Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia
Originaltitel Bring Me the Head of Alfredo Garcia
Produktionsland USA, Mexiko
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1974
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sam Peckinpah
Drehbuch Gordon T. Dawson
Sam Peckinpah
Frank Kowalski
Produktion Martin Baum
Helmut Dantine
Gordon T. Dawson
Musik Jerry Fielding
Kamera Alex Phillips jr.
Schnitt Dennis Dolan
Sergio Ortega
Robbe Roberts
Besetzung

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (Originaltitel: Bring Me the Head of Alfredo Garcia) ist ein US-amerikanisch-mexikanischer Spielfilm von Sam Peckinpah aus dem Jahr 1974.

Handlung[Bearbeiten]

Der mexikanische Großgrundbesitzer El Jefe reagiert zornig, als seine Tochter von einem Unbekannten geschwängert wird. Er lässt ihr einen Arm brechen, worauf sie schließlich den Obdachlosen Alfredo Garcia als Vater des ungeborenen Kindes angibt. El Jefe setzt ein Kopfgeld von einer Million US-Dollar auf Alfredo Garcia aus. Dabei meint er es wörtlich, denn er verlangt die Vorlage des Kopfes als Beweis für die Ausführung des Mordauftrages.

Eine Gruppe amerikanischer Gangster will sich die Belohnung verdienen und macht sich auf die Suche nach Alfredo Garcia. Für 10.000 Dollar erklärt sich der heruntergekommene Barpianist Bennie bereit, Alfredos Aufenthaltsort herauszufinden. Von seiner Freundin Elita erfährt er, dass Alfredo bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und in seinem Heimatdorf beigesetzt wurde. Mit einer Machete im Gepäck brechen Bennie und die nichts ahnende Elita am nächsten Tag zum Grab auf, ohne zu wissen, dass die misstrauischen Profi-Killer zwei einheimische Ganoven damit beauftragt haben, Bennie im Auge zu behalten.

Während das Paar die Fahrt für ein Picknick unterbricht und von einer gemeinsamen Zukunft träumt, erhalten sie ungebetenen Besuch von zwei zwielichtigen Motorradfahrern. Während einer der Kerle Bennie mit einem Revolver in Schach hält, fällt der andere über Elita her. Bennie gelingt es, seinen Bewacher zu überwältigen, und er erschießt die beiden Halunken. Elita erfährt den Grund der gemeinsamen Reise, doch aus Liebe zu Bennie bleibt sie weiter bei ihm.

Schließlich erreichen die beiden den Friedhof, wo Alfredo Garcia begraben liegt und treffen am Grab dessen Angehörige an. Elita bekommt mehr und mehr Skrupel, und auch Bennie ist nicht unberührt. Da er sich mit dem ausgesetzten Kopfgeld aber eine bessere Zukunft erhofft, bleibt er bei seinem Vorhaben. In der Nacht gehen die beiden erneut auf den Friedhof. Bennie öffnet das Grab und greift zur Machete. Elita kann das nicht mit ansehen und geht davon. Als Bennie den Sarg öffnet, bekommt er einen Schlag auf den Kopf. Er erwacht wenig später auf dem Sarg liegend, nur notdürftig verscharrt, neben ihm Elita. Als er sich erhebt, stellt er fest, dass der Kopf von Alfredo Garcia fehlt und Elita tot ist. Bennie ist so geschockt, dass er die Kontrolle über sich verliert.

Als er sich an einem öffentlichen Wasserbecken wäscht, erfährt er von zwei nachts herumstromernden Mexikanern, dass zwei Fremde mit einem grünen Kombi ihn und Elita vergraben haben. Er fährt los, um die Kerle zu finden und mit ihnen abzurechnen. Wenige Stunden später holt er die Männer ein und tötet sie in einer Schießerei. In ihrem Auto liegt tatsächlich der gesuchte Kopf.

Der von Fliegen umschwirrte Kopf liegt auf dem Beifahrersitz. Bennie ist längst nicht mehr zurechnungsfähig und beginnt, mit dem herum rollenden Kopf zu reden und ihn zu beschimpfen. Sechs Männer und eine alte Frau verfolgen Bennie. Es ist Alfredos Familie. Sie finden den Kombi und die zwei Leichen, fahren aber nach kurzer Untersuchung weiter.

Bennie macht Pause in einem kleinen Dorf. Ein Kind entdeckt den Sack mit dem Kopf und weist Bennie auf die Fliegen hin ("Ach der meint Fliegen"). Während Bennie sich Eis besorgt, fahren die Verfolger von ihm unbemerkt durch das Dorf.

Bennie fährt weiter. Plötzlich steht ein ihm Unbekannter quer auf der Straße. Er kann gerade noch rechtzeitig bremsen. Alfredo Garcias Verwandtschaft umstellt ihn. Die Mexikaner begreifen, dass es um Geld geht. Er steigt aus und bietet ihnen sein gesamtes Bargeld an, was aber nicht akzeptiert wird. Die Mexikaner nehmen den Kopf an sich. In diesem Moment erscheinen die beiden homosexuellen Killer Quill und Sappensly auf der Bildfläche, die von ihren mittlerweile toten Handlangern benachrichtigt worden waren und diesen entgegenfahren wollten, um den Kopf in Empfang zu nehmen. Bennie tut so, als ob er den "Gringos" den Weg zeigen wolle und lässt sie unauffällig wissen, dass der Kopf im Wagen liegt. Quill greift daraufhin zur Maschinenpistole und tötet mit Ausnahme des Großvater die gesamte Familie Garcia. Einen der bewaffneten Mexikaner hat Quill allerdings übersehen, und dieser erschießt den nichtsahnenden Killer, ehe er selbst von Sappensly getötet wird. Sappensly will auch Bennie töten, doch dieser ist schneller und schießt seinen Widersacher nieder. Bennie nimmt den Kopf an sich, lässt den verstörten Großvater stehen und fährt weiter.

Bennie kehrt ein letztes Mal in einer dreckigen Bruchbude ein, bevor er sein vorläufiges Ziel erreicht. Er meldet sich in dem Hotel, in dem sich die Amerikaner einquartiert haben, und will diesen den Kopf übergeben. In Wirklichkeit ist er jedoch davon besessen, sich an den Killern und ihren Auftraggebern für Elitas Tod zu rächen und die Hintergründe der ganzen Geschichte zu erfahren.

Darum schmuggelt er in dem Korb mit Alfredos Kopf, den der Türsteher aus Ekel nicht richtig kontrolliert hat, eine Pistole in das Zimmer. Als die arroganten Anführer der Truppe Bennie abwimmeln wollen und ihm sogar unverhohlen drohen, zieht er plötzlich seine Waffe und schießt um sich. Nur einer der Amerikaner kann fliehen, während Bennie von dem sterbenden Anführer erfährt, wer den Preis auf Alfredos Kopf ausgesetzt hat.

Auf der Hazienda von El Jefe findet die Taufe des Enkels statt. Bennie zeigt am Tor den Kopf vor und wird daraufhin eingelassen. El Jefe hält den Enkel auf dem Arm, als Bennie mit dem Kopf im Sack vor ihm steht: "Ich habe alles, was ich mir gewünscht habe. Ich habe einen Enkel." Bennie soll den Kopf irgendwo wegwerfen und bekommt einen Koffer voller Geld, doch damit ist er nicht zufrieden und antwortet: "Sechzehn Menschen mussten sterben, weil Sie einen Preis auf diesen Kopf aussetzten. Doch einer dieser Menschen war mehr wert, als ihr alle zusammen." Daraufhin erschießt er alle Leibwächter in dem Raum und zielt dann unschlüssig auf El Jefe. Dessen Tochter drängt hasserfüllt zum Weitermachen, worauf Bennie auch El Jefe erschießt. Anschließend nimmt er mit den Worten "Alfredo, wir fahren nach Hause" den Kopf und das Geld und verlässt das Haus. Er fährt zum Tor, doch der Butler, informiert die Wache per Telefon. Bei der nun folgenden Schießerei stirbt Bennie schließlich.

Genre[Bearbeiten]

"Alfredo Garcia" ist ein besonderer Film im Werk des Regisseurs Peckinpah. Nebst klassischen Roadmovie-, kommen ebenso Action- und Thrillerelemente im Film vor. Ungewöhnlich für Peckinpah: trotz einiger frauenfeindlicher Elemente besitzt er in Isela Vegas Elita eine der stärksten Frauenrollen aus Peckinpahs gesamtem Werk. Daneben existiert das Werk selbst als Melodram und Liebesgeschichte, kurzzeitig kommen sogar Merkmale einer schwarzen Komödie auf. Er gilt zudem als Hommage des Regisseurs an Mexiko, welches er sowohl aus einer gewaltigtätigen und dreckigen, aber auch aus einer Perspektive verstörender Schönheit, darstellt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Sam Peckinpah drehte Alfredo Garcia ein Jahr nach der horrorartigen Produktion von Pat Garrett jagt Billy the Kid. Dieser Western war vom Filmstudio vor Veröffentlichung aus seiner Sicht derart zum Negativen abgeändert worden, dass Peckinpah damit drohte, seinen Namen vom Werk entfernen zu lassen. Gesundheitlich war der Regisseur angeschlagen, sein Konsum an Alkohol und, bei den Dreharbeiten zu Alfredo Garcia erstmals auch an Marihuana, stieg stetig und gefährdete nicht nur ihn selbst, sondern auch die Produktion.

Alfredo Garcia war der nach eigenen Angaben einzige Film, den Peckinpah so drehen und schneiden konnte, wie er es wünschte, kommerziell jedoch der vielleicht größte Flop seiner Karriere. Fast die gesamte US-Filmkritik nannte den Film eine Katastrophe. Allein Roger Ebert bezeichnete ihn als „bizarres Meisterwerk“, eine Meinung, die sich heute allgemein durchsetzt. Der Film erlangte, auch dank des Kultschauspielers Warren Oates, Kultstatus. Für viele blieb es der letzte große Film des Regisseurs, andere sahen den Anfang vom Ende, wieder andere gar schon einen Tiefpunkt.

Weblinks[Bearbeiten]