Broadcasting Board of Governors

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Broadcasting Board of Governors
Broadcasting Board of Governors.svg
Staatliche Ebene Bundesbehörde
Gründung 1. Oktober 1999
Hauptsitz Washington, D.C.
Behördenleitung André Mendes, Robert Bole und Suzie Carroll[1]
Website www.bbg.gov

Broadcasting Board of Governors (BBG; deutsch Rundfunkdirektorium) ist eine eigenständige Behörde der US-Regierung mit Sitz in Washington, D.C. Sie ist für alle internationalen nicht-militärischen Hörfunk- und Fernsehprogramme der Regierung verantwortlich.[2]

Aufgabe[Bearbeiten]

Die offizielle Aufgabe der BBG ist, Freiheit und Demokratie auf der Welt zu fördern und zu erhalten.[2] Dies soll durch die Verbreitung von korrekten und sachlichen Nachrichten und Informationen über die USA und die Welt an das internationale Publikum umgesetzt werden. Die Sender sind nur im Ausland zu empfangen, da in den USA staatsfinanzierte Inlandspropaganda laut einem Gesetz von 1948 verboten ist.[3]

Die fernere Vision des BBG ist, ein flexibles, multimediales, internationales Rundfunksystem der USA zu schaffen, das ein großes Publikum erreicht. Dazu sollen auch verstärkt regionale Netzwerke und Einrichtungen gehören, die auf einzelne Länder und Regionen ausgerichtet sind und die Programme der Voice of America (VOA) ergänzen. Zur Verbreitung ist die Verwendung von Mittelwelle, Ultrakurzwelle, Kurzwelle, Satelliten und das Internet vorgesehen. Dabei sollen die Inhalte stets unter der Kontrolle der USA stehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1990 wurde damit begonnen, die staatlichen Rundfunkdienste der USA zusammenzuführen, um eine engere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Das United States Information Agency (USIA), das bis dahin die Voice of America, Worldnet Television and Film Service, sowie Radio and TV Martí betrieb, fusionierte diese Dienste im Bureau of Broadcasting. Die Sender wurden durch das Office of Engineering and Technical Operations technisch unterstützt.

Im Jahr 1991 wurde durch das Bureau of Broadcasting das Office of Affiliate Relations and Audience Analysis (ab 1996 Office of Affiliate Relations and Media Training) gegründet. Es war darauf ausgerichtet, ein Netzwerk an Hörfunk- und Fernsehsender auf der Welt zu etablieren, die als Partner die Sendungen von VoA und Worldnet ausstrahlen. Auf diese Weise übernehmen heute 1.200 Radio- und Fernsehsender Programme.

Die strukturellen Veränderungen des internationalen Rundfunks der US-Regierung wurde unter Präsident Bill Clinton weitergeführt. Am 30. April 1994 wurde das Gesetz International Broadcasting Act (Public Law 103-236) verabschiedet. Dadurch wurde innerhalb des United States Information Agency das International Broadcasting Bureau (IBB) eingerichtet. Ferner wurde der Broadcasting Board of Governors gegründet.

Das International Broadcasting Bureau umfasst die zuvor durch die Bundesregierung finanzierten Dienste des ehemaligen Bureau of Broadcasting. Das sind die drei Einrichtungen Voice of America, Worldnet Television and Film Service sowie Radio and TV Martí. Ferner gehört auch das Office of Engineering and Technical Services zum IBB. Das erste Broadcasting Board of Governors wurde am 11. August 1995 vereidigt.

Als Resultat des im Jahr 1998 verabschiedeten Gesetzes Foreign Affairs Reform and Restructuring Act (FAIR Act, Public Law 105-277) wurde das Broadcasting Board of Governors am 1. Oktober 1999 eine eigenständige Einrichtung.

Für das Steuerjahr 2015 hat der US-Präsident beim Kongress für das BBG ein Budget von 721 Millionen US-Dollar beantragt.[4] Der zugehörige Mittelantrag enthält den Plan einer Umorientierung der Prioritäten des US-Auslandsfunks, der den linearen Hörfunk zukünftig weiter einschränken und dafür Online- und Fernsehangebote ausbauen soll.[5]

Führungsstruktur und Aufsichtsgremien[Bearbeiten]

Das BBG wird von einem neunköpfigen Aufsichtsrat geleitet, dem von Amts wegen der Außenminister angehört.[6] Im Dezember 2013 beschloss der Aufsichtsrat für die Geschäftsführung der Behörde die Einsetzung einer vorübergehenden Managementstruktur, für dessen Spitze ein dreiköpfiges Team benannt wurde.[7]

Die Rechtsaufsicht liegt beim Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses und beim Ausschuss für Auswärtige Beziehungen des Senats. Die Haushaltsausschüsse beider Häuser des Parlaments sind sowohl für die Mittelbewilligung als auch für die Programmaufsicht zuständig.[2]

Sender[Bearbeiten]

Zum BBG gehören die Sender Voice of America, Al-Hurra, Radio Sawa, Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL), Radio Free Asia (RFA) und Radio and TV Martí.[2] Die Programme werden in 61 Sprachen gesendet.[8]

Konkurrenten[Bearbeiten]

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Walter Isaacson betrachtete die Sender Russia Today, Press TV, teleSUR und CCTV als wichtigste Konkurrenten des BBG und bezeichnete sie im Jahr 2010 als "Feinde"[9].

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Senior Management, BBG-Webseite, abgerufen am 6. Mai 2014 (englisch)
  2. a b c d About, Webseite des BBG, abgerufen am 6. Mai 2014 (englisch)
  3. Nina Rehfeld: „Bush-Funk“. In: Berliner Zeitung, 16. Oktober 2006.
  4. Budget submissions, Webseite des BBG, abgerufen am 6. Mai 2014 (englisch)
  5. Kai Ludwig: Weitere Umorientierung des US-Auslandsfunks, in: RBB Radio Eins Medienmagazin vom 5. April 2014, abgerufen am 6. Mai 2014
  6. BBG: The Board abgerufen am 6. Mai 2014 (englisch)
  7. Resolution to create an interim management structure (PDF), Beschluss des BBG vom 18. Dezember 2013, Webseite des BBG, abgerufen am 6. Mai 2014 (englisch)
  8. Our Broadcasters, Webseite des BBG, abgerufen am 6. Mai 2014 (englisch)
  9. Russia Today am 7. Oktober 2010: It’s official: RT is the enemy