Brion (Ain)

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Brion
Brion (Frankreich)
Brion
Region Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Nantua
Kanton Nantua
Gemeindeverband Lac de Nantua.
Koordinaten 46° 10′ N, 5° 33′ O46.1727777777785.5525478Koordinaten: 46° 10′ N, 5° 33′ O
Höhe 469–642 m
Fläche 4,48 km²
Einwohner 522 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 117 Einw./km²
Postleitzahl 01460
INSEE-Code

Brion ist eine Gemeinde im französischen Département Ain in der Region Rhône-Alpes.

Geographie[Bearbeiten]

Brion liegt auf 479 m ü. M., etwa 13 Kilometer südwestlich der Stadt Oyonnax (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im nördlichen Bugey, an der Mündung der Ange in den Oignin, westlich des Lac de Nantua im Jura, inmitten einer weiten Ebene.

Die Fläche des 4,48 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des südlichen französischen Juras. Der Hauptteil wird von einer ungefähr 3 km breiten und 3 km langen Ebene eingenommen (durchschnittlich auf 470 m ü. M.), die sich vor dem westlichen Eingang in die Cluse de Nantua ausbreitet. Früher bildete die Ebene ein großes Sumpfgebiet, das nach der künstlichen Absenkung des Seespiegels des Lac de Nantua im Jahr 1856 drainiert und in Kulturland umgewandelt wurde. Die Ebene wird vom Oignin durchflossen, der hier den Abflusskanal des Lac de Nantua und die Ange (aus dem Oyonnax-Tal) aufnimmt. Inmitten der Ebene erhebt sich ein langgezogener Hügel (505 m ü. M.). Nach Südwesten erstreckt sich das Gemeindeareal bis zum Höhenzug der Montagne de Collégiard, an der mit 642 m ü. M. die höchste Erhebung von Brion erreicht wird.

Zu Brion gehört der Weiler Le Mollard (475 m ü. M.) am Oignin. Nachbargemeinden von Brion sind Béard-Géovreissiat im Norden, Montréal-la-Cluse und Port im Osten, Saint-Martin-du-Frêne im Süden sowie Nurieux-Volognat im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene Funde weisen auf eine Besiedlung des Gemeindegebietes von Brion während der Römerzeit hin.[1] Der Ortsname geht auf das gallische Wort briva für Brücke zurück.[2] Bei Brion befand sich eine Burg, die 1090 erstmals als castrum brionis urkundlich erwähnt wurde und die den Herren von Coligny gehörte.[3] Im Mittelalter unterstand das Dorf der Oberhoheit der Grafen von Savoyen. Mit dem Vertrag von Lyon gelangte es im Jahre 1601 an Frankreich. Erst 1845 wurde Brion von Géovreissiat abgetrennt und zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Dorfkirche von Brion wurde 1851 erbaut und 1975 letztmals umfassend restauriert. Von der einstigen Burg auf dem Hügel östlich von Brion sind Ruinen erhalten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 195
1968 215
1975 335
1982 395
1990 587
1999 559
2006 511

Mit 522 Einwohnern (1. Januar 2011) gehört Brion zu den kleinen Gemeinden des Département Ain. Seit Beginn der 1960er Jahre wurde eine markante Bevölkerungszunahme verzeichnet, verbunden mit beinahe einer Verdreifachung der Einwohnerzahl. Nach einem Höchststand um 1990 ist die Bevölkerungszahl jedoch wieder rückläufig.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Brion war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des Klein- und Mittelgewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrsmäßig sehr gut erschlossen. Sie liegt nahe der Départementsstraße D979, die von Nantua nach Bourg-en-Bresse führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Port, Izernore und Montréal. Der nächste Anschluss an die Autobahn A404 (Saint-Martin-du-Frêne – Oyonnax), welche das Gemeindegebiet durchquert, befindet sich in einer Entfernung von rund zwei Kilometern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01. Académie Des Belles Lettres, 1990, ISBN 2877540103, S. 116 (französisch, online, abgerufen am 18. Januar 2014).
  2.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 1, Librairie Droz, 1990, ISBN 9782600028844, S. 170 (französisch, online, abgerufen am 18. Januar 2010).
  3.  É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l'Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 389 (französisch, online, abgerufen am 4. Januar 2014).