Britische Unterhauswahlen 1979

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Britische Unterhauswahlen 1979
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3,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu Oktober 1974
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+8,1
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-1,3
+0,1
339
269
27
339 269 27 
Von 635 Sitzen entfallen auf:

Die britischen Unterhauswahlen 1979 fanden am 3. Mai 1979 statt. Ein Erdrutschsieg der Conservative Party führte zu einem Regierungswechsel: Eine konservative Regierung unter Margaret Thatcher löste das Labour-Kabinett James Callaghans ab.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Wahlen fanden nach dem sogenannten Winter of Discontent statt, einem Arbeitskampf der Gewerkschaften gegen die Politik der Regierung von James Callaghan. Die Gewerkschaften reagierten darauf, dass die Labour-Regierung die Lohnsteigerungen für das Jahr 1979 bereits im vierten Jahr in Folge auf unter 5 % begrenzen wollte.

Letztendlich schadete dieser Konflikt der Regierung und auch dem Ansehen Callaghans in seiner Labour-Partei. Am 28. März 1979 verlor er ein Misstrauensvotum im House of Commons mit einer Stimme. Dies hatte dessen Auflösung und Neuwahlen zur Folge; am 3. Mai 1979 fanden sie wegen des verlorenen Misstrauensvotums ein halbes Jahr vor dem spätestmöglichen Termin (Oktober 1979) statt (die vorherigen Wahlen waren im Oktober 1974 abgehalten worden).

Wahlkreise der Spitzenkandidaten[Bearbeiten]

Margaret Thatcher trat im Wahlkreis Finchley (Nord-London) an, während James Callaghan im walisischen South East Cardiff ins Rennen ging. Der Schotte David Steel trat für die Liberal Party im nahe seiner Heimat gelegenen Wahlkreis Roxburgh, Selkirk and Peebles (Scottish Borders) an. Alle drei konnten ihre Wahlkreise gewinnen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Das Ergebnis bedeutete mit einem Zuwachs der Parlamentssitze von 10 % für die Conservatives den größten Zugewinn für eine Partei in der britischen Nachkriegsgeschichte. Mit 43 Sitzen gewann die Tory-Partei eine substanzielle Mehrheit und konnte nach fünf Jahren Labour-Regierung unter Harold Wilson und James Callaghan wieder den Premierminister stellen: Margaret Thatcher, die erste Frau im Amt des britischen Regierungschefs.

Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass die Konservativen vor allem in der Arbeiterklasse massiv Stimmen hinzugewannen, was sich auch an der massiven Wählerwanderung von Labour zu den Konservativen zeigte, der 5,2 % betrug.

Partei Stimmen Mandate
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
  Conservative Party 13.697.923 43,9 +8,0 339 +62
  Labour Party 11.532.218 36,9 −2,3 269 −50
  Liberal Party 4.313.804 13,8 −4,5 11 −2
  Scottish National Party 504.259 1,6 −1,3 2 −9
  Ulster Unionist Party 254.578 0,8 −0,1 5 −1
  British National Front 191.719 0,6 +0,2
  Plaid Cymru 132.544 0,4 −0,1 2 −1
  Social Democratic and Labour Party 126.325 0,4 −0,1 1
  Alliance Party of Northern Ireland 82.892 0,3 +0,1
  Democratic Unionist Party 70.975 0,2 3 +2
  Ecology Party 39.918 0,1 +0,1
  United Ulster Unionist Party 39.856 0,1 +0,1 1 +1
  Independent Ulster Unionist 36.989 0,1 1
  Independent Labour 27.953 0,1
  Irish Independence Party 23.086 0,1 +0,1
  Independent Republican 22.398 0,1 1
  Unabhängige 19.531 0,1
  Sonstige 104.394 0,4
  Gesamt 31.221.362 100,0 635
Wahlberechtigte 41.095.649
Wahlbeteiligung 76,00 %
Quelle:[1]

Beginn der Ära Thatcher[Bearbeiten]

Thatcher wurde am 4. Mai 1979 von der Queen mit der Bildung einer Regierung beauftragt und nahm diesen Auftrag an. Ihre Worte beim Einzug in die Downing Street No. 10 nahm ein in den angelsächsischsprachigen Ländern gerne Franz von Assisi zugeschriebenes[2] Gebet auf:

“Where there is discord, may we bring harmony. Where there is error, may we bring truth. Where there is doubt, may we bring faith. And where there is despair, may we bring hope.”

„Mögen wir Harmonie bringen, wo Zwietracht herrscht. Mögen wir Wahrheit bringen, wo Irrtum herrscht. Mögen wir Glauben bringen, wo Zweifel herrscht. Und mögen wir Hoffnung bringen, wo Verzweiflung herrscht.“

Margaret Thatcher: Ansprache vor 10 Downing Street am 4. Mai 1979[3]

Die Regierungszeit Thatchers dauerte von dieser Wahl an mehr als elf Jahre; insgesamt regierten die Tories von 1979 an unter Thatcher und John Major (1990–97) für die folgenden 18 Jahre, bis zum Sieg Labours bei den Unterhauswahlen 1997.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b General Election Results 1885-1979 United Kingdom Election Results (Englisch)
  2. Christian Renoux, La prière pour la paix attribuée à saint François, une énigme à résoudre, Paris, Editions franciscaines, 2001
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format1979: Election victory for Margaret Thatcher. BBC News, abgerufen am 27. Mai 2013 (englisch).