Brochhagen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen deutschen Textilkünstlerin siehe Veronika Moos-Brochhagen.

51.0472222222227.4094444444444250Koordinaten: 51° 2′ 50″ N, 7° 24′ 34″ O

Brochhagen
Gemeinde Lindlar
Höhe: 250 m ü. NN
Einwohner: 467
Postleitzahl: 51789
Vorwahl: 02266
Brochhagen (Lindlar)
Brochhagen

Lage von Brochhagen in Lindlar

Karte von Brochhagen

Die Ortschaft Brochhagen ist ein Ortsteil der Gemeinde Lindlar im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Lage und Beschreibung[Bearbeiten]

Brochhagen liegt nordöstlich von Lindlar, zwischen Hartegasse und Frielingsdorf im Sülztal.

Brochhagen gliedert sich in die drei alten Weiler Ober-, Mittel- und Unterbrochhagen.

Geschichte[Bearbeiten]

1318 wurde der Ort das erste Mal urkundlich als „Brochagen“ erwähnt und zwar „Th. v. Brochagen ist mit den Schöffen von Lindlar Zeuge in einer Urkunde des Kölner Stiftes St. Ursula betr. das officium de Sulz“. Schreibweise der Erstnennung: Brochagen. 1413 wurde es als „broechhaen“ oder „broeche“ bezeichnet. Der Name lässt sich darauf zurückführen, dass die erste Rodestelle im Sülztal sumpfig war und mit einer Hecke umzäunt wurde. Durch Brohhagen führte eine alte Landwehrlinie, diese verlief vom Horpetal bei Weyer an Brochhagen vorbei durch das Sülztal. Im Kämmereiregister des St. Severinstiftes vom Jahre 1413 ist vermerkt: Broechhaen, 1 Gut zahlt 16 Denare an Abgaben, Großen Brochhagen zahlt drei Denare. Im Jahre 1550 wird weiterhin vermerkt: „Brochhain, hait Bruninck und Johan, sein broder, 1 soll“. Im späten Mittelalter gehörte Brochhagen zur Honschaft Breun im Kirchspiel Lindlar.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts stand in Mittelbrochhagen eine Mahlmühle. Sie hatte drei Mahlgänge und gehörte wie andere im Amt Steinbach gelegene Güter zu den Domänengüter des Landesherrn. Die an der Sülz gelegene Mühle war eine Kameral- oder Zwangsmühle, d. h. die Bewohner des dazugehörigen Bezirkes waren gezwungen, ihre Früchte gegen Abgabe nur dort mahlen zu lassen. Herzog Carl Theodor verpachtete vom 22. März 1748 die Mühle an den bisherigen Pächter Johann Georg Müller auf 24 Jahre. Als Nachfolger sind Franz Frielingsdorf und Johann Georg Müller genannt. Oberförster Johann Kesseler zu Feld kaufte die Mühle 1823 von der preußischen Regierung, nach dem die Mühle öffentlich zum Verkauf angeboten worden war. Kesseler starb am 27. April 1841. Die Erben Kesselers verkauften die Mühle im Jahre 1847. Etwa seit 1870 ist die Mühle im Besitz der Familie Römer-Kemmerich. Der Mahlbetrieb der Mühle wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts aufrechterhalten.

Im Jahre 1830 hatte Oberbrochhagen 66, Mittelbrochhagen 88 und Unterbrochhagen 94 Einwohner. Im Jahre 1897 wird eine Brücke über die Sülz bei Mittelbrochhagen errichtet. Im Jahre 1933 erhält Oberbrochhagen einen öffentlichen Fernsprecher. Während der Nazizeit wurde die Familie Bruno Höller aus Mittelbrochhagen von den Nationalsozialisten verfolgt.

Am 31. Dezember 2011 hatte Brochhagen 467 Einwohner [1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Oberbrochhagen

  • fünf Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert
  • Wegekreuz aus dem Jahre 1868

Mittelbrochhagen

  • Fachwerkhaus aus dem Jahre 1697 und weitere aus dem 18. Jahrhundert

Unterbrochhagen

  • fünf Wegekreuze und Fußfälle
  • fünf Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Verkehr[Bearbeiten]

Haltestellen Unterbrochhagen, Oberbrochhagen:

  • VRS (OVAG) Linie 335 Scheel - Frielingsdorf - Lindlar - Linde - Biesfeld - Bergisch Gladbach (Werktags ca. alle zwei Stunden, Samstagsverkehr, Sonntags zwei Fahrten. Kein Abend- und Nachtverkehr)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.lindlar.de/lindlar-im-ueberblick/zahlen-daten-fakten.html

Weblinks[Bearbeiten]