Brillenflughund

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Brillenflughund
Brillenflughund (Pteropus conspicillatus)

Brillenflughund (Pteropus conspicillatus)

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Eigentliche Flughunde (Pteropodini)
Gattung: Pteropus
Art: Brillenflughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus conspicillatus
Gould 1850

Der Brillenflughund (Pteropus conspicillatus) ist eine in Nordaustralien vorkommende Art aus der Familie der Flughunde (Pteropodidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Brillenflughunde zeichen sich durch eine helle, brillenartige Fellzeichnung um die Augen herum aus. Ihr Fell ist dunkles bis manchmal schwarz, ebenso die Flügel. Die Spannweite liegt bei ungefähr einem Meter.

Lebensweise[Bearbeiten]

Brillenflughunde sind nachtaktiv. In der Dämmerung schwärmen sie auf Nahrungssuche aus und kehren vor Sonnenaufgang zu ihrem Lagerplatz („Camp“) zurück. Die Gruppen bestehen meist aus mehreren tausend Tieren, ihre Größe unterliegt aber starken saisonalen Schwankungen.

In den Regenwäldern Australiens spielt die Spezies eine übergeordnet wichtige Rolle als Verbreiter von Samen und Bestäuber von Blüten. Brillenflughunde transportieren die Fruchtsamen und auch Pollen über weite Entfernung und bieten damit dem Ökosystem eine besondere Verbreitungsmöglichkeit. Brillenflughunde werden als Schlüsselspezies (keystone species) angesehen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Brillenflughunde kommen in Nordostaustralien (Queensland) zwischen Hitchinbrook Island und Cape York vor. Alle Kolonien liegen in einer Entfernung von maximal 6.5 km zum tropischen Regenwald. Hier finden sie ihr Futter, das hauptsächlich aus Früchten, aber auch aus Pollen besteht. Einige Kolonien sind auch in Neu Guinea und benachbarten Inseln zu finden.

Laut Commonwealth Environment Protection and Biodiversity Conservation Act 1999 (Australien) sind Brillenflughunde als „verletzlich“ eingestuft. Sie sind bedroht durch Habitat-Verlust, Zeckenlähmung, Klimawandel und massenhaftes Töten durch die Aufseher in den Obstplantagen. Außerdem werden sie von den Aborigines als Nahrung angesehen; es ist jedoch nicht bekannt, wie sich die Jagd auf den Bestand der Brillenflughunde auswirkt. Insgesamt geht man momentan von ungefähr 100.000 Tieren aus, mit stark sinkendem Trend, jedes Jahr vermindert sich die Anzahl um einige Tausend Tiere.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eggert: C 1994, Is tick paralysis in the spectacled flying fox, Pteropus conspicillatus, related to a change in the foraging behaviour of P. conspicillatus?, Honours thesis, Southern Cross University.
  • Hall, LS & Richards: G 2000, Flying foxes – fruit and blossom bats of Australia, University of New South Wales Press, Sydney.
  • Richards: 1987, Aspects of the ecology of spectacled flying-foxes, Pteropus conspicillatus, (Chiroptera: Pteropodidae) in tropical Queensland, Australian Mammalogy, vol. 10, no. 2, pp. 87-8.
  • Richards: GC 1990a, The spectacled flying-fox, Pteropus conspicillatus, (Chiroptera: Pteropodidae) in North Queensland Australia 1. Roost sites and distribution patterns, Australian Mammalogy, vol. 13, no. 1-2, pp. 17-24.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brillenflughund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pteropus conspicillatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Helgen, K., Salas, L. & Bonaccorso, F., 2008. Abgerufen am 28. Dezember 2013