Britische Botschaft in Berlin

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Britische Botschaft in Berlin
Die alte Britische Botschaft im Palais Strousberg (1937)
Britische Botschaft in Ost-Berlin Unter den Linden 32–34 (1987)

Die Britische Botschaft in Berlin ist die diplomatische Vertretung des Vereinigten Königreichs in Deutschland. Sie befindet sich in der Wilhelmstraße 70–71 neben dem Hotel Adlon in Berlin-Mitte. Aktueller Botschafter ist Simon McDonald.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 19. Jahrhundert gehörte das Areal an der Wilhelmstraße dem Vereinigten Königreich, das mit dem Deutschen Reich diplomatische Beziehungen unterhielt. Es hatte zuvor das von August Orth entworfene Palais Strousberg erworben. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und in den Nachkriegsjahren enttrümmert. Das Grundstück blieb jedoch weiterhin Eigentum des britischen Staates.

Nach der weltweiten Anerkennungswelle der DDR vereinbarte die britische Regierung 1973 mit DDR-Vertretern den Austausch von Diplomaten. In Ost-Berlin wurde daraufhin in vorhandenen Gebäuden aus Staatsbesitz der DDR in der Straße Unter den Linden in den heute Kaiserhöfe genannten historischen Bauwerken eine eigene Botschaft eröffnet.[1]

Botschaftsgebäude[Bearbeiten]

Nach dem Beschluss im Jahre 1991, den deutschen Regierungssitz von Bonn (siehe Botschaft des Vereinigten Königreichs (Bonn)) nach Berlin zu verlegen, beschloss die britische Regierung, an dem historischen Ort ein neues Botschaftsgebäude zu errichten. Daraufhin wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro Michael Wilford & Partners (siehe auch Manuel Schupp) gewann. Der erste Spatenstich erfolgte am 29. Juni 1998. Die einzige Straßenseite des Gebäudes erhielt über zwei Etagen eine große Öffnung, die symbolhaft einen Einblick in die Botschaft geben soll. Für die Fassade selbst galt wie für alle umstehenden Gebäude die Einhaltung einer Traufhöhe von 22 Metern bei einem hohen Anteil an geschlossener Fläche. Auch das türkisgrüne Dach ist vorgeschrieben, das Michael Wilford hier als potemkinsche Konstruktion mit Dachschräge umsetzte; das Haus besitzt eigentlich nur ein Flachdach.

Das neue Botschaftsgebäude wurde am 18. Juli 2000 durch Königin Elisabeth II. eröffnet.

Mit der gewachsenen Terrorgefahr nach dem Terroranschläge am 11. September 2001 wurde der gesamte Botschaftsbereich zeitweilig für den öffentlichen Zugang gesperrt. Später wurden spezielle Sicherheitskontrollen für alle Besucher eingeführt. Außerdem ist seit 2001 die Wilhelmstraße zwischen Behrenstraße und Unter den Linden für den durchgehenden Kraftfahrzeugverkehr komplett abgeriegelt.

Das britische Botschaftsgebäude gilt als die erste privat finanzierte Botschaft sowohl in Deutschland als auch in der ganzen Welt. Eine deutsche Firma finanziert die Gesandtschaft 30 Jahre lang, eine Verlängerung ist möglich. Der Wintergarten und die angrenzenden Konferenzräume wurde unter der Bezeichnung ARTrium für Seminare, Konferenzen und Gala-Dinner vermietet.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lucas Elmenhorst: Kann man national bauen? Die Architektur der Botschaften Indiens, der Schweiz und Großbritanniens in Berlin. Gebr. Mann, Berlin 2010, ISBN 978-3-7861-2623-2 (zugleich Dissertation an der Humboldt-Universität 2009).
  • Thomas Michael Krüger, Florian Bolk: Britische Botschaft Berlin. Broschüre (32 Seiten), ISBN 3-933743-36-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Britische Botschaft in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wochenzeitschrift 'Neue Berliner Illustrierte', Nr. 40 1974, S. 39
  2. ARTrium, Website des Veranstaltungsdienstleisters in der Botschaft, abgerufen am 28. November 2010

52.51583333333313.380833333333Koordinaten: 52° 30′ 57″ N, 13° 22′ 51″ O