Brioche

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Brioche
Jean Siméon Chardin: Stillleben mit Brioche, 1763
Brioche des Rois

Die Brioche [bʀijɔʃ], im Deutschen gelegentlich als "Apostelkuchen" bezeichnet, ist ein feines Tafelgebäck aus ei- und fettreichem Hefeteig, das aus zwei oder drei verschieden großen und pyramidenartigen aufeinander gesetzten Teigkugeln besteht. In Österreich bezeichnet Brioche ein Weißgebäck mit unterschiedlichen Größen und Formen, welches mit Ei bestrichen und mit Hagelzucker bestreut wird.[1]

Ursprünglich stammt das Gebäck aus Frankreich. Kennzeichnend für die Brioche ist heute der meist geriffelte Kragen und der glatte runde Teigkopf obenauf. Diese Pariser Form ist erst seit dem 19. Jahrhundert typisch. Es gibt in Frankreich auch gefüllte Brioches. Bekannt ist außerdem neben anderen regionalen Varianten die Brioche Vendéenne aus der Vendée, die mit Rum, Brandy oder Orangenblüten aromatisiert wird. Früher handelte es sich dabei um eine spezielle Variante zu Ostern.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das Wort Brioche ist in Frankreich seit dem 15. Jahrhundert belegt. Es ist wahrscheinlich abgeleitet von brier, einer Dialektform von broyer, was eigentlich soviel heißt wie zerdrücken oder zerstampfen, aber auch für das Ausrollen des Teigs mit einem Nudelholz stehen kann.[3]

Als wahrscheinlicher Ursprungsort gilt die Normandie, die seit dem Mittelalter bekannt für die Qualität ihrer Butter war, einer wesentlichen Zutat von Brioche. Brioches sind aber erst seit dem 17. Jahrhundert in Paris nachgewiesen. Das älteste erhaltene Rezept erschien 1742.[2]

[Bearbeiten] Legende

Als Marie Antoinette berichtet wurde, die Armen der Bevölkerung hätten kein Brot zu essen, soll sie geantwortet haben: „Wenn sie kein Brot mehr haben, sollen sie doch Brioches essen“ („S'ils n'ont plus de pain, qu'ils mangent de la brioche“). Tatsächlich stammt dieser Satz aber aus den „Confessions“ von Jean-Jacques Rousseau und wurde schon 1766 veröffentlicht, also zwanzig Jahre vor der Revolution. Marie-Antoinette war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gerade 10 Jahre alt. Rousseau erklärte darüber hinaus, dass sich diese Begebenheit in seinen Bekenntnissen Jahre vor der schriftlichen Veröffentlichung abgespielt habe. Die häufige Übersetzung von brioche mit „Kuchen“ in diesem Zitat ist historisch nicht korrekt, da das Gebäck im 18. Jahrhundert wenig Butter und Zucker enthielt und damit eher einer Art Weißbrot entsprach.[2]

[Bearbeiten] Schweiz

Die Bezeichnung wird in der Schweiz teilweise auch für ein Apero-Gebäck verwendet, das aus einem gebackenen hellen Brot besteht (20 bis 30 cm hoch, runde Grundfläche von ca. 20 cm Durchmesser), das in mehrere horizontale Schichten zerschnitten und anschließend mit Lachs, Streichpastete, Schinken etc. gefüllt wird. Geschmacklich entspricht es nachher in etwa einem belegten, ungetoasteten Toastbrot, jedoch ein wenig nach Butter und ein wenig süßer mit einer leicht glatteren Konsistenz.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Brioche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Brioche – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. IREKS-Arkady-Institut für Bäckereiwissenschaft (Hrsg.): IREKS-ABC der Bäckerei. 4. Auflage. Institut für Bäckereiwissenschaft, Kulmbach 1985
  2. a b c Alan Davidson, The Oxford Companion to Food, 2nd. ed. Oxford 2006, Artikel Brioche, S. 106 f.
  3. Artikel Brioche in der französischen Wikipedia