Brokeback Mountain

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Filmdaten
Deutscher Titel Brokeback Mountain
Originaltitel Brokeback Mountain
Produktionsland USA, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 134 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Ang Lee
Drehbuch Larry McMurtry,
Diana Ossana
Produktion Diana Ossana,
James Schamus
Musik Gustavo Santaolalla
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Geraldine Peroni,
Dylan Tichenor
Besetzung

Brokeback Mountain [broʊkbæk ˌmaʊnt(ə)n] ist ein Filmdrama von Regisseur Ang Lee aus dem Jahr 2005 mit Heath Ledger und Jake Gyllenhaal in den Hauptrollen. Der Film erzählt den Verlauf einer homosexuellen Liebesbeziehung zweier Cowboys während eines Zeitraums von etwa 20 Jahren, basierend auf der erstmals 1997 veröffentlichten Kurzgeschichte Brokeback Mountain der Schriftstellerin Annie Proulx.

Aus dem Stoff wurde mit Proulxs Libretto und der Musik von Charles Wuorinen auch eine gleichnamige Oper, die im Januar 2014 in Madrid uraufgeführt wurde und im Dezember 2014 im Theater Aachen die deutsche Erstaufführung erlebte.[3]

Handlung[Bearbeiten]

Der etwa neunzehnjährige Ennis del Mar nimmt im Frühjahr 1963 eine Stelle bei einem Schafzuchtbetrieb am Brokeback Mountain in Wyoming an. Dort lernt er den wenig älteren Jack Twist kennen, der schon den zweiten Sommer dort arbeitet. Ennis und er ziehen mit einer Herde Schafe hinauf ins Gebirge, um die Tiere zu hüten.

Das Verhältnis zwischen Ennis und Jack entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer Kameradschaft. Einer von ihnen kümmert sich um den Lagerplatz, während der andere tagsüber zwischen Weide und Lager pendelt und die Nacht bei den Schafen verbringt. Eines Abends ist Ennis zu betrunken, um den Rückweg zur Herde anzutreten, und bleibt deshalb im Lager. Jack legt sich in das einzige Zelt und Ennis bleibt bei dem erlöschenden Feuer. In der Nacht fordert Jack den frierenden Ennis auf, mit in das Zelt zu kommen. Als sie nebeneinander liegen, zieht Jack im Halbschlaf Ennis’ Arm über seine Schulter; Ennis springt auf und die Situation scheint zu eskalieren, als Jack versucht, ihn zu küssen. Doch stattdessen kommt es zum Sex zwischen den beiden Männern. Am nächsten Tag betonen beide, nicht schwul zu sein, und versichern sich gegenseitig, dass der Vorfall unter ihnen bleibt. Sie schlafen jedoch in der Nacht erneut miteinander.

Ein Kälteeinbruch bedeutet das Ende ihrer Arbeit und scheinbar auch das ihrer intimen Beziehung. Ennis kommt nicht mit dem Abbruch der gemeinsamen Zeit zurecht, weshalb es während des Zeltabbaus zu einer Schlägerei zwischen den beiden kommt, bei der Ennis’ Blut die Ärmel ihrer Hemden befleckt. Wieder im Tal angekommen, trennen sich ihre Wege. Auf Jacks Vorschlag, sich in der nächsten Saison erneut am Brokeback Mountain zu treffen, geht Ennis nicht weiter ein. Als Jack abgefahren ist, bricht Ennis in einer Seitengasse schluchzend an einer Hauswand zusammen.

Jack fragt ein Jahr später wieder nach Arbeit als Hirte auf dem Brokeback Mountain, in der Hoffnung, dass Ennis dasselbe tue. Aber der Schafzüchter hat die beiden im Vorjahr beobachtet und macht Jack unmissverständlich klar, dass er für Männer wie ihn, die ‚sich die Stange halten‘ (Originaltext: “You stemmed the rose”),[4] keine Arbeit hat.

Vier Jahre danach – Ennis, der seine Verlobte Alma geheiratet hat, lebt mit dieser und zwei Töchtern in bescheidenen Verhältnissen und arbeitet auf einer Ranch. Da kündigt ihm Jack per Postkarte einen Besuch an. Ihrer Leidenschaft erliegend, küssen sich Jack und er bei ihrem Wiedersehen und werden zufällig von Alma beobachtet. Jack hat sich mit Rodeoreiten über Wasser gehalten, bis er dabei seine Frau Lureen, die Tochter eines reichen Landmaschinenhändlers, kennenlernte, mit der er einen Sohn hat. Seitdem führt er ein komfortables Leben und arbeitet als Maschinenverkäufer im Betrieb des Schwiegervaters. In einem Motel schlafen Jack und Ennis miteinander. Sie beschließen, sich zukünftig zu treffen, und verbringen nun zweimal im Jahr gemeinsame Zeit auf angeblichen Angelausflügen im Gebirge. Trotzdem wagen sie nicht den Schritt, ihre Familien zu verlassen und eine feste Beziehung miteinander einzugehen. Jack spricht das Thema immer wieder an, doch Ennis ist gegen eine gemeinsame Zukunft, da ihm sein Vater als Kind die Leiche eines Ranchers gezeigt hat, der wegen seiner Homosexualität grausam ermordet wurde. Er vermutet, dass sein Vater an der Tat beteiligt war. Aufgrund des traumatischen Kindheitserlebnisses fürchtet Ennis eine Entdeckung und zwingt sich, ein möglichst angepasstes Leben zu führen.

Wegen zunehmender Eheprobleme lässt sich Alma 1975 von Ennis scheiden. Als Jack von der Scheidung hört, macht er sich auf den Weg zu Ennis und hofft, dass sie nun zusammenleben können. Aber Ennis hält nichts von dem Vorschlag. Enttäuscht sucht Jack in Mexiko Kontakt zu Männern aus dem Strichermilieu. Auch seine Ehe leidet unter Spannungen. 1977 gibt Alma ihrem Ex-Mann Ennis zu verstehen, dass sie über seine Homosexualität Bescheid weiß, und dieser kann sich nur mühsam davon abhalten, sie deshalb zu schlagen. Die nächsten Jahre über treffen er und Jack sich wiederholt im Gebirge, doch vor allem Jack wird immer unglücklicher über die Situation. Beim Treffen im Frühjahr 1981 erfährt Jack, dass Ennis wegen seiner Arbeit erst im November wieder Zeit für eine Verabredung hat, und wird zornig. Er deutet an, in Mexiko gewesen zu sein, da Ennis zu selten Zeit für ihn habe, worauf dieser mit Eifersucht reagiert. Ennis bricht bei dem Streit zusammen und gesteht Jack, dass er dieses Leben, wie sie es führen, nicht länger aushalte. Aber Ennis’ Sehnsucht nach Jack ist ungebrochen. Kurz darauf trennt er sich von seiner Freundin Cassie.

Monate später bekommt er seine an Jack adressierte Postkarte mit dem Vermerk „verstorben“ zurück. Laut dessen Frau starb Jack beim Beheben einer Autopanne, als ihm eine vorspringende Felge das Gesicht zertrümmert habe. Eine eingeblendete stumme Szene, in der Jack von drei Männern brutal zusammengeschlagen wird, lässt offen, ob es sich dabei um Ennis’ Vorstellungen oder um tatsächlich Geschehenes handelt, ob Jack also in Wahrheit von homophoben Männern erschlagen wurde. Ennis reist zu Jacks Eltern, um sie zu bitten, Jacks Asche dessen Wunsch gemäß auf dem Brokeback Mountain verstreuen zu lassen. Er erfährt, dass Jack immer wieder erwähnt habe, er wolle mit Ennis eine Blockhütte in der Nähe errichten und die Ranch seiner Eltern bewirtschaften. Einige Monate vor seinem Tod habe er beschlossen, sich scheiden zu lassen und diese Pläne mit einem anderen Mann zu verwirklichen. In Jacks Zimmer entdeckt Ennis das blutverschmierte Jeanshemd, das dieser 1963 auf dem Brokeback trug. Er bemerkt, dass sein eigenes Hemd, das er glaubte damals auf dem Berg vergessen zu haben, in dem Hemd steckt. Jacks Vater weigert sich, Ennis die Asche seines Sohnes am Brokeback Mountain verstreuen zu lassen. Seine Mutter erlaubt ihm allerdings, die Hemden mitzunehmen.

Mitte der 1980er Jahre lebt Ennis in einem Wohnwagen, als seine älteste Tochter ihn besucht, um ihn zu ihrer anstehenden Hochzeit einzuladen. Sie vergisst ihre Strickjacke bei Ennis, welche dieser daraufhin im Kleiderschrank verstaut. An der Innenseite der Schranktür hängt Ennis’ Hemd über dem von Jack; daneben klebt die Postkarte mit der Ansicht des Brokeback Mountain, die Jack Ennis vor ihrem ersten Wiedersehen geschickt hatte. Ennis schließt einen Knopf von Jacks Hemd, streicht mit dem Daumen über die Karte und sagt mit Tränen in den Augen: „Jack, ich schwör’s dir …“.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte der US-amerikanischen Schriftstellerin E. Annie Proulx, die erstmals am 13. Oktober 1997 in einer Ausgabe des Magazins The New Yorker erschien. Die Kurzgeschichte wurde von Kritikern gelobt und gewann 1998 den O. Henry Award und den National Magazine Award. 1999 veröffentlichte Proulx eine überarbeitete Fassung von Brokeback Mountain in ihrem Anthologieband Weit draußen – Geschichten aus Wyoming (Originaltitel: Close range: Wyoming stories), die im selben Jahr mit dem Buchpreis des The New Yorker-Magazins ausgezeichnet und 2000 mit dem English-Speaking Union's Ambassador Book Award und Borders Original Voices Award in Fiction prämiert wurde.

Bereits im Jahre 1997 adaptierten der Schriftsteller und Pulitzerpreis-Gewinner Larry McMurtry und Drehbuchautorin Diana Ossana Proulx’ Kurzgeschichte für die Kinoleinwand. Die Filmstudios zögerten aber, das Drehbuch zu verfilmen, da die Darstellung von sich liebenden Cowboys einem Tabubruch gleichkam.

Die Dreharbeiten begannen am 14. Juni 2004 und endeten am 15. August 2004. Gedreht wurde an verschiedenen Orten in Alberta, sowie in La Mesilla und im Grand-Teton-Nationalpark.

Rezeption[Bearbeiten]

Brokeback Mountain feierte seine Premiere am 2. September 2005 bei den Filmfestspielen von Venedig. Der Film startete am 9. Dezember 2005 in fünf ausgewählten Kinos in New York, Los Angeles und San Francisco. In nur drei Tagen konnte Brokeback Mountain einen Umsatz von 544.549 US-Dollar einspielen und stellte damit einen Umsatzrekord aller im Jahr 2005 gestarteten Filme auf. Der landesweite Kinostart in den USA begann am 16. Dezember 2005. In Deutschland kam der Film am 9. März 2006 in die Kinos.

Die Bedeutung des Filmdramas, das auch bei diversen Online-Umfragen die Liste der besten Filme 2005 anführt (unter anderem bei der Internet-Filmdatenbank IMDb), bekommt aber zunehmend auch eine politische Komponente. Der Film bekam viel Lob von Kritikern und Zuschauern, löste aber vorwiegend in den USA auch kontroverse Diskussionen aus.

Debatte in den USA[Bearbeiten]

Die Darstellung einer Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys im US-amerikanischen Kino sorgte schon bald für erhebliches Aufsehen und teilweise Empörung. Der Begriff „Schwule Cowboys“ stand bald für eine homoerotische bis homophobe Metapher in den Diskursen um männerbündische Gesellschaften und diesen Film.

In der Schwulenbewegung und -szene sorgte der Film für die Stilisierung der Figur des „Schwulen Cowboys“ zu einer tabubrechenden Galionsfigur als auch zu einem markanten Sexidol. Die Enttäuschung darüber, dass nicht Brokeback Mountain, sondern L.A. Crash den Oscar als Bester Film erhielt, wurde allerdings auch von einigen Kommentatoren als Symptom einer Homophobie innerhalb der Academy of Motion Picture Arts and Sciences interpretiert.

In christlich-konservativen Kreisen der Vereinigten Staaten wurde dagegen die Darstellung von homosexuellen Cowboys als Gefährdung des American Way of Life aufgenommen, z. B. von den Concerned Women for America oder dem Autor David Kupelian. Dem Film wird vorgeworfen, er propagiere einen „homosexuellen Lebensstil“ und untergrabe christliche Wert- und Moralvorstellungen, indem er mit perfekten filmischen Mitteln die Sympathien auf die Protagonisten lenke und einem Massenpublikum die Gleichwertigkeit einer schwulen Beziehung mit einer heterosexuellen vor Augen führe. Es wird noch der Umstand kritisiert, dass die beiden Männer Ehebruch gegenüber ihren Frauen begingen und dies in dem Film durch die Fokussierung auf die Gefühle zwischen Ennis und Jack in den Hintergrund gerate. Den Machern des Films wird außerdem vorgeworfen, sie seien Teil und Werkzeug einer „gay agenda“, die sich ihrer Meinung nach die Zerstörung von Religion, Ehe und Familie in der amerikanischen Gesellschaft zum Ziel gesetzt habe. Die römisch-katholischen Bischöfe der USA verurteilten den Film und stuften ihn in die höchste Gefahrenkategorie als „moralisch anstößig“ ein, da der Film zu unmoralischem Handeln einlade. Robert H. Knight, der Direktor des Instituts für Kultur und Familie (deren Träger die Concerned Women for America ist), schreibt dem Western-Genre eine Botschaft zu, die er durch Brokeback Mountain beschmutzt sieht. Seiner Meinung nach künde der Western „von wirklicher Bruderschaft“ und sei frei „von jedweder Sexualisierung“.

Larry H. Miller, Eigentümer der Utah Jazz verbot 2006 in seinem Entertainmentkomplex in Salt Lake City, Werbung für diesen Film zu machen.[5][6] Die Moderatoren Bill O’Reilly, John Gibson und Cal Thomas warfen dem Filmemachern ebenfalls die gay agenda vor.[7] Als Heath Ledger 2008 verstarb, machte Gibson darüber einen Witz, indem er ein Zitat aus dem Film verwendete.[8] Gene Shalit nannte Gyllenhaals Charakter Jack Twist ein sexuelles Raubtier. Die Gruppe GLAAD kritisierte diese Bemerkung und fragte ihn, ob man Leonardo DiCaprio in Titanic auch so genannt hätte. Shalit entschuldigte sich später. Rush Limbaugh nannte den Film despektierlich „Bareback Mountain“.[9]

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken. Die Kritikensammlung Rotten Tomatoes verzeichnet eine zu 87 % positive Bewertung, basierend auf 234 professionellen Kritiken.[10]

„Ein zutiefst anrührendes Drama, dessen Darsteller ihre Figuren mit glaubhaftem Leben erfüllen und ihnen doch ihr Geheimnis belassen. In den Hoffnungen, Sehnsüchten und Lebenslügen des Paares vermittelt der meisterhaft inszenierte, episch breite Film die Einsamkeit und Ängste seiner beiden Protagonisten.“

Lexikon des internationalen Films[11]

„‚Brokeback Mountain‘ ist der erste Höhepunkt des Filmfestivals. Er kommt mit einer Ruhe und einer Langsamkeit daher, die schon selten geworden ist im Kino. Lässt sich Zeit beim Beobachten. Stellt nichts aus. Und höhlt doch endlich dieses Klischee des einsamen Cowboys gründlich aus … Heath Ledger und Jake Gyllenhaal, von denen man bislang nicht wusste, ob sie bloß Stars sind oder wirkliche Mimen. Wie sie hier altern, was nicht nur Sache der Maske ist, wie sie ihr Verlangen verstecken und es doch hinter ihrer Maske hervorblitzen lassen; und wie Ang Lee dies trotz dieser extrem zeitbezogenen Story zur zeitlosen Geschichte stilisiert, die auch heute noch in der Provinz passieren könnte: Das ist große Kinokunst.“

Die Welt[12]

„Für seinen mutigen Anfang und reale Ausführung – seiner Bedienung der Western-Mythologie, seiner Entdeckung von einer subversiven sexuellen Ehrlichkeit an einem unerwarteten Schauplatz – missglückt ‚Brokeback Mountain‘ schlussendlich unsere Emotionen vollständig einzunehmen.“

Time Magazine

„Ang Lee braucht leider sehr lang, um die Verzweiflung seiner Helden plausibel zu machen. Freundlich ausgedrückt: Der Regisseur verzichtet auf jede direkte Anklage der Außenwelt und schildert nur, wie es den Protagonisten ergeht – ihre unbeholfenen Umarmungen, ihre jähen Gewaltausbrüche, ihr Versagen gegenüber der eigenen Familie. Erst am Ende gewinnt der Film die Leidenschaft, die er zuvor eineinhalb Stunden lang behauptet. Man kann Lee den prächtigen Landschaftskitsch und den zarten Schwulenkitsch dieses Films vorwerfen, seine Botschaft aber ist von schöner universaler Gültigkeit: In einer Welt, die vom Terror der Moralapostel vergiftet wird, können die Menschen nicht glücklich werden.“

Der Spiegel[13]

„Wunderbar leicht entwickelt Ang Lee aus der archaischen Arbeit des Viehhütens die raue Verbundenheit zweier Westerner und aus ihrer Kumpanei eine Leidenschaft … Und eines Nachts … kriecht Ennis zähneklappernd zu Jack ins Zelt. Dort ereignet sich die anrührendste Szene in der Geschichte des Genres, wobei es den grandiosen Darstellern gelingt, Cowboys als Liebende zu zeigen, ohne sie in ihrer Kantigkeit zu beschädigen: nach der ersten Berührung fürchtet man als Zuschauer minutenlang, sie könnte doch noch in Mord ausarten.“

Die Zeit[14]

Mutmaßliche Zensur im italienischen Fernsehen[Bearbeiten]

Bei der Erstausstrahlung des Films im öffentlich-rechtlichen italienischen Fernsehsender Rai Due am 8. Dezember 2008 um 23 Uhr wurden zwei homosexuelle Liebesszenen aus dem Film herausgeschnitten, während deutlichere heterosexuelle und gewalttätige Szenen gezeigt wurden. Die zensierten Sequenzen waren eine Kussszene und die angedeutete Sexszene im Zelt am Brokeback Mountain. Der Inhalt des Films wurde damit wesentlich verändert und unwissenden Zusehern wurde die Art der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren verschleiert. Es kam daraufhin zu Protesten von Homosexuellen-Organisationen und einzelnen Parlamentsabgeordneten. Das Staatsfernsehen gab zunächst an, nicht für die Kürzungen verantwortlich zu sein, sondern den Film in dieser Fassung vom Vertrieb bekommen zu haben. Der Direktor des Staatsfernsehens, Claudio Petruccioli, entschuldigte sich für den „Irrtum“ und Rai-Due-Chef Antonio Marano kündigte an, den Film nach Weihnachten in voller Länge zu zeigen.[15][16] Die ungeschnittene Fassung wurde schließlich am 17. März 2009 um 23:40 Uhr ausgestrahlt.[17]

Filmmusik[Bearbeiten]

Hauptverantwortlich für die Filmmusik von Brokeback Mountain zeichnete Gustavo Santaolalla. Es wurden sowohl neu komponierte Instrumentalstücke als auch Titel bekannter Folk- und Country-Künstler verwendet. Zu den beteiligten Künstlern zählten u. a. Willie Nelson, Rufus Wainwright, Linda Ronstadt oder Emmylou Harris. Der mit einem Golden Globe Award ausgezeichnete Titel A Love That Will Never Grow Old wurde von Santaolalla gemeinsam mit Bernie Taupin komponiert, gesungen wird er von Emmylou Harris. Die spanische Version von Quizás, quizás, quizás wird ebenfalls im Film verwendet.

  1. Opening – Gustavo Santaolalla
  2. He Was a Friend of Mine – Willie Nelson
  3. Brokeback Mountain – Gustavo Santaolalla
  4. A Love That Will Never Grow Old – Emmylou Harris
  5. King of the Road – Teddy Thompson
  6. Snow – Gustavo Santaolalla
  7. The Devil's Right Hand – Steve Earl
  8. No One's Gonna Love You like Me – Mary McBride
  9. Brokeback Mountain 2 – Gustavo Santaolalla
  10. I Don't Want to Say Goodbye – Teddy Thompson
  11. I Will Never Let You Go – Jackie Greene
  12. Riding Horses – Gustavo Santaolalla
  13. An Angel Went Up in Flames – The Gas Band
  14. It's So Easy – Linda Ronstadt
  15. Brokeback Mountain 3 – Gustavo Santaolalla
  16. The Maker Makes – Rufus Wainwright
  17. The Wings – Gustavo Santaolalla

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar, BAFTA-Award und Golden Globe Award[Bearbeiten]

Festival Auszeichnung Land Jahr Person
Oscar Beste Regie
Bestes adaptiertes Drehbuch
Beste Filmmusik
USA 2006
British Academy Film Award Bester Film
Beste Regie
Bestes adaptiertes Drehbuch
Bester Nebendarsteller
USA 2006


Jake Gyllenhaal
Golden Globe Award Bester Film − Drama
Beste Regie
Bestes Drehbuch
Bester Filmsong
(A Love That Will Never Grow Old)
USA 2006


Gustavo Santaolalla

Weitere Auszeichnungen[Bearbeiten]

Festival/Filmkritikervereinigung Auszeichnung Land Jahr Person
Boston
Bester Film
Beste Regie
USA 2005
BFCA
Bester Film
Beste Regie
Beste Nebendarstellerin
USA 2005

Michelle Williams
Dallas-Fort Worth
Bester Film
Beste Regie
Bestes Drehbuch
Beste Kamera
USA 2005
Directors Guild of America Beste Regie USA 2006
GLAAD Media Award Bester Film USA 2006
Independent Spirit Awards Bester Film
Beste Regie
USA 2006
Las Vegas
Bester Film
Beste Regie
Bester Hauptdarsteller
USA 2005

Heath Ledger
London
Bester Film
Beste Regie
UK 2006
Los Angeles
Bester Film
Beste Regie
USA 2005
National Board of Review Beste Regie
Bester Nebendarsteller
USA 2005
Jake Gyllenhaal
New York
Bester Film
Beste Regie
Bester Hauptdarsteller
USA 2005

Heath Ledger
Phoenix
Bester Hauptdarsteller
Bester Nebendarsteller
Beste Nebendarstellerin
USA 2004 Heath Ledger
Jake Gyllenhaal
Michelle Williams
Producers Guild of America Bester Film USA 2006
San Francisco
Bester Film
Beste Regie
Bester Hauptdarsteller
USA 2005

Heath Ledger
Satellite Awards Bester Film − Drama
Beste Regie
Bester Filmsong
(„A Love That Will Never Grow Old“)
Bester Schnitt
USA 2005
SEFCA
Bester Film
Beste Regie
Bestes adaptiertes Drehbuch
USA 2005
Vancouver Bester Film
Beste Regie
Kanada 2006
Filmfestspiele von Venedig Goldener Löwe als Bester Film Italien 2005
Writers Guild of America
Bestes adaptiertes Drehbuch USA 2006
MTV Movie Awards
Bester Kuss

Bester Darsteller
USA 2006 Heath Ledger &
Jake Gyllenhaal
Jake Gyllenhaal

Literatur[Bearbeiten]

  • Annie Proulx: Weit draußen: Geschichten aus Wyoming. Luchterhand, München 1999. Deutsche Übersetzung von Oskar Halbsattel, ISBN 3-630-87039-2
  • Annie Proulx: Close range: Wyoming stories. Scribner, New York 1999, ISBN 0-684-85221-7 (engl. Ausgabe)
  • Annie Proulx, Larry McMurtry, Diana Ossana: Brokeback Mountain: story to screenplay. Scribner, New York 2005, ISBN 0-7432-9416-5 (engl. Ausgabe)
  • Annie Proulx: Brokeback Mountain. Heyne, München 2005, ISBN 3-453-35110-X
  • Annie Proulx: Brokeback Mountain. Fourth Estate, London 1998, ISBN 1-85702-940-2 (engl. Ausgabe)
  • Verschiedene: Ang Lee und sein Kino − Poesie in Grossformat, In: Du, Die Zeitschrift für Kultur, Nr. 1, Februar 2006, Erscheinungsort: Zürich, ISBN 3-03717-021-2
  • Slavoj Zizek: Homophobes Rodeo. „Brokeback Mountain“ oder: Nur schwule Cowboys werden siegen, In: Frankfurter Rundschau, 11. März 2006, Feuilleton, S. 17
  • Daniel Mendelsohn: An Affair to Remember: Brokeback Mountain, a film directed by Ang Lee, based on the story by E. Annie Proulx, In: The New York Review of Books, Nr. 53.3, 23. Februar 2006
  • Philippe Besson: Un homme accidentel. Paris: Edition Julliard, 2008. - ISBN 2-264-04851-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 72 kB) der FSK
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3.  Stefan Keim: Innen schwul, außen Cowboy. In: Die Welt - NRW. Nr. 49, 7. Dezember 2014, S. 13 (Online bei welt.de, abgerufen am 12. Dezember 2014).
  4. Drehbuchtext. Proulx, Annie; McMurtry, Larry; Ossana, Diana: Brokeback Mountain, Story To Screenplay. New York, 2005. ISBN 0-7432-9416-5. S. 32.
  5. Brandon Gray: Utah Theater Snub Can’t Bridle ‘Brokeback Mountain’. Box Office Mojo. 9. Januar 2006. Abgerufen am 24. Juli 2007.
  6. Utah Theater Balks at ‘Brokeback Mountain’. In: KUTV. 10. Januar 2006. Archiviert vom Original am 26. September 2007. Abgerufen am 24. Juli 2007.
  7. Roger Friedman: ‘Brokeback’ Faces Burnout at Box Office, Fox News Channel. 23. Dezember 2005. Abgerufen am 24. Juli 2007. 
  8. Fox Host John Gibson Mocks Heath Ledger’s Death. In: The Huffington Post. 23. Januar 2008. Abgerufen am 20. September 2013.
  9. Rush Limbaugh: Feminization Has Taken Democratic Party Backward. 2006. Abgerufen am 11. Juli 2006.
  10. Sammlung von Kritiken zu Brokeback Mountain bei Rotten Tomatoes (englisch)Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Gleicher Kenner in Wikipedia und Wikidata
  11. Brokeback Mountain im Lexikon des Internationalen Films
  12. Peter Zander: Am Lido weht der Geist von Thomas Mann, Artikel in der Welt, 3. September 2005, abgerufen am 7. Mai 2011.
  13. Wolfgang Höbel: George Clooney, Festspiel-King, Artikel im Magazin Der Spiegel, 3. September 2005, abgerufen 7. Mai 2011.
  14. Liebe als Duell, Artikel in der Wochenzeitung Die Zeit, 9. März 2006, abgerufen am 7. Mai 2011.
  15. chc/AFP: Schwuler Liebesfilm: Italienisches TV zensiert „Brokeback Mountain“. In: Spiegel Online. 10. Dezember 2008, abgerufen am 28. August 2013.
  16. J. Müller-Meiningen: „Brokeback Mountain“-Zensur. Getrennte Lagerfeuer. In: Sueddeutsche.de. 12. Dezember 2008, abgerufen am 8. Februar 2009.
  17. “Brokeback Mountain” torna su Rai2. Ma stavolta senza censurare i baci… LaRepubblica.it, 10. März 2009, abgerufen am 28. Oktober 2014 (italienisch).