Brigitte Schwaiger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Brigitte Schwaiger (* 6. April 1949 in Freistadt, Oberösterreich; † 26. Juli 2010 in Wien) war eine österreichische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Brigitte Schwaiger wurde 1949 als Tochter eines Arztes geboren; ihre Urgroßmutter, die Opernsängerin Carola Seligmann (Künstlername Angeli), kam im KZ Theresienstadt ums Leben.

Schwaiger besuchte das Gymnasium in Freistadt und legte hier 1967 die Matura ab. Dann studierte sie zwei Semester Psychologie, Germanistik und Romanistik in Wien und heiratete 1968 einen spanischen Offizier, mit dem sie nach Madrid und Mallorca zog. Vier Jahre später ließen sich die beiden scheiden, und Schwaiger besuchte die Pädagogische Akademie in Linz. Nebenbei hatte sie Auftritte in Kellertheatern und arbeitete als Regieassistentin beim ORF.

Laut ihren Memoiren hatte sie ab 1973 über mehrere Jahre eine Beziehung mit Friedrich Torberg. Laut eigener Darstellung arbeitete sie auch mit Peter Lodynski an einer Reihe von Fernsehdrehbüchern, die er allerdings nur unter eigenem Namen weitergab.[1]

1977 landete sie mit ihrem Erstlingswerk Wie kommt das Salz ins Meer einen Sensationsbestseller, der sich allein im deutschen Sprachraum rund 500.000 Mal verkauft hat. Der Roman ist stark autobiografisch geprägt und erzählt in Ich-Form von der Monotonie im Ehealltag und den vergeblichen Versuchen eines Ausbruchs aus dieser Welt. 1988 wurde er in Deutschland unter der Regie von Peter Beauvais mit Nicolin Kunz und Siemen Rühaak in den Hauptrollen nach einem Drehbuch von Schwaiger für das Fernsehen verfilmt.

Ihrer Bekanntschaft mit Eva Deutsch entsprang das Buch Die Galizianerin (1982). Deutsch hatte Schwaiger für eine Zusammenarbeit aktiv kontaktiert.[1]

Mit ihren späteren Büchern konnte die Oberösterreicherin nicht mehr an den Erfolg ihres Debütromans anknüpfen. Erst Fallen lassen (2006), Schwaigers Bericht über ihre Erfahrungen in der Psychiatrie, fand wieder zustimmende bis euphorische Kritiken.[2]

Brigitte Schwaiger wurde im Juli 2010 tot in einem Seitenarm der Donau in Wien gefunden.[3] Es wird von Suizid ausgegangen; sie hatte oft vom „kürzeren Weg“ gesprochen, den sie wählen möchte. Schwaiger wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Werke[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wenn Gott tot ist. Memoiren, ISBN 978-3-7076-0424-5
  2. Autorin Brigitte Schwaiger verstorben. In: Kurier. (Version vom 27. August 2010 im Internet Archive)
  3. Brigitte Schwaiger ist tot. In: Der Standard. 26. Juli 2010.
  4. Schwaigers "Wie kommt das Salz ins Meer" ist "Hörspiel des Jahres" wienerzeitung.at
  5. Im Gespräch oe1.orf.at, abgerufen am 8. März 2013