultur Wiens in jenen Jahren.

Schriften[Bearbeiten]

  • Rudolf, Kronprinz und Rebell. Wien 1978.
  • Elisabeth, Kaiserin wider Willen. Wien 1981.
  • Mit Kaiser Max in Mexiko. Aus dem Tagebuch des Fürsten Carl Khevenhüller 1864-1867. Wien 1983 (Hrsg.)
  • Kaiserin Elisabeth. Das poetische Tagebuch. Verlag der Österr. Akademie der Wissenschaften, Wien 1984 (Hrsg.)
  • Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden. München 1986.
  • Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. München 1988 (Hrsg.)
  • Nichts als Musik im Kopf. Das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart. Wien 1990 (Kinderbuch).
  • Meine liebe, gute Freundin! Die Briefe Kaiser Franz Josephs an Katharina Schratt. München 1992 (Hrsg.)
  • Elisabeth. Bilder einer Kaiserin. Wien 1995.
  • Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996.
  • Kronprinz Rudolf: 'Majestät, ich warne Sie…'. Geheime und private Schriften. München 2002 (Hrsg.)
  • Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth. München 2002.
  • Der Erste Weltkrieg. Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten. München 2004.
  • Ein Herz und viele Kronen. Das Leben der Kaiserin Maria Theresia. Illustriert von Rolf Rettich, Wien 2004 (Kinderbuch)
  • Die Familie Wagner. Reinbek bei Hamburg 2005.
  • Kronprinz Rudolf. Ein Leben. Wien 2005.
  • Mozart. Sein Leben und seine Zeit. Wien 2006.
  • Wolfgang Amadeus Mozart. Nichts als Musik im Kopf. Nachdichtung nach Vincent Cronin. Readers Digest Deutschland, Schweiz, Österreich, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-89915-481-8.
  • Hitlers Edeljude. Das Leben des Armenarztes Eduard Bloch. München 2008.
  • Österreich. Ein historisches Portrait. München 2009.

Zahlreiche Auflagen, Taschenbuchausgaben und Übersetzungen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Verleihung des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln an Brigitte Hamann im Wiener Rathaus am 22. November 2012. Links der Laudator, Prof. Gerald Stourzh, rechts Stadtrat Dr. Michael Ludwig

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brigitte Hamann im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. a b „Ehrenmedaille für Brigitte Hamann“, ORF vom 13. Februar 2006
  3. Hohe Ehrung für Brigitte Hamann. Rathauskorrespondenz der Stadt Wien vom 13. Februar 2006
  4. Kurier vom 23. November 2012; Laudatio durch Gerald Stourzh