Britische Unterhauswahlen Oktober 1974

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Britische Unterhauswahlen Oktober 1974
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu Februar 1974
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+2,1
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319
277
39
319 277 39 
Von 635 Sitzen entfallen auf:

Die vorgezogenen britischen Unterhauswahlen Oktober 1974 fanden am 10. Oktober 1974 statt. Bei den Wahlen wurden die Abgeordneten für das Unterhaus (House of Commons) neu bestimmt. Die Wahl wurde von der Labour Party unter Harold Wilson mit einer sehr knappen Mehrheit von 3 Sitzen gewonnen. Dies war der letzte Sieg von Labour bei einer Unterhauswahl bis zur Wahl im Jahr 1997 23 Jahre später.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Wahl zum Unterhaus im Februar desselben Jahres hatte unerwarteterweise keine eindeutige Mehrheit im Parlament erbracht und zu einem sogenannten hung parliament geführt. Daraufhin waren Koalitionsgespräche zwischen Liberalen einerseits und den Konservativen bzw. Labour andererseits eingeleitet worden, die jedoch zu keiner Einigung führten, wonach der Labor-Vorsitzende Harold Wilson eine Labour-Minderheitsregierung unter seiner Führung bildete. Aufgrund der fehlenden Mehrheiten kündigte er in einer Fernsehansprache am 18. September 1974 erneute Wahlen für den Oktober an. Ein Erfolg der Regierung Wilson in ihrer kurzen Amtszeit war die Beilegung des großen Minenarbeiter-Streiks, der die vorangegangene Regierung Heath in Bedrängnis gebracht hatte. Wilson verstand es außerdem geschickt, die innerparteilichen Spannungen von Labour bezüglich des Beitritts zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, der 1973 erfolgt war, unter Kontrolle zu halten. Er versprach die Abhaltung eines Referendums über die Mitgliedschaft, das auch unter seiner Regierung im Jahr 1975 stattfand. Die Konservativen unter Führung von Edward Heath waren dadurch beeinträchtigt, dass sich die nordirische Ulster Unionist Party aus Protest gegen das 1973 geschlossene Sunningdale Agreement weigerte, in Westminster mit den Konservativen zusammenzuarbeiten.

Wahlsystem[Bearbeiten]

Gewählt wurde nach dem einfachen Mehrheitswahlsystem. Eine Sperrklausel gab es nicht.

Wahlergebnis[Bearbeiten]

Landesweites Wahlergebnis nach Wahlkreisen (ohne Nordirland)

Wahlsieger wurde die Labour Party. Sie holte 39,3 Prozent der Stimmen und erreichte mit 319 von 635 Sitzen eine knappe absolute Mehrheit. Die Conservative Party und die Liberal Party mussten leichte Verluste hinnehmen. Als Folge der Niederlage wurde der konservative Parteivorsitzende Heath im Februar 1975 durch Margaret Thatcher ersetzt. Die Scottish National Party (SNP) erzielte mit 11 von 71 schottischen Wahlkreisen und 30 % der schottischen Wählerstimmen ihr bis dahin bestes Ergebnis.

Partei Stimmen Mandate
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
  Labour Party 11.457.079 39,3 +2,1 319 +18
  Conservative Party 10.462.565 35,8 −2,1 277 −20
  Liberal Party 5.346.704 18,3 −1,0 13 −1
  Scottish National Party 839.617 2,9 +0,9 11 +4
  Ulster Unionist Party 256.065 0,9 +0,1 6 −1
  Plaid Cymru 166.321 0,6 3 +1
  Social Democratic and Labour Party 154.193 0,5 1
  British National Front 113.843 0,4 +0,2
  Vanguard Progressive Unionist Party 92.262 0,3 +0,1 3
  Democratic Unionist Party 59.451 0,2 1
  Alliance Party of Northern Ireland 44.644 0,2 +0,1
  Independent Labour 33.317 0,1
  Independent Republican 32.795 0,1 1
  Sonstige 130.248 0,4
  Gesamt 29.189.104 100,0 635
Wahlberechtigte 40.072.970
Wahlbeteiligung 72,8 %
Quelle:[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b General Election Results 1885-1979 United Kingdom Election Results (Englisch)