Broder Knudtzon

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Broder Knudtzon

Broder Lysholm Knudtzon (* 5. Oktober 1788 in Trondheim; † 20. März 1864 in Trondheim) war ein norwegischer Kaufmann, Politiker und Mäzen.

Seine Eltern waren der Kaufmann Hans Carl Knudtzon (1751–1823) und dessen Frau Karen Müller (1752–1818).[1] Er wuchs in Trondheim und ab 1796 in Flensburg auf, wo er seine Bildung erwarb.[2] Nach seiner Konfirmation zog er zurück nach Trondheim. Für eine kurze Zeit war er Lehrling bei seinem Vater,[1] ehe er 1807 nach Nantes reiste, um seine Schwester dort zu besuchen. Danach reiste er durch Europa, und suchte einer Kaufmannsausbildung. In Paris hat er den dänischen Dichter Adam Oehlenschläger kennengelernt.[2]

Im Herbst 1808 übersiedelte er nach England, wo er eine gute Kenntnis der Englischen Sprache und Kultur erwarb.[2] Er lernte in England auch den Lord Byron und viele andere Schlüsselfiguren in der nationalliberalen Bewegung kennen. Das Frühjahr 1814 verbrachte Knudtzon zusammen mit seinem Bruder Jørgen von Cappelen Knudtzon in London. Dort unterstützten sie Carsten Anker bei dessen Bemühungen um englische Unterstützung für ein unabhängiges Norwegen. Im Herbst desselben Jahres begleitete er seinen Vater nach Stockholm; sie waren Mitglieder der Delegation des Stortings. Nach dem Tod seines Vaters wurde er Mitinhaber des Familienbetriebs, dessen Leitung er aber seinem Bruder Christian und seinem Schwager Lorentz Johannsen überließ. Er selbst vertrat die Firma im Ausland. 1820 schrieb er: “Business I hate, and for reading there is not leisure.”[1]

Im Jahr 1833 wurde er als Stellvertreter in den Storting gewählt. In den Jahren 1839–1857 saß er im Aufsichtsrat der Norges Bank. Außerdem war er seit 1821 Mitglied der Gelehrtengesellschaft Det Kongelige Norske Videnskabers Selskab und fungierte von 1825 bis 1831 als deren Sekretär. Mit der Hilfe von seinen Bekannten in England machte er der Gesellschaft Bücher, unter anderem über politische Ökonomie, zugänglich.[1] Bei seinem Tod vermachte er auch einen Teil seiner eigenen Bibliothek und einige Kunstwerke Bertel Thorvaldsens der Gelehrtengesellschaft.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Ida Bull: Broder Knudtzon. In: Norsk biografisk leksikon (NBL). Band 5, Kunnskapsforlaget, Oslo 2002.
  2. a b c d Monica Aase: En europeer i Trondheim – Broder Lysholm Knudtzon og hans bibliotek. In: Til opplysning: Universitetsbiblioteket i Trondheim 1768–1993. Hrsg. von Harald Nissen und Monica Aase. Tapir Forlag, Trondheim 1993. ISBN 82-519-1467-1, S. 132–137.